Boizenburg in alten Ansichten Band 3

Boizenburg in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Rudolf Wulff, Erika Will, Otto Jahnke, Helmut Rackwitz und Hermann Topp
Gemeente
:   Boizenburg
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6440-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Boizenburg in alten Ansichten Band 3'

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19 Das Haus Königstraße 19 war lange im Besitz der Familie Schultz. Rechts im Gebäude befand sich ein Herrenfrisiersalon. Das Fachwerkhaus mit der typischen Fensterfront verweist auf den damaligen Baustil, den wir immer wieder bei der alten Bausubstanz vorfinden. Der Frisörmeister Walt er Schultz führte sein Handwerksgeschäft bis ins hohe Alter. Neben Rasieren und Haareschneiden führte der Meister stets politische Gespräche mit seinen Kunden auf einem hohen Niveau. Nach seinem Tode im [ahre 1976 wurde das Haus von der Konsumgenossenschaft käuflich erworben und mit dem ehemaligen Kolonialwarengeschäft Brandt zur Konsumkaufhalle 'Mittc' umgebaut. Noch heute erfreut sich diese Konsumkaufhalle großer Beliebtheit.

20 Das Haus Reichenstraße Nr. 14 gehörte der Malerfamilie Weiß. Die Aufnahme entstand 1908. Vor der Haustür stehen die Familien Weiß und Garber mit ihren Kindern. Karl Garber war Maurer von Beruf. Später war er lange [ahre als Stadtrat tätig. Das Mädchen links ist Liesbeth Garber, die spätere Frau von Gastwirt Ernst Brügmann. Karl Garber steht mit Frau Weiß oben in der Tür. Vor dem Haus wachsen noch schön geschnittene Linden; darunter steht die obligatorische Bank. Am unteren linken Fenster befindet sich ein Spion, durch den die Bewohner vom Wohnzimmer aus den Fußgängerverkehr beobachten konnten. Das Haus links ist abgerissen; dort steht heute das Ärztehaus. Das Haus rechts gehörte dem Uhrmachermeister Ludwig Behrends.

2 1 In der Reichenstraße 7 befand sich der Tabakwarenladen von Johannes Sass (1 87 11948). Die Werbeschilder machen das deutlich. Vor dem Ersten Weltkrieg verdienten in dem damals 4 239 Einwohner zählenden Boizenburg fünfzehn Bürger ihren Lebensunterhalt als Zigarrenmacher. Weitere fünf stellten Zigarren her und bezeichneten sich als Zigarrenfabrikanten. Sie waren jedoch keine Fabrikanten in heutigem Sinne. Auch Kautabak war damals sehr beliebt. Der Ladenbesitzer

Sass sitzt hier mit seinem Nachbarn Pelzer auf der Bank vor dem Laden.

22 Das Postgebüude (Bildmitte) in der Markttorstraße wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Im Oktober 1887 öffnete es zum ersten Mal seine Schalter. Seit 1712 gab es in Boizenburg ein 'Postcomptoir' . Es war das ausgebreitetste im Herzogtum. In der großen Posthalterei wurden zwischen 70 und 80 Postpferde gehalten. Die Berlin-Hamburger Eilposten hatten häufig sechs bis acht Beiwagen. Auch der Personen- und Güterverkehr aus Mecklenburg nach Lauenburg war sehr lebhaft. Der Straßenname 'Lauenburger Postweg' erinnert noch an die Route der damaligen Postbeförderung. Einer der sechs mecklenburgischen HauptPostkurse von Güstrow über Schwerin nach Hamburg führte durch Boizenburg.

ßoizenburq

Post

23 Eine Herrenpartie auf der alten Markttorbrücke, die 1926 durch einen Neubau ersetzt wurde. Das rechts neben der Brücke stehende Haus des ehemaligen Stadtholzvogtes wurde beim Bau der neuen Brücke abgerissen. Das Eckhaus an der Kleinen Wallstraße und Markttorstraße gehörte Bäckermeister Wohlers. Die Backwaren wurden in der großen Diele verkauft. Ein Schaufenster gab es nicht. Das nächste Haus gehörte dem Briefträger Puls. Es wurde 1996 wegen Baufälligkeit abgerissen. Das linke Haus gehörte Schuhmachermeister Boje. Er betrieb dort wie schon sein Vater eine Werkstatt.Als Boje 1953 starb, erlosch der Farnilienbetrieb. Das Haus lag nur wenig erhöht arn Wallgrabenrand.

Bei Hochwasser stand es schnell unter Wasser. Die Werkstatt lag höher als die anderen Räume. Dort konnte zum Staunen der Zuschauer noch weitergearbeitet werden. Dieses Haus und das von

Bäcker Wohlers wurden in den siebziger [ahren abgerissen.

24 Im Haus Markttorstraße lO hatte der Zigarrenmacher Georg Stamer Werkstatt und Geschäft. Auf der Ansicht aus dem [ahre 191 3 steht der Handwerker mit seiner Familie und seinen Gesellen vor einem der typischen Leitungsmasten mit einer Straßenlaterne. Am linken Bildrand befindet sich die Villa Krey. Laut Einwohnerverzeichnis sind im [ahre 1928 neben Stamer noch acht Zigarrenmacher in der Stadt ansässig. An der Hauswand befindet sich noch heute der Hinweis 'Zum Freibad' an der Elbe. Es war ein beliebter Wanderweg dorthin.

25 Stadteingang um 1913. Von der Bahnhofsvorstadt kommend, bietet sich dem Betrachter noch heute ein ähnlicher Anblick. Die im Vordergrund stehende Jugendstilvilla ließ der Mühlenbesitzer Ludwig Hinselmann 1907 erbauen. Um 1920 übernahm dessen Schwiegersohn, Johannes Krey, Mühle und Villa, und daher war das Haus lange [ahre hindurch unter dem Namen Villa Krey bekannt. Auf den Berufsstand des Besitzers wies ein am Schornstein angebrachtes Mühlenemblem hin. Bis 1974 war die Villa Internat der

1947 gegründeten Oberschule, der späteren EOS. Nach einem Umbau beherbergte sie bis 1991 einen Kindergarten. Heute ist sie wieder in Privatbesitz. Auf dem Bild ist gerade die Zeit der Heuernte, damals weitestgehend manuell bewältigt. Die

Chaussee erscheint ohne Fahrzeuge nahezu vereinsamt.

]Joiz:enburg (¤Ibe). Stadtelngang.

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26 Das alte Boizenburger Krankenhaus befand sich bis 192 2 in der Mühlenstraße. 1887 betrug der Verpflegungssatz 1,25 Mark pro Tag für hiesige selbstzahlende Kranke. Für Wäsche und Heizung waren im Winterhalbjahr 3 Mark, sonst 1,50 Mark wöchentlich zu zahlen. Damals verfügte das Krankenhaus über 1 6 eiserne Bettstellen und 1 6 Matratzen. Operiert wurde bei Petroleumlicht. Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es Überlegungen zum Neubau. Aus finanziellen Gründen entschied man sich für bauliche Veränderungen. Anstelle des Schweinestalls entstand ein Raum für Krätzekranke. Aus dem Kuhstall wurde ein Badezimmer. Nachdem das Haus nicht mehr als Krankenhaus genutzt wurde, diente es noch [ahrzehnte als Altersheim.

27 Das Haus in der Mühlenstraße 14 gehörte einst dem Elbfischer Wilhelm Boldt (1872-1954). Er war einer von vier Fischern, die es 1924 in Boizenburg noch gab. Die Fischereigebiete auf der EIbe waren genau festgelegt, so auch für die Brackeder Fischereiberechtigten. 1920 waren die Stadtverordneten sich einig, daß bei der Verpachtung der städtischen Fischerei auf weitere acht [ahre nicht auf eine hohe Pachteinnahme zu sehen sei, sondern auf eine ausgiebige Versorgung der hiesigen Einwohner mit Fischen. Das am Ende der Mühlenstraße gelegene, an zwei Seiten vom Wallgraben umgebene Grundstück war früher oft vom Elbhochwasser eingeschlossen und nur per Kahn erreichbar.

28 Die 'Neue Apotheke' in der Mühlenstraße wurde 1793 gegründet. Von nun an gab es die 'Alte Apotheke' am Kirchplatz und die 'Neuc' in der Mühlenstraße. Beide wetteiferten um die Gunst der Kunden. Früher stellten die Apotheker manche Heilmittel selbst her. In den Apotheken bekam man auch allerlei für das 'liebe Vieh', so Futterkalk und Desinfektionsmittel für den Stall. Nach dem Tode des letzten privaten Inhabers Christian Mundt (18531955) wurde die 'Neue Apotheke' noch bis Oktober 1972 in diesem Haus als staatliche Apotheke weitergeführt.

Neue Apotheke Chr. Mundt Bolzenburg (Eibe)

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