Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch in alten Ansichten Band 2

Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Christoph Schölzel
Gemeente
:   Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6495-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch in alten Ansichten Band 2'

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60 In dem Grundstück hinter dem Bootshaus des Dresdner Rudervereins ließ FerdinandAvenarius 1910/11 eine Villa mit einem Park, in dem Skulpturen aufgestellt waren, bauen. Avenarius wurde 1856 in Berlin geboren, besuchte ab 1871 in Dresden das Gymnasium und studierte in Leipzig und Zürich Philosophie, Literatur- und Kunstgeschichte. Neben dem eigenen literarischen Werk übte Avenarius durch die Gründung der Zeitschrift 'Der Kunstwart' am 1. Oktober 1887 und durch den 1902 gebildeten 'Dûrerbund' bedeutenden Einfluß auf das Geistesleben in Deutschland aus. In den Anfangsjahren gingen vom Kunstwart wichtige Anregungen für eine Reformierung der Kunstauffassungen im Sinne des Realismus und einer Abkehr von den historisierenden Stilwie-

derholungen aus. Der Dürerbund verbreitete Gedanken des Heimat- und Naturschutzes und setzte sich für eine ästhetische Erziehung des Volkes ein.

61 Der 'Dresdner Ruder- Verein' verlegte 1898 sein Bootshaus aus der Stadt an das Elbufer von Blasewitz. Dafür ließ er im gleichen [ahr ein großes Bootshaus mit Gesellschaftsräumen von dem Architekten R. Schleinitz erbauen. Die alljährlichen Vereinsfeiern waren auch mit der Taufe neuer Boote verbunden. So wurden im Mai 1925 durch den ersten Vorsitzenden D. Hoffmann sieben Boote getauft und mit weiteren vierzig Booten beging man das 'Anrudern' der Saison.

62 In Blasewitz gab es zwei Kindergärten, in denen die Kinder nach den pädagogischen Prinzipien von Friedrich Fröbel erzogen wurden. Frau Frieda Laux, eine Schülerin Fröbels, übernahm 1876 den Privatkindergarten des Leiterschen Institutes und führte ihn als selbständiges Unternehmen. Seit 1897 betrieb Fräulein Anna Streubel einen eigenen Kindergarten in derThielaustraße. Einer Annonce zufolge, kostete die Betreuung der Kinder, die mit dem dritten Lebensjahr einsetzte, acht Mark monatlich. Desweiteren wurden junge Mädchen aufgefordert, sich in der 'Kindergärtnerei' ausbilden zu lassen. Friedrich Fröbel hatte seine Lehre von einer inhaltsreichen Vorschulerziehung bereits 1839 auf einer Vortragsreise und im Oktober 1848 in einem Kurs

für angehende Kindergärtnerinnen in Dresden verbreitet.

63 Am 23. Oktober 1902, dem 101. Todestag Naumanns, fand die Enthüllung der Gedenktafel für den Hofkapellmeister [ohann Gottlieb Naumann am Rathaus statt. In einem architektonischen Rahmen, den Kurt Diestel entwarf schuf der Bildhauer Hermann Bruno Fischer ein Reliefporträt.

[ohann Gottlieb Naumann wurdeam 17.April1741 als Sohn eines Blasewitzer Häuslers, der zeitweise in einer Blasewitzer Kapelle mitwirkte, geboren. Seine Mutter betrieb an der jetzigen Loschwitzer Straße einen kleinen Kaffeeausschank. Im benachbarten Loschwitz erhielt Naumann erste musikalische Ausbildung im Klavier- und Orgelspiel, die er an der Kreuzschule in Dresden fortsetzte. Im [ahr 1776 zum Hofkapellmeister ernannt, kehrte er nach Blasewitz

zurück und ließ sich ein großes Landhaus neben seinem Geburtshaus errichten.

64 Die Grundsteinlegung für den Bau der Heilig-GeistKirche in Blasewitz begann am 12. Oktober 1891 mit einem Festzug vom Gemeindeamt zum Bauplatz. Um aus der Abhängigkeit von der Dresdner Kreuzkirche zu gelangen, hatten die Blasewitzer 1878 einen Kirchenbaufonds eingerichtet und am

1. Oktober 1887 waren Blasewitz und Neugruna zu selbständigen Parochie mit eigener pfarrstelle erhoben worden. Einen beschränkten Wettbewerb für den Kirchenbau gewann Karl Emil Scherz. Die Kirche konnte nach nur zwei [ahren Bauzeit am 1 S. Oktober 1893 van Superintendent Benz geweiht werden. Eine umfangreiche Geldspende von Oskar Richter ermöglichte die Finanzierung zweier Glasgemälde und des Altares mit einem Relief des Bildhauers Oscar Rassau.

6S Als die Kapazität der kleinen, erst fünfundzwanzig [ahre alten Dorfschule infolge der schnell steigenden Einwohnerzahl (2 600 Einwohner um 1876) nicht mehr ausreichte, beschlossen der Gemeinderat und die Schulinspektion Dresden-Land den Neubau einer Schule an der heutigen Wägnerstraße / Ecke Kretschmerstraße. Der Bau entstand 187 S 17 6 nach den Entwürfen des Wettbewerbssiegers Paul Weidner unter

der Bauleitung von Friedrich August Hartmann. In acht Klassenzimmern fand der Unterricht in Religions- und Sittenlehre, Deutscher

Sprache und Mathematik, Geschichte, Naturkunde, Gesang, Zeichnen, Turnen und für Mädchen in Handarbeiten statt, wofür eigens eine Lehrerin angestellt wurde. In der benachbarten Turnhalle feierte man bis zum Bau der

Kirche die sonntäglichen Gottesdienste.

66 In Abgrenzung zur Stadt Dresden schuf sich die Gemeinde Blasewitz ein eigenes Gymnasium in der Kretschmerstraße. Die Wichtigkeit dieses Vorhabens wird durch die Anwesenheit des Königs Friedrich August lIl. bei der Einweihungsfeier am 3 O. April 1908 unterstrichen. Karl Emil Scherz, in dessen Händen der Entwurf und die nur knapp ein [ahr währende Ausführung des Baues lagen, führte einen modernen Schulbau mit kostbarer dekorativer Gestaltung im Inneren auf. In der Aula in der ersten Etage gab es ein großes Wandgemälde und an den Wänden hingen Zeichnungen von Professor Ernst Erwin Oehme. Der Einzugsbereich des Gymnasiums reichte über die Ortsgrenzen hinaus auf die benachbarten Gemeinden Loschwitz, Wachwitz und

Weißer Hirsch und erstreckte sich bis nach Dresden.

Dresden-Blasewitz

Realgymnasium

67 Die Post von Blasewitz zog 1891 in das Eckgebäude ]ustinenstraße / Berggartenstraße und erwarb das Haus 1901 als Reichseigentum. Anfangs gehörte Blasewitz mit zum Zustellbezirk der 1857 eingerichteten Loschwitzer Post, bis 1869 eine Blasewitzer Postanstalt mit eigenem Postkasten und Hilfsbeamten in derTolkewitzer Straße 4 eingerichtet wurde. Als Stadtpostanstalt von Dresden beschäftigte die Blasewitzer Poststelle 1 87 1 zwei Beamte und drei Unterbeamte. Diese Dienststelle erhielt 1880 die Einstufung zum Postamt Il. Klasse und ab 1899, als sie zum Postamt I. Klasse erhoben wurde, waren hier elf Beamte und siebzehn Unterbeamte tätig.

68 DasWaldparkhotel, Prellerstraße 1 6, im Stil italienischer Paläste, entstand

1869 kurze Zeit nach der Anlage des Waldparkes für Kurgäste und Pensionäre. [ohann Georg Faller betrieb als erster Wirt das Kurhotel, das vierzig Zimmer und zwei Säle umfaßte. Fallers Nachfolger, der Arzt Dr. Fischer, gestaltete das Hotel zu einer renommierten Heilanstalt für Magen-, Darm-, Herz-, Diabetes-, Rheuma- und Nervenerkrankungen um und konnte prominente Patienten, wie die Erbprinzessin Leopold von Anhalt, hier empfangen.

Tel. IIIG

Voldporll-Sonoforium Dresden-Bloseuntz

? Frledrldl Auguslslrasse 16

69 Zu den zahlreichen Denkmälern, Brunnen und bauplastischen Arbeiten, die der Akademieprofessor und Geheime Hofrat Georg Wrba für Dresden schuf, zählt auch die Brunnenanlage am Königsheimplatz. Die Ausführung des 1922 eingeweih ten Brunnens lag in den Händen des Amtsbaurates Borrmann, der Steinmetzfirma Eberlein und des Kunstgießers Zincke. Die Plastik im Zentrum der Anlage stellt Europa, die Geliebte des Zeus, dar. Als Stier verwandelt trug er sie nach Kreta und zeugte mit ihr Minos, Rhadamanthus und Sarpedon. Georg Wrba kam 1907 aus München und trat die Nachfolge Johannes Schillings an der Dresdner Akademie an. Er wohnte in Blasewitz, Gautschweg 1.

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