Böhlitz - Ehrenberg in alten Ansichten

Böhlitz - Ehrenberg in alten Ansichten

Auteur
:   Wolfgang Germanus
Gemeente
:   Böhlitz-Ehrenberg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5857-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Böhlitz - Ehrenberg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Böhlitz-Ehrenberg war eines der Dörfer in der Leipziger Umgebung, deren Äußeres dem Wechsel der Zeiten im starken Maße unterworfen gewesen ist,

Der Ursprung dieses Ortes liegt über 900 Jahre zurück. Erstmalig wurde 'Belitza' in einer Urkunde des Peter-PaulKlosters zu Merseburg aus dem Jahr 1091 erwähnt. Am 1. August desselben Jahres ist in Merseburg zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus das erbaute Kloster eingeweiht worden. Diesem Kloster wurden nebst anderen Dörfern auch Böhlitz und Gundorf im 'Burgwart Zweymen' geschenkt. Das Dorf 'Irrenberg' wird erst im Jahre 1285 in den Urkunden genannt. Gundorf ist dagegen schon im Jahre 973 vom Kaiser Otto Il. dem Bischof von Merseburg geschenkt worden.

Bis zum Jahre 1839 sind Ehrenberg und Böhlitz eigenständige Dörfer gewesen. Die Vereinigung wurde am 23. April 1839 vorgenommen. Für den Namen 'Böhlitz-Ehrenberg' und für das neue Gemeindesiegel votierten 28 stimmberechtigte Mitglieder der Feldbesitzer, Häusler und Unansässigen. Das heute nicht gültige Gerneindesiegel, das aus den Sinnbildern beider Orte zusammengesetzt ist , zeigt ein Büschel von sieben Ähren auf einem Berg und das Datum der Vereinigung. Das Siegel wurde von Professor Adolf Hildebrand aus Berlin entworfen und ist seit 1912 im Gebrauch.

Die einstige Flurgrenze zwischen den beiden Dörfern ist das Bächlein 'Biela' gewesen. Im Buch der Amtshauptmannschaft von 1926 ist zu lesen: 'Die Biela ist ein Bach aus unversiegbarer Quelle, der noch nie eingetrocknet war. In alter Zeit haben bei Wassermangel die Leute aus weitester Umgebung hier Wasser geholt.' Die Bielastraße erinnert noch an dieses Bächlein.

An der Stelle, wo einmal das Gasthaus 'Zur guten Quelle' gestanden hat, gab es in vorreformatorischer Zeit in Böhlitz eine dem heiligen Wenzel geweihte Kapelle, der mit eigener Hand den Acker und Weinberg bestellte. In diesem Zusammenhang wurde nach der Ernte das Böhlitzer 'Ablaßfest' gefeiert, wo es sehr lustig und ausgelassen zuging. Wegen vorgefallener Ausschreitungen und Schlägereien wurden Ende des 18. Jahrhunderts die Feierlichkeiten des Ablaßfestes eingeschränkt, bis es bald überhaupt nicht mehr stattfand.

Noch um 1880 war Böhlitz-Ehrenberg ein unbedeutendes Dorf, was sich aber im Laufe der nächsten Jahrzehnte rasch ändern sollte. Mit dem Aus- und Umbau der alten Böhlitzer Mühle in ein Furnierschneidewerk wurde 1846 die Firma Franz Schlobach gegründet. Mit der Niederlassung der Schmirgelfabrik Hinné im Jahre 1900 und dem Bau der Pianofortetabrik Ludwig Hupfeld AG im Jahre 1906 begann bei uns das industrielle Zeitalter. Ein weiterer aus-

schlaggebender Faktor für die Ansiedlung von Industriebetrieben war die Verlegung von Gleisen der Thüringischen Eisenbahn im Jahr 1856 und die Erweiterung von Anschlußgleisen in unserem Ort.

Durch die fortschreitende Industrialisierung nahm die Einwohnerzahl ständig zu. Sind es 1880 534 Bürger gewesen, so waren es 1905 3 662 und 1930 6 696 Böhlitz-Ehrenberger. Eine rege Bautätigkeit setzte ein, um den benötigten Wohnraum zu schaffen. Im Schulwesen machte sich der Bevölkerungszuwachs besonders bemerkbar. Das alte Schulhaus, in welchem sich heute die Gemeinde befindet, reichte nach mehreren Umbauten nicht mehr aus und es machte sich der Bau einer neuen Schule im Jahre 1902 erforderlich.

Gegenwärtig befindet sich Böhlitz-Ehrenberg in einer Umbruchphase, wo manches Althergebrachte verschwinden wird. Vieles in diesem Büchlein gezeigte existiert bereits seit einiger Zeit nicht mehr. Für die Chronisten der Zukunft ist zu hoffen, daß sie in Wort und Bild das Heutige für die Nachwelt aufbewahren. Vieles wird sich verändern und neu entstehen. Es ist zu wünschen, daß das Neue in seiner Modernität in unseren Ort paßt und Böhlitz-Ehrenberg unverwechselbar und erkennbar bleibt.

Wenn es mir gelungen sein sollte, mit diesem kleinen Büchlein den Ort in vergangener Zeit mit von mir angefertigten

Reproduktionen alter Fotos und Postkarten darzustellen, so ist dies einem unserer bekanntesten Ortschronisten, dem 1945 verstorbenen Schuldirektor Clemens Bartsch, zu verdanken. Viele Bildunterschriften gehen auf die von ihm geschriebenen Chronik 'Zur iOO-Jahrfeier der Vereinigung der Gemeinden Böhlitz und Ehrenberg' zurück. Besonders wertvolle Beiträge aus dem 'Handbuch für die Amtshauptmannschaft Leipzig' von 1926, der 'Festschrift zur Feier des fünfundsiebzigjährigen Geschäftsjubiläums' der Firma Franz Schlobach, sowie der Festschrift zum 100jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr von Böhlitz-Ehrenberg zum Thema 'Die Entwicklung des Feuerlöschwesens in Böhlitz-Ehrenberg 1890 bis 1990' und Auskünfte alter Ortseinwohner haben dazu beigetragen, noch Unbekanntes zu ergänzen. Durch Unachtsamkeit sind leider viele Zeitzeugen verloren gegangen und werden erst jetzt wieder durch Mitglieder der 'BöhlitzEhrenberger Heimatstube' in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen. Deshalb ist es sicher verständlich, daß dieses Büchlein keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann.

Böhlitz-Ehrenberg im Sommer 1994

Wolfgang Germanus

1. Auf dieser im Jahr 1928 hergestellten Luftaufnahme ist im Vordergrund die 1906 erbaute Ludwig Hupfeid AG, heute Pianofortefabrik, zu sehen. Das gesamte Fabrikgebäude wurde im Jahr 1911 in seiner heutigen Form mit dem weithin sichtbaren 63 Meter hohen Turm fertiggestellt. Die ersten Erzeugnisse waren in der Hauptsache selbstspielende, mit einem Elektromotor angetriebene Pianos. Das heutige Industriegebiet ist noch nahezu unbebaut gewesen. Auch das Ortsgebiet weist noch viele Lücken auf, die heute bebaut sind.

2. Die interessante Entwicklung von Böhlitz-Ehrenberg und die ständig wachsende Industrie zogen immer mehr Bürger in diesen Ort. Es ist deshalb verständlich, daß für die arbeitende Bevölkerung Wohnraum geschaffen werden mußte. Damit der Ort seinen kleinstädtischen Charakter bewahren konnte, hatte der damalige Gemeinderat festgelegt, die Häuser nicht höher als drei bis vier Etagen hoch zu bauen.

3. Vier wesentliche Straßenzüge bestimmen hier den Bildinhalt. Die Südstraße verläuft in der Bildmitte in Querrichtung. In der Längsrichtung nach Leipzig zu ist am unteren rechten Bildrand die Heinrich-Heine-Straße mit dem Wasserturm zu sehen, dessen spitzes Dach im Zweiten Weltkrieg durch einen Granattreffer beschädigt wurde. In der Mirte findet man die Pestalozzistraße, die aus dem alten, nach Leipzig führenden Wanderweg entstand. Weiter links ist noch die jetzige Leipziger Straße abgebildet, die sich am rechten oberen Bildrand mit der Pestalozzistraße trifft.

4. Das Bild aus dem Jahre 1905 zeigt die fortschreitende Ausdehnung von Böhlitz-Ehrenberg, Es ist übrigens eine der ältesten Fotografien von einem Ortspanorama. Der Weg im Vordergrund war die Handelsstraße nach Leipzig. Aus der Chronik ist bekannt, daß im Frühjahr bei Schneeschmelze und in Regenzeiten manche Bauern, die sie zu begehen und zu befahren harten, ihren Zustand verwünschten. Die Wege waren unbefestigt, so daß selbst ein Fuhrwerk nur schwer vorwärts gekommen ist.

Gesamtblick

Gruss aus Böhlitz- Ehrenber

5. Auf dieser um 1904 entstandenen Postkarte erkennt man, in der Mitte des größeren Bildes am oberen Rand die neue Schule. Auf dem kleinen Bild ist sie in ihrer damaligen Form dargestellt. Der Waldeingang führt über die alte Luppenbrücke zur heutigen August-Bebel-Straße und zur Waldstraße.

I<(jnig Albe,.tstraße

6. Die Namensgebung der abgebildeten Straßen auf dieser Postkarte, wie König-Albert-Straße , heute Schillerstraße; oder Bismarckstraße, heute August-Bebel-Straße, spiegelt die wechselvollen Zeitläufe der deutschen Geschichte wider, die auch in der Umbenennung von Straßennamen ihren Ausdruck fand. An der Ecke Schillerstraße ist eine Villa zu sehen, in welcher der Schuldirektor Clemens Bartsch seinen Wohnsitz hatte. Daneben steht das um 1902 erbaute spätere 'Haus der Gesundheit', in dem Dr. Paul Rech praktiziert und gewohnt hat.

7. Das ehemalige alte Schulhaus und heutige Gemeindeamt wurde im Jahr 1877 gebaut. Niemand hat damals geahnt, daß Böhlitz-Ehrenberg in wenigen Jahrzehnten einen so gewaltigen Aufschwung vom kleinen Dorf zur größten deutschen Industriegemeinde nehmen würde. Um der steigenden Schülerzahl gerecht zu werden, wurde das Schulhaus mehrmals urn- und angebaut. Fast zehn Jahre hat dieses erste Schulhaus den Bedürfnissen der Schulgemeinde genügt. Eine weitere Vergrößerung war aus Platzgründen nicht mehr möglich.

8. Eine der belebtesten Straßenkreuzungen im Ort ist heute die Kreuzung Leipziger Straße/Südstraße, auf der zu der damaligen Zeit noch sehr wenig Verkehr herrschte. Die einzigen Verkehrsmittel waren zu dieser Zeit Handkarren und Pferdefuhrwerke. Auf der rechten Straßenseite sind noch einige Bürgerhäuser aus der Gründerzeit mit ihren Balkons und abwechslungsreichen Verzierungen zu erkennen.

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