Birkenfeld in alten Ansichten Band 2

Birkenfeld in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Walter Göhl
Gemeente
:   Birkenfeld
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2602-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Birkenfeld in alten Ansichten Band 2'

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Bäuerliche Werkschule u. Be~aru 2ssrelle

9. Landwirtschaftschiller, Winterhalbjahr 1934/35. Die Landwirtschaftsschule wurde 1925 begründet und blieb bis 1966 bestehen. Sie war eine Institution - in Verbindung mit der Beratungsstelle -, die weit ins Birkenfelder Land hinein wirkte. Junge Landwirte besuchten die Schule zwei Wintersemester lang, die Anfang Oktober begarmen und, je nach Witterung, bis Mitte oder Ende März dauerten. Über 300 Jungbauern wurden an der Birkenfelder Landwirtschaftsschule ausgebildet. Untergebracht war die Schule bis zum Zweiten Weltkrieg in der ehemaligen Zehntscheune, später höhere Mädchenschule, unterhalb der Bäckerei Piek. Nach dem Kriege war die Schule zunächst im Hotel Emmerich, dann im alten Finanzamt (heute Munsteiner) und schließlich im Neubau am Gymnasium. Unser Bild zeigt Unter- und Oberstufe im Winter 1934/35 mit (rechts) Oberlandwirtschaftsrat Sutter und (links) Gymnasiallehrer Bauer (auch Organist und Dirigent des MGV 'Sängerlust'). Von den Schülern kommen zwei aus Birkenfeld (Feckweiler): Karl Burger (rechts neben Lehrer Bauer, stehend) und Erich Faust (dritter von rechts, vorn). Johannes Hermann Sutter (1891 bis 1969) baute die Schule auf und wirkte darüber hinaus tatkräftig und segensreich auf allen Gebieten der einheimischen Landwirtschaft.

10. Reichshandwerkswoche, 15. Oktober 1933. Der Festzug stellte sich um 14.30 Uhr am Bahnhof auf und bewegte sich durch die ganze Stadt. An der Spitze gingen zwei Handwerksgesellen mit einern Riesenschild mit der Inschrift: 'Ehre, deutsches Volk, deinen Handwerkerstand! Als das deutsche Handwerk blühte, blühte auch das Vaterland!' Es folgten die Handwerker, in Berufsgruppen (Innungen) eingeteilt, möglichst in Berufstracht und mit ihren Werkzeugen. Im Festzug verteilt, wurden von Lehrlingen sechs große Schilder getragen mit der Aufschrift: 'Nieder mit der Schwarzarbeit!' Jeder Berufsgruppe wurde ein Symbol des betreffenden Handwerks vorangetragen. Vielfach stellte man auch hausgemachte Sprüche zur Schau, wie zum Beispiel die Schneiderinnen: 'Die deutsche Frau, sie liebt keinen Tand, sie fühlt sich wohl im biederen Gewand.' Unser Bild zeigt vorne die Schneiderinnen, dann Modistinnen und Kürschner. Unter den Schneiderinnen erkennt man in der ersten Reihe Liesel Franz, Bertel Kirchhofer und Katharina Kleinschmidt, dann Luise Burger, Elli Brenner und Paula Schorr, in der dritten Reihe Rosa Schug, Anna Marschall und Klarehen Schmieden.

11. Handwerker-Werbewoche - Die Bäcker. Diese Aufnahme vom gleichen Tag zeigt die Bäckerinnung vor der Bäckerei Wirth. Gemeinsamkeit war erwünscht, an die Stelle des Konkurrenzdenkens sollte die 'Volksgerneinschaft ' treten. Auf dem Gestell im Vordergrund sind Produkte der Handwerkskunst des Bäckers aufgebaut, die sie irn Festzug durch die Stadt trugen. Von links nach rechts: Carl Holderbaum, Emil Kunz (Buhlenberg), Fritz Piek, Ludwig Warth, OHo Caspary (Dienstweiler), Seibert (Neubrücke), Karl Zwetseh, Josef Kömpel, Edmund Schmidt, Paul Heimfarth, Friedrich Brenner, Viktor Holderbaum und Max Wirth. Vorne:

LudolfWirth; hinten, mit Innungssyrnbol, links: Schöpfer (Traunen), und rechts: Herbert Kröninger,

12. Letzter Tag der oldenburgischen Regierung. Unser Bild zeigt die oldenburgische Verwaltung am 31. März 1937, am Tage vor der Überleitung in die preußische Verwaltung, vor dem Schloß. Etwa in der Mitte, auf der Treppe, in Parteiuniform, der oldenburgische Regierungspräsident, dann preußische Landrat, Herbert Wild. Die übrigen Bediensteten, von oben: Otto Fries, Peter Scherer, Emil Korb, Walter Türkis, Lisel Seyffer, Dr. Clemens, Arthur SchIey, Elimar Sievers, Hermann RümmIer, Dietrich Theilen, Emil Kreis, Wilhelm Bierbrauer, Willy Berneis, Adolf Wiemeken, Karl Heimfarth, Fritz Steinmetz, Johanna Antes, Jedding, Maria Wüst, Otto Schug, Emil Gerhard, Dr. Meiborg, Georg Zimmermann, Adolf Schneider, Wilhelm Scherer, Heinrich Trein, Günther Brenner, Joharm Schorr, Arthur Ruppenthal, Willi Prinz, Hans Diesel, Robert Beeker, Otto Juchem, Adolf Mohr, Hugo Petsch, Fritz Ding und Willy Nau. In manch geselliger Runde sang man kurz vor Mitternacht zum letzten Mal 'Heil Dir, 0 Oldenburg', danach 'Ich bin ein Preuße, kennt Ihr meine Farben".

13. Birkenfeld wird preußisch. Nach 120jähriger Zugehörigkeit zu Oldenburg wurde am 1. April 1937 der Landesteil Birkenfeld mit dem Restkreis St. Wendel/Baumholder ein preußischer Landkreis. 'Birkenfeld geht im Reich auf' lautete eine Schlagzeile. Wesentliche Veränderungen brachte das Ereignis nicht, da schon vorher enge Verflechtungen mit dem preußischen Umland bestanden. Allerdings ging die besondere staatsrechtliche Stellung des Landesteils (mit zum Teil eigenen Steuereinnahmen) verloren, die Kompetenzen der Kreisverwaltung waren eingeschränkter. Nach dem Kriege trauerte man unter Bauwilligen den guten alten Oldenburger Zeiten nach, als man noch fast ohne baupolizeiliche Genehmigung bauen konnte, wo und wie man wollte. Besonders bedauert wurde der Verlust der Holzberechtigung, die es unter preußischem Regiment nicht mehr gab. In dem Gedicht eines Ungenannten hieß es: Wie scheen honn mir uhs Holz doch krieht.] Drei Meter Scheit in Wasserschied.] Drei Meter Kniewel uff Krommkehr,jWie fällt uhs doch der Abschied schwer. Der eher ironische Schluß lautete: Nur nit verzweifelt, all dir Leitt] Mir lewe in'ner große Zeit! Unser Bild zeigt den offiziellen Festakt in der Jahnturnhalle. Es spricht gerade Gauleiter Terboven, Oberpräsident der Rheinprovinz.

14. Volksabstimmung am 10. April 1938. Die fünfte und Ietzte 'Volksabstimmung' der nationalsozialistischen Zeit fand am 10. April 1938 statt. Auf den Stimmzetteln stand folgender Text: 'Volksabstimmung und Großdeutscher Reichstag. Stimmzettel. Bist Du mit der am 13. März 1938 vollzogenen Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich einverstanden und stimmst Du für die Liste unseres Führers Adolf Hitier?' Darunter gab es einen großen Kreis für die Ja-Stimme und einen wesentlich kleineren für die Nein-Stirnrne, Im Nationalblatt war am 1. April 1938 zu lesen, daß eine Nein-Stimme 'ein Verbrechen' sei, da sie die Ehre des Ortes 'besudelt'. In Birkenfeld gab es 99,08% Ja-Stimmen. Unser Bild zeigt das Stadthaus im Festschmuck zum Wahltag: Über dem Eingang der Hoheitsadler, über dem Erker der Slogan 'Ein Volk - Ein Reich - Ein Führer', auf dem Balkon ein großes 'Ja', das auch im Dunkeln leuchtete. Selbst der Apothekerbrunnen blieb nicht verschont.

15. Verleihung von Mütterehrenkreuzen. Am 1. Oktober 1939 wurden im ganzen Reich 'Ehrenkreuze der Deutschen Mutter' an alle kinderreichen Mütter verliehen: in Bronze (dritte Stufe) für vier Kinder, in Silber (zweite Stufe) für sechs Kinder und in Gold (erste Stufe) für acht und mehr Kinder. Natürlich stand diese Maßnahme im Zusammenhang mit der Bevölkerungspolitik des nationalsozialistischen Staates: Erhöhung der Kinderzahl. Allerdings waren die höchstdekorierten Mütter meist hochbetagt, denn die Kinderzahlen waren seit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg immer geringer geworden. Manche Mütter lehnten es ab, sich in dieser Weise 'prämüeren' zu lassen, oder nahmen nur sehr widerstrebend an der Zeremonie teil. Unser Bild zeigt die Feier in der Jahnturnhalle. Am Tisch hinten, neben den Trägerinnen des goldenen Mütterehrenkreuzes, der Ortsgruppenleiter der NSDAP, Tierarzt Weis.

16. Am kleinen Puhl. Für die Kleinen kam das Schwimmen in der Nahe bei Neubrücke noch nicht in Frage. Sie badeten zum Beispiel wie auf unserem Bild im 'kleinen Puhl', einern tieferen Tümpel in der Steinau, der etwa hinter dem Hause Saarstraße 40 (heute 46) lag. Weiter unterhalb gab es noch einen 'großen Puhl'. Das Baden und Schwimmen in Bach oder Fluß war sicherlich nicht so sicher, komfortabeloder hygienisch, bot dafür aber mehr Natur, Freiheit und Abenteuer als die modernen Schwimrnbäder. Die Kinder auf der Aufnahme von links nach rechts: Otto Engel, Hans Jost, Peter Oltmanns, Max Jost, Otto Jost und Dieter Oltmanns.

17. Schwimmbadbau, 1937/38. Ein Abschiedsgeschenk der Oldenburger Regierung war ein Zuschuß zum Schwimmbadbau. Nach dem gebürtigen Birkenfelder und oldenburgischen Staatsminister Pauly wurde es zunächst Pauly-Schwimmbad genannt. Für die damalige Zeit war es eine beispielhafte Anlage, und seitdem durfte sich das Bad immer besonderer Beachtung der Birkenfelder Kommunalpolitiker erfreuen. Wie die Aufnahme zeigt, entstand das Bad 'auf der grünen Wiese', Es wurde durch einen etwa 250 Meter langen Zulaufgraben vom Bußbach gespeist. Obwohl auch die städtische Wasserleitung mit herangezogen werden konnte, waren bei längerer Trockenheit im Sommer Wassermenge und Wasserqualität nicht immer ausreichend. Die Baukosten beliefen sich einschließlich Landerwerb und Gartenanlagen auf rund 60 000 Reichsmark. Die Personen von links nach rechts: Vorarbeiter Otto Scherer, Bademeister Max Schardong, Brenner, Johann Hilgert und Matthias Scherer. Von Feckweiler sieht man rechts nur das Haus Spreier.

18. Tauglich gemustert. Die Einführrung der allgemeinen Wehrpflicht nach-dem Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht (16. März 1935) wurde mit großer Genugtuung, ja Begeisterung aufgenommen. Mit ihm war ein wesentlicher Teil der demütigenden Einschränkungen des Versailler Vertrages beseitigt. Die Zustimmung war in nationalem Ehrgefühl begründet, bedeutete aber durchaus nicht allgemeine Zustimmung zum nationalsozialistischen Staat. Wer tauglich gemustert war, durfte sich als vollwertiger Mann fühlen und marschierte wie unsere Gruppe stolz durch die Stadt. Dort wurden die Gemusterten in mancher Gastwirtschaft freigehalten. Unser Bild (am Weiher) wurde am 22. Juli 1935 aufgenommen und zeigt die Gemusterten der Jahrgänge 1914 und 1915. Man erkennt zum Beispiel Wilhelm Heinrich (erster von links), Willi Warth (3.), Herbert Seibert (4.), August Heinrich (5.), Paul Schuch (6.), neben ihm Julius Piek, rechts im hellen Anzug, Paul Schmieden und ganz hinten rechts Erich Scheur. Die älteren Zuschauer von links: Johann Steines, Wiegemeister Schaly und Philipp Lengler.

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