Birkenwerder in alten Ansichten

Birkenwerder in alten Ansichten

Auteur
:   Frank Gerald Quint
Gemeente
:   Birkenwerder
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6738-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Birkenwerder in alten Ansichten'

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S"'RNRTORIUM BIRKEN"lERDER 3" tll~e it Bahn oder Auto von Berlin

W i.- mI Oranienburg 40 : Leilender Arzt San.· Ral Dr. Sperling.

Pas Sanotorium Birkenlllerder lieRt am Rande eines wundervollen Kiefemhocbwaldes (Hotjagdrevier des Kaisers) inmitten eines großen Gartens mit Luft- und Sonnenbad, Liegehallen und Liegeplätzen.im freien unter schalligen Bäumen. Es ist mitallen modernen Kurmitteln auf dem Gebiet der Bäder.der Elektrizität, derGymnastik und .. mit allem Komfort fürdie Kranken ausgestattet. Die Gesamt·Kurkosten betragen 7.fIJ bis 18M. proTag. je nachWahl desZimmers. Arzte und d.eren Angehörige erhalten besondere Preisermäßigung. Ganz abgesehen von denals vorzûglich anerkanntenKurerfolgen wird derAufenthall im Sanatorium Birkenlllerder als gemütlich und behaglich gerühmt. Herz- und Nervenkranke. Magen·, Darm- und Stoflwechselkranke, Frauenleiden. Schwierige und verallete fälle und Bettlägerige (keineTuberkulösen). Rekonvaleszenten und Erholungsbedürftige finden hier sorgfällige individuelle Behandlung. Eine Spezialität bildet die Beseitigung von Schmerzen nach Operationen in der Baucbhöhle und von Verwachsungen. sowie die Verhütung von Verdauungs- u. Bltnddàrrn-Erkrankungen. Näheres durcb illustr. Prospekte.

69. Sanitätsrat Dr. Sperling pachtete das Sanatorium am 1. Oktober 1905, um es schließltch 1908 mit seinem Geschäftspartner Dr. Dahle zu kaufen. Diese Karte von 1915 gihtAufschluss über die damals dort stattfindende medizinische Betreuung. Laut dem Leistungsangebot des Sanatoriums fanden auch 'schwierige und veraltete Fälle sorgfältige individuelle Behandlung'!

70. Diese Karte gibt uns Einblick in ein Krankenzimmer aus dem [ahre 1931. Ich zählte tatsächlich 16 Krankenbetten! Anders wird sicher der bekannteste Patient des Sanatoriums, der Lyriker Christian Morgenstern (1871-1914), untergebracht gewesen sein. Er litt seit 1893 an Tuberkulose, an der er 1914 auch starb. Aus beruflichen Gründen suchte er die Nähe Berlins und so verbrachte er von Anfang November 1905 an, acht Monate unter der Obhut des Sanitätsrates Dr. Sperling. Er fühlte sich hier sehr wohl und schrieb darüber an eine Freundin folgendes: 'Hier ist es so schön, wie es nur in der näheren Umgebung von Berlin sein kann.'

71. Im Nordosten vom Wandlitzsee bis nach Birkenwerder im Südwesten, erstreckt sich das tief ins Gelände eingeschnittene Flüsschen Briese. Es entspringt im klaren bis zu 24 Meter tiefen Wandlitzsee. Sodann nimmt die Briese ihren Weg über den Rahmer- und den Lubowsee um nach etwa 10 km in die Havel bei Birkenwerder einzumünden. Erdgeschichtlich gesehen ist die Briese eine übrig gebliebene Schmelzwasserrinne aus der letzten Eiszeit. Die Schmelzwasser auf der Oberfläche des Eises stürzten in Eisspalten hinab und furchten unter dem Eis tiefe Rinnen aus. Nachdem das Eis immer weiter zurückwich blieben zerschnittene Täler, die sich an den tiefsten Stellen mit Wasser füllten, zurück. So entstand die Briese.

72. Im [ahre 1912 entstand diese Aufnahme. Der Gastwirt Otto Hoffmann war Inhaber des 1850 errichteten Hauses. Bereits 1877 wurde dort die erste Schankerlaubnis konzessioniert, um die beim Bau der Nordbahn beschäftigten Arbeiter versorgen zu können. Otto Hoffmann war es auch zu verdanken, dass 1926 das Strandbad Briese entstand. Später übergab Otto seinem Sohn Erich die Geschäfte, der sie bis in die sechziger [ahre hinein führte. Danach war es viele Iahre eine staatlich geführte Gaststätte der Handelsorganisation. In den neunziger [ahren war dann das Lokal nicht mehr in diesem Umfang fortzuführen. Die Gaststätte Briese mit über 12 O-j ähriger Tradition wurde in eine Außenstelle des Anti-Drogen- Vereins umgewandelt.

73. So präsentierte sich 1936 das Strandbad Briese. Mehrere Sprungtürme mit Wasserrutschen, Urnkleidekabinen, Toilettenhäuschen, ein Ballspielfeld und noch einiges andere waren entstanden. Berliner Ausflügler aber auch die Einheimischen nutzten sehr rege dieses Angebot. Der stetige Niedergang für das Strandbad ging mit dem Betreiberwechsel der Gaststatte einher. Es gab keinen Bademeister mehr, die Anlagen verfielen, nicht zuletzt auch durch Vandalismus. Das endgültige Ende des Strandbades Briese stellte die Zweckentfremdung als Entenfarm dar. Über viele [ahre war das Baden nun unmöglich. Bis heute wird das Bad nur noch sporadisch benutzt.

74. Gleich hinter dem Strandbad befand sich Otto Grothes Restaurant 'Waldschloß'. Auch hier kehrte man gerne ein und genoss die gut bürgerliche Küche, wie uns der Schreiber dieser Karte berichtet. Ab 1950 wurde aus dem Haus ein Feierabendheim der Gemeinde Birkenwerder mit 38 Plätzen Kapazität. Heute steht das ehemalige Restaurant 'Waldschloß' wieder für eine soziale Nutzung zurVerfügung.

75. Die Gründung der Kolonie Briese geht auf die Ansiedlung eines Teerofens zurück. Durch ihn wurde Kienöl zur Herstellung von Farben, sowie Teer als Wagenschmiere für hölzerne Achsen und Pech zur Verwendung als Schiffspech zum Abdichten der Nähte gewonnen. In einer Geldrechnung des Amtes Oranienburg aus dem [ahr 1670 wurde er erstmalig erwähnt. Mitte des 18. [ahrhunderts begann die Ansiedlung von Büdnern (Besitzer kleinster Anwesen) und Kossäten, die jedoch nur sehr zögerlich vonstatten ging. Als in Ermangelung von Kienstubben die Teerschwelerei eingestellt wurde, trat an die Stelle des Teerschwelers ein Unterförster. Er sollte den Holzdiebstahl eindämmen helfen. Die Einführung des Vorortverkehrs brachte auch für die Kolonie Briese stetigen Aufschwung. Mehrere Gasthöfe und die Anlage des Strandbades vermehrten den Ausflüglerstrom.

76. Gleich neben der Hubertusbrücke befand sich der Hubertusborn, der um 1895 durch den damaligen Gastwirt des Restaurants 'Briese', Herrn Robert Bachernick und durch den Forstmeister Herrn Kampmann als natûrliche Bodenquelle, befestigt wurde. Später wurde der Hubertusborn in EIsenquelle umbenannt, seit 1974 ist sie jedoch versiegt.

Ich hoffe, liebe Leserinnen und Leser, dass Ihnen unser Streifzug durch Birkenwerder mit seinem Ortsteil Briese, gefallen hat,

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