Betzdorf in alten Ansichten Band 2

Betzdorf in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmuth Bartolosch
Gemeente
:   Betzdorf
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5573-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Betzdorf in alten Ansichten Band 2'

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49. In seinem neuerbauten Wohnhaus eröffnete der Kaufmann Gustav Duesberg im Jahre 1878 ein Fachgeschäft für Eisen- und Haushaltwaren, damals das zweite dieser Branche in Betzdorf. Interessant war die Jugendstilfassade des rechten Vorbaus mit den imposanten Schaufenstern und dem darüberliegenden Wintergarten. Da die Eheleute Duesberg kinderlos blieben, verkauften sie 1916 das Anwesen mit dem Geschäft an den Kaufmann Fritz Lotz, der als passionierter Jäger mit seinem Jägerlatein und seinen Witzen ein unterhaltsarner und gern gesehener Gast in der Gesellschaft war. Am 1. Dezember 1930 ging das Gebäude an den Kaufmann Kuno Wiese über. 1945 wurde das gesamte Anwesen von Bomben zerstört, aber von Wiese wiedcrautgebaut, jedoch mit einer völlig anderen Fassade.

50. In diesem repräsentativen Eckgebäude Wilhelmstraße/Klosterhof befand sich von 1900 bis 1912 eine Filiale des 'Kölner Consumgeschäftes'. Danach eröffnete Konditormeister Ottmann hier ein Tagescafé. Doch infolge der ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse des Ersten Weltkrieges und der anschließenden Inflationsnotzeit mußte Ottmann das Geschäft in dieser günstigen Lage Anfang der zwanziger Jahre wieder aufgeben.

51. Ein Bliek in den vorderen Teil der Wilhelmstraße um 1910 - vom Kölner Consumgeschäft aus. An den Consum schließen sich die Häuser des Bäckermeisters Steinwascher und des Schuhmachermeisters Eberhard an. Dabinter erkennen wir das vornehme Haus des Kornbranntweinbrenners Rudolf Schneider, dessen Betrieb sich in einem Nebengebäude hinter seinem Haus befand. Zu beachten gilt der schrnucke, holzverzierte Erker des Obergeschosses. 1945 wurde das Anwesen durch einen Bombentreffer total zerstört. An dieser Stelle stand 1850 eine 'Scheuer' die zu einem Wohnhaus umgebaut wurde , in dem 1856 die Salzfaktorei (ZolIstelle) unterkam. Aber schon 1860 zog die Zollstelle in ein Haus an der Poststraße gegenüber dem Gasthof Weber ('Deutsches Haus').

Obere Schül%enstrasse.

Sehillerstrasse,

52. Eine Ansichtskarte mit zwei Straßenabbildungen aus Hohenbetzdorf um 1912. Auch hier erkennen wir schöne, geräumige und große Bürgerhäuser. Auf dem Bild 'Schillerstraße' sieht man rechts der Straße das sogenannte Breidenbachs-Wäldchen, ein Gelände, das heute voll bebaut ist.

53. Der Eisenbahnbeamte Kar! Bückart veröffentlichte 1914 das Heimatbuch 'Beiträge Zur Ortskunde und Geschichte von Betzdorf und Umgebung' und legte diese zweigeteilte Ansichtskarte bei. Die handschriftlichen Verbesserungen entstammen seiner Feder. Die Angaben Bückarts sind aus heutiger Sicht mehr als fragwürdig. Es ist nicht belegt, ob die Gräfin von Sayn jemals in Betzdorf war. Zum unteren Bild: Wenn die 'von Betzdorf in der Geschichte des Ortes in Erscheinung treten, so handelt es sich dabei um sogenannten Ortsadel, dessen Rechte keineswegs rnit denen des Hochadels zu vergleichen sind, Die abgebildeten Häuser bestehen übrigens nicht mehr. Die oberen wurden 1945 ausgebombt, das untere wurde 1970 abgebrochen.

Das ROIie Raus 6el Betzaoi'f. Rlos erliof. CWoh~~

. der Gräfin Mechthildis ven Sa n, /1!6. (J

Das Junkernhaus derer von Betzdorff

In seiner heutiaen Ersc.heinuna. Tiera.artenstrasse.

Belzdorf - Parlit all du Sirgbrüdlt

54. Diesen Bliek auf Hohenbetzdorf hielt ein Fotograf im Jahre 1911 im Bild fest. Von der Höhe grüßt die evangelische Kirche mit ihrem spitzen Turm herüber. Links darunter steht am schienengleichen Bahnübergang die soeben fertiggestellte 'Löwen-Apotheke'. Im kleinen Fachwerkhäuschen neben der Bahn versah der 'Posten 182' seinen Bahnwärterdienst. Die Sieg führte 1911 kaum noch Wasser. Von Mai bis September war bei großer Hitze kein Regen gefallen. In jenem Jahr starben viele Kleinkinder im Ort.

55. Die steinerne Dreibogenbrücke, die sich in Verlängerung der WilheImstraße über die Sieg spannt , wurde bei der Anlage der Staatsstraße von Koblenz nach Minden in den Jahren 1842/43 gebaut. Die Brücke war für den Ort Betzdorf eines der ersten größeren Bauwerke. Vorher benutzten die Anwohner und Fuhrleute die 50 Meter flußabwärts gelegene Furt durch die Sieg. Die um die Jahrhundertwende errichteten Wohn- und Geschäftshäuser stehen mit ihrer Vorderfront an der früheren Poststraße , heute Decizerstraße. Die hier gezeigte Partie an der Sieg bezeichnete der Volksmund in den zwanziger Jahren als 'Klein-Venedig'.

56. Schon in den 1890er Jahren betrieb der Kaufmann und Schreiner Eduard Feller in seinem großen vierstöckigen Haus an der vorderen Siegstraße ein vielseitiges Geschäft. In den unteren Räumen befanden sich ein Ladenlokal für Manufaktur- und Korbwaren, Arbeiterbekleidung und Betten, eine Bettfedernreinigungsanstalt und eine Bau- und Möbelschreinerei, Während der Aufbauzeit Betzdorfs hatte das Handwerk noch goldenen Boden. Auf unserem Foto sehen wir den durchaus rüstigen Mitarbeiterstamm der Fellerschen Schreinerei auf dem Hof neben dem Haus. In Betzdorf bestanden damals zehn Schreinereien.

57. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fanden viele Handwerker und Gewerbetreibende den Weg zu dem aufstrebenden neuen Eisenbahnknotenpunkt Betzdorf. In dieser Zeit gründete auch der junge Schuhmachermeister Eduard Breidenbach aus Struthütten die erste, aber auch einzige 'Schuhfabrik' , die jemals in Betzdorf existiert hat. In dem Handwerkerbetrieb waren zehn, zeitweise auch mehr Gesellen tätig. Jeder Schuh wurde von Hand gefertigt, Serien- und Fließbandarbeit waren noch nicht üblich. Auf unserem Foto sehen wir einen Teil eines Werkraumes mit einigen Gesellen an ihren Arbeitstischen. In dieser Zeit waren noch fünfweitere Schuhmacher im Ort ansässig, 1897 waren es bereits 15, meist Einmannbetriebe. Betzdorf hatte zu jener Zeit fast 4 000 Einwohner. Vor dem Ersten Weltkrieg gab Breidenbach seine 'Schuhfabrik' auf.

58. Stolz präsentierten sich im Jahre 1910 die selbständigen Metzgermeister von Betzdorf und Kirchen in ihrer typischen Berufskleidung. Sie hatten sich schon damals über die Gemeindegrenzen hinweg zu einem 'Metzgcr-Verein Betzdorf-Kirchen' zusarnrnengeschlossen, um ihre wirtschaftlichen Interessen gemeinsam besser vertreten zu können und auch gesellschaftlichen Urngang zu pflegen. Nach dem Ersten Weltkrieg löste sich der Verein auf.

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