Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch in alten Ansichten Band 2

Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Christoph Schölzel
Gemeente
:   Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6495-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch in alten Ansichten Band 2'

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20 Außer dem Wohnhaus am Kohlmarkt in der Dresdner Neustadt, in dem 1875 ein Museum eröffnet worden war, erinnerte eine Gedenktafel am Loschwitzer Sommerhaus an Christian Gottfried Körner. Als Sohn des Theologieprofessors [ohann Gottfried Körner arn 2. Juli 1756 geboren, studierte Christian Gottfried Körner zuerst Rechtswissenschaft in Leipzig bis er sich 1 776 in Göttingen der Mathematik und Ökonomie zuwandte. Im [ahr 1783 erhielt er eine Anstellung am Oberkonsistorium in Dresden. Kurz nach der Heirat mit Anna Maria Jacobine Stock 1785 erwarb er den Loschwitzer Weinberg. Auf eine Tätigkeit ab 1790 am Appellationsgericht folgte 1798 die Ernennung zum Geheimen Referendar im sächsischen Konsilium. Fürst Repnin beauftragte ihn 1814

nach der Kapitulation Dresdens mit der Verwaltung des Königreiches Sachsen. 1 81 5 folgte er der Aufforderung als Staatsrat ins preußische Ministerium des Inneren nach Berlin und erhielt dort die

Beförderung zum Geheimen Oberregierungsrat. Gottfried Körner starb arn 12. Mai

1831 und wurde in Wöbbelin beerdigt.

21 Diese Karte mit Empfehlungen für eine Kunstschülerin stammt von dem Maler Hermann Prell, dessenAnwesen sich in der Schillerstraße 27 befand. Prell, dem der Sächsische Kunstverein 1936 eine große Ausstellung widmete, stammte aus Leipzig. 1854 studierte er an der Dresdner Kunstakademie bei FranzTheodor Grosse und trat 1892 die Nachfolge Grosses als Professor für Historienmalerei an. Besonders monumentale Wandmalereien für die Rathäuser in Hildesheim, Breslau und Dresden, für die Deutsche Botschaft in Rom und für die Ausgestaltung des Treppenhauses im Dresdner Albertinum begründeten den hohen Rang seiner Kunst. Hermann Prell starb am 18. Mai 1922 in Loschwitz.

22 Der Architekt Hugo Erhardt baute für den am sächsischen Hof tätigen italienischen Grafen von Orlando in einem ehemaligen Weinbergsgrundstück eine der prächtigsten Villen von Loschwitz. Das Gebäude entstand in den [ahren 1848-1853 über einem fast quadratischen Grundriß und weist zwei Geschosse und einen Mittelturm auf Die Fassadengestaltung, die Fensterformen und die im Dachgeschoß umlaufenden Zinnenkränze orientieren sich an normannischen Kastells und entsprachen dem Stil der 'Gorik in freier Auffassung', wie einer Veröffentli chung des Baus in 'Fórsrers Bauzeitung' 1856 zu entnehmen ist. Hugo Erhardt baute in Dresden außerdem das Venezianische Haus, Terrassenufer 3, das Hotel 'Zurn Kronprinz", Hauptstraße 1, und die Villa des Verlagsbuch-

händlers Kuntze, Wielandstraße.

Loschwitz b. Dresden

Drahtseilbahn und Villa Ollando

23 Der Magdalenenhilfsverein zu Dresden, zurückzuführen auf ein 1758 in England gegründetes Magdalenenhospital, widmete sich der Erziehung 'gefallener und gefährdeter' Mädchen im Geist des christlichen Glaubens. Der Verein kaufte am

15. April 1882 das kleine Haus an der Schevenstraße, das er zuerst gemietet hatte, und erweiterte es in den [ahren 1900 und 1906 mit je einem großen Seitenflügel. Hier lebten unter der Leitung der ab 1885 eingesetzten Diakonisse Berta Hornung 36 Mädchen und erhielten eine Ausbildung in Haushaltführung und Gartenbau. Sie versahen außerdem Arbeiten in der Lohnwäscherei, die 1883 angebaut worden war.

Pniël Loschwilz, Carolaslr. 35

24 Zwei Kastanienbäume und eine Linde im Wirtsgarten gaben der kleinen Gaststätte an der Schillerstraße 20 seit 1890 den Namen 'Zum grünen Baurn'. Der Gärtner Gottlieb Franz Seifert erhielt am 20. November 1875 die Schankkonzession für Bier und Wein und begann mit dem Betreiben des kleinen Wirtshauses. Zu den Spezialitäten des Hauses gehörten selbsteingelegter Hering, hausgemachte Sülze und ein ebenfalls selbstgekelterter ]ohannisbeerwein. Das mit Zucker versetzte dunkle 'Stóckelbicr' war bei Kindern sehr begehrt.

25 Die 1853 erbaute Villa Stockhausen ging im [ahr 1891 aus dem Besitz der Familie Stockhausen für 360000 Reichsmark an Carl Robert Bruno Naumann über. Naumann wurde 1844 als Sohn eines Strumpffabrikanten in Dresden geboren. Nach der Lehre als Feinmechaniker und den üblichen Wanderjahren konnte er, mit finanzieller Unterstützung von Emil Seidel, seine Werkstatt für Maschinenschlosserei in wenigen [ahren zu einer Aktiengesellschaft ausbauen. Hier wurden zuerst SingerNähmaschinen, ab 1887 Fahrräder der Marke 'Gerrnania' und ab 1899 'Ideal'Schreibmaschinen produziert. Nach NaumannsTod 1903 führte der Sohn Dr. phil. Bruno Robert Walter Naumann das Unternehmen 'Seidel & Naurnann' weiter und brachte 191 0 mit großem

Erfolg die 'Erika' -Schreibmaschine auf den Markt. Das Loschwitzer Schloß hatte er 1906 an den 'Odol' -Fabrikanten Karl August Ferdinand Lingner verkauft.

Loschwitz -- WeiBer Hirsch - Dresden Der Lingner-Park mil Villa

26 Der König-Albert-Park, der dreieckförmig von der Radeberger Landstraße, der Bautzner Straße und der Waldschneise 18 begrenzt war, schloß auch den Wolfshügel mit ein. Inmitten von Buchenwäldern erhebt sich dieser Berg 2 1 0 Meter über dem Meeresspiegel. Eine hölzerne Aussichtsplattform, die aufInitiative des Oberlandforstmeisters von Berlepsch 1886 errichtet worden war, gestattete einen Blick über die Baumkronen in Richtung Dresden und zu den Südhängen des Elbtales. Außerdem wies der Wolfshügel noch eine Schutzhütte, eine trigonometrische Stationssäule und arn Schlangenweg zur Bautzner Straße einen Stein mit der Höhenanzeige 1 75,3 m auf.

lÖntg jlberl- par~: Wolf hüqel,

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27 Die bauliche Situation des 1888 van Dr. Lahmann übernommenen Friedabades, das er zum Physiatrischen Sanatorium ausbaute, war einem steten Wandel unterworfen. Das Friedabad von 1867 blieb im Kern der Anlage erhalten. Es bestand in einer halbkreisförmigen Wandelbahn, in deren Scheitel sich ein Mittelbau mit Badeanlagen, zwei Wasserbassins, Badekasse und Empfangszimmer befanden und dessen Enden jeweils von zwei Wohnhäusern, dem späteren 'Dokter' - und dem 'Hirsch haus", begrenzt waren. Auch das Gesellschafts- und Speisesaalgebäude an der Bautzner Straße gehörte dazu. Bis zum Zeitpunkt dieser Übersichtskarte 1905 erweiterte Lahmann die Anlage durch Anbauten an den Speisesaal, an das Badehaus und an das Doktorhaus. Desweiteren ließ

er 1892 das 'Dresdner lIaus' von Bruno Anders errichten und ein Maschinenhaus durch Richard Schaeffer aufführen. Paul Kayser baute die 'Villa Heinrichshof' und die Frauen- und Männerbäder

wurden beträchtlich vergrößert.

28 Bevor der polnische Chemiker Clemens Funk 191 1 den Begriff 'Vuamin' einführte, war Heinrich Lahmann in seinen theoretischen Untersuchungen und praktischen Erfahrungen einem lebenswichtigen, 'Vitaliràr' beinhaltenden chemischen Stoff auf die Spur gekommen. In seinem Buch 'Die diätische Blutentmischung (Dysämie) als Grundursache der Krankheiten' legte er seine Vorstellungen von der richtigen Zusammensetzung der menschlichen Nahrung, bestehend aus 80 gEiweiß, 130 g Feut und 300 g Kohlenhydrat pro Tag für einen normalen Erwachsenen, dar und erklärte die Ursache vieler Erkrankungen aus der falschen Zusammenstellung der Nahrung. Von der besonderen Bedeutung der lebenswichtigen Mineralstoffe überzeugt, die ihre 'Vitalitàt' bei der Pas-

sage durch den pflanzlichen Organismus erlangen würden, folgerte er auf das richtige Zubereiten von Obst und Gemüse und lehnte das lange Koehen und das Abgießen des ersten Kochwassers ab.

Weisser Hirsch Dr. Lahmanns Sanatorium.

29 Schon während seiner Studienzeit in Heidelberg widmete Heinrich Lahmann seine Aufmerksamkeit der Zusammensetzung der Säuglingsmilch. Seine Theorie von der richtigen Zusammensetzung der menschlichen Nahrung gründete sich einerseits auf die Überzeugung, daß in der Milch eine optimale Verteilung der Nahrungskomponenten vorhanden sei und andererseits sollte eine 'vegetabile Milch' für Säuglinge besser sein, als die übliche künstliche Nahrung für Babys. Seine 'vegetabile Milch'. die aus Zusätzen von Mandeleiweiß, Zuckersäften und Pflanzennährsalzextrakten zur Kuhmilch bestand, hatte guten Erfolg und wurde sogar bis nach Amerika verkauft.

U7eisser filrsth.

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