Boizenburg in alten Ansichten Band 3

Boizenburg in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Rudolf Wulff, Erika Will, Otto Jahnke, Helmut Rackwitz und Hermann Topp
Gemeente
:   Boizenburg
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6440-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Boizenburg in alten Ansichten Band 3'

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39 Vom Schäferbrink aus bietet sich ein beruhigender Blick auf den Ostteil der Stadt, die Marschwiesen und Gothmann. Noch befinden sich auf der Nordseite der Schwartower Straße unterhalb der Villa Berta, deren Stützmauer ganz vorn zu sehen ist, gepflegte Gärten. Es ist die Jahreszeit der beginnenden Baumblüte. Die heutige Stiftstraße mit ihren Einzelhäusern existiert noch nicht. Nur zwischen Wallanlagen und Quöbbe ist der baumbestandene aufgeschüttete Damm, der an der Quöbbe endet, zu sehen. Der als Fortsetzung verlaufende Fußweg hin zur Schwartower Straße läßt sich ähnlich wie das Gleis der Hafenbahn nur erahnen. Östlich der Ziegenwiese bestehen bereits die Kleingärten, durch eine hohe Allee von der Stadt getrennt. Die HamburgBerliner Chaussee mit dem

Chausseehaus hat noch recht kleine Bäume; sie verliert sich fast in der Weite der Marsch. Eine beschauliche Idylle für die Gäste der damaligen Pension Villa Berta.

Boizenburg

Teilansicht.

40 Das Haus Schwartower Straße Nr. 29 mit dem Baujahr 191 1 ist ein Beispiel für den Baustil in mecklenburgischen KleinstädtenAnfang des 20.Jahrhunderts. Damals galt Fachwerk als ärmlich und war nicht mehr gefragt. Die dazugehörige Scheune (rechts) aus älterer Zeit hat noch Fachwerk. Der Bauherr, Ackerbürger Ernst Stein, kehrte aus dem Ersten Weltkrieg nicht zurück. Sein Sohn Ernst fiel im Zweiten Weltkrieg. Dessen Mutter, Berta Mädge verwitwete Stein geborene Behm (bis 1948 Hebamme in Boizen burg) , verkaufte das Haus an den Ackerbürger Paul Rabe. Dieser lebte bis zu seinem Tode 1996 darin.

41 Die Gaststätte 'Lindenhof' , Schwartower Straße 43, schaut auf eine lange Tradition zurück. Schon in der napoleonischen Zeit um 1810 erhielt der Schäfer [ohann Christian Friedrich Möller die Genehmigung zur Führung der Gaststätte. Seine Tochter Maria Christine Frederike heiratete 1834 den Arbeitsmann Heinrich Koop aus Nastorf. Beide übernahmen um 1850 von ihren Eltern die Gaststätte. Um die Jahrhundertwende wurde dieses Bild aufgenommen. Es zeigt das Koopsche Ehepaar (linke Seite der Haustür) in der Mitte ihrer zahlreichen Gäste. Dieses Bild spiegelt die Beliebtheit der Gaststätte wider. 1924 und 1984 erfolgten Um- und Ausbauten des Gebäudes. Frau Anna Koop geborene Thiele (1897 -1992) machte sich als Wirtin einen guten Namen. Liebevoll wurde sie von ihren

Gästen 'Tante Anna' genannt. Heute wird die Gaststätte von ihrer Enkelin Renate verehelichte Buck in sechster Generation geführt.

42 Für die Erholung und die Freizeitgestaltung hatten die Eichen, ein Bestandteil des grünen Gürtels der Stadt, immer eine große Bedeutung. Promenadenwege undAussichtspunkte machten den Stadtwald anziehend. Die Jugend der Stadt verbrachte hier einen großen Teil ihrer Freizeit. Diesen herrlichen Blick auf die St.-Marien-Kirche kann man heute nicht mehr nachvollziehen, da in der Zeit von achtzig [ahren der Baumbestand so sehr gewachsen ist, daß die Aussichten zum größten Teil versperrt sind.

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Promenade In den Elchen.

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43 In den zwanziger [ahren eröffnete sich ein wunderbarer Blick von den Eichen in Richtung EIbe. Im Vordergrund befindet sich das Haus Schwanheiderweg Nr. 18, links dahinter das zweieinhalbgeschossig e Wohnhaus in der Gartenstraße Nr. 26. Das herrliche Türmchen weist auf die Friedhofskapelle hin. Dahinter reckt sich der Schornstein der Sägerei von Hugo Wehmann in die Höhe. Als Abschluß ist die EIbe sichtbar. Von diesem Standort führt ein steiler Weg hoch zum Wasserturm, von dem man früher eine gute Sicht weit in das Hannoverland hatte. Die im Vordergrund sichtbaren Eichen haben heute bereits einen Durchmesser von

7S cm.

44 Dieses Foto trägt den Firmenstempel van Boizenburgs erstem Fotografen Ferdinand Karwatky (1816-1885), es könnte also vor 1885 entstanden sein. Da das Atelier von der Familie weitergeführt wurde, ist aber auch die Urheberschaft eines Nachfolgers möglich. Auf dem Hof hinter der Scheune wurden die auf dem Buschwerder zwischen Hafen und EI be geschnitteten Weidenruten geschält und verkaufsfertig gemacht. Hierzu waren viele Hilfskräfte nötig. Der damalige Pächter des Buschwerders ist nicht bekannt. Der letzte Pächter, Ackerbürger Hermann AIbrecht (1874-1961), lieferte die Weidenruten hauptsächlich nach Geestemünde und Bützow-Dreibergen. In

Geestemünde fertigte man daraus Fischkörbe; in der Landesstrafanstalt BützowDreibergen stellten die Gefangene Korbwaren her. Im Boizenburger Heimatmuseum befindet sich ein alter Strand-

korb, der aus Weidenruten vom hiesigen Buschwerder geflochten wurde.

45 Die Straße 'Vor dem Müh!entor' mündet in die Klingbergstraße ein. Das Werkstattgebäude des Stellmachermeisters Wilhelm Krahn wurde erst nach dem Ersten Weltkrieg mit einem neuen Anbau als Wohnhaus versehen. Im Vordergrund schmiegt sich das kleine Wohnhaus Vor dem Mühlentor 9 an die dahinterliegenden repräsentativen Bürgerhäuser an. Dem Vernehmen nach soll dieses Haus die pferdewechselstelle für die Postkutschen zwischen Boizenburg und Lauenburg mit den Endzielen Schwerin und Hamburg gewesen sein. Schon um die Jahrhundertwende verfügte die Stadt über elektrischen Strom, den der Mühlenbesitzer Hinselmann

unter Ausnutzung von Wasserkraft erzeugte und mit Hilfe der im Bild sichtbaren Lichtmasten zum Verbraucher leitete.

46 'Twest's Garten' mit Gaststätte befand sich in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts auf dem jetzigen Krankenhausgelände an der Hamburger Straße. Ein Zeitungsbericht vom 20. August 1879 lobt 'den schön angelegten, sorgfältig gepflegten und brillant illuminierten Garten'. Bei der jährlichen Sedanfeier am 2. September zur Erinnerung an die siegreiche Entscheidungsschlacht im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 war 'Twest' s Garten' Festlokal. Er spielte im gesellschaftlichen Leben der Stadt eine beachtliche Rolle und war ein beliebterTreffpunkt der Boizenburger. Nach dem Besitzerwechsel hieß dieses Objekt ab 1890 'Flora-Gar-

ten'.

47 DerFlom-Carten'urn 1900. Er hieß bis 1890 "Twest's Garten' und hatte sich standortmäßig nicht verändert. Gartenfeste mit Luftschaukel und Karussell boten den Boizenburgern um die Iahrhundertwende manche Abwechslung. Auch Kreislandwirtschaftsausstellungen wurden hier durchgeführt. 1913 kam sogar der Großherzog mit Gattin als Ehrengast zu dieser Ausstellung.

48 Die Gaststätte 'Flom-Carten' (1890-1922) war Nachfolgerin von "Twest's Garten'. Einigen Vereinen, darunter der Arbeiter- Radfahrer- Bund 'Solidaritát'. diente der 'FloraGarten' als Vereinslokal. Hier feierten sie ihre Feste, auf denen Preiskegeln und Schießen für die Herren, Vogelschießen und Würfeln für die Damen zum Programm gehörten. Zu den verschiedensten Anlässen, zum Beispiel Herbstmarkt und Sedanfeier, wurden große Bälle veranstaltet. Für SO Pfennige Eintritt (1890) gaben Rezitatoren literaturkostproben. Auch Partei- und Gewerkschaftsversammlun gen fanden im 'Flora-Garten' statt. Nach mehrmaligem

Eigentümerwechselkam 1922 das Ende dieser traditionsreichen Gaststätte. Das Gebäude wurde zum Krankenhaus umgebaut.

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Konrad Haupt Göhnho!z Hotel Boizenburg (Elbe)

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