Birkenfeld in alten Ansichten Band 3

Birkenfeld in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Walter Göhl
Gemeente
:   Birkenfeld
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1800-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Birkenfeld in alten Ansichten Band 3'

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19. Pause beim Dreschen. In den Dörfern des Birkenfelder Landes waren Gemeinschaftsdreschanlagen üblich (während Genossenschaftsmühlen oder Gemeinschaftsbackhäuser im hiesigen Raum eher unbekannt waren). Die Dreschmaschinen wurden gewöhnlich von Dampflokomobilen angetrieben. Das 'Maschinen' dauerte etwa drei Wochen. In die Arbeit teilten sich jeweils acht bis zehn Männer. Nach dem Dreschen wurde 'Beereschmier' (Birnenmarmelade) gekocht - die letzte Arbeit vor der Winterpause. Auf unserem Bild ist ein mit Säcken (Leinen, selbstgewebt) beladener Wagen mit den Schwerarbeitern (Sackträgern) vor dem Anwesen Dreyer zu sehen. Vorne (mit 'Schmier'): Irene Fetzer; vor dem Wagen von links: Gerhard Fried (mit Schülermütze), Gustav Hanß, Max Fetzer und Otto Dreyer; auf dem Wagen: Karl Burg und Walter Bruch. Die Aufnahme wurde in den zwanziger Jahren gemacht.

20. Der Hambacher Sauerbrunnen. Der Sauerbrunnen war schon den Römern bekannt. Im 16. Jahrhundert war er so berühmt, daß er von zahlreichen Fürsten und hohen Damen und Herren besucht wurde. Seine zweite Blütezeit erlebte er in der badischen Zeit am Ende des 18. Jahrhunderts. 1791 weilten zum Beispiel der Erbprinz von Baden und die spätere Königin Karo1ine von Bayern vier Wochen am Sauerbrunnen. Mit der Franzosenzeit war es mit der Badeherrlichkeit zu Ende. 1809 erwarb die Familie Schadt den Besitz. Wegen der abgelegenen Lage konnte der Sauerbrunnen mit den Bädern an Rhein und Lahn nicht mehr konkurrieren. Unser Bild aus den dreißiger Jahren zeigt das Haus mit der Abfüllanlage der Familie Schadt. Dieses Gebäude fiel 1936 einem Brand zum Opfer, wurde aber großzügig wieder aufgebaut und bestand als 'Petersquelle' bis in die sechziger Jahre. Schadts Alwine, das letzte Mitglied der Familie Schadt, verstarb im Frühjahr 1946.

21. 'Sauerwasser', Im Jahre 1927 wurde die ehemals staatliche Quelle instandgesetzt und in einem weiten, ummauerten Brunnenhof der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Besonders für Generationen von Birkenfelder Schülern war der Sauerbrunnen beliebtestes Wanderziel. Großer Bedarf an Sauerwasser bestand in der Zeit des Heurnachens, dann fanden häufig größere Abfüllmaßnahmen wie auf unserem Bild statt, um in der Sommerhitze ein kostenloses Erfrischungsgetränk zu haben. 1965 wurde 200 Meter weiter talabwärts eine moderne Quellfassung ausgebaut. Hartnäckig hält sich das Gerücht, daß das Sauerwasser seit der Verlegung des Brunnens nicht mehr von gleicher Qualität ist.

22. Gruß aus Hambach. Die Ansichtskarte (verlegt von Peter Sänger, Bosen) zeigt eine Ansicht des Ortes und ein Bild der Wirtschaft von Jacob Reichert, später Paul Reichert (bis 1959). 1933 entstand aus den Gemeinden Burbach, Böschweiler und Heupweiler die Gemeinde Niederhambach, und aus Hambach wurde Oberhambach. Die Karte wurde 19D5 an einen Musketier Ludwig Schöpfer in Elsenborn geschrieben. Elsenborn war damals ein berüchtigter Truppenübungsplatz in der Eifel: 'Oh, Elsenborn, oh, Elsenborn, dich schuf der Herr in seinem Zorn.' Bei der Betrachtung des Ortsbildes fällt die malerische Einbettung des Dorfes in Bäume und Sträucher auf, die den heutigen Dörfern meist fehlt.

23. Hattgenstein. Hattgenstein ist einmalig, weil es erstens diesen Ortsnamen nur einmal gibt und zweitens, weil es die höchstgelegene Gemeinde in Rheinland/Pfalz (oder der früheren Rheinprovinz) ist, Der Kaiser-Wilhelm-Turm auf dem Erbeskopf (höchste Erhebung des Rheinlandes) wurde 1901 eingeweiht, aus militärischen Gründen 1961 jedoch leider gesprengt. An seine Stelle trat ein Holzturm. Das Erholungsheim 'Waldfriede', 1934/35 als Müttergenesungsheim errichtet, diente nach dem Zweiten Weltkrieg den Besatzungsmächten als Kasino, bis es Hotel wurde. Der Hattgensteiner Glockenturm diente von 1762 bis 1853 als Schule. Trotz seiner verkehrsbehindernden Lage wurde er erhalten und erscheint als Schrnuckstück des Dorfes auch im Wappen. Seit einigen Jahren dient das Gebäude als Gemeindehaus der evangelischen Kirche.

"Waldfrieden", Ra t- u. Kurhau bei Birkenfeld i. Fli rstcntum, "iO m.

über dem Meer,

Inhaber:

Hans Braf.

Sauerbrunnen, Eisen - Mangan u. Kohlensäure enthaltend, 10 Minllt,," I1l"n W"lrifri"t1,,-"_

Erbeskopf', '16 Meter, der höchst Punkt in der Rheinproviuz.

24. 'Waldfriede' um 1905. Bald nach 1900 errichtete Hans Braf aus Leer/Ostfriesland ein Gasthaus in der Nähe seiner Fischbrutanstalt. Die Gaststätte wurde von Familie Roth aus Hattgenstein bewirtschaftet, bis sie 1920 von August Veeck als Jagdhaus erworben wurde. Nach dem Abbruch des Gebäudes entstand dort das Müttergenesungsheim. Unsere Ansichtskarte zeigt außerdem den früheren Zustand des Sauerbrunnens und eine Aufnahme von der Einweihung des Kaiser-Wilhelm-Turms auf dem Erbeskopf. Sie wurde 1907 von Johann Georg Schulz geschrieben, der sie auch hergestellt hatte.

25. Hüttgeswasen vor 1900. Hüttgeswasen bedeutete ursprünglich Hüttchen auf einer Waldwiese. Starklof nannte es 1815 eine vertufene Diebesherberge, besonders aus der Zeit des Schinderhannes. Nach 1815 baute Preußen dort eine Zollstation (Grenze Oldenburg-Preußen), die 1830 durch den Zollverein überflüssig wurde. Familie Gethmann, die zuvor auf der anderen Straßenseite gewohnt hatte, erwarb das Gebäude, das zu einem außerordentlich beliebten Ausflugsort wurde, was auch der Text auf unserer Karte zeigt: Um 8 Uhr hier angekommen. Finde kein Bett. Alles belegt. Aus Barmherzigkeit nimmt uns ein Forster auf (4. September 1899.) Die Karte zeigt auch, daß es vor dem Kaiser-Wilhelm-Turrn schon einmal einen Holzturm auf dem Erbeskopf gegeben hat. Ph. Gethmann wirbt besonders mit der Höhenlage: Schließlich war er der höchste Steuerzahler des Rheinlandes!

Rmzenberg bei 8 rk~nfeld

26. Rinzenberg, 1913. Nicht zu Unrecht erscheint auf der Rinzenberger Ansichtskarte auch der Sauerbrunnen. Das Dorf hat in der großen Zeit des Badebetriebes erheblich von dem Fremdenverkehr profitiert. Unter französischer Herrschaft kam Rinzenberg zur Bürgermeisterei Leisel, seit 1817 wieder zu Birkenfeld, Neben dem Panoramabliek aus Richtung Wehlenstein zeigt die Karte eine Ansicht der Wirtschaft Gordner (noch im Familienbesitz). 1934 wurde das Gebäude aufgestockt. Die Ansichtskarte wurde am 29. Juni 1915 an Musketier Adolf Hartmann gerichtet. Sie meldet unter anderem: Ludwig Engel ist auch eingezogen, Karl Müller wird vermißt.

27. Gruß aus Rinzenberg, 1917. Neben dem Bliek auf das Dorf zeigt diese Karte das Gasthaus von Ludwig Schöpfer. Die Wirtsstube war damals in den Dorfgasthäusern ein Mrttelding zwischen Wirts- und Wohnstube. Der Wirt war zugleich Bauer, Bäcker oder Krämer. Die Bauern besuchten das Wirtshaus nur an Sonn- und Feiertagen. Häufig - wie auch hier war auch die Poststelle im Hause. Vor dem Gasthaus hält der Landzusteller Karl Dümmler mit Schimmel und Kutsche. Jahrelang fuhr er nach Brücken, Abentheuer, Buhlenberg und Rinzenberg. Die Schreiberin der Karte, Martha Engel, berichtet am 2. April 1917: Bei uns will es dieses Jahr gar nicht Frûhling werden, es liegt noch Schnee hier.

Gruß aus Rinzenberg

Gasihaus l.udwig Schöpfer

28. Gruß aus Buhlenberg, 18. Juli 1907. Die Karte ist an den Musketier Wommer gerichtet, der in Saarbrücken bei den 70ern diente. Der Text läßt Trauriges vermuten: Da wir soeben in Dambach sind vom Heidelbeerpflücken und ich Deiner gedenke, sende ich Dir doch trotz allem eine Karte .... Lebe wohl in weiter Ferne und vergiß die Liebste nicht. Ach, bei Dir war ich so gerne, doch das Schicksal will es nicht. Die Karte zeigt die Wirtschaften von Fritz Kunz (jetzt Fritz Pilger) und Karl Schöpfer (Heinrich Sulima) und oben rechts einen Bliek auf das Dorf, wobei dem Dampfsägewerk von Wilhelm Kunz besondere Beachtung geschenkt wird. Es bestand von 1871/72 bis 1936. Schon in badischer Zeit wurde ein Schulhaus errichtet, dem 1867 ein neues folgte (unser Bild). 1871 wurden zur Siegesfeier vier junge Bäurne (zwei Ahorn, zwei Linden) auf dem Schulhof gepflanzt. Das neueste Schulhaus von 1913 (zweiter Schulsaal1963) dient heute als Gemeinschaftshaus.

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