Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch in alten Ansichten Band 2

Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Christoph Schölzel
Gemeente
:   Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6495-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch in alten Ansichten Band 2'

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70 Bei einem Glas Böhmischen Bieres und der Lektüre der Elbgaupresse fühlten sich die Gäste von [ohann Otto Wüstners Restaurant in der Tolkewitzer Straße 8 wohl. Das Lokal, auch als Restaurant 'Zum Grünen Kranz' bezeichnet, war mit zahlreichen Raritäten ausgestattet, die sowohl eine altertümliche Atmosphäre verbreiteten als auch dem Hausherrn huldigten, wie an dem Porträt über derTür zu erkennen ist.

71 Der Apotheker Hermann Illgen kaufte im [ahr 1899 die im klassizistischen Stil 1891 von Martin Pietzsch für Leutnant Neumann errichtete Villa, Loschwitzer Straße 37. Illgen stammte aus Wurzen und hatte nach seiner Ausbildung 1880 eine Apotheke in Kötzschenbroda eröffnet. In dieser Zeit entwickelte er Phosphorpillen, die als Mäusegift während einer Mäuseplage in der Provinz Baden starken Absatz fanden und den Reichtum Illgens begründeten. Als Mäzen setzte er dieses Vermögen zur Unterstützung des Schulwesens, der Altersfürsorge und, nach der Gründung der 'GeheimratIllgen-Stiftung' 1921, zum Bau eines Sportstadions in Dresden ein.

Villa ltgen, Dresden-Blaseuntz

72 Auch als Kunstmäzen trat Hermann Illgen hervor. Die 192 1 gebildete 'HerrnannIllgen-Stiftung' finanzierte ein Kriegerdenkmal für Blasewitz und die Skulptur 'Der Verlorene Sohn ' vor der Kirche. Dabei handelt es sich um eine Sandsteinreplik der 1885 von dem Dresdner Bildhauer Hans RudolfHartmann-Mac Lean geschaffenen Marmorfigur, die gegenüber dem Eingang der Illgen -Villa stand. In großzügiger Weise stiftete Illgen weiterhin ein Kriegerdenkmal für seine Geburtsstadt Wurzen und unterstützte die Umgestaltung des Wurzener Domes durch den Bildhauer Georg Wrba. Aus Anlaß des 100. Todestages von Goethe stiftete er die GoetheKulturhalle in Leipzig.

73 Ein von der Gemeinde für den Geheimen Regierungsrat Arthur Willibald Köngsheim gestifteter Gedenkstein wurde 1888 als erstes Denkmal im Waldpark Blasewitz aufgestellt. Professor Robert Henze schuf das Reliefbildnis.

Königsheim, der am 18. März 1816 geboren wurde, erreichte mit Hilfe des 1869 gegründeten Waldparkvereins die Zusammenlegung von 128 Grundstücken und die Bewahrung dieses Areals vor der Bebauung. Auch auf die Bauordnung der angrenzenden Straßen und Villengrundstücke übte er Einfluß aus und beförderte das Schulund Verkehrswesen in der Gemeinde. Er starb arn 1 7. März 1886 in Blasewitz.

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Königskei11l-DmRlIlal itn.

74 Der Architekt Karl Emil Scherz verwandte Motive englischer Landschaftsarchi tektur bei seinem Entwurf für die 1901/02 errichtete Villa für Ernst Schmitz-Havre, Goetheallee 18.

Scherz, arn 31. August 1860 in Loschwitz geboren, lernte an den Gewerbeschulen in Dresden und Zittau und studierte an der Dresdner Kunstakademie bei Lipsius und Hermann und an der Technisehen Hochschule Charlottenburg. Mit seiner Rückkehr nach Blasewitz 1889 entfaltete er ein reiches Schaffen für den Ort. Dazu gehören der Kirchenbau, der Bau dreier Schulen, der Rathausbau und etwa sechzigWohnhäuser und Villen. Scherz wohnte in der heutigen Sebastian-Bach-Straße 18, wo er am 10. Oktober 1945 starb.

75 Die Villa des Rentiers Felix Schweighofer, die ab 1909 der Herzogin Marie von Mecklenburg-Strelitz gehörte, wurde 1906 an der ehemaligen Hochuferstraße (KätheKollwitz-Ufer 88) gebaut. Großartige Villen sollten auf dieser um 1 875 durch Aufschüttungen angelegten Straße ein Gegenüber zu den Loschwitzer Elbschlössern darstellen.

Der bewegten, in barocken Formen gebildeten Fassade dieses Gebäudes ist eine große Terrasse mit einem Brunnen im Parterre vorgelagert. Im [ahr 191 1 gestalteten hier JP. Großmann und Georg Heinsius von Mayenburg eine schöne Gartenanlage in sachlicher Formensprache.

76 Am Blasewitzer Elbufer errichtete von März bis Juni 1925 der Dresdner Ratszimmermeister Ernst Noack mit Unterstützung der Baufirmen Gebrüder Fichtner und Louis Geyer Nachfolger die Festhalle für das 1. Sächsische Sängerbundesfest. Die Halle überspannte bei einer Höhe von 24 Metern eine Grundfläche von 9240 Quadratmetern und bot auf der Bühne

12 000 Sängern und auf den Sitzbänken 13 000 Zuhörern Platz. Außer dem Empfang vor dem Dresdner Rathaus und dem großen Festumzug fanden in der Halle das Begrüßungskonzert, zwei Hauptaufführungen, drei Festabende, ein Kinderkonzert und das Jugend- und Schauturnen sowie die Abschlußfeier statt.

Xolle für dos I. Sëchs. Slfngerbundesfesf 2(}. - 2). Juni 1925

77 Dem verkehrstechnisehen Anschluß der wohlhabenden Gemeinde Blasewitz an Dresden sollte dreißig [ahre später die Eingemeindung zur Stadt folgen. Dresdens Oberbürgermeister Pfotenhauer, der Kreisdirektor von Könneritz, der Regierungsrat von Königsheim und weitere führende Persönlichkeiten eröffneten am 26. September 1872 die erste Dresdner pferdeeisenbahnstrecke zwischen Pirnaischem Platz und Blasewitz, die in zwei Etappen bis Plauen ausgebaut wurde. Im Iahr 1890 führte die Deutsche Straßenbahngesellschaft in Dresden eine zweite Linie, die 'rote Linie', nach Blasewitz ein. Die Gesellschaft baute auch 1893 die erste elektrifizierte Strecke in Dresden zwischen Schloßplatz und Schillerplatz.

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