Boizenburg in alten Ansichten Band 3

Boizenburg in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Rudolf Wulff, Erika Will, Otto Jahnke, Helmut Rackwitz und Hermann Topp
Gemeente
:   Boizenburg
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6440-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Boizenburg in alten Ansichten Band 3'

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59 Der Pavillon bei den 'Zwölf Aposteln' auf dem Elbberg bot Spaziergängern Schutz vor einem plötzlichen Regenschauer und eine gute Aussicht auf Hafen und Elbe. Den Pavillon umgaben einst im Halbkreis zehn hohe alte Bäume. Zwei standen auf der anderen Chausseeseite. Diese beiden der 'Zwólf Apostel' nannte man Judas und Thomas. Überliefert ist, daß man die zwölfBäume zu Ehren von zwölf französischen offizieren pflanzte, die in den napoleonischen Kriegen hier begraben wurden. Nach 1945 wurde bei den 'Zwólf Aposteln' Streusalz gelagert. Danach gingen die Bäume ein. Der altersschwache Pavillon wurde abgerissen. Wo einst die 'Zwólf Apostel' standen, wurden 1996 zwölf junge linden angepflanzt und Parkbänke aufgestellt.

60 Sommerhochwasser auf den EI bwiesen. An die jährlichen Überschwemmungen waren die Bewohner der mecklenburgischen Elbmarsch seit ihrer Kindheit gewöhnt. Man stellte sich darauf ein, bot doch der Fluß Existenzmöglichkeiten verschiedener Art, trugen die Wiesen, nach dem Rückgang der Frühjahrsflut gut mit Nährstoffen versehen, reichliches Gras. Gefürchtet war das Sommerhochwasser, denn da war die Heuernte und damit die Futtergrundlage für das Großvieh im Winterhalbjahr in Gefahr. Auf dem Bild versucht ein Landwirt das wohl noch nicht gänzlich getrocknete Heu in Sicherheit zu bringen. Schnell muß es gehen, denn die Flut steigt ständig: Pferd und Wagen können eventuell Gefahr laufen, nicht mehr rechtzeitig auftrockenes Gebiet zu kommen. Bleibt dann ein Wagen

stecken, hilft nur noch das rasche Ausspannen der pferde. Hier aber scheint es zu gelingen; dem Gespann wird nur noch eine Verschnaufpause gegönnt.

61 Mit der Heuernte auf den Elbwiesen wurde das nötige Rauhfutter für die Kühe gewonnen. Bei dieser Arbeit mußten alle Familienmitglieder mitwirken. Auch in den zwanziger [ahren herrschte noch die Handarbeit vor. Das Heuen, Kehren, Wenden, Häufeln und Reihen wurde meistens von den Frauen vorgenommen. Das Aufstaken und Laden erfolgte überwiegend durch die Männer. Aber auch für die Kinder blieb noch Arbeit übrig. Diese wurden meistens für das Nachharken eingesetzt. Es war der Stolz der Ernteleute, wenn die Heufuhre gerade und eckig mit dem Bindebaum festgezurrt werden konnte.

62 Im [ahre 1933 wurde der Ausbau der EIbe vorgenommen. Stackarbeiter sind damit beschäftigt, Faschinenmatten für den Ausbau und für die Befestigung des Ufers herzurichten. Gegenüber auf der Mecklenburger Seite ist ein Dampf- Eimerkettenbagger bei der Begradigung des Elbufers im Bereich des heutigen Ortsteils Vier zu sehen. Zur Elbregulierung wurde bereits am 1 S. November 1898 in der Elb-Zeitung vermerkt: 'Der neuzeitliche Stromausbau hat in den letzten [ahren der EIbe ein wesentlich verändertes Bild gegeben. Die vielen Buchten und Einschnitte auf der langen Elbstrecke sind mehr und

mehr verschwunden, das Bett ist eingeengt. Der durch die Baggerung gewonnene Sand wird zur Beschüttung der zu beiden Seiten des Stromes gebauten Buhnen verwandt. Waren die genannten Buchten

und Einschnitte die besten Laich- und Schonreviere der Fische, so ist mit dem Zuschütten dieser Stellen auch der Fischreichtum verringert worden.'

63 Die Wasserbauer, genannt Stacker, haben sich bei der Reparatur der Buhne für den Fotografen in Positur gestellt. Die Buhnen haben die Aufgabe, die Geschwindigkeit des Fließwassers zu bremsen, um das Erosionsproblem im Fluß positiv zu beeinflussen. Diese Arbeiten sind wichtig für den Fortbestand der Auwälder, Feuchtgebiete und Altwasserbereiche und sorgen gleichzeitig dafür, daß die Schiffahrt mit einer maximalen Tauchtiefe rechnen kann. Die Wiederherstellung der Buhnen ist sehr aufwendig, da sowohl der Unterbau als auch die Pflasterung des Buhnenkopfes und der Buhnenkrone zu erfolgen haben.

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64 Viele Boizenburger und Besucher verbrachten ihre Freizeit im Sommer am Elbestrand. Dieser Blick vom Pavillon am Freibad zeigt links oben die alte Einmündung der Sude in die EIbe. Auf Grund des Baus der Geesthachter Staustufe wurde das Flußbett der Sude jedoch parallel zur EIbe bis zur Hafenmündung verlegt, damit ein weiterer Hochwasserschutz für die Stadt gewährleistet ist. Durch die beidseitige Eindeichung der Sude bedingt, ist die EIbe an diesem Standort nicht mehr auf direktem Weg zu erreichen. Der Pavillon diente nicht nur zur Bewirtung der Gäste, sondern war auch gleichzeitig Anlegestelle für die Fähre nach Brackede. Der erhöhte Wasserstand der EIbe und die Biegung des Flusses in Richtung Radegast

im Hannoverland bringen die imposante Breite des Flusses richtig zur Geltung.

65 Das Melken auf derWeide wurde während des Sommeraustriebs vorrangig von den Frauen vorgenommen. Frau Anna Baumgarten nimmt diese Aufgabe Ende der zwanziger [ahre auf der Weide in unmittelbarer Nähe der Linden- bzw. Weidestraße wahr. Für den Transport der Milchkannen waren an den Fahrrädern besondere Haltevorrichtungen angebracht. Die städtischen Weiden auf der Großen Marsch, Gamm und auf dem Großen Ochsenwerder bildeten die Futtergrundlage für das Milchvieh. Die Kuhhaltung stellte in der Stadt einen beachtlichen Wirtschaftsfaktor dar. So konnte die Stadt 1880 von 233 Kuhhaltern mit 464 Kühen ein Weidegeld von 3376,50 Mark und ein 'Bollengeld' van 531,50 Mark einnehmen.

66 Schamottekassetten mit den zu brennenden Wandf1iesen bzw. mit der gebrannten Ware trugen die Arbeiter der Boizen burger Plattenfabrik in die bzw. aus den Brennöfen. Die schwere Last wurde auf dem Kopf transportiert. Dafür gab es spezielle Mützen. Diese Technologie erforderte in den Anfangsjahren der 1904 begonnenen Fliesenproduktion in einigen Abteilungen schwere körperliche Arbeit.

67 Das Großherzogspaar von Meckelenburg-Schwerin besuchte am 16. September

191 3 das Boizenburger Fliesenwerk. Die 'Elb-Zeitung' berichtete: 'Dieselben trafen Sonnabend vormittag 10.46 Uhr am Staatsbahnhof ein und wurden vom Bürgermeister Hofrat Dr. Burmeister und Amtshauptmann Wildfang empfangen. Hieran schloß sich zunächst eine Besichtigung der Wandplattenfabrik H. Duensing an. Am Eingang derselben wurden die Königlichen Hoheiten von Fabrikbesitzer Duensing mit einer Ansprache begrüßt, während zwei Mädchen einen Blumenstrauß überreichten. Die ganzen Fabrikgebäude waren mitTannengrün und Fahnen reich geziert. Nach einem Rundgang durch die Innenräume, bei welchem die Allerhöchsten Herrschaften den ausgestellten Gegenständen

größtes Interesse widmeten, trafen Ihre Königlichen Hoheiten kurz nach 1/2 12 Uhr in unserer Stadt ein.'

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68 Die Neue Partie urn Staatsbahnhof war die ehemalige Duensingstraße, die spätere KarlLiebknecht-Straße und heutige Rudolf- Tarnow-Straße. Die Zweifamilienhäuser waren Werkswohnungen, die der damalige Besitzer der Plattenfabrik, Hans Duensing, um 1906 errichten ließ. Dieser Zeitraum läßt sich durch eine Bauakte des Maurermeisters Comstedt feststellen, in der dort für den 23. Februar 1906 eine 'ßaubesichtigung an Ort und Stelle' festgelegt worden war. Die Häuser wurden 1961 den Bewohnern zum Verkauf angeboten. Hier ist das Gelände des heutigen Straßenverlaufs noch Wiesengelände, auf dem der 'behü-

tete' Bürger mit der Karre vermutlich Steine transportiert. Die Kinder haben hier auch noch einen sicheren Spielplatz.

~I'USS cus ;ßoil!:enbul'g o.

Neue Partie am Slaalsbahnhof

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