Böhlitz - Ehrenberg in alten Ansichten

Böhlitz - Ehrenberg in alten Ansichten

Auteur
:   Wolfgang Germanus
Gemeente
:   Böhlitz-Ehrenberg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5857-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Böhlitz - Ehrenberg in alten Ansichten'

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59. Am 27. November 1920 eröffnete im Haus Leipziger Straße 70 die erste Apotheke des Ortes. Zu dieser Zeit ging es auf dieser Straße noch sehr ruhig zu, die Kinder konnten sich noch ungehindert auf dieser Straße bewegen, ohne auf den Verkehr aufpassen zu müssen. Da der Inhaber lange Zeit die Dresdner Storchapotheke verwaltet hatte, gab er ihr den selben Namen. Sein Nachfolger, Apotheker Bunz, wandelte den Namen 1927 in Goetheapotheke um. Die Errichtung einer Apotheke hat bereits im Jahre 1907 der damalige Gemeindevorstand beantragt. Erst am 19. Juni 1919 wurde die Genehmigung für eine Apotheke erteilt. Bis dahin gab es nur eine Rezeptannahrne- und Ausgabestelle.

Be itzer R. Xanmann.

60. Eine große Anziehungskraft ging von einer um die lahrhundertwende erbauten Gaststätte aus. Es handelt sich hier um die 'Obstweinschenke' im Schloß von Böhlitz-Ehrenberg, Hier wurde alljährlich von dem Wirt Otto Naumann, am ersten Pfingstfeiertag ein ganzer Ochse am Spieß gebraten, den die zahlreichen Besucher verspeisten. Der süße, wohlschmeckende Obst- und Beerenwein, dessen Wirkung mancher noch nicht kannte, soll einigen Gästen den Heimweg schwer gemacht haben.

61. In den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts begarm sich unser Ort lebhaft zu entwickeln. Die Einwohnerzahl stieg von 1 068 im Jahre 1900 auf etwa 5 000 im Jahre 1909. Diese Umstände ließen allmählich den Gedanken zur Gründung eines eigenen Kirchenwesens reifen. Der Bau einer Kirche war wegen der hohen Kosten in der Inflationszeit nicht möglich. Aus diesem Grund faßte man den Entschluß, ein Kirchgemeindehaus zu errichten. Am 29. August 1926 fand die feierliche Grundsteinlegung statt.

62. In der Südstraße , wo sich heute ein Optikergeschäft befindet, war einmal ein Spezialgeschäft für Schokolade, Kaffee, Kakao und Tee. Bis 1948 war die Familie Kabitzsch Inhaber dieses Geschäfts. Den Einwohnern ist dieses Geschäft als freundlicher Laden bekannt, dem noch eine Wäscherolle angegliedert war.

63. Die im Jahre 1900 gegründete Schmirgelscheibenfabrik Carl Hinné (hier ein Bliek in die Presserei) nahm zu der damaligen Zeit eine hervorragende Stellung in der Schleifmittelindustrie ein. Noch bis 1965 wurden in dieser Fabrik Schmirgelscheiben gefertigt. Auch in gemeinnütziger Weise hat sich Herr Hinné betätigt. 1911 stiftete er der Kirchgemeinde ein Glockengeläut und 1912 der Gemeinde für die Wasserturmuhr drei je 4 m große Zifferblätter, die drei Schmirgelscheiben darstellen sollen.

64. Mit einer Belegschaft von etwa einhundert Mitarbeitern sind Schleifkörper in den verschiedensten Ausführungen hergestellt worden. Auf dieser hier abgebildeten Planschleifmaschine wurden Schleifscheiben bis zu einem Durchmesser von 1 200 mm planiert. Aus der Preisliste ist zu entnehmen, daß im Sortiment noch Formscheiben, Segmente und Sägescheiben enthalten sind, die auch im Ausland guten Absatz fanden.

65. Im Jahre 1863 kaufte Franz Schlobach die von Henry Platzmann in Gundorf errichtete Ziegelei. Am Anfang machte das Unternehmen große Probleme, da das Herbeischaffen von Lehmerde mit vielen Schwierigkeiten verbunden war. Die Erde mußte entweder auf Kähnen über die Luppe oder mittels Drahtseilbahn zur Ziegelei befördert werden. Eine gewisse Zeit war dieses Geschäft recht einträgig; später traten doch Urnstände ein, die dieses Unternehmen im Jahr 1913 zum Erliegen brachten. Eine weitere der drei in Gundorf bestehenden Ziegeleien war die Firma Schkölziger. In dem auf der Abbildung gezeigten Brennofen sind viele tausende Ziegel für die in Böhlitz-Ehrenberg entstandenen Bauten gebrannt wurden.

66. Diese Ansicht zeigt eine Villa, die sich an der Leipziger Straße in Richtung Gundorf befindet und um die Jahrhundertwende von den Ziegeleibesitzer Otto Stölzel gebaut wurde. An der gleichen Stelle befanden sich die Dampfziegelwerke Gundorf, eine von drei Ziegeleien, die es in Gundorf einmal gegeben hat. Im Jahr 1943 wurden drei der großen Brennöfen durch Luftangriffe beschädigt. Bis um 1930 fuhr hier die Lehmbahn, die den Betrieb mit Rohstoff zum Ziegelbrennen versorgte.

67. In den Jahren 1908 und 1909 kaufte die Firma Schlobach den zwischen Gundorf und Schkeuditz abgeholzten Wald. Auf dem urbar gemachten Gelände wurde 1920 ein Gutsbetrieb errichtet, der zu Ehren des Gründers den Namen 'Schlobachs Hof' erhielt. 1920 ist noch eine Zentralbrutanstalt angegliedert worden. Die Anlage konnte bis 6 000 Eier fassen und war gleichzeitig als Lohnbrüterei eingerichtet.

68. Die romanische Kirche zu Gundorf als ältestes Bauwerk Böhlitz-Ehrenbergs ist Anfang des 12. Jahrhunderts entstanden. Dem Westturm schließen sich Kirchenschiff mit Rundbogenfenstem, Sakristei und halbrunder Absis an. Ende des 15. Jahrhunderts ist die Kirche mit einen hohen Dachstuhl und einern gotischem Portal versehen worden. Die Symbole der Apostel Petrus (Schlüssel) und Paulus (Schwert) dienten als Hinweis auf die Herrschaft des Merseburger Bischofs. Ein Rest der gotischer Ausstattung ist der Schnitzaltar, der im 18. Jahrhundert mit Rankenwerk verziert wurde. Aus dem Jahre 1626 stammt die Renaissancekanzel mit den vier Evangelisten und aus dem Barock stammen die Orgel und der Taufstein. Die Neugestaltung von 1901 in Jugendstilformen wurde 1961 vereinfacht.

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