Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch in alten Ansichten Band 2

Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Christoph Schölzel
Gemeente
:   Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6495-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch in alten Ansichten Band 2'

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40 In der Villa "Glückauf', Rißweg 14b, wohnte der Graphiker und Bildhauer Friedrich Moritz Brodauf. Im]ahr 1872 in Großhartmannsdorf im Erzgebirge geboren, lernte er ab 1888 an der Kunstgewerbeschule in Dresden und verdiente sein Geld seit 1896 als selbständiger Künstler mit Plakatentwürfen und um 1905 mit einer Mal- und Zeichenschule auf dem Weißen Hirsch. Seit 1907 arbeitete er als Bildhauer und schuf eine Hirschskulptur in Dr. Lahmanns Sanatorium und das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges vor dem Eingang des Waldfriedhofes Weißer Hirsch. Es wurde am 25. April 1926 eingeweiht. Brodauf starb arn 16.]uli 1939 während eines Besuchs bei seinem Sohn in Amerika.

weisser }(irsch, Villa Ç/ückauf Lel.972 Eoschwitz

"

41 Das rechte Eckgebäude trägt in einer Kartusche mit einem Hirschkopf die Bezeichnung 'Der alte Hirsch' und verweist damit auf das urspüngliche Gut Weißer Hirsch, das ungefähr in dem Areal Bautzner Landstraße, Luboldtstraße, Stangestraße und Collenbuschstraße gelegen hat. Einem Flur- und Lageregister zufolge, das der Steuerkommissar Rocksch 1796 erstellte, umfaßte das Gut des Gottfried Fischer 23 Gebäude, zwei Schneidemühlen und eine HolländerWindmühle. In diesem Gut wohnten 75 Menschen. Die Entwicklung der Gemeinde im 19. [ahrhundert führte natürlich auch zu einem enormen Ansteigen der Bevölkerungszahl. So hat am 1. Dezember 1905 eine Volkszählung 1 599 Einwohner auf dem Weißen Hirsch ermittelt.

42 Am Lahmannring 3 ließ Karl Eschebach um 1895 innerhalb eines weitläufigen Parkes, der bis zur Bautzner Landstraße reicht, ein großes Landhaus mit Nebengebäuden im Schweizerstil errichten. Eschebach war der Inhaber der 'Vereinigten Eschebachschen Werke AG' und hat mit der 1896 angelegten Verbindungsstraße zwischen Schillerstraße und Wolfshügelstraße Verdienste für den Weißen Hirsch erworben. Bis zur Umbenennung 1926 trug diese Straße auch seinen Namen. Im [ahr 1918 erwarb der Holländer van Ameyden die Villa und verkaufte sie 1930 an Walter Müller, den Direktor der Grube 'Ilsc' bei Senftenberg.

43 'Vor Schreck aufschreien könnte man über diesen Garten.' Der zu der 'Russischen Formalen Schule' gehörende Literaturtheoretiker Viktor Schklowski veröffentlichte 1924 einen Beitrag über den Schriftsteller Andrej Belyi. Darin nimmt er Bezug auf den Formobstgarten, den Arthur Pekrun in seinem Grundstück an der Plattleite 39 angelegt hatte. Besonders die an eisernen Spalieren in die Form einer Frau und eines salutierenden Soldaten gezogenen Bäume waren für Schklowski Sinnbilder für die verhängnisvolle Gebundenheit des Schriftstellers Belyi

an die anthroposophische Lehre des Rudolf Steiner. 'Denn niemand darf den Schriftsteller an ein Gitter binden und ihn zum Gruß zwingen.'

Weisser Hirsch. Pekrun's Obstplantage.

44 Das Glas Wein erhebt Arthur Pekrun. Als zweiter Vorsitzender des Verschönerungsvereins Weißer Hirsch organisierte er um 191 0 attraktive Rodel- und Kostümfeste.

Der 1876 gegründete Verschönerungsverein richtete anfangs den Waldpark ein und beteiligte sich in enger Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung am Ausbau des Ortes zum Kurort.

Mit den Mitteln der ab 1892 erhobenen Kurtaxe konnten Konzerte, Tanzveranstaltungen, Waldparkfeste, Waldgottesdienste und Basare für wohltätige Zwecke finanziert werden. In Würdigung der Verdienste Pekruns, der 1940 starb, benannte man einen Waldweg am Stechgrund nach ihm.

45 Die einflußreiche Architektenfirma von RudolfSchilling und ]ulius Willi Graebner baute imAuftrag des Lahmann-Sanatoriums die Villa 'Ulmenhof' , Collenbuschstraße 1 1. Hier wohnte Professor Dr. Heinrich Kraft, der von 191 0 bis 1918 die ärztli che Leitung des Sanatoriums ausübte.

In dieser Zeit erfolgten durch Schilling und Graebner umfangreiche Erweiterungen und Umbauten im Sanatoriumsgelände. In klarer Formensprache und nur mit wenigen Reliefs und Dekorationen bereichert, entstand 1913 die Wandelhalle mit einem neuen Eingang und der große Gebäudekomplex für die Maschinenzentrale und die Wäscherei an der Bautzner Landstraße.

46 Der Architekt Max Herfurt errichtete 1908 das 'Haus Teicher' ,Wolfshügelstraße 1, für den Portier Friedrich Teieher. Das eher schlichte Gebäude mit sparsamen Verzierungen am Mittelerker steht in einer langen Reihe von Bauten, die Herfurt auf dem Weißen Hirsch schuf und die wohl mit dem städtischen Miets- und Geschäftshaus in der Bautzner Landstraße 10 begann. Seinen reichen, historistischen Stil entfaltete er 191 0 und 191 3 bei der großen Villa des Kommerzienrates Hugo Zietz, Hochwald 1, und der Villa 'Brandenstein' , Degelestraße 1.

47 In der Villa 'Bismarck', Küntzelmannstraße 7, richtete Dr. Steinkühler ein kleines Sanatorium in familiärer Atmosphäre mit zwölf Betten ein. Es war spezialisiert auf Stoffwechselkrankheiten , Erkrankungen des Magens, des Darmes, der Nieren und der Nerven und führte Diätkuren mit 'vollwertiger Heilnahrung' unter der Aufsicht eines eigenen Labors durch. Am Ende der zwanziger [ahre bot Dr. Steinkühler eine moderne 'Entsäuerungskurals rationelle Regenerationskur' an.

Welsser fjirsch J(aus ,,~eicher"

48 Am 1. Mai 1906 kam Thomas Mann, begleitet von seinem Verleger Samuel Fischer, am Weißen Hirsch an und nahm bei Frau Doris Mäscher in der Villa 'Thalblick' , Küntzelmannstraße 5, Quartier. Er hatte seine Reiseabsichten bereits in einem Brief vom 16. April an den Schriftsteller Kurt Martens erwähnt: 'Da meine Frau nicht reiselustig ist, mache ich mir wahrscheinlich allein ein paar Wochen Frühlingsferien und zwar im Sanatorium "Weißer Hirsch" bei Dresden. Ich bin erholungsbedürftig. Dieser Winter war ein wenig stark.' Ferner fragte er Martens, ob sie sich in Dresden treffen könnten, denn dieser hatte seine Kindheit hier verbracht, besuchte häufig Loschwitz bis er nach dem Ersten Weltkrieg in das Familienanwesen, ehemals Bergstraße 1, zog.

49 Illustre Gäste wie der Maharadscha von Patiala dinierten im neu entstandenen Luisenhof. Das 1895 eröffnete Restaurant erfuhr 1925 unter dem Besitzer Hans Otto Voigt umfangreiche Erweiterungen. Die Baumaßnahmen leitete der Baumeister Sterneck, der Inhaber der Baufirma Wunderlich war. Ein großer Vorbau, teilweise auf Felsen gegründet,

umfaßte eine umlaufende Galerie mit bestem Ausblick auf das Elbtal, sowie zwei Nebenräume für geschlossene Gesellschaften. Dem modernen Geschmack entsprach die weiße Farbgebung. Darüber entstand ein weitläufiger Dachgarten für dreihundert Personen, der auch für Gesellschaftsabende, Tanzveranstaltungen oder für Sonnenbäder genutzt werden konnte. Unter dem Speisesaal gab es eine bayerische Bierstube, eben-

falls in Weiß gehalten und mit bunten Laternen geschmückt.

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