Betzdorf in alten Ansichten Band 2

Betzdorf in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmuth Bartolosch
Gemeente
:   Betzdorf
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5573-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Betzdorf in alten Ansichten Band 2'

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59. Selbstbewußt bliekten die Beschäftigten eines Betzdorfer Modeateliers um die Jahrhundertwende in die Kamera des Fotografen. Sie wissen um den Wert ihrer Arbeit und die Zufriedenheit ihrer Kundinnen, die sie beraten und denen sie die neuesten Kreationen der Modeschöpfer unter Berücksichtigung der eigenen Persönlichkeit und der Figur wirkungsvoll 'auf den Leib' schneiderten. Sie beherrschten meisterhaft die geradezu magische Wirkung des Drapierens, Kaschicrens. der Rüschen, Bänder, Schärpen, Gürtel und sonstigen Accessoires, die in damaliger Zeit so begehrt waren und die die Phantasie unwiderstehlich beflügelten. Ein neues Kleid anzufertigen, war schon eine zeitaufwendige Angelegenheit, sowohl für die Schneiderinnen, als auch für die Kundinnen, die unter Umständen viele Anproben über sich ergehen lassen mußten.

60. Bliek in die Werkstatt einer Möbelschreinerei in der Viktoriastraße. Die Maschinen wurden alle noch über Transmissionen mit endlosen Lederriemen angetrieben. Hier garantierten die Inhaber als Meister ihres Handwerks für solide und einwandfreie Arbeit.

61. Straßenidyll1927 in Betzdorf: einige Radfahrer, Fußgänger und ein Mann mit zwei kleinen Ziegen tummeln sich auf der Fahrbahn der Kirchener Straße an der Struthfabrik. Von motorisierten Fahrzeugen war noch keine Spur zu sehen, nur links steht ein Pferdefuhrwerk am Holzplatz der Sägewerksbetreiber Oswald und Otto Weyand, die rechts der Straße erhöht ihre beiden schönen Fachwerkhäuserbewohnten. Die Struthfabrik steht mittlerweile verfallen an der Straße, und das Sägewerk besteht nicht mehr. Die Kirchener Straße ist heute viel breiter als früher und wird durch Fahrzeuge derart stark frequentiert, daß ein Aufenthalt auf ihr lebensgefährlich wäre.

62. So sah es im vorigen Jahrhundert am Ausgang des Rainchens aus. Der Öhndorfbach überschwemmte zeitweise das schmale Tal, bis endlich die Gemeinde regulierend eingriff, eine Straße durch das Rainchen baute und die Ufer befestigte. Die am Rand stehende alte Eiche stürzte am 12. Juni 1945 mit lautem Krachen in den Bach, ohne weiteren Schaden anzurichten.

63. Als sich nach dem Eisenbahnbau immer mehr Menschen in Betzdorf ansiedelten, und Dr. Euteneuer seine Kuranstalt 'Germaniabad' eröffnete, kam der Gedanke auf, das Rainchen als Naherholungsgebiet herzurichten. Das schmale Tal wurde parkähnlich gestaltet, Spazierwege wurden angelegt und kleine Holzbrückchen über den Öhndorfbach gebaut. Den Bach selbst staute man an einigen Stellen, so daß kleine Teiche entstanden. die mit Enten besetzt wurden. Betzdorfverfügte jetzt über ein kleines, romantisches Tal für Spaziergänger, Erholungssuchende und Liebespaare.

64. Schon vor 1848 betrieb ein Christian Weber an der Ecke der später benarmten Post- und Friedrichstraße eine Fuhrmannswirtschaft. Als sich nach 1861 durch den Bau der Siegtal-Eisenbahn der Ort Betzdorf rasant vergrößerte, baute Weber an dieser Stelle ein neues Gebäude und eröffnete das Hotel 'Zum Deutschen Hause', wie es der Zeichner einer Ansichtskarte dargestellt hat, In dem gegenüberliegenden Haus waren die Pferdeställe und Remisen untergebracht. Das Haus gehörte zur gehobenen Klasse. Am 12. Dezember 1977 mußte es abgebrochen werden, da es dem Durchgangsverkehr im Wege stand.

65. In der Chronik des Männergesangvereins 'Cäcilia' lesen wir, daß der Verein sein 25j ähriges Vereinsbestehen vom 31. Mai bis 2. Juni 1902 feierte und aus diesem Anlaßzu seinem ersten Gesangwettstreit aufrief, dem 44 Vereine folgten. Der Wettstreit fand im 'Germaniasaal' des Gastwirts Klein und im Saal des Gastwirts Vomfell statt. An einem der Festtage marschierte auch ein großer Festzug durch den Ort, ganz Betzdorfwar in Hochstimmung. Zwei Festpostkarten wurden ausgegeben und in alle Welt verschickt. Dirigent der 'Cäcilia' war zu jener Zeit der Lehrer der katholischen Volksschule Philipp.

66. Mit dieser Ansichtskarte wird die Existenz einer Musikkapelle 'Günther und Söhne' in Betzdorf dokumentiert, an die sich niemand mehr erinnert. Nachfragen blieben bisher ohne Erfolg. Die Karte ist von einer 'sehr fidelen Gesellschaft', wie aus der rückseitigen Beschriftung ersichtlich, geschrieben, vom Absendepostamt Siegen am 16. September 1907 abgestempelt und an einen Bäckermeister in Daaden versandt worden.

67. Während einer Wohltätigkeitsveranstaltung des Vaterländischen Frauenvereins Betzdorf im Jahre 1908 prosten fünf junge Betzdorferinnen den Besuchern zu und animieren sie zu einer Spende für die Ärmsten der Armen. Die ledige, allgemein als 'Vaterländische Auguste' bekannte Auguste Weber hatte es sich als Vorsitzende zur Lebensaufgabe gemacht, überall dort, wo Unterstützung not tat, helfend einzuspringen.

68. Umringt von ihren begeisterten jugendlichen Fans lassen sich drei Radrennfahrer - von links nach rechts Kar! und Paul Schäfer aus Alsdorf sowie ein Dritter namens Hammer - vor dem 'Central-Hotel' an der WilhelmstraBe Mitte der zwanziger Jahre auf die 'Platte bannen'. Der Betzdorfer Radsportverein 'Pfeil' veranstaltete schon vor dem Ersten Weltkrieg viele Radrennen. Als sich der Verein kurz nach dem Krieg auflöste , blieb der Gedanke des Radsports trotzdern lebendig. Die Betzdorfer Kar! Frevel, Karl Haas und andere trainierten schon 1920 wieder als Einzelamateurfahrer. Gemeinsam mit dem Gastwirt des Hohenzollerngartens, Kar! Ermert, veranstalteten sie manches kleine lokale Rennen durch das Siegtal, den Westerwald und das Wildenburger Land.

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