Böhlitz - Ehrenberg in alten Ansichten

Böhlitz - Ehrenberg in alten Ansichten

Auteur
:   Wolfgang Germanus
Gemeente
:   Böhlitz-Ehrenberg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5857-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Böhlitz - Ehrenberg in alten Ansichten'

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29. Die Entstehung der Böhlitzer Mühle an der Luppe liegt einige hundert Jahre zurück. Die ersten Nachrichten stammen aus der Zeit des Magdeburger Abtes Werner aus den Jahren 1263-1288. Im Jahre 1846 erwarb Franz Schlobach im Alter von 23 Jahren die alte ehemals zum Stift Merseburg gehörige ÖI- und Mahlmühle. Das Müllereigewerbe wurde noch beibehalten bis der größte Teil in ein Furnierschneidewerk umgewandelt wurde.

30. Mit der Entstehung des Schlobachschen Fumierwerkes begann der Einzug der Industrie in Böhlitz-Ehrenberg. Mit dem steigenden Wohlstand und der aufkommenden Industrie stieg der Bedarf an Edelfurnieren. Darnpfrnaschinen, Furniersägen und Sägegatter schufen die Voraussetzung, auf maschinelle Art aus ausländischem Holz Sägefurniere herzustellen, die bis dahin nur vom Tischler mit der Handsäge nach Bedarf gefertigt wurden. Die erste Furniermessermaschine Deutschlands ist im Jahre 1871 hier aufgestellt und in Betrieb genommen worden. Durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges und die noch folgende sozialistische Planwirtschaft verfiel das Werk zusehends, bis es nach 1990 endgültig geschlossen wurde.

31. Durch die Verarbeitung von Rohholz zu hochwertigen Furnieren bestand sehr oft die Gefahr eines größeren Brandes. Schon 1881 vernichtete ein Feuer, das durch Funkenflug verursacht wurde, den größten Teil der Fabrikanlagen. Auf dieser Ansicht sind die Reste der Furniermesserei und der Trokkenböden der Firma Schlobach zu sehen, die 1928 niederbrannte.

32. Im April 1929 vernichtete ein weiteres Feuer das große 50 m lange und 15 m breite dreistöckige massive Furnierlagerhaus und die Stallgebäude der Schlobachschen Fabrik. Trotz Einsatz von dreizehn auswärtigen Feuerwehren und der Leipziger Berufsfeuerwehr konnte das Gebäude nicht gerettet werden. Ein Übergreifen des Feuers auf die in unmittelbarer Nähe liegende Benzinzapfsäule, das Wohnhaus und die Holzlager wurde jedoch verhindert.

33. Im Jahre 1890 wurde in Böhlitz-Ehrenberg die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Zum Dienste erklärten sich Männer aller Stände bereit: Handwerker, Arbeiter, Beamte, Lehrer, Kaufleute und Industrielle, sogar zwei Rentner ließen sich mit einkleiden. Ihr erster Führer war der Fabrikbesitzer Curt Schlobach, der auch in seinem Betrieb die erste, auf diesem Gruppenfoto abgebildete Betriebsfeuerwehr gegründet hatte.

34. Im Jahre 1990 feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr lOOjähriges Bestehen. In dieser Zeit haben sich immer wieder Bürger von Böhlitz-Ehrenberg bereitgefunden, getreu ihren Dienst zu verrichten. An die Gründerzeit erinnert noch heute eine von dem Jungfrauenverein gestickte Standarte, die anläßlich des zehnjährigen Bestehens im Jahr 1900 überreicht wurde. Um diese Zeit hatte die Wehr bereits eine Stärke von vierzig Mann erreicht und verfügte über zwei Handspritzen.

35. Am 14. Juni 1928 brach im Gasthof'Zum Waldmeister' ein Dachstuhlbrand aus, der den Dachboden stark beschädigte. Durch den starken Funkenflug wurde die auf der Zeichnung abgebildete alte Tost!öb'sche Scheune, das letzte mit Stroh gedeckte Gebäude in unserem Ort, vollständig zerstört.

36. Neben der Erbschenke in Behlitz gab es in Ehrenberg auch eine Erbschmiede, und diese war im Tost!öb'schen Haus. Die Bezeichnung 'Erbschrniede' bedeutet, daß die Besitzer berechtigt und vielleicht auch verpflichtet waren, das Schmiedehandwerk darin auszuüben. Die Ersterwähnung geht auf das Jahr 1662 zurück, wo der Schmied Christoph Schulze Pächter dieses Gutes war. Es wurde erzählt und im Gundorfer Kirchenbuch verbürgt, daß der Schmiedemeister Schulze mit einem Müllerburschen in Schkeuditz reichlich gezecht habe. Auf dem Heimweg waren sie in der Böhlitzer Schenke noch eingekehrt. Nach der Heimkehr in die Schmiede seien beide im Zustand der Trunkenheit in Streit geraten, wobei der Müllerbursche den Schmied mit einer umherstehenden Wagendeichsel erschlug.

37. Die Familie Tostlöbe ist mit eine der ältesten Familien des Ortes gewesen, was seit 1650 urkundlich nachgewiesen ist. Das Schmiedehandwerk wurde in der Erbfolge als Waffen- und Hufschmiedehandwerk ausgeübt. Der letzte Schmiedemeister aus diesem Geschlecht war Friedrich August Tostlöbe in Ehrenberg, der 1907 verstorben ist.

38. Die ehemalige Dorfstraße endet hier in einer Sackgasse. Dieses letzte Ende wird der 'Bärwinkel' genannt. Im Bärwinkel stehen noch einige Nachbargüter und Häuslerwohnungen, die von der Familie Pflaume von 1854 bis 1903 bewohnt gewesen sind. Der Eisenwaren- und Schrotthändler Prokesch hatte dort ebenfalls seine Aufbereitungswerkstatt für Maschinen.

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