Boizenburg in alten Ansichten Band 3

Boizenburg in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Rudolf Wulff, Erika Will, Otto Jahnke, Helmut Rackwitz und Hermann Topp
Gemeente
:   Boizenburg
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6440-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Boizenburg in alten Ansichten Band 3'

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49 Am Fährhaus Boizenburg legten bis zum Zweiten Weltkrieg regelmäßig Ausflugsdampfer und Passagierschiffe eines Linienverkehrs zwischen Lauenburg und Wittenberge an und nahmen Fahrgäste an Bord, wie dieser Raddampfer. Im Fährhaus gab es einstmals eine gute Gastlichkeit. Viele Feste wurden in ihm gefeiert. Seit Anfang der fünfziger [ahre besteht die Gaststätte nicht mehr. Zunächst nutzten DDRGrenzorgane noch das Gebäude; später wurde es abgebrochen. An das Haus erinnern nur noch Grundmauerreste. 1993 wurde dort eine Anlegestelle eingerichtet, und eine Treppe führt vom DorfVier mit 160 Stufen her-

unter. Das Fährhaus war früher über den Fährweg (jetzt Gelände der EIbewerft) und einen Hangweg erreichbar. Der Hangweg wird zur Zeit wieder gangbar gemacht. Der Anlegesteg gestattet es

seit 1994 auch, daß der Lauenburger Raddampfer 'Kaiser Wilhelm' dort wieder anlegen kann, damit Passagiere zu- und aussteigen können.

SO Im Vordergrund bereiten Zimmerleute gerade Bohlen für ein Bauwerk vor. Das Gelände gehörte zur Sägerei Ziegert, die sich ab Höhe Lauenburger Postweg bis hierher erstreckte. Das Sägewerk brannte 1929 völlig nieder. Dieser Platz grenzt an die damalige Sägerei Wehmann. Beide Flächen sind während der DDR-Zeit an die EIbewerft übergegangen. Links außen ist das ehemalige Elbzollhaus und heutige Verwaltungsgebäude der Werft zu erkennen. Der ehemalige Speicher rechts daneben wurde abgebrochen. Daran anschließend steht das ehemalige Maschinenhaus der Sägerei Wehmann. Darüber liegt die Villa am Schloßberg. Rechts neben dem Maschinenhaus erkennt man ein Stück vom Schützenhaus und der früheren Gießerei Beckhaus. Das Gebäude rechts und das mit der Dach-

gaube mußten der Straßenerweiterung der damaligen F5 in den dreißiger [ahren weichen. Die Höhenkuppe im Hintergrund gehört zum heutigen Stadtpark.

51 So sah die BoizenburgerWerft um die Jahrhundertwende aus. Fast sämtliche Arbeiten wurden damals unter freiem Himmel durchgeführt. Die primitive Halle beherbergte Werkzeuge und Modelle. 1793 gründet Schiffszimmermeister Hans Jürgen Peter Lemm die Werft. Bis 1917 bleibt sie in Famili enbesitz. Danach durchwandert die Werft verschiedene Eigentumsformen. Sie hat zu DDR-Zeiten zeitweise rund zweitausend Beschäftigte. Heute ist sie eine GmbH mit rund dreihundert Mitarbeitern. Die Werft begann mit dem Bau von hölzernen Elbkähnen. Bereits 1832 wurden Raddampfer gebaut, wovon die 'Alexandrinc' 1840 den Personenverkehr zwischen Hamburg und Boizenburg aufnahm. Spezialboote mit Gasantrieb, Frachter, Hebeschiffe, Kriegsproduktionen, Fischereifahrzeuge, Motorgü-

terschiffe, 130 Meter lange Binnenfahrgastschiffe nennen nur einen Teil der abwechslungsreichen Produktionspalette der über zweihundert [ahre alten Werft.

5chlff5~ erft.

52 Panorama der Stadt vom Stadtpark aus gesehen, steht auf dieser Ansicht. Das Panorama beginnt im Vordergrund mit dem 1925 erbauten Schützenplatz. Er entstand mit Hilfe eines Darlehens der Schützenbrüder. Hinter der weißen pfahlreihe liegt die neue Schießbahn. Der Sand, der zum Entstehen dieses Platzes abgetragen werden mußte, diente zum Auffüllen der Hafenböschung, damit diese vom Hochwasser freigehalten werden konnte. 1928 ging der Schützenplatz in den Besitz der Stadt über. Der in der Bildmitte sichtbare Schornstein gehörte zum Sägewerk Ziegert. Weiter rechts steht der markante Kirchturm, umgeben von den Linden der Wallanlagen und des Kirchplatzes. Im Hintergrund links ragen die Schornsteine der Plattenfabrik hervor. Etwas rechts davon

erkennt man schwach die 1930 abgebrannteWindmühle.

53 Jedes [ahr im Sommer wurde in Boizenburg das Schützenfest sehnlichst erwartet. Vom Schützenhaus führte ein gepflasterter Weg hinauf zum Schützenplatz, der jedoch bei sommerlichem Wetter staubig und heiß war. Das war bedingt durch die Lage zwischen noch nicht bewachsenen Hängen, die den Platz an der Nord- und Westseite umgaben. Die Besucher ließen sich aber nicht von diesen Bedingungen abhalten, ihren Vergnügungen nachzugehen. Auf dem Platz luden das Autokarussell sowie Verkaufsbuden mit Würstchen und Getränken zum Verweilen ein. Aber auch andere Artikel wurden angeboten. Im FestzeIt wurde tüchtig gefeiert. Aufgestellte Büsche spendeten beim Essen und Trinken erholsamen Schatten.

S4 Das Gasthaus Vierkrug lag, umrahmt von herrlichem Buchen-undTannenvvilld,an der Hamburg-Berliner Chaussee. Gasthaus, Pension Waldfrieden und Försterei bildeten ein Ensemble, das zur Erholung, zum Feiern und zum Rasten gern angenommen vvurde. Nach ein paar Schritten durch den angrenzenden Wald sah man von den steil abfallenden Elbbergen hinunter in die breite Elbniederung und hinüber zu den Lüneburger Bergen. Durch die Wolfsschlucht, bevvachsen mit einem hohen Altbestand von Buchen, führte ein bequemer Fußvveg über die Elbvviesen zum Strom. Diese ideale, an Schönheiten so reiche Landschaft war schon Ende des 19. Jahrhunderts ein beliebtes Ausflugsziel für Betriebe und Vereine. Bedingt durch die

Verschärfung des Sicherheitsbedürfnisses der DDR, mußten in den siebziger [ahren die Bauten undAnlagen vveiehen. Hierbei vvurde die Wolfsschlucht größtenteils eingeebnet.

55 Zwischen Boizenburg und Lauenburg lagen die Büdnereien Nr. 4 und Nr. 5 zu Vier inmitten des Elbhanges. Heinrich Dührkop aus Altendorf erwarb 1853 für sein Mündel [ohann Friedrich Heinrich Dührkop (1836-1928) die Büdnerei Nr. 4 (im Hintergrund) mit einer Größe von

1 1 16 Ruten (2,4 ha). Für die überlassenen Ländereien hatte der Büdner eine Grundsteuer von zehn und ein viertel Scheffel Roggen Landesmaß zu entrichten. Dieser Roggen wurde aber nicht in natura gegeben, 'sondern alle zwanzig [ahre nach dem marktgängigen Mittelpreis der zunächstvorangegangenen zwanzig [ahre zu Gelde in Courant jeweils Quartalratis' an das Großherzogliche Amt in Boizenburg gezahlt. Die Büdnerei Nr. 4 mit ihrer

wunderbaren Lage am Elbberg hang mußte im [ahre 1972, in dritter Generation der Familie Dührkop gehörig, dem Sicherheitsbedürfnis der DDR weichen und wurde zusammen mit der Büdnerei

Nr. 5 eingeebnet. Heute weisen nur noch Fundamentreste den Standort nach.

56 Die älteste Boizenburger Ansicht stammt aus demjahre 1792. Der Boizenburger Bürger und Maler [ohann Carl Christian Kölbel (1770-1852) schuf ein Aquarell, das den Blick über die Elbmarsch auf die Stadt zeigt. Damals stand im Fürstengarten noch eine Windmühle. Deutlich sichtbar sind Kirchturm und Rathausspitze. Bei genauem Hinsehen erkennt man im Hintergrund der rechten Bildhälfte den Turm des Markttores. Es wurde im 19. [ahrhundert abgerissen. Der Weg rechts im Bild ist noch vorhanden. Er beginnt am Heller und führte zur Elbe. Heute endet er an der Sude. Die Elbwiesen werden wie in früheren Jahrhunderten als Kuhweide genutzt.

57 In den letzten 140 [ahren hat Boizenburg sich stark verändert. Diesen Blick über Boizenburg fotografierte Boizenburgs erster FotografFerdinand Karwatky (1816-1885). Er betrachtete hier um 1860 vom Standort Galgenberg aus die Stadt. Man erkennt sehr deutlich im Hintergrund der linken Bildhälfte die von der Lindenallee der Wallanlagen umrahmte Altstadt. Ganz links auf gleicher Höhe steht noch das Chausseehaus. Im rechten Hintergrund fließt die EIbe vorbei, und davor liegt die Grote Marsch mit den Wasserflächen des Schacksgrabens. Die Häuserzeilen vor dem Hafen gehören zur heutigen Hamburger Straße. Die Garten- und auch die Bergstraße sind hier noch Gärten. Links davon sieht man die Gebäude der Straßen An der Quöbbe, Schwartower Straße, Vor dem Mühlentor und Schwanheider

Weg. Vorn ragt zwischen Büschen derTurm der 1788 van Sophia Elisabeth Regass geborene Fischer erbauten Friedhofskapelle hervor.

58 Das Panorama der Altstadt Boizenburgs um 1900, vom Elbberg entlang der Hamburg-Berliner Chaussee (alte B 5) gesehen. Im Vordergrund links erkennt man 'Clarens Hof'. Er wurde 1779 als Speicher erbaut und später zum Wohnhaus umgebaut. Heute befindet sich darin eine Außenstelle des Bundesverwaltungsgerichtes. Rechts daneben sieht man die Anlage des 'Roten Hauses'. eines Gasthauses, das 1910durch einen Brand vernichtet wurde. Dahinter erkennt man die Dächer zweier Scheunen bzw. Speicher, die heute nicht mehr bestehen. Rechts neben dem 'Roten lIaus' steht das ehemalige Elbzollhaus

(erbaut 1928), in dem sich heute die Geschäftsführung der EIbewerft befindet. Dahinter und rechts daneben sieht man ein Stück Hafen und die Elbmarsch. Zwischen

dem beschriebenen Gebäudekomplex und der Altstadt gibt es nur wenig Bausubstanz. Die Bebauung dieses Teils der heutigen Hamburger Straße ist erst später erfolgt.

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