Boizenburg in alten Ansichten Band 3

Boizenburg in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Rudolf Wulff, Erika Will, Otto Jahnke, Helmut Rackwitz und Hermann Topp
Gemeente
:   Boizenburg
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6440-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Boizenburg in alten Ansichten Band 3'

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29 Der Blick vom Wall bis zum Marktplatz ist noch heute ein beliebtes Fotomotiv. Die Strecke von derWallgrabenbrücke bis zur Baustraße hieß im Volksmund 'Kantorsteig' . In der linken Bildhälfte ist zu erkennen, daß die Grundstücke am Wallgraben einst kleine liebevoll gepflegte Gärten hatten. In einer alten Stadtbeschreibung heißt es, daß' das krause GewinkeI der Häuser und Höfe, die hier auf schmalem Raum zusammengedrängt, noch Platz lassen für ein bescheidenes Gärtchen, das sommers in üppigem Blumenschmuck

prangt' . Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Bei dem Paar, das gerade über die Wallbrücke spaziert, handelt es sich um das Pastorenehepaar ]archow.

30 Partie an der Boize. Von der Straße 'Vor dem Mühlentor' her, vorbei am Albrechtschen Gehöft, führt der Spazierweg entlang des Boizekanals hin zur Außenmühle und zur Quöbbe. Einige der sich zur Wasserseite neigenden Bäume stehen noch heute, jetzt aber alt und knorrig. Ruhig fließt das Wasser zur Wallanlage hin; verträumt liegt die Wiese zur Rechten. Zur Linken erstrecken sich die Amtsgärten. Diese sich um 1930 darbietende Idylle gibt es nicht mehr. In den Amtsgärten hat sich ein kleines Neubaugebiet entwickelt. Recht beschaulich muß es vor vielen ]ahrzehnten in Boizenburg gewesen sein.

31 Der langeWall. Von der Klingbergstraße kommend, überschreitet der Spaziergänger die im Vordergrund sichtbare kleine Brücke (früher soganannte Herrenbrücke ), unter der vom Boizekanal aus das Wasser zur inneren Seite der ehemaligen Stadtbefestigung geleitet wird. Im Verlauf des 18. Iahrhunderts entstand aus ihr die heute schön gepflegte Lindenallee, die, flankiert von kleinen Holzstegen, Wahrzeichen und Schmuckstück der Stadt ist. Einst zur Verteidigung nach der Landseite zu geschaffene Befestigung, ist sie heute eine beliebte Flaniermeile. Bis zur Post bzw. Markttorstraße erstreckt sie sich als 'Langer Wall' , danach als 'Kurzer Wall' bis zum Fürstengarten. Dieser Teil des Walls - er war einst auch Arbeitsstätte der Seilerwurde nach dem niederdeut sc hen Wort für Seil im vori-

gen Jahrhundert Reeperbahn genannt. Heute blühen hier im Frühjahr Hunderte von Krokussen.

32 Die Stadt ist umgeben von einer Wallanlage mit einem alten Lindenbestand. Der innere und äußere Wallgraben runden das Ensemble der gesamten Wallanlage ab. Am Kurzen Wall erweitert

sich der äußere Wallgraben zum AltendorferTeich. Es war von jeher Sitte, zwischen den Bäumen des Walls eine Leine zu spannen, um dort dann die Wäsche zum Trocknen aufzuhängen, wie es auf dem Bild zu sehen ist. Mächtige Weiden sind inzwischen am Ufer des Teiches gewachsen, die sich mit ihrem Stamm und der Krone tief zum Wasserspiegel neigen.

33 Vom Fürbergraben ist folgendes überliefert: 1762 empörten sich die Bürger, daß die Schuster durch das Wässern der Häute das Wasser verunreinigten. Damals stellte diese Zunft die meisten Handwerker. 1 81 9 hatte Boizenburg

58 Schuhmacher mit 22 Gesellen und 13 Lehrlingen, aber nur 2 800 Einwohner. 1734 gab es Streit, weil der Rat den Färbergraben an den Scharfrichter Kaufmann verpachtet hatte. Auf Grund der Bürgerproteste wurde der Vertrag rückgängig gemacht. Wegen aufgetretener CholeraErkrankungen wurde 1892 das Wasser des Färbergrabens von zwei Rostocker Professoren untersucht. Damals hatte die Stadt noch keine Wasserleitung. Die vorn liegende Wiese am Färbergraben hieß 'Spitzer Ort'.

Die abgebildete Postkarte stellt insofern ein Kuriosum dar, als sie seitenverkehrt ist.

34 Die heutige Straße Altendorf, in der Form eines Teilrundlingsdorfes angelegt, soll bereits zur slawischen Siedlungszeit eine Markt - bzw. Dienstsiedlung der im Fürstengarten gelegenen Niederungsburg gewesen sein. Altendorf gehörte jahrhundertelang nicht zu Boizenburg, sondern unterstand landesherrlicher Verwaltung und Gerichtsbarkeit. Es hatte damals einen eigenen Friedhof und eine eigene Schule. Erst im 19. Jahrhundert wurde Altendorf aus Landesherrnbesitz an die Stadt Boizenburg abgetreten. Im Mecklenburgischen Adreßbuch van 1914 sind für Altendorf fünfzehn Büdner mit ihren Familien verzeichnet. Anzeigen für ein Konzert der Liedertafel mit dem Stadtmusikus Fick am 20. Oktober 1847 in Kleppers Hotel im Boizenburger Wochenblatt vom 16. und

20. Oktober 1847 'zum Besten der Abgebrannten in Altendorf' zeugen von einer Brandkatastrophe in dieser Ansiedlung und der Solidarität der Boizenburger.

35 Frühjahrhochwasser an der Quöbbe. Jahrhundertelang bedrängte das Hochwasser, zumeist war es im Frühjahr zur Zeit der Schneeschmelze, die Stadt und ihr tiefgelegenes Umland. Fortbewegungsmittel waren dann nur noch die Kähne. Das Sägewerk Bädker - heute befindet sich dort die Firma Stahlbau - mußte dann immer seinen Betrieb einstellen, und oft wurden die Langholzstämme fortgeschwemmt. Bei starken langandauernden Niederschlägen bildete sich auch das Sommerhochwasser, das dann viele Kulturen der Kleingärten zunichte machte, letztmalig im Sommer 1958. Erst als man 1960 die mecklenburgisc he Elbseite der Staustufe Geesthacht wegen eindeichte und Schöpfwerke errichtete, war die Hochwassergefahr gebannt. Zum Horizont blikkend wird sichtbar, daß zu

dieser Zeit - es sind die [ahre vor 1930 - der Stadtteil Siedlung noch nicht besteht.

36 Vom Wall bietet sich ein hübscher Blick auf die Stiftstraße. Die von den Bauherren Stadtinspektor Voss Nr. 14 und Schneidermeister Ahrens Nr. 19 erbauten Häuser eröffnen den Reigen der Neubauten in der Stiftstraße. Begrenzt wird die Stiftstraße durch die anschließende Ziegenwiese mit der herrlichen Eiche. Im Winter wird diese Wiese bei Frost geflutet und von der Jugend als Schlittschuhbahn genutzt. Die Schlachter und Gastwirte der Stadt nutzten die Eisflächen zum 'Eisen' , um in den Eiskellern Kühlmöglichkeiten für den Sommer zu haben. Das am rechten Bildrand sichtbare Haus vom ehemaligen Tierarzt Brumm ist für illegale Grenz-

gänger aus den [ahren 19451949 zum Begriff geworden, da sie hier am Sitz der sowjetischen Kommandantur vorübergehend in Gewahrsam genommen wurden.

37 Das Stift St. Jürgen in der Schwartower Straße ist die älteste soziale Einrichtung Boizenburgs. Bereits 1301 wurde

das 'St.-Georgen-Spital' erwähnt, das heutige Stift St. Jürgen. Seit [ahrhunderten wurden darin alte Menschen aufgenommen. Zur Stiftung gehörte bedeutender Grundbesitz. Die Überschüsse daraus wurden für 'Schulzwecke, für verschämte Arme und zur Krankenpflege' verwendet. Bis 1884 unterstand das Stift dem Landesherrn. Später wurde es umgebaut und von der Stadt Boizenburg übernommen. Heute erinnert nichts mehr an das frühere Armenhaus.

BOIZENBURG a. E.

Stift St. Jürgen

38 Diesen Blick auf die Stadt Boizenburg genoß man um 1900 von dem heutigen Grünen Weg aus. Alle erkennbaren Bauten sind bis heute erhalten. Hinten links steht die St.-Marien-Kirche als prägnantes Wahrzeichen. Das nächsthöhere Gebäude rechts daneben ist die 1888 erbaute Ludwig - Reinhard -Schule. Davor lugen Dach und Zwischengiebel des Zweifamili enhauses Mühlenteich Nr. 1 und 2 hervor. Weiter davor sieht man Giebel und Dach des Stiftes St. ]ürgen. Im Vordergrund befindet sich das lange Dach der Grützmachersehen Scheune. Zwischen beiden letztgenannten Gebäuden verläuft die Schwartower Straße.

Gruss aus ]joi.<ellburg a .. ê.

Bliek uuf d.e Stadt.

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