Biedenkopf in alten Ansichten Band 1

Biedenkopf in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Elsa Blöcher
Gemeente
:   Biedenkopf
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4626-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Biedenkopf in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

19. Ein Gang durch die Oberstadt beginnt in der Stadtgasse mit ihrer hübschen Giebelreihe. Die Schmalseite des Eckhauses vorn wird durch starke Pfosten und schwere, ausladende Streben getragen. So bleibt an der Abzweigung der Untergasse von der Stadtgasse Raum für die Fuhrwerke, die bis ins 19. Jahrhundert hinein durchs Marientor eingefahren, den steileren Weg über den Markt, den allmählicher ansteigenden durch die Untergasse zur Hintergasse nehmen konnten. Die Heuladerolle im Giebel, das Hühnerleiterchen zum Keller, der Klotz zum Holzhauen am Hauseck sind Zeichen vielfältiger Beschäftigung.

20. Von der Stadtgasse zweigt nach rechts der Nonnenberg ab. Am Rand der Stadtgasse stand bis vor kurzem der Bocksbrunnen, ein Steinbecken, dessen Eisenrohr durch die Arbeit eines heimisehen Schmiedes, die krönende Tierfigur das Werk eines Blechschmiedes, geschmückt war. Das Fachwerkhaus ist eines der ältesten in der Stadt, datiert auf etwa 1620, einer der wenigen Bauten, der die Feuerstürme überstand. Hier ein Winterbild des Bocksbrunnens. Heute steht er im Arnoldsgrund.

21. Am oberen Ende der Stadtgasse steht an der Ecke zum Markt das alte Rathaus, nach dem großen Brand von 1717 vom Zimmermeister Johannes Wirth aus Dexbach 1732 errichtet, ein schlichtes, wirkungsvolles Fachwerk, das jahrzehntelang unter Putz lag. In dem Brauhaus mit Doppeldach und welseher Haube auf dem Türmchen konnten Bürger mit Genehmigung des Rates Bier brauen. Das Rezept des Biedenkopfer Biers war gesucht. Die Treppe rechts vorn führt zum Haus des Georg Friedrich Teuthorn, der 1740-1814 hier wohnte, Verfasser einer 'Ausführlichen Geschichte der Hessen' und Begründer einer Stiftung, durch die ein ständiger Arzt nach Biedenkopf berufen werden sollte. (Nach einer Federzeichnung von K.H. Zunn, 1922.)

22. Am oberen Markt beherrschen Kirche und Rathaus das Bild. Der Marktplatz, eng und ansteigend, wurde schon bald nach der Gründung der Vorstadt nicht mehr als Hauptmarkt benutzt. Der Marktbrurmen ist noch Syrnbol der alten Bedeutung. Auf seinem Turm hält ein sitzender Löwe das Stadtwappen in den Pranken: Unter einer von 3 weißen Türmen überragten Zinnenmauer schreitet ein Löwe im roten Feld; zwischen den Seitentürmen mit rotem Dach und Mittelturm findet sich auf blauem Feld je eine vierblättrige Blüte. In der Rathauswand sitzt vorn am Ecke ein halbes Halseisen an eiserner Kette, Reste des ehemaligen Prangers.

23. Die gotische Johanniskirche aus dem 14. Jahrhundert war als baufällig abgerissen worden. 1891 wurde die neue Stadtkirche, ein neugotischer Bau, eingeweiht. Alt ist nur die kleine Notgotteskapelle mit verwitterten Reliefs in rotem Sandstein, auf dem Bild nicht zu sehen. In der Kirche sind in die Wand neben dem Altarraum zwei Metall-Grabplatten eingelassen, die schöne Messingplatte für Pfarrer Hiltwin Budicker (+ 1520) und das kleine Relief für den ersten evangelischen Pfarrer Gerlach Walt her mit seiner Familie.

24. Am Ausgang und Eingang der schmalen Verbindung der Mittelgasse mit dem Markt schützen Prellböcke das kleinste Biedenkopfer Fachwerkhaus und seine größeren Nachbarn davor, von Fuhrwerken bei der Durchfahrt angerempelt zu werden. Der Keller des Hauses ist in den anstehenden Fels des Schloßberges eingehauen. Das Pflaster vor dem Haus in der Mittelgasse ist - wie vielfach in der Oberstadt aus Lahnkiesel gelegt, uraltes Hinterländer Material, das den Boden auch in den Wohnhäusern festigte,

25. Das Schenk'sche Haus Bei der Kirche NI. 8 ist eines der wenigen alten Baudenkmäler der Stadt. Es zeigt die Schlichtheit des Biedenkopfer Fachwerks, das allein durch den Rhythmus der Konstruktion, die Balkenführung mit geschwungenem Krummholz und durch die feine Kannelierung der Pfosten und Grundbalken wirkt. Das Haus soll zur Zeit der Pest 1563 das Pädagogium der Universität Marburg aufgenommen haben. Rektor Vultejus dankte dafür der Bürgerschaft mit seinem Carmen NI. XVII in lateinischen Distichen.

OdS ven Scecrc-cnscbanz'sche Ha ?? s, noem um "563 warvene der Pest .n Marocr . enTe: der Urnversnet cn terçec-acn, waf.

Luftkurort Biedenkopf, Perle der oberen Lahn Oberer Marktplatz.

26. Ein anheimelndes Gesamtbild vermittelt auch der Bliek von der Stadtkirche den Markt hinunter zur Hintergasse. Wohl ist auch hier wie vielfach in der Stadt das Fachwerk verputzt oder unter Verschlag gelegt. Doch wirken die in ihrem Ebenmaß ansprechenden Giebelhäuser mit .niedrigen Stuben, das schöne Rund des Brunnenbeckens, die Linde als Schmuck des Platzes unaufdringlich harmonisch.

27. Eine der ältesten Aufnahmen aus Biedenkopf führt uns auf den Marktplatz der Vorstadt vor 1890, mit dem Bliek zum Eingang der Stadtgasse, dem alten Weinhaus links davon. Von dem Markt berichtet Merian: 'Eine sehr reiche Viehezucht gibt es umb diese Pfleg (= Flecken), und ist daher berühmt wegen der allda Jährlich zweymahl gehaltenen Viehmärckten, also daß auß der Pfa1tz Westreich und anderen weit entlegenen Orthen die Vieh-Händler häuffig dahin kommen.' Am Marktbrunnen wasehen Frauen ihre Wäsche. Am Becken steht eine Frau in Wallauer Tracht. Das schlichte Brunnenrohr endet in einer Kreuzblume.

28. Treiben auf dem Marktplatz, vor 1890: Bürger und Städterinnen, Bauern und Landfrauen in Tracht, ihre Last auf dem Kopf tragend, Wagen voller gefüllter Säcke, mit Kühegespann wie im Hinterland üblich, dazwischen der weiße Bäcker (aus der Braunschen Bäckerei? ), der Ortspolizist in Mantel und Kappe, den Säbel an der Seite, sie haben sich anscheinend zur Bildaufnahme zurechtgestellt. Die abgeladenen Wagen am Straßenrand, die Haufen an Langholz und Reisig lassen ahnen, wie der Platz vor den Häusern in den Wirtschaftsbereich der Anwohner einbezogen ist.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek