Bernkastel-Kues in alten Ansichten

Bernkastel-Kues in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz H. Grundhöfer
Gemeente
:   Bernkastel-Kues
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6548-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bernkastel-Kues in alten Ansichten'

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39 Das Dienstgebäude der Forstverwaltung (heute Forstamt Bernkastel-Kues, Cusanusstraße 23) wurde 1922 an der nördlichen Ecke der Cusanusstraße erbaut. Die Vertreter der waldbesitzenden Gemeinden des Forstverwaltungsverbandes Bernkastel hatten

1921 den Bau eines Oberförstereigebäudes mit Dienstwohnung in Bernkastel-Cues beschlossen. Das notwendige Geld soll von den beteiligten Gemeinden im Verhältnis der Größe des Waldbesitzes aufgebracht werden. Die Baukosten, Ende 1921 mit 400 000 Mark angenommen, sind in Folge der damaligen Geldentwertung auf 7,5 Millionen Mark gestiegen! Die Stadtgemeinde mußte für den Bau das Grundstück (60 Ruten) kostenlos zur Verfügung stellen. Auf dem Bild von 1926 das Oberförstereigebäude, heute Ecke Beethovenstra-

ßel Cusanusstraße. Die Beethovenstraße war damals noch nicht gebaut.

40 Flußläufe trennen, Brücken dagegen verbinden die Ufer. Blättert man in der Stadtchronik, so ist festzustellen, daß bis zur jetzigen Moselbrücke schon drei feste Brückenbauwerke die Stadtteile Bernkastel und Kues verbunden haben. Neben ihrer großen Bedeutung für den innerstädtischen Verkehr, erfüllten sie wichtige verbindende Funktionen im Moseltal zwischen dem Hunsrück und der Eifel. 1 874 wurde die erste Moselbrücke eingeweiht. Im [ahre 1933 erfolgte der Bau einer zweiten Brücke, hier im Bild 1935. Das Bauwerk wurde in den Kriegswirren 1945 gesprengt. Der Personenverkehr über die Mosel wurde mühsam wieder mit Fähren aufrechterhalten. Die dritte Brücke erfolgte in zwei Bauabschnitten in den [ahren 1947 und 1953.Am 18.August 1995 wurde die vierte

und heutige Moselbrücke zwischen Bernkastel und Kues dem Verkehr übergeben.

41 Die Kaiserallee, heute Saarallee (Umbenennung 1934), vermittelt den Eindruck einer Prachtstraße der 'guten alten Zeit'. Die Villen zu beiden Seiten der Straße, alle im Zeitraum von 1875

bis 1910 entstanden, sind zum größten Teil noch gut erhalten. Nach dem Bau der Moselbrücke (1874) und der Bahnlinie Wengerohr-Cues (1883), dehnte sich das Städtchen über die Mosel hinweg aus; es entstand die 'Colonie Neu-Cues'. Begüterte Weinhandlungen und angesehene Weingüter errichteten in der Nähe des neuen Bahnhofs ihre Kellereibetriebe, um so den damals modernsten Transportweg für den Weinversand zu nutzen. Mehr und mehr wohlhabende Weinbaufamilien siedelten sich in Neu-Kues an und bauten im Zeitstil der Jahrhundertwende prächtige Villen. Im Bild ist

der neugotische Turm der evangelischen Kirche zu erkennen. Der Kirchenbau wurde 1881 vollendet.

42 Das am linken Moselufer liegende Kues ist älter als Bernkastel. Hier fand man bei Ausgrabungen (1962) das erste moselländische Dorf, eine Siedlung aus der Jungsteinzeit ( 4000-3000 v.

Chr.). Urkundlich belegt wurde Kues 1030 als Covesa. Im Mittelalter war es ein Winzer- und Schifferdorf. Den Ortsnamen Kues (Cusa) machte der dort 1401 geborene gelehrte Kardinal Nicolaus Cusanus berühmt, indem er sich nach seinem Heimatort benannte. Nahe dem Geburtshaus am Nikolausufer wurde 1 842 der Hafen gebaut, der beim Moselausbau in den [ahren 1962-1964 vertieft und vergrößert wurde. Das Bild, 1936 aufgenommen, zeigt den Fährnachen, der gelegentlich vom Hafen aus die Verbindung von Ufer zu Ufer aufrecht hielt. Der Personenfährbetrieb wurde

1981 eingestellt. Letzter Kueser Fährmann war Franz Port.

43 Heuernte anno 1935 war damals noch echte Handarbeit. Neben dem Haupterwerb Weinbau, betrieb man Ackerbau und Viehzucht. Fast jede Kueser Winzerfarnilie hatte Acker- und Wiesengrundstücke 'aufm Werth'. Für Nebenerwerbslandwirte war die Kuh nunmal das nützlichste Zugtier. Kühe sorgten außerdem dafür, daß neben ihrer Milch, Butter und Käse für den Eigenverbrauch hergestellt werden konnten. Ein bis zwei Stück Rindvieh im Stall mußten natürlich auch mit Futter versorgt werden. Im Hintergrund, auf der anderen Moselseite, die ehemalige Schloßbrauerei Lorenz Wagner, erbaut im [ahre 1896. Die Witwe Anna Maria Wagner veräußerte 1919 die Braurechte an die Trierer Casparybrauerei. 1926 wurde der Bierbraubetrieb eingestellt, der Gebäudekomplex

an Josef Hall aus Wintrich verkauft.

44 Im Stadtteil Kues, am Aufgang zur pfarrkirche St. Brictius, steht das große dreigeschossige Giebelhaus aus der Zeit um 1600. Es handelt sich um das mächtigste und zugleich schönste Fachwerkhaus in Kues (im Bild noch verputzt). Mitte der dreißiger [ahre erfolgte die Freilegung der aufwendig gehaltenen Fachwerkfront. Das Haus an der alten Oberstraße, heute Weingartenstraße Nr. 24, diente von 1654 bis 1831 als Gemeindeschulhaus. Die Erben der Eheleute Peter Schlauch-Dusemund verkauften 1974dasnebenderkatholischen Kirche gelegene Hausanwesen an den Bildhauer Bernd Wendhut, der das Haus von Grund auf restaurierte.

45 Wenige Schritte vom Cusanushaus, unmittelbar am Kueser Hafen, steht das kleine Giebelfachwerkhaus, Nikolausufer 45, erbaut 1580, ein anmutigerVorbau des rückwärtigen Winzergehöfts. Hier war früher die Gastwirtschaft 'Zum Ankcr", eine alte Halfenschenke. Nach Überlieferung wurden in dem geräumigen Stall die Zugpferde der Halfen (Schiffsknechte ) über Nacht abgestellt, wie auch am Morgen für die Weiterfahrt gewechselt. Einst war der Leinpfad an der Mosel die 'Straße der Hallen' , die mit ihren schweren pferden die Lastkähne auf der Mosel schleppten. Durch den Abriß des romantischen Torbogens am Haus Oswald Hettgen, Nr. 38, in den siebziger [ahren, hat die malerische Häuserzeile am Nikolausufer Nr. 44 bis 46 von ihrem altertümlichen Reiz ein wenig verloren.

46 Die Aufnahme von 1937 zeigt den spätgotischen Gebäudeteil des Hospitals, Südflügel und Kapelle, vom Kueser Brückenkopf aus gesehen. Der Hospitalbau wurde zwischen 1450 und 1457 errichtet. Baumeister war der Kanonikus und spätere Rektor Theoderich von Xanten, der dem Kardinal Nikolaus von Kues geistig sehr verbunden war. Das klösterliche Äußere entspricht auch seinem inneren Geist. Nach dem Willen des Kardinals sollen dreiunddreißig alte Menschen hier den Lebensabend verbringen. Die Stiftungsurkunde trägt das Datum 3. Dezember 1458. Der Wegweiser an der Straßenlaterne zeigt an: Koblenz 120 km - Bingen 85 km.

47 Bildnis des Moselkardinals Nikolaus von Kues (1401-1464), nach Prof. A. Trümper, Trier 192 2. Der größte Denker, den die geschichtsträchtige Mosellandschaft je hervorgebracht hat, trug den roten Krebs im Wappen. Sein Leben fiel in eine der bewegtesten Zeiten der abendländischen Geschichte. Er war dazu berufen, in den großen Fragen, die damals zur Lösung drängten, eine nicht geringe Rolle zu spielen. Als Sohn eines Moselschiffers stieg er wunderbar auf zum Bischof von Brixen und Kardinal der römischen Kirche, zum päpstlichen Legaten und Diplomaten, zum Friedensvermittler, vor allem aber zum Lehrer eines neuen Weltbildes. Nikolaus starb 1464 in Todi (Umbrien). Sein Körper ruht in derTitelkirche St. Peter zu den Ketten in Rom, aber sein Herz in dem

van ihm gestifteten Armenhospital zu Kues.

NICOLAUS CUSANUS S ·~·E·CARD

48 Die Karte aus dem [ahre 1938 gibt einen Einblick von der Bibliothek des St.-Nikolaus-Hospitals. Der Bibliotheksraum, im Obergeschoß gelegen, ist nach der Renovierung 1989-1990,jetztüber eine Wendeltreppe im kleinen Innenhof erreichbar. Der Raum beherbergt die Bibliothek des Moselkardinals Nikolaus von Kues und ist eine der kostbarsten Privatbibliotheken der Welt, weil sie in einzigartiger Weise den gesamten Handschriftensatz eines großen humanistischen Gelehrten der Nachwelt erhalten hat. Auch die wertvollen astronomischen Gerätschaften des Stifters sind zu sehen. Der Bibliotheksraum ist architektonisch der Hospitalskapelle nachgebildet, das gotische Gewölbe wird von einer Mittelsäule getragen.

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