Böhlitz - Ehrenberg in alten Ansichten

Böhlitz - Ehrenberg in alten Ansichten

Auteur
:   Wolfgang Germanus
Gemeente
:   Böhlitz-Ehrenberg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5857-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Böhlitz - Ehrenberg in alten Ansichten'

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19. Aus dem Jahre 1910ist noch dieses Foto erhalten geblieben, aus dem zu erkennen ist, daß auch die Kinder zur damaligen Zeit begeisterte Turner waren. Wenn auch die Namen der Abgebildeten nicht bekannt sind, so wäre es doch schade, wenn diese mit Lorbeerkränzen geschmückten Sieger des Knabenturnens des Sportvereins Böhlitz-Ehrenbergs nicht gezeigt würden.

20. Mit dem ständigen Ansteigen der Bevölkerungszahl machte es sich im Jahr 1900 erforderlich, für eine zentrale Wasserversorgung des Ortes Sorge zu tragen. Es galt ein einwandfreies Trinkwasser , wie es nicht in jedem örtlichen Brunnen vorhanden war, zu beschaffen und größere Wassermengen für Straßensprengung und für die Feuerwehr bereitzustellen. Nördlich vom Bienitz, auf dem Gundorfer Flur, erfolgten die ersten Bohrungen. Die gewonnenen Wasserproben wurden dem Hygienischen Institut der Universität Leipzig zur Prüfung und Begutachtung übersandt. Die Untersuchungen ergaben ein einwandfreies Grundwasser, das sich für Trink- und wirtschaftliche Zwecke gut eignete. Nach diesen Vorarbeiten konnte in den Jahren 1911 und 1912 mit dem Bau des Wasserturms durch den Maurermeister Schirmer begonnen werden. Die Einweihung war von einem tragischen Unfall überschattet, denn ein Maurerlehrling ist noch kurz vor Beendigung des Baus abgestürzt.

21. Der Wasserturm mit Hochbehälter erhielt seinen Platz in der Nähe der Schule neben der heutigen Feuerwehr. Schon nach kurzer Zeit waren die ersten zehn Meter geschafft. Seine endgültige Höhe erreicht insgesamt 37 Meter. Der Hochbehälter besitzt ein Fassungsvermögen von 450 m>. Der gesamte Wasserverbrauch belief sich in den ersten Betriebsjahren auf 121 500 m3 im Jahr. Schon im Jahr 1932 wurden 308 200 m3 Wasser verbraucht. Die weithin sichtbare Turmuhr wurde von dem damaligen Industriellen Carl Hinné gestiftet, wobei die Zifferblätter die runde Form von Schleifscheiben darstellen sollen.

22. Ursprünglich befand sich vor dem Furnierwerk der alte Behlitzer Dorfplatz. Er war der Mittelpunkt des damaligen Dorflebens und Richtstätte. Am linken oberen Bildrand ist ein Gebäude mit der Aufschrift 'Waldmeister' zu sehen. Das war das Schenkgut oder die Erbschenke, in der einst die Ortsoder Rügengerichte gehalten wurden. Gegenüber haben einst die Gebäude der Bierbrauerei gestanden. Besonders hoch muß es auf dem Dorfplatz zu dem alten Volksfest, dem Ablaß zu Behlitz, zugegangen sein, das bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts nach Beendigung der Getreideernte von altersher gefeiert wurde. Ein Ochse wurde am Kopf mit grünem Laub und einem Blumenkranz geschmückt und mit närrischen Reden begleitet durch den Ort getrieben.

23. Die Erbschenke, später Gastwirtschaft 'Zum Nordpol', war das Zentrum der Gerichtsbarkeit unseres Ortes. Symbol der richterlichen Würde war der Gerichtsstab, der bei den alljährlichen stattfindenden Gerichtstagen in Erscheinung trat. Mit dem Richterstabe wurde durch Klopfen zur Stille geboten. Das Gericht war zu Ende, wenn der Gerichtsstab niedergelegt wurde. Im Anschluß fand eine Umgehung der Flur statt. Ein gemeinsames Mahl mit Gemeindebier beende te den Gerichtstag. Der Gastwirt Schade muß ein tüchtiger Gastwirt gewesen sein. Der schöne schattige Garten an der Luppe und die aufmerksame Bedienung zog in den dreißiger Jahren viele tausende Gäste an. Besonders an den Pfingstfeiertagen flutete ein Strom von Leipziger Spaziergängern nach Böhlitz-Ehrenberg, die in Schades Gasthof Einkehr hielten.

24. An diesem Platz stand einst eine katholische Kapelle und eine Begräbnisstätte aus der Zeit vor der Reformation. Daß hier tatsächlich eine Begräbnisstätte gewesen ist, geht daraus hervor, daß beim Graben eines Baugrundes an der Stelle, wo das Gasthaus 'Zur guten Quelle' stand, menschliche Gebeine gefunden worden sind. Noch bis 1956 ist hier von dem Wirt Hermann Kunzemann Bier ausgeschenkt worden. Genutzt wurde es noch bis 1989, danach verfiel es endgültig,

25. Gegenüber der ehemaligen Erbschenke erbaute Gustav Hecht das Gasthaus mit dem Namen 'Waldmeister', Als Besitzer der Erbschenke erhebt im Jahre 1864 der Gastwirt Friedrich Schade Einspruch gegen die Bewilligung einer zweiten Schenke im Ort. Seine von ihm vorgebrachten Gründe geben gleichzeitig einen Aufschluß über die in jener Zeit herrschenden Sitten und Gewohnheiten. Er hebt hervor: ' ... es wäre Brauch, daß der Ortsrichter streng darauf hielt, daß außer den regelmäßigen Tanztagen in der einzig in Böhlitz-Ehrenberg bestehenden Schankwirtschaft pünktlich abends 10 Uhr Feierabend gemacht würde. Wenn an den Tanzabenden die jungen Leute sowie das Gesinde aus dem Ort von den Eltern und Dienerschaften die Erlaubnis zum Besuche des Wirtshauses erhalten, so wüßten die letzteren, wo sie ihre Angehörigen zu suchen hätten.'

26. Eines der bedeutenden Vergnügungsetablissements war der um die Jahrhundertwende erbaute 'Waldmeister'. Das von Gustav Hecht im Jahre 1864 erbaute Gasthaus entwickelte sich unter dem späteren Besitzer Ernst Meier zu einem besonderen Anziehungspunkt. Der große schattige Garten, ein Ballsaai und der große Jugendtanzsaal wurden von jung und alt gern besucht. In den ersten Kriegsjahren wurde der Jugendsaal als Unterkunft für Kriegsgefangene genutzt. Der Jugendtanzsaal ist ein Holzbau gewesen, der mit einer Berieselungsanlage versehen war, um im Sommer das Dach abzukühlen. Durch einen Kurzschluß brannte der Jugendsaal im Jahre 1941 restlos nieder. Bei diesem Brand sind drei polnische Kriegsgefangene ums Leben gekommen.

27. An der Ecke Auenstraße/Mühlenstraße hat einmal das Melzer-Franzel'sche Nachbargut gestanden, das im Jahre 1812 erbaut und 1938 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde.

28. Von alters her waren die Bewohner der Dörfer Belhlitz und Ehrenberg Bauern. Ihnen gehörten alle Grundstücke der Fluren, die sie landwirtschaftlich bearbeiteten. Auch der Dorfschmied und der Müller, sowie der Schankwirt und der Förster hatten ihr bäuerliches Anwesen. Stellvertretend für die Güter im Ort ist das am Dorfplatz stehende Mehnert'sche Nachbargut. Die Familie Mehnert war eine der ältesten im Ort Ansässigen gewesen. Fast zweihundert Jahre befand sich das Gut in ihrem Besitz. Besonders auffällig war das schöne große Taubenhaus, das noch bis nach 1945 zu sehen war.

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