Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch in alten Ansichten Band 2

Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Christoph Schölzel
Gemeente
:   Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6495-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch in alten Ansichten Band 2'

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SO Die Gattin des Kaufmanns Pätz, Sophie Louis Pätz, ließ 1897 von dem Loschwitzer Baumeister Franz Berghold die Villa 'San Remo' errichten. Das Gebäude ist über eine breite Treppenanlage von der Bergbahnstraße aus erreichbar. Die drei Giebelfronten sind reich im Stil der Renaissance gestaltet und über den Fenstern gibt es Dreieck- und Bogengiebel mit figürlichen Reliefs. Ein schlankerTurm, ebenfalls in Sandstein und weißen Klinkern ausgeführt, gestattet bei gutem Wetter einen weiten Ausblick über Loschwitz bis in das Erzgebirge.

Die Villa ging 1904 aus dem Besitz der Familie Pätz an den Baumeister Richard Beese, der sie 1907 an den Kaufmann Hermann Harzer verkaufte.

Ober-Eoschwitz- Weisser .J(irsch

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SI Bei den Schauspielern Theo Lingen, Paul Linke, Marika Rökk und Heinz Rühmann soll die kleine Gaststätte 'Erholung'. Rißweg 39, beliebt gewesen sein.

Am Rißweg siedelten sich zahlreiche Gewerbetreibende und Handwerker an und so entstand 1891 dieses bescheidene Restaurant. Um die [ahrhundertwende führte es unter dem Besitzer Hugo Kegel auch den Namen 'Kegels Restaurant'. Der gute Ruf von kräftiger sächsischer Hausmannskost mit einem Glas Bier oder einheimischen Wein verbreitete sich schnell auch unter den Kurgästen.

52 Im Hotel 'Felsenburg' , Rißweg 68, mieteten sich gern literaten, Schauspieler und Musiker ein, die in Dresden ein Engagement hatten. Kurt Pinthus, Autor und Kritiker, und zu dieser Zeit Lektor im Rowohlt Verlag, lernte während eines Aufenthaltes zu Beginn des [ahres 1919 den Buchhändler und Kommerzienrat Bettenhausen kennen. Bettenhausen ermöglichte mit 60 000 Mark die Herausgabe der wichtigsten Anthologie des Expressionismus 'Menschheitsdämmerung' . Das Buch erschien 1919 in Berlin und vereinigte die Gedichte von 23 Autoren.

S3 Eine große Rolle in den Gemeinden spielten die Turnvereine mit ihren Festen, woran sogar eine Postkarte erinnert. Der 1897 gebildete Turnverein Weißer Hirsch feierte am Freitag, dem 27. Februar 1906 seinen Familienabend. Im Anschluß an die Vorführungen im Keulenund Stabschwingen, die sich mit Gesangsvorträgen abwechselten, trat die 'Karneruner Muster-Riege' auf, 'deren Künste als Akrobaten berechtigtes Erstaunen hervorriefen und Stürme der Heiterkeit' auslösten. Bis zum nächsten Morgen dauerte der anschließende flotte TurnerbalI.

Gut Heil!

/

Kameruner Muster-Riege

ZIIII1 Fnmilien-Abeud am 23. 2. 1906 ;111 Turn -Vcrein Weißer Hirsch.

S4 Zu den meist besuchten Ausflugsgaststätten in der Heide zählt die Heidemühle. Erst nachdem die alte Heidemühle an der Totenbrücke in Ullersdorf abgebrannt war, durfte 1843 an der Hengstbrücke, wo die 1841 befestigte Radeberger Straße den Prießnitzbach überquert, ein Schankbetrieb eröffnet werden. Ein Ersuchen des Kriegsinvaliden JG. Schmidt aus Loschwitz, an dieser Stelle Bier verkaufen zu dürfen, war vierzehn [ahre vorher abgelehnt worden. Der erste Besitzer Hempel befestigte die Prießnitz, so daß er eine zweite Mahlmühle betreiben konnte. Unter Friedrich Wilhelm Kotzsche, ab 1867 Besitzer der Heidemühle, entstand hier eine Dampfsägemühle. Das neue Gebäude im Schweizerstilließ [ohann Gotthelf Dietrich errichten, nachdem ein Feuer am

16. Dezember 1880 einen Teil der alten Mühle zerstört hatte.

Die 5eidemühle bei !.:longebrücR.

SS Der 'Gasthof zu Blasewitz' entwickelte sich aus einem Jagdhaus für den Hegereiter des ausgedehnten, mit Kiefernwald bestandenen Gebietes um Blasewitz. Unter Kurfürstin Magdalena Sybilla, GemahlinJohann Georgs 1I., die 1670 das Gut gekauft hatte, entstand hier eine Schänke. Sie wurde 1683 erstmals als 'Kurfûrstliche Schänke' erwähnt.

Das langgestreckte Gebäude mit großerToreinfahrt aus der Mitte des 18. Iahrhunderts und als Gaststätte 'Der Schimmel' genannt, erfuhr in der Zeit des Besitzers Karl Matthié die Erweiterung um ein 'Sommerschänkhaus' an der Elbedem späteren Schillergarten. Zahlreiche Umbauten veränderten das barocke Gebäude. Einen Tanzsaal gab es im oberen Stockwerk und die Gastwirtschaft warTreffpunkt des Blasewitzer Vereinslebens.

56 Der Schillergarten richtete am 16. September 1885, aus Anlaß der 100. Wiederkehr des Besuches von Friedrich Schiller in Loschwitz, die große Schillerjubiläumsfeier aus. Das Fest begann am Nachmittag mit harmonischem Geläute, Böllerschüssen und Musikaufführungen der Gärtnerschen Kapelle. Danach wurde mit einer festlich geschmückten Flotte die erste Überfahrt des Dichters von Loschwitz nach Blasewitz nachgespielt, wobei der herzogliche Hofschauspieler

0. Hartmann den Schiller verkörperte. In Blasewitz angekommen, empfingen Kapellmeister Naumann undAuguste Segedin den Dichter und es folgte ein Theaterspiel 'Die Gustel von Blasewitz' von

S. Schlesinger. Am Abend, als sich der Schillergarten 'in geschmackvoller Beleuchtung von unzähligen bunten Later-

nen ' präsentierte, gab es eine Lichtbildervorführung zu Schillers Dramen vom Optiker H.R. Kändler, und der Verein Dresdner Presse stellte lebende Bilder nach Schillers Stücken dar. Zwei Feuerwerke

in Loschwitz und Blasewitz beendeten das Fest.

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Der hier gemondelt dereinst,

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57 Das Restaurant 'Goethegarten' und eine Stehbierhalle erstreckten sich über das Erdgeschoß eines großen Gebäudekomplexes am Schillerplatz. Darüber, im ersten Stockwerk, betrieb Emil EhrIer ein Hotel. Ehrler hatte die Grundstücke von Frau Ottilie Wolff, der Witwe des vorigen Gastwirtes David Wilhelm Wolff, gekauft und 1894/95 von der Architektengemeinschaft Ernst Sommerschuh und Gustav Rumpel die Stadthäuser errichten lassen.

Die Ursprünge der Gastwirtschaft gehen auf den 'Kommunschank' zurück, eine kleine Wirtschaft, die der Besitzer GotthelfErnst Hempel 1863 an Rinaldo Donath verkaufte. Dessen Nachfolger Wilhelm Heinemann baute die Schänke zu einem noblen Restaurant aus und führte den Namen 'Restaurant Heinernann ' ein. Im Iahr 1881

übernahm es David Wilhelm Wolff und nannte es 'Goethegarten'.

58 'Der Konditorei 'Toskana' brauche sich keine Großstadt zu schämen', lobte Otto Gruner in seiner Blasewitz-Chronik das neu entstandene Café. Friedrich Louis Köhler kaufte 1897 das soeben fertiggestellte Eckhaus der städtischen Häuserzeile am Schillerplatz und richtete darin einen Kaffeeausschank und eine Kaffeerösterei ein. Konditormeister Hugo Zimmermann übernahm 1906 das Geschäft, erweiterte es um eine Backstube und benannte sein Café etwas provokativ nach der Kronprinzessin Luise von Toskana, die im Dezember 1902 den sächsischen Hof verlassen hatte.

S9 Gedünsteter Zander in Sardellensauce, Huhn à la Marengo, frischer Stangenspargel mit Pökelzunge, junge Gans und Dammwildkeule standen auf der Speisekarte des Wirtes Bruno Trobisch, der das Hotel 'Bellevue' in der Nähe des Schillergartens um 1900 betrieb. Es war mit einem großen Tanzsaal, in dem Frühschoppenkonzerte veranstaltet wurden, mit Gesellschaftszimmern , Gasträumen und einer großen Terrasse am Elbweg das vornehmste Etablissement von Blasewitz. Vor dem Bau des Hotels nahm eine Ziegelei dieses Grundstück ein, deren Schornstein 1884 gesprengt wurde, und 1890 ließ der Besitzer Oldenhoff die restlichen Gebäude abreißen.

Das Hotelgebäude errichtete 1890 der Architekt Puseh.

Am Elb e s tr-a n d .

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