Betzdorf in alten Ansichten Band 2

Betzdorf in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmuth Bartolosch
Gemeente
:   Betzdorf
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5573-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Betzdorf in alten Ansichten Band 2'

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19. Diese zweiteilige Ansichtskarte aus der Zeit um 1901 zeigt uns den vorderen Teil der BahnhofstraBe mit ihren drei- und viergeschossigen Wohn- und Geschäftshäusern. Rechts sehen wir das langgezogene Empfangs- und Verwaltungsgebäude der Eisenbahn, dahinter Wohnhäuser der Moltke- und BurgstraBe. Dieser Bliek bot sich von der Hohenbetzdorfer Seite der Sieg.

20. Im Jahre 1874 baute der Gastwirt Heinrich Klein an der Staatsstraße von Koblenz nach Minden das Gasthaus 'Zur Kronc' (heute Kolpinghaus), an das sich ein Festsaal anschloß, den er zeitgemäß 'Germaniasaal' nannte. Wie beide Neubauten aussahen, war vergessen und konnte erst vor einiger Zeit anhand dieser alten Ansichtskarte aus dem vorigen Jahrhundert in Erinnerung gerufen werden. Klein hatte die Ansichtskarte für Reklamezwecke selbst verlegt. Ohne es bewußt zu wollen, hat er damit zugleich das Bild seines Gasthauses der Nachwelt erhalten.

21. Ein Bliek von der Eisenbahnladestraße zum Klosterhof und auf die Eisenkonstruktionsbrücke über die Sieg, die 1903 von der Firma Gebr. Ermert für 5 990 Mark gebaut wurde und damit die seit dem Jahre 1876 sich dort befindende hölzerne Fußgängerbrücke ersetzte. Ursprünglich war sie zur Verkürzung des Arbeitsweges der in der Kölnerstraße wohnenden Eisenbahnbediensteten errichtet worden.

22. Seit Anfang der 1890er Jahre stand am Bahnhofsvorplatz in Betzdorf auch das erste Taxi in Form einer Kalesche oder Kutsche bereit, um jeden Reisenden mit und ohne Gepäck zum endgültigen Reiseziel weiterzubefördern. Der Fuhrunternehmer Hermann Beinhauer, der 1890 von Gebhardshain nach Betzdorf gezogen war, hatte diese 'Marktlücke' entdeckt und nutzte sie. Schon nach kurzer Zeit hatte er auch einen festen Kundenstamm. So ließ sich die damalige Bahnhofsgastwirtin Olligschläger jeden Morgen um 10 Uhr zur Messe in die katholische Kirche hin- und zurückfahren. Unser Foto zeigt sie mit ihrer Hilfe und Beinhauer nach dem Messebesuch am Bahnhofseingang.

23. Nach der Jahrhundertwende sah sich die Eisenbahnverwaltung durch die wachsende Verkehrsentwicklung gezwungen, ihr 1860 gebautes Bahnhofsgebäude durch einen einstöckigen Vorbau zu vergrößern. Hier wurden ein Warteraum, der von außen durch eine große Doppelpendeltüre zugänglich war, ein Fahrkartenschalter, einige Büroräume und eine Sperre mit verglaster Kabine für den Kontrollbeamten eingerichtet. Nun konnten die Fahrgäste im wettergeschützten Raum begrüßt und verabschiedet werden. Darüber freuten sich besonders die Hoteldiener. Sie standen an der Sperre und machten die Reisenden auf ihr Haus aufrnerksam. In dieser Zeit wurde auch der Bahnhofsvorplatz neu gestaltet, gepflastert und zum Teil mit Bäumen bepflanzt.

24. Ein breit gefächertes Sortiment an Büchern, Kunstdrucken, Ansichtskarten, Büroartikeln und Papierwaren zeigte die Buch- und Schreibwarenhandlung Böckelmann in der vorderen Bahnhofstraße schon vor dem Ersten Weltkrieg in ihren Schaufenstern den interessierten Passanten. Der Inhaber Ernst August Böckelmann war auch der Verleger der politisch rechts orientierten 'Betzdorfer Zeitung', eines kleinen, lokalen Provinzblatts mit einer Auflagenhöhe von einigen Tausend Exemplaren. Aus Norddeutschland kommend, hatte Böckelmann als Redakteur hier gearbeitet und später die Witwe des verstorbenen Verlegers und Gründers der Zeitung, Ebener, geheiratet. So kam er in den Besitz des Verlages. 1935 ging das Unternehmen in Konkurs.

25. Diese beiden Wohn- und Geschäftshäuser sind noch heute vielen Betzdorfern in Erinnerung. Sie waren um 1900 in der vorderen Bahnhofstraße gebaut worden und rundeten den Bahnhofsvorplatz in Richtung Heller ab. Fotograf Rosenzweig nutzte sein Haus zeit seines Lebens für eigene Berufs- und Wohnzwecke. Sein Nachbar Friedrich Blecher, der in seinem Haus ein Hotel betrieb, setzte sich nach dem Ersten Weltkrieg zur Ruhe. Die Kreissparkasse übernahm das Gebäude und richtete dort im April 1919 eine Filiale ein. Im Jahr 1970 wurde das Haus Rosenzweig abgebrochen und zwar im Vorgriff auf den damals noch in der Planung befindlichen Omnibusbahnhof. Das Haus Blecher wurde arn 1. Februar 1971 von der Kreissparkasse geräumt, die es damit für den Abbruch freimachte. Dieser erfolgte im Juli 1973. An der gleichen Stelle entstand ein modernes Geschäftsgebäude.

26. Die Front der meisten Gebäude an der vorderen Bahnhofstraße waren früher mit mustergeprägten verzinkten Tafeln beschlagen, die dann mit Farbe angestrichen wurden, wie es auf diesem Foto aus dem Jahre 1927 zu sehen ist. Die Existenz einer Färberei, verbunden mit einer Chemisehen Waschanstalt, war vor der Jahrhundertwende in Betzdorf einmalig und ohne Konkurrenz. Ihre Arbeitsräume befanden sich in einem kleinen Ziegelsteinbau an der unteren Wil helmstraße gegenüber der alten Ziegelei (heute Wolf-Geräte-GmbH). Neben der Annahmestelle der Färberei an der Bahnhofstraße befand sich für kurze Zeit eine Filiale der Alsdorfer Bäckerei und Konditorei Dax.

27. Rund 100 Jahre lang - über drei Generationenbetrieb die Familie Gutberlet in ihrem Haus an der vorderen Bahnhofstraße ein Lebensmittel- und Spezialgeschäft für Milchprodukte. Schon lange vor dem Ersten Weltkrieg belieferte GutberIet in einem festzugeteilten Bezirk, wie damals allgernein üblich, seine Kundschaft mit Milch, bis vor die Wohnungstüre. Auf unserem Foto präsentiert sich GutberIet, der den Laden von seiner Mutter übernommen hatte, rnit Mitarbeiterinnen und seinem pferdebespannten Milchwagen vor seinem Geschäft.

28. Siebzig Jahre war das Café Steinwascher an der Bahnhofstraße eine Oase der Ruhe. Hier saßen auch die Mitglieder des Betzdorfer Schachklubs fast jeden Nachmittag vor ihren Brettern, und trugen schweigend und sinnend ihre Partien aus, während die Geschwister Leni und Hilde Steinwascher ab und zu dem 'königlichen Spiel' still und geduldig zuschauten. Unsere Ansichtskarte zeigt das Innere des Cafés in den zwanziger Jahren in einfacher, gediegener Ausstattung.

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