Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch in alten Ansichten Band 2

Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Christoph Schölzel
Gemeente
:   Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6495-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

10 Seit 1852 gab es das Hotel 'Victoriahöhe' in der Victoriastraße, dem späteren Veilchenweg 19. Um 1900 pries der Besitzer Max Baumann sein Hotel als 'Perle von Loschwitz' und hielt sogar sechs pferde für seine Gäste bereit.

Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten konnte am 20. Mai 1906 der Besitzer Karl Borkert erneut den Hotel- und Restaurantbetrieb aufnehmen. Diese Lokalität in exponierter Lage mit weitem Ausblick über das Elbtal, verfügte über dreißig Fremdenzimmer, drei Säle, eine Kegelbahn und einen großen Wirtsgarten.

/7 r

1 .Billige Fremdenzimmer.

d3edeutendste Rundsichr über 56 Ortschaften. /die Residenz und das ansteigende Erzgebirge.

~ +- Herrliche Parkanlagen .. +

--rv; ctor; Cl. ~ ,

höhe.

r (

11 Stolz präsentiert sich der Bauherr in einem der oberen Fenster des Rohbaus seiner Villa an der Pillnitzer Straße 73b. Der Besitzer einer Eisengießerei und Maschinenfabrik in Niederneukirch Carl August Berthold hatte bereits 1903 ein Haus an dieser Straße errichtet. Kurze Zeit später, im [ahr 1909, ließ er von dem Architekten Emil Möller aus Großenhain dahinter eine zweite Villa auf einer großen Terrasse bauen. Wie dem Text der Fotokarte zu entnehmen ist, wurde sie, 'seit dem vorigen [ahr blos von 7 Arbeitern und zum größten Teil blos von 3 Arbeitern gebaut'. Für die Bauarbeiten waren der Maurer Friedrich WinkIer und der Zimmermann Gustav Dietze aus Neukirch verantwortlich.

12 Im Sommer 1928 weilte Kurt Tucholsky zur Behandlung einer Magenkrankheit in Dr. Eugen Weidners Sanatorium am Königspark. Von dem Kuraufenthalt berichtet er am 13. Juni in einem Brief an Mary Gerold Tucholsky:

, ... man kriegt allerlei Bäder und nichts zu fressen und kalte Duschen und muß früh aufstehen und kriegt eine Höhensonne hingemacht, in der man aussieht wie eine gepuderte Leiche.' Seine Beobachtungen während der Kur verarbeitete er zwei [ahre später in der satirischen Erzählung 'Kreuzworträtsel mit Gewalt' , die in der Vossisehen Zeitung erschien.

13 Die Obst- und Beerenweinschänke des Wirtes Morgenstern in der ehemaligen König- Friedrich- AugustStraße 2S gehörte um 1900 zu den beliebten Einkehrstät ten in Oberloschwitz. Sie stand in engem Zusammenhang mit dem traditionellen Weinanbau an den Elbhängen, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts infolge der Einfuhr billigerer Weine und schließlich durch die Verbreitung der Reblaus als Erwerbszweig fast völlig zum Erliegen kam. Bis auf den Weinstock am Hause ersetzten pflaumen-, Kirschen-, Birnen-, Apfel-, Aprikosen- und Pfirsichbäume die Weinreben. Die 'Öbster'. wie die Obstbauern genannt wurden, verkauften ihre reichen Erträge bis nach Berlin.

Gruss aus der Beer-enschänke boschwitz I IE:. /.Iorgen.tern, Be ?. )

prosit !

ti

I:.~ / ..

14 Der Architekt Martin Pietzsch beschrieb diese Karte mit der Abbildung eines

selbst gemalten Aquarells, das den Blick aus dem Fenster des Loschwitzer Ortsmuseums zeigt und dessen Gründung er wesentlich befördert hatte. Am 16. [anuar 1866 geboren, studierte Pietzsch 1888-1891 an der Dresdner Kunstakademie bei Lipsius. Bereits sein 1898 errichtetes Künstlerhaus in Loschwitz läßt seine moderne Gesinnung erkennen. In der Folge eines Wettbewerbssieges für die Internationale Hygieneausstellung 191 1 in Dresden, erhielt Pietzsch 1913 den Auftrag für den Bau des 'UT' -Kinos in der Waisenhausstraße. Als Spezialist für Lichtspielhäuser baute er 1926 das Kino 'Capitol' und 1927 das Kino 'Schauburg'. Mit etwa vierzig Wohnhäusern in Loschwitz, Blasewitz und Umgebung und

dem großen Restaurant 'Loschwitzhöhe' prägte er entscheidend das Bild seiner Heimatregion.

................... ~.

15 In der umgebauten Hentschelmühle stellte der Maler Eduard Leonhardi ab 1884 seine Bilder zur Besichtigung aus. Der große Zuspruch bewog ihn 1885, das 'Landschaftmuseum Eduard Leonhardi' zu eröffnen. Darin konnten die Besucher im ersten Saal 38 Gemälde besichtigen. Leonhardi war als der Maler von Waldlandschaften bekannt. Im zweiten Saal befanden sich ältere Werke mit Ansichten der Sächsischen Schweiz und vom Oybin. Hier stand in einer Ecke auf der Staffelei auch das letzte Bild des Meisters 'Frühlingsblühen, Frühlingserwachen'. Der dritte Raum war Aquarellen aus Oberbayern und Garmisch Partenkirchen, sowie sieben Rauchzeichnungen auf Porzellanplatten vorbehalten. Mit einer Festveranstaltung ehrte der Ortsverein Loschwitz im

[ahre 1928 anläßlich des

100. Geburtstages den für den Ort wichtigen und wohltätigen Künstler.

1 6 Vielfältige Aktivitäten sollten die Erinnerung an Ludwig Richter wachhalten. Aus Anlaß des 100. Geburtstages des Malers am 28. September 1903 veranstaltete der Ortsverein Loschwitz im großen Saal des Gasthofes 'Weißer Adler' eine LudwigRichter-Feier. Im Mittelpunkt stand dabei die Vorführung lebender Bilder, die nach seinen Holzschnittdarstellungen des Familienlebens gestaltet waren und musikalisch umrahmt wurden. Hofschauspielerin ]. Serda sprach dazu einen von Georg Schwenk verfaßten Text. Die Veranstaltung fand großen Beifall und es konnte dabei eine Spende von 1 800 Mark für die 'Loschwitzer Kinderbewahranstalt' eingesammelt werden.

,"cri. zum Bfstcil der LOIIChwit~Cl· Kinde r bc\"Rlll··:uallllt

171m unteren Teil der Grundstraße gab es in unmittelbarer Nachbarschaft vier Gaststätten. Neben dem 'Sàngerheim' , der 'Grundschänke' und der' Amtsschänke' war der 'Kamerad' besonders bei Künstlern geschätzt. Der Klavierlehrer Friedrich Wieck traf sich hier in regelmäßigen Abständen mit seinen Freunden. Zu dieser Zeit führte der Wirt Gerhard das Lokal. Auch der Blasewitzer Kreis um Arthur Willibald Königsheim bevorzugte diese Gaststätte. Zur Zeit der Entstehung der Postkarte um 1 907 bewirtschaftete Franz Winter den 'Kamerad' und betrieb außerdem eine Weinkelterei.

18 Unwetter und der dabei anschwellende Loschwitzbach führten in den [ahren 1825,1833,1844,1845 und 1875 zu Schäden und Verwüstungen im Loschwitzgrund. Das heftigste Unwetter begannam 17.Juni 1875 früh morgens fünf Uhr mit Gewitter und wolkenbruchartigem Regen und hielt fast eine Stunde an. Dabei stürzte der große Schornstein der Schäferschen Brettschneidemühle ein, das Kesselhaus wurde zerstört und der große Dampfkessel fortgespült. Im Hof des Restaurants 'Dernnirz' hatte sich der Schwemmsand in Höhe von einer Elle abgesetzt. Wochenlang dauerte es, bis die Grundstraße von Treibgut, Ästen und Schlamm gereinigt war.

19 Der Körnerweg, ursprünglich 'Ledergasse' genannt, weil man hier Lederwaren verkaufte, stellt die kürzeste Verbindung zwischen Loschwitz und Dresden dar. Im Haus Nr. 12 wohnte von 1 876 bis zu ihrem Tod 1916 die Hofschauspielerin Pauline Ulrich, wie es eine Gedenktafel an der Straßenmauer ausweist. Sie wurde als Tochter eines Königlichen Kammermusikers 1853 in Berlin geboren und betrat in den Liebhabertheatern der 'Concordia' und der 'Urania' in Berlin zum ersten Mal die Bühne. Nach Anfangserfolgen in Stettin und Hannover, ermöglichte ihr König Georgv., König von Hannover, einen Studienaufenthalt in Paris. Im [ahr 1859 kam sie auf Empfehlung von Minona Frieb-Blumauer nach Dresden. Hier begeisterte sie in vielen Rollen das Publikum.

Im Haus Nr. 8 wohnte der Maler Friedrich Goller, der für die Loschwitzer Schule ein Glasfenster mit den Tierkreiszeichen entwarf

Weisser Hirsch von Blasewitz gesehen.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek