Bernkastel-Kues in alten Ansichten

Bernkastel-Kues in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz H. Grundhöfer
Gemeente
:   Bernkastel-Kues
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6548-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bernkastel-Kues in alten Ansichten'

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291m [ahre 1 840 wurde in Trier die 'Mosel-Dampfschiffahrts-Gesellschaft' g egründet, deren Schiffe auf den Fahrten zwischen Trier und Koblenz auch in Bernkastel anlegten. Um die [ahrhundertwende setzte die Gesellschaft vier Dampfer ein, von denen jeder 600 bis

1 000 Passagiere aufnehmen konnte. Sie benötigten für die Moselstrecke Trier-Koblenz elf Stunden Fahrzeit, moselaufwärts anderthalb Tage. Eine beachtliche Leistung! 1908 betrugen die Verladungen in Bernkastel immerhin noch

3 218, die Ausladungen 1 072 Zentner Frachtgut. Von den beförderten Personen stiegen 1225einund614aus.Die 1905 eröffnete Moseltalbahn war zu einem harten Konkurrenten der Moseldampfschiffahrt geworden. Auf dem Bild von 191 2, unter Dampf bergwärts, Raddampfer

'Ewald Berninghaus'. Im Hintergrund Cusanusstift und Moselkrankenhaus.

30 Ein Blick vom Doctorberg auf das schöne Moseltal in Bernkastel- Kues (1934). Viele berühmte Moselfahrer seit der Römerzeit haben ein Loblied gesungen auf die Anmut des Landschaftsbildes und die Besonderheit der edlen Weingewächse. Aus der Fülle der Liebeserklärungen an die Mosel, die von].W Goethe, 1792: 'Obgleich das Wasser (der Mosel) eigensinnig seinen Hauptlauf von Südwest nach Nordost richtet, so wird es doch, da es ein schickanöses, gebirgiges Terrain durchstreift, von beiden Seiten durch vorspringende Winkel bald rechts, bald links gedrängt, so daß es nur im weitläufigen Schlangengange fortwandeln kann ... Die vielen Ortschaften zu beiden Seiten geben den muntersten Anblick, der Weinbau überall sorgfältig gepflegt, ließ auf ein heiteres Volk schließen.'

3 1 Während des Ersten Weltkrieges leistete die Moselschiffahrt bei der Rückbeförderung von Verwundeten hervorragende Dienste. Zur Entlastung der übermäßig inAnspruch genommenen Eisenbahnen, mußte auf die etwas in Vergessenheit geratene Wasserstraße Mosel zurückgegriffen werden. Schon wenige Wochen nachAusbruch des Krieges (2. August 1914), kommen Moselschiffe mit Kriegsverwundeten in Bernkastel- Kues an. Bei Ankunft der ersten Schiffe fand sich eine nimmer enden wollende Menschenmenge am Moselufer ein. Die verwundeten Soldaten fanden Aufnahme und Pflege im nahegelegenen Hospital und Moselkrankenhaus.

32 Auf dem Marktplatz stellen sich um 1934 zwei Fachwerkbauten noch verputzt vor, das Haus Nikolaus Simon, Markt Nr. 6, und das Haus Joseph Räth, Markt Nr. 7. In einer Zeit, als auch im bürgerlichen Hausbau Massivbauweise üblich wurde, verputzte man 'altmodischc' Fachwerkhäuser und versah sie mit Blend-Fenstergewänden, um Steinhäuser vorzutäuschen. Zudem kam, daß im 19. [ahrhundert Fachwerke entsprechend den feuerpolizeilichen Vorschriften mit Kalkputz versehen werden mußten. Anfang der fünfziger [ahre hat man letztlich die beiden dreigeschossigen Wohn- und Geschäftshäuser, heute Weinhaus Klein, Markt

Nr. 17, und 'kleine Markthalle' Räth, Markt Nr. 19, von ihrem unschönen Putz befreit. Sie prägen mit das eindrucksvolle Erscheinungsbild des Marktplatzes.

33 Seit 1606 - die [ahreszahl ist auf der Säule des Marktbrunnens eingehauen - steht Michael, als DrachenkäInpfer dargestellt, mit Schwert und Waage über dem Brunnen am Markt. Ungefähr gleichzeitig mit dem Rathaus (1608) ist der zierliche, steinerne Stadtbrunnen, eine wohldurchgebildete Spätrenaissancearbeit des kurtrierischen Bildhauers Joh. Ruprecht Hoffmann, entstanden. Leider wurde die altertümliche Figur des Stadtpatrons, des Erzengels Michael, in den letzten Kriegstagen 1945 zunächst beschädigt, dann aber beim Abbau einer Feldtelefonleitung französischer Besatzungstruppen, zerstört. Nach den Bruchstücken konnte durch Bürgerinitiative,

schon im ersten Nachkriegsjahr von dem Trierer Bildhauer Eichler, eine naturgetreue Nachbildung der Michaelsfigur geschaffen werden, die am 28. September 1946 eingeweiht wurde. Das

Bild, 1942 aufgenommen, zeigt die alte Michaelsstatue auf dem Marktbrunnen, der auch Michaelsbrunnen genanntwird.

34 Es ist noch gar nicht so lange her, daB die Häuser am Markt ihren Holz- und Balkenschmuck unter grauem Mörtelputz des 19. [ahrhunderts verborgen hielten. Wie vorbildlich man diese alten Fachwerkhäuser restaurieren kann, beweist dasWohn- und Geschäftshaus Meyer-Plein, früher Gastwirtschaft M. Erz, heute Lauerburg, 'Zur Badstubc' , Markt Nr. 28. Dem Giebelhaus mit vorkragendem Fenstererker ist die Freilegung seines aufwendigen Fachwerks, die im [ahre 1934 geschah, vorteilhaft bekommen (im Bild verputzt). Das stattliche Bürgerhaus, 1583 erbaut, hat seinen Platz auf dem Rathaushügel, am engen Zugang zur Mandat- und zur KarlstraBe. Das Bild von 1932 zeigt noch den ländlichen Charakter des Marktes.

35 Bernkastel, seit 700 Jahren ein Ort mit Stadtrecht. Prägend für das Stadtbild wurden im Mittelalter Befestigungen mitTürmen und Toren, Mauern und Gräben. Auf dem Bild, um 1912, erkennt man den früheren Verlauf der Stadtmauer und des Schutzgrabens, entlang dem anstoßenden Weinberg 'Bernkasteler Graben'. Im Vordergrund der runde Wehrturm, Reste der alten Stadtwehr 'Hinterm Graben'. Herausragend über den Dächern Bernkastels. das ehemalige Kapuzinerkloster, 1655 gegründet, 1802 Auflösung. Klostergebäude und Kirche brannten beim Stadtbrand 1857 nieder. Wiederaufbau 1869, jetzt 'Kloster zur heiligen Familie'. Schwestern aus der Ordensgemeinschaft der Armen Dienstmägde Christi von Dernbach betreuten von

1870 an bis 1978 ältere und

kranke Bürger, Waisenkinder, eine Kinderbewahrschule und eine Nähschule segensreich. Heute ist das Haus, nach Umbau und Erneuerung (1981/82), ein Altenheim.

36 An der nördlichen Marktecke steht das sogenannte Helnz'sche Haus, Markt Nr. 9, wohl das schönste und reich verzierteste Fachwerkhaus des Marktes. Es hat zum Platz hin die schmale Traufseite gerichtet, die breite Giebelfront beschattet die enge Gasse, die in die 'Alte Römerstraße' führt. Das Eckhaus gehört zu den ältesten Häusern der Stadt, erbaut 1583. Schmal und niedrig ist sein steinernes Erdgeschoß, über das drei vorgekragte Fachwerkgeschosse gebaut sind. An der Hausecke hängt noch die alte HansaKogge, das Zeichen der Norddeutschen Lloyd. Das Schild erinnert an den ehemaligen Hausbesitzer Stephan Heinz, der im Dienste der Lloyd die Meere befuhr. Im Erdgeschoß hatte bis 1965 die Witwe Piesbach-Heinz ein Lädchen und verkaufte Samen und Blumenzwiebeln. Seit 1967

ist das alte Haus im Besitz des St.-Nikolaus-Hospitals. Nach Renovierung entstanden die gernbesuchten 'CusanusWeinstuben' .

37 Auf dem Bild der Graacher Straße um 1925, das damals weitbekannte Haus der Eisen- und Kolonialwarenhandlung Gyr und Hundemer. Die Handlung, seit 1854 bestehend, wurde 1978 aufgegeben. Die gutsortierte Eisenwarenhandlung Nikolaus Hundemer ist den älteren Bürgern der Stadt und des Umlandes noch wohl bekannt. Heute befindet sich in den umgebauten Geschäftsräumen das Modegeschäft "Täddy' des Textilhauses Hees. Im Vordergrund des Bildes die pferdefuhrwerk -Spedition Coblenz beim Transport von Weinfässern. Im Hintergrund, am Ende der Straße, das GraacherTor.

38 Ein hochgeschätzter Forstmann war Oberförster Heinrich Bauer, der von 1878 bis 1920 die 'Oberförsterei Berncastel-Cues' (heute Forstarnt) verwaltete. Die Geschichte des Stadtwaldes ist mit seiner Person eng verknüpft. Er war Mitbegründer des Mosel-, Hochwald- und H unsrückvereins (1 890) und Vorstandsmitglied des 1883 gegründeten Bernkasreler Verschönerungsvereins. In dieser Eigenschaft hatte er maßgeblichen Anteil an der Entwiek lung Bernkastels zur Fremdenverkehrsstadt. Im Vordergrund seines Interesses standen die Pflege und Erhaltung alter Kultur. Ausbau und die Restaurierung der verschütteten Burgruine Landshut, die er zugänglich machte, war sein Werk. Bauers besonderes Wirken galt der Erschließung des Stadtwaldes. Gut markierte Wanderwege baute er nach

dem Goldenen Kreuz, durch den Barbelnberg, zum Schloßhotel (jetzt Jugendherberge), durch den Altenwald und den Cueser Wald.

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