Bernkastel-Kues in alten Ansichten

Bernkastel-Kues in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz H. Grundhöfer
Gemeente
:   Bernkastel-Kues
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6548-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bernkastel-Kues in alten Ansichten'

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9 Am linken Eckpfeiler des Rathauses ist noch der Pranger aus kurfürstlicher Zeit. An eiserne Ketten mit Handschellen wurden einst die verurteilten Übeltäter hier an den Schandpfahl gefesselt, zu 'Hochgerichtlicher Straff' oder 'Bürgerliger Züchtigung', wie die darüber eingemeißelten Inschriften inhaltsschwer wiedergeben. Das Hochgericht Bernkastel übte in kurtrierischer Zeit die 'hohe oder peinliche' Gerichtsbarkeit aus. Die Verurteilung zum Pranger am Marktplatz gehörte mit zu den ärgsten Leibesstrafen. Hier einmal den armen Sünder zu spielen und sich so im Bild verewigt zu sehen, reizte um 191 0 für einen Bettelgro-

sc hen ein verarmter Stadtkauz.

10 Eine Aufnahme aus dem [ahre 1902 vom Moselgestade. Das Bild zeigt die

1880/81 erbaute katholische Volksschule, ein Schieferbruchsteinbau mit neugotischem Portal (heute Volksbank). Daneben die alte kurfürstliche Kellnerei, ein aus dem 1 S. Jahrhundert stammender massiver Bau mit Ecktürmchen und verschiefertem Giebel. Das kurfürstliche Gebäude diente am 8. März 1 5 1 2 Kaiser Maximilian 1., auf seiner Fahrt zum Reichstag nach Trier, als Quartier. Die moselseitige Gebäudehälfte wurde im vorigen Jahrhundert als Schulhaus genutzt. Das Haus brannte 1904 nieder. 1908 wurde der Platz, Gestade Nr. 7, an den Tuch-

kaufmann [acob Astor verkauft, der in baulicher Nachahmung der ehemaligen Kellnerei das heutige, prächtige Giebelhaus in spätgotischen Formen, errichtete (1909).

11 Im Bild, um 1885 aufgenommen, das Moselstädtchen mit seiner ersten Straßenbrücke und dem Umschlaghafen. Der Hafendamm (Längswerk) verlief damals inmitten des Flusses. Weinfässer, Korbflaschen und Kisten waren wohl meist das Ladegut. 1895 wurde an Umschlagleistung noch registriert: 1 000 Tonnen Güter auf Lastkähne eingeladen und 1 250Tonnen ausgeladen. In Bernkastellebten seit Generationen Familien von der Schiffahrt, eines der unentbehrlichsten Gewerbe zur Unterstützung des Weinhandels früherer Zeiten. Das Konkurrenzunternehmen Eisenbahn dampfte bereits auf der Strecke Wengerohr-Cues seit demSommer 1883.ImHintergrund, am linken Bildrand, ist der Endbahnhof'CuesBerncastel' zu erkennen.

12 Als letzter Zeuge der starken Stadtbefestigung steht noch das 'Graacher Tor'. ein gefälliger Barockbau. Das Stadttor sicherte einst den nördlichen Zugang zum Ort. Das Tor, ursprünglich ein hoher massiverTurm, wurde 1689 'zum Schmerz der Stadt' von den Franzosen niedergelegt. Anfang des 18. [ahrhunderts wurde der jetzige zweigeschossige Rustikabau mit überwölbter Durchfahrt gebaut. Das Torhaus diente ab

1 727 als 'hochgerichtliches Gefängnis'. Von 1956 bis 1984 war das GraacherTor städtisches Obdachlosenasyl. Seit 1985 ist in dem alten Torgebäude am Rande des historischen Altstadtkerns ein Heimatmuseum eingerichtet.

Über der Stadtpforte, die Figur des Stadtpatrons Sankt Michael. Das Foto - ein Blick in die Graacher Straße wurde um 1908 aufgenommen.

1 3 Ein Stück Romantik ist mit der letzten Postkutschenfahrt am Freitag, 1. August 191 3, zu Ende gegangen. Wohloder übel mußte die alte Postkutsche vor dem neuen Verkehrsmittel, dem Postautomobil ihr Dasein beenden. Sie war ein Requisit der' guten' alten Zeit. Seit 1872 befuhr sie die Provinzialstraße zum Hochwald, von Bernkastel über Longkamp, Morbach, Kempfeld nach Idar-Oberstein und eröffnete dem Reiseverkehr in den romantischen Hunsrück neue Wege. Auf dem Marktplatz wurde, in Gegenwart einer ansehnlichen Menschenschar, die letzte Fahrt der pferdepostkutsche zu Bilde gebracht. Die Zeiten 'Hoch auf dem gelben Wagen' sind vorbei!

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14 An der Ostseite der mittelalterlichen Stadtbefestigung, Ecke KallenfelsstraßeHinterm Graben, stand der runde Wehrturm. Vom Unterbau her noch erhalten, wurde dem Turm im 19. [ahrhundert ein neueres Fachwerkobergeschoß, verputzt, aufgesetzt. Das Turmgebäude diente als Wohnung. Leider war der ehemalige Wehr- und Wachturm im Laufe der Zeit baufällig geworden, sodaß er 1974, im Zusammenhang mit dem Abbruch des angrenzenden Fachwerkhauses Café Michel (Römerstraße), abgebrochen werden mußte. Der Abriß der Bauten machte zudem Platz für eine Stadtumgehung 'Hinterm Graben'. Vor dem alten Turm postieren sich um 1912 Bernkasteler zu einem Foto.

IS Die Heilig-Geist-Kirche liegt am Ende der 'Vorstadt', in der oberen Burgstraße. Ehemals war sie Kirche des Hospitals zum Heiligen Geist, das zu Beginn des 1 S. [ahrhunderts vor den Toren der Stadt für die Aufnahrne ' armer Leuth und kranker Paßanten' errichtet worden war. Solche Spitale baute man früher gerne am Stadtrand. Die Heiliggeist-Armenstiftung, die älteste soziale Stiftung Bernkastels. besteht heute noch. Die Kirche wurde 1671/7 2 erbaut. Irn Iahre 1872, beim Bau der Provinzialstraße zum Hunsrück, hat man die überbaute, enge Stadtpforte, das Spital- oder Heiliggeisttor, abgetragen. Von ihm gibt es immerhin noch das alte Foto aus demjahre 1870.

16 Kaum eine Straße Bernkastels hat ein so mittelalterlieh es Gepräge wie die untere Burgstraße: romantische Giebelhäuser, etwas schief von der Last der [ahre, vorkragende, verschachtelte Stockwerke, kleine Fenster, alte Haustüren und pflaster schufen eine malerische Idylle. Von den alten Wohnhäusern der 'Vorstadt' ist das Doppelhaus Burgstraße Nr. 95/ 96 (erbaut 1673), des Joh. Bastian und Phil. Sayn; heute café Bastian 'Alter Klosterhof' , das beeindruckendste Bauensemble. Sein Fachwerk wurde Mitte der zwanziger [ahre freigelegt. Die Häusergruppe daneben, Burgstraße Nr. 93/94, mußte um 1920 einem Neubau weichen. Der Hausbesitzer Bastian-Licht eröffnete hier 1987 die Café und Weinstube 'St. Sebastian'. Im Hintergrund das Glockentürmehen des Klösterehen (1867).

Das Bild wurde 1908 aufgenommen.

1 7 Ein Blick in die Karlstraße um 191 O. Die enge Gasse, von der alsbald der Burgpfad hinauf zur Burg Landshut führt, beginnt mit der einnehmenden Ouvertüre des sogenannten Spitzhäuschen, Nr. 13. Das schmale Fachwerkhaus mit spitzem Dachgiebel, dessen Errichtungsjahr mit 1583 angegeben wird, ist nach den jüngst vorgenommenen Untersuchungen aller Wahrscheinlichkeit schon Anfang des 16. Jahrhunderts aufgeschlagen worden. Sein Fachwerk wurde 1914 freigelegt. Das Kleinod, das von allen Bauten Bernkastels die höchste Bewunderung findet, ist wohl das meist fotografierte Fachwerkhaus, ein Juwel spätmittelalterlicher Bau- und Wohnkultur. Die jetzigen Eigentümer, Familie Robert Schmitz-Herges, haben nach Restaurierung in dem Schmuckstück im Iahre 1972

eine urige Weinstube eingerichtet.

18 Das ehemalige kurfürstliche Amtskellnereigebäude, zwischen Moselufer und Karlstraße gelegen, eines der prächtigsten Profanbauten des Moseltals, erbaut 1656-166l. Der dreiflügelige 'neue Bau an der Mandat', diente in kurfürstlicher Zeit zur Aufnahme des Zehnten, der in Naturalien geliefert wurde. In den Kellergewölben lagerten sowohl die Zehntweine des kurtrierischen Amtes als auch die aus den Weinbergen des erzbischöflich -kurfürstlichen Besitzes. Das in ländlichem Barock errichtete Kellnereigebäude war [ahrhunderte hindurch bestimmend für das Stadtbild. Der viergeschossige, turmartige Bauflügellinks im Bild - fiel im Krieg den Bomben zum Opfer (2. März 1945). Die Gebäude, heute im Besitz des Kreises, dienten nach 1952 als Kreisberufsschule, ab 1971 Wein-

bauschule. Auf dem parkartig angelegten Grundstück wurde 1962 ein neues Ehrenmal für die Kriegsopfer und Gefallenen der Stadt Bernkastel- Kues errichtet.

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