Betzdorf in alten Ansichten Band 2

Betzdorf in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmuth Bartolosch
Gemeente
:   Betzdorf
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5573-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Betzdorf in alten Ansichten Band 2'

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69. In schneeweißen Sportanzügen mit schärpengeschmückter Brust, die 'Stahlrösser' blumenverziert, so stellen sich Mitglieder des Betzdorfer Radsportvereins 'Pfeil' mit zwei 'Ehrendarnen' im Jahre 1924 dem Fotografen. Sie hatten sich beim 'Treppe-Schorch' (Georg Hermann) im 'Bayerischen Hof' an der Viktoriastraße versammelt, um an einem Festzug durch Betzdorf teilzunehmen. Der Radsportverein 'Pfeil' war 1900 gegründet worden. Der Erste Weltkrieg unterbrach das blühende Vereinsleben. Erst in den zwanziger Jahren fand sich eine Anzahl Mitglieder wieder zusammen. Saalsportfeste und Blumenkorsofahrten wurden veranstaltet. Nach einigen Jahren jedoch löste sich der Verein wieder auf.

70. Trotz Inflation und Not baute die Gemeinde Betzdorf nach dem Ersten Weltkrieg ein Schwimmbad. Viele freiwillige Helfer - Lehrer, Polizisten, Bedienstete verschiedener Verwaltungen usw. - beteiligten sich an den Ausschachtungsarbeiten an der Friedrichstraße. Das neue Bad hinter der alten 'Aeuchenschule' konnte bereits 1923 eingeweiht werden. Das Becken war 12 mal50 Meter groß und wurde mit dem Wasser des Imhäuserbaches gespeist.

71. In der neuen Badeanstalt brachten sich die meisten jugendlichen Besucher in gegenseitiger Hilfestellung das Schwimmen selbst bei. Aber auch Schwimmlehrgänge wurden abgehalten, damals noch streng nach Geschlechtern getrennt, versteht sich. Als Badekabinen dienten zwei alte ausrangierte Eisenbahnwaggons. Auch sonst war alles auf das einfachste hergerichtet. Ein Arbeitsloser namens Hüsch wurde als Bademeister eingestellt, 1930 übernahm Herr Eutebach den Posten.

72. Betzdorf war nie eine Hochburg des Karnevals. Nur zweimal gab es hoffnungsvolle Ansätze. Am 11. November 1910 gründeten mehrere Jugendliche den Karnevalsverein 'Na-Nu', der allerdings nur drei Jahre bestand. Der erste Präsident war der Bäckergeselle vom 'Prachten-Willern", der zweite Karl Rieder aus dem Rainehen (unser Bild), eine bekannte Stimmungskanone; 1913 folgte Küfermeister Äpfelbach aus der Burgstraße. In allen drei Jahren verantstaltete man einen Karnevalsumzug durch Betzdorf. Danach löste sich der Verein auf. Erneut versuchte man 1953 mit Karnevalssitzungen und einem Umzug (ohne Wagen) das Interesse für den Karneval zu wecken, aber auch das schlug fehl. So begnügen sich die Betzdorfer mit den von den Vereinen veranstalteten Karnevalsbällen.

73. Kraftfahrer erregten um die lahrhundertwende noch großes Aufsehen, insbesondere wenn sie mit ihren Automobilen in 'hoher Geschwindigkeit' über die Landstraßen des Kreises 'dahinbrausten'. Vor diesent 'TeufeJsgefährt' (ohne Pferdevorspann) bekreuzigten sich damals immer noch viele alte Leute und suchten mit ihrem Federvieh ihr Heil in der Flucht. Ernil Breideribach war der erste Fahrlehrer des Kreises. Der Fahrschüler, der im Breidenbachs Automobil Platz genommen hat, schaut gar nicht so glücklich drein, als habe er selbst etwas Angst vor dem wundersamen Gefährt.

74. Auch nach dem Schützenfest war es üblich, daß der Festwirt eine Woche nach dem 'National-Feiertag der Betzdorfer' für seine Bedienungsmannschaft ein gernütliches Beisamrnensein veranstaltete. Auf unserern Bild sehen wir den Gastwirt Hermann (Treppe-Schorch) am hinteren Vorkopf des Tisches mit seinen Kellnerinnen und Kellnern im Hof hinter seiner Wirtschaft an der Viktoriastraße bei der Nachfeier.

75. Der Besitzer des 'Hohenzollerngartens' Kar! Ermert (mit Mütze) posiert hier inmitten seines Bedienungspersonals auf dem Tanzboden seiner Gartenwirtschaft. Nach ausgedehnten Festen war es üblich, daß Ermert seine Aushilfskräfte zu einem Umtrunk einlud. Fünfzehn Mann deuten darauf hin, daß es sich um ein größeres Fest gehandelt haben muß. Bei den weitläufigen Anlagen - Gastraurn, Saal und Gartenwirtschaftwaren viele Hilfskräfte nötig, um alle 'durstigen Kehlen' zufriedenzustellen.

76. Auch in diesem Bändchen darf zum Schluß nochmals gelacht werden: Straßenmusikant Kaiser und sein Minehen aus Weitefeld sorgten auch in Betzdorf für große Heiterkeit und gute Laune, wenn sie in den dreißiger Jahren durch die Straßen zogen und Minehen mit instrumentaler Begleitung in fistelhoher Stimme sang: 'Blaue Augen, blonde Haare haben mich verrückt gemacht... '

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