Birkenfeld in alten Ansichten Band 2

Birkenfeld in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Walter Göhl
Gemeente
:   Birkenfeld
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2602-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Birkenfeld in alten Ansichten Band 2'

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49. Gottesdienst im Freien. Da beide Kirchen in Birkenfeld für militärische Zwecke benutzt wurden, entschloß sich die katholische Kirchengemeinde, ihre Gottesdienste im Garten zwischen Kirche und Schwesternhaus abzuhalten. Unser Bild zeigt eine Messe im September 1939, mit Dechant Stein (links) und Pastor Kraus am Altar. Nach der Kleidung der Frauen zu schließen, muß es ein milder Septembertag gewesen sein. Der 'Kirchenkarnpf", der vor dem Kriege zu Auseinandersetzungen grundsätzlicher Art zwischen den NS-Organisationen und den Kirchen geführt hatte, ruhte weitgehend während des Krieges. Aus taktischen Gründen wollte man keine Unruhe unter der glaubenstreu gebliebenen Bevölkerung schaffen und bediente sich der moralischen Unterstützung der Kriegsanstrengungen durch die Kirchen. Dies um so mehr, weil, zur Enttäuschung Hitlers, der Kriegsbeginn keine allgemeine Begeisterung hervorrief wie 1914. Die Stimmung war ernst, ja gedrückt, vor allem bei den Älteren, die den Ersten Weltkrieg bewußt miterlebt hatten.

50. Wehrmeldeamt Birkenfeld. Das Wehrmeldeamt Birkenfeld war von 1936/37 bis zum Ende des Krieges im Verwaltungsgebäude II in der Schneewiesenstraße untergebracht. Unser Foto zeigt die Belegschaft im Kriegswinter 1941/42. In der ersten Reihe von links unter anderen: Richard Simon (Dirigent der Kapelle der Ton- und Ziegelwerke), Kurt Brück, Friedel Becker, Oberst von Schleinitz (Kommandeur des Wehrbezirkskommandos Trier), Major Hoppe (Standortältester), Losbrand und Walter Weber, der Chauffeur des Kommandeurs. Die Soldaten dahinter unter anderen: Hahn, Emir Heringer, Herbert Loch, Herbert Späth, Herbert Menn, Adolf Kunz, Julius Piek und Walter Heieh. Die Zivilisten: Paul Becker, Otto Orth und Martin Scherer.

51. Einquartierung bei Jakob Winter. Vor allem 1939/40 und 1944/45 gab es in Birkenfeld viel Einquartierung, wie hier im Hause Winter in Feckweiler. Von links: Anna Winter, Jakob Winter und Maria Nauert. Als Gegner des Nationalsozialismus mußte Jakob Winter sein landwirtschaftliches Produktengeschäft einstellen und wurde seiner Ehrenämter enthoben. In der Nacht vom 12. auf den 13. April 1938 wurde er in seinem Schlafzimmer von Nationalsozialisten überfallen und bewußtlos geschlagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er in vielfältigen Funktionen für die Allgemeinheit tätig, unter anderem als Delegierter in der beratenden Landesversammlung, die den Verfassungsentwurf für das Land Rheinland-Pfalz ausarbeitete. Jakob Winter starb 1965 im Alter von 86 Jahren.

52. Zum Kartoffelsetzen, Bis in die fünfziger Jahre hinein waren rein landwirtschaftliche Anwesen und landwirtschaftliche Nebenerwerbsgebäude mitten in der Stadt nichts Außergewöhnliches und daher auch der Anblick von Kuhgespannen in den Straßen der Stadt. Unser Bild zeigt ein solches Gesparm vor dem Hause des Wagners Brenner, Am Rech 3. Links steht ein Erntehelfer (Walter Ruppenthal), auf dem Wagen Berta Brenner und Klara Brenner. Die Aufnahme entstand in den Kriegsjahren, wahrscheinlich Anfang Mai, denn man fährt zum Kartoffelsetzen. Typisch sind die schönen Lorbeerbäume, die früher vor vielen Birkenfelder Häusern standen.

53. Grummeternte am Langental, 1944. Die NS-Propaganda nannte die Landwirtschaft im Kriege 'Erzeugungsschlacht an der Heimatfront'. Die 'Kämpfer' waren Alte, Kranke, Frauen, Kinder und Kriegsgefangene oder 'Fremdarbeiter'. Die Schlacht an diesem Spätsommertag war wohl weniger gewaltig. Eine beachtliche Arbeitskolonne ist mit einer eher bescheidenen Grummetladung zu sehen. Metzgers 'Lisa', groß und kräftig wie sie war, schaffte das bißchen spielend alleine. Die internationale Erntehilfsmannschaft von links: zwei deportierte Luxemburger, zwei französische Kriegsgefangene, Else Metzger, Karl Metzger, Almuth Höhne, Karlheinz Supp, August Höhne, 'Friedchen' und Luise Heidrich (Nachbarschaftshilfe). Auf der Höhe sieht man rechts die Radarstation der Luftwaffenleitstelle am Burgberg.

54. Urlauber, Oktober 1942. Es kam selten vor, daß sich größere Gruppen von Urlaubern in der Heimat trafen. In solchem Falllag es nahe, sich gemeinsam fotografieren zu lassen. Auf unserem Bild (vor der Metzgerei Buch) sind die drei Wehrmachtteile vertreten: Heer, Marine und Luftwaffe. Die Fronturlauber von links nach rechts: Günther Brenner, Lothar Schuier, Erich Geiß (gefallen), August Lengler, Walter Schramm, Fritz Engel, Kurt Hoffmann, Viktor Malter (gefallen) und Fritz Stoffel.

55. Urlauber, Juni 1943. Hier haben sich die Urlauber vor der Buchhandlung August Fillmann aufnehmen lassen. Von hier war es nicht weit zur Gastwirtschaft von Ida Schuler, wo sich die Urlauber besonders gern trafen. Von links nach rechts: Kurt Hoffmann (damals verwundet im Lazarett), Hans Haubert (gefallen), Rolf Sprickmann, Werner Massion, Hans Jäger, Heylmann (gefallen) und Adolf Schuch.

56. Triebwagen der Birkenfelder Eisenbahn. Der Triebwagen der Triebwagen- & Waggonfabrik Wismar AG, Typ Hannover, wurde am 23. Dezember 193-8 geliefert, sozusagen als Weihnachtsüberraschung für die Birkenfelder. Er war mit zwei Motoren (bergauf und bergab, Ford BB, 3.61) ausgestattet und hatte eine Höchstgeschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde. 1940 wurde er auf Treibgas umgestellt. In der Rentabilität war er der Dampflok überlegen. Das Fahrzeug hatte 40 feste Polstersitze, 12 Klappsitze und 18 Stehplätze. In den Notjahren war er allerdings oft überbesetzt, etwa von Stadtern, die im Birkenfelder Land Lebensmittel gehamstert beziehungsweise getauscht hatten. Mehrere Generationen von Fahrschülern bedachten ihren braven Triebwagen mit freundlichem Spott. 1959 hatte er ausgedient.

57. Lazarettzug im Steinautal. Rund vier Jahre lang waren in der Kriegszeit Lazarettzüge - erkermbar an dem Roten Kreuz auf den Wagendächern - kein ungewöhnlicher Anblick auf der Strecke Neubrücke-Birkenfeld. Allerdings mußten die vollständigen Züge in Neubrücke geteilt werden, da die Birkenfelder Eisenbahn für solche Großtransporte nicht eingerichtet war. Der Zug auf unserem Foto (bei Schmidts Loch) wird von der 360 to Lok D 12 gezogen. Die ersten Verwundetentransporte kamen in der Zeit des Frankreichfeldzuges im Mai/Juni 1940. Die schwerste Zeit begann mit dem Rußlandfeldzug. Im September 1944 wurde die Sanitätseinheit nach Heppenheim, Kreis Bensheim, verlegt. Nur ein Restkommando unter Leitung von Dr. Baldauf blieb in Birkenfeld.

58. Ein Schwerverwundeter im Lazarettzug. Am 12. Juli 1941 kam ein Transport von 108 Schwerverwundeten von der Ostfront nach Birkenfeld. Man kann sich kaum vorstellen, was eine so lange Fahrt in einem heißen Sommer für Schwerverwundete bedeutet hat. Birkenfeld hatte bis zu dieser Zeit kaum direkte Kriegseinwirkungen erlebt. Die Verwundetentransporte aus Rußland brachten mit ihrem Elend ein Stück der brutalen Realität des Krieges, die in 'Blut, Schweiß und Tränen' besteht, in unser Städtchen. Der Schwerverwundete auf unserem Bild hält das Begrüßungssträußchen, das man ihm in die Hand gedrückt hat. Zu einem Lächeln ist er nicht mehr fähig. Er starb bald darauf im Birkenfelder Lazarett.

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