Boizenburg in alten Ansichten Band 3

Boizenburg in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Rudolf Wulff, Erika Will, Otto Jahnke, Helmut Rackwitz und Hermann Topp
Gemeente
:   Boizenburg
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6440-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Boizenburg in alten Ansichten Band 3'

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69 Die Bahnhofstraße zeigt sich hier in sommerlicher Ruhe. Kopfsteinpflaster, kräftiger Baumbewuchs, unbefestigter Sommer- und Fußgängerweg widerspiegeln den Zustand dieser Straße in den zwanziger [ahren unseres [ahrhunderts. Das Haus Nr. 22 mit der Firmierung 'Tabak- & Cigarren-Fabrik' wurde vor einigen [ahren abgerissen. In dem an seiner Stelle errichteten Neubau hat die Raiffeisenbank ihr Domizil gefunden. Bevor die Umgehungsstraße (1995) in Betrieb genommen wurde, wälzte sich durch die inzwischen modernisierte Bahnhofstraße (mit Asphalt und ohne Baumbestand) der gesamte Verkehr der Bundesstraße S.

Bolzenburg a. Elbe BàJmhofssfraße

70ImJahrel928hatteBoizenburg 5 300 Einwohner. Sechs Schlachtermeister versorgten die Bevölkerung mit Fleisch und Wurst. Im eigenen Laden verkauften sie das Fleisch der von ihnen aufgekauften und geschlachteten Schweine und Rinder sowie die selbsthergestellte Wurst. [ahrzehnte hindurch gab es die Schlachterei Termigkeit. Diese befand sich zuerst ab 1908 auf dem Grundstück Baustraße 23 (Foto). Später waren dort die Bäckereien Trabant und in Nachfolge Schoknecht. Ab 191 3 waren Schlachthaus und Laden in der Baustraße Nr. 26. Zeitweilig gab es in der Bahnhofstraße eine Filiale, die danach von Schlachtermeister Wilhelm [ahnke übernommen wurde. Bis 1953 wurde der Handwerksbetrieb von

Schlachtermeister Nickel Tennigkeit geführt. Danach betrieb noch vierzehn [ahre lang bis zur Schließung 1967 sein Sohn Willi die Schlachterei.

7 1 Die Milchversorgung der Stadtbevölkerung wurde mit Beginn der zwanziger [ahre immer mehr durch ambulante Händler wahrgenommen. Das Ehepaar Grete und Hermann MaIdenhauer (1891-1966) mit Berta Boddin befinden sich mit ihrem einspännigen Milchwagen auf dem Weg von der Stadt zur Molkerei in der Galliner Straße der Bahnhofsvorstadt, um Nachschub zu 'tanken'. Mit dem 1. Juli 1927 nahm MaIdenhauer diese Handelstätigkeit in eigener Verantwortung auf. Milch und Buttermilch wurden in Flaschen, aber auch lose in mitzubringenden Gefäßen, aus den an der Seite des Milchwagens angebrachten Zapfhähnen angeboten. Durch die Industrialisierung ging die direkte Versorgung mit Milch von den Kuhhal-

tern zum Verbraucher immer mehr zurück, so daß weitere Händler wie Wilhelm Steffen, Wilhelm Gisch und Emil Fischer eine Lebensexistenz hatten.

72 Die vielen Aufmärsche der Boizenburger Schützenzunft bieten immer wieder interssante Motive. Ein Teil des Jägerkorps hat hier auf dem Marktplatz Aufstellung in der 'Präsentiert das Gewehr' -Position genommen. Das Jägerkorps wurde 1846 gegründet. Die Gründung der Schützenzunft geht auf das [ahr 1658 zurück. Interessant an diesem Motiv sind die Gebäude im Hintergrund. Den 'Mecklenburger Hof', das Hotel mit Gaststätte links, gibt es nicht mehr. An seiner Stelle entstand 1994 die Kreissparkassenfiliale. Die beiden anderen Gebäude mit dem Namenszug Heinrich Knaak gehörten dieser wohlhabenden Boizenburger Kaufmannsfamilie. Sie betrieb vor-

wiegend Getreidehandel. Im linken dieser Gebäude befanden sich auch eine Ausspanne mit Gaststätte und eine Kolonialwarenhandl ung.

73 Dieser Musikzug wurde als Traditionszug des Infanterie-Regiments 89, Schwerin, durch den Boizenburger Sägewerksbesitzer Dührkop gegründet. Es gab auch einen Traditionsverein. Dührkop war bereits im Schweriner Regiment Tambour. Als solcher wirkte er auch in diesem Musikzug. Er finanzierte die gesamte Ausrüstung mit Uniformen und Instrumenten. Der Musikzug wurde in den zwanziger [ahren gegründet und bestand bis 1933. Danach wurde er in einen SA-Zug umgewandelt. Da der Musikzug sehr gefragt war, trat er auch bei vielen Veranstaltungen auf. Im Erscheinungsjahr dieses Bildbandes ist der Boizenburger Hugo Kolthof (2. Reihe von

oben rechts) der letzte noch lebende. Er hat sein Instrument immer noch aufbewahrt.

74 Pellkartoffelessen auf dem Vierkrug im jihre 1903. Diese Form der Geselligkeit hatte sich nach der Jahrhundertwende in Familien, Schulen und Vereinen immer mehr verbreitet. Während der Knabe seine Pellkartoffel auf einem Teller dekorativ zur Schau stellt, ziehen die Damen und Herren die alkoholischen Getränke vor. In der 'Elb-Zeitung' vom 19.August 1920 wird vermerkt, daß die Schüler der hiesigen Knabenschule mit ihren Lehrern den üblichen Pellkartoffelausflug nach dem Vierkrug machten. 'Spiel und Gesang füllten den Nachmittag aus, und alsdann wurde zum Abendessen gerüstet, das aus Pellkartoffeln und Heringen bestand und von den

Knaben selbst zubereitet wurde. Der bestgelungenen Kost wurde dann auch fleißig zugesprochen. Gegen 10 Uhr erfolgte unter fröhlichem Gesang die Rückkehr.'

75 Der Gesangverein 'Liedertafel' stellte sich dem Fotografen zu einem Erinnerungsbild anläßlich eines Ausfluges am Himmelfahrtstag im [ahre 191 O. Mit Kremser und Kutschen ging es nach Piper. Für den Standort der Aufnahme

wählte man als Hintergrund das Haus der Familie Stöler. Hierbei dokumentieren das mit Reet gedeckte Dach, der Sod (Ziehbrunnen) und die vollkronige Buche das Typische der mecklenburgischen Landschaft. Bei der Vorberei-

tung dieses Ausfluges hat es wahrscheinlich in den Familien große Aufregungen gegeben, da es nach heutiger Ansicht wohl gar nicht so einfach war, die Kopfbedeckungen der Damen mit Chic zur Schau zu stellen.

Auch der Rektor der Stadtschule, Herr Karl Vick (rechts mit dunklem Mantel und Hut), nahm an diesemAusflug teil.

76 Der Verein fürWassersport e.v. hatte hier am Ausgang des Boizenburger Hafens (Boizemündung) in den zwanziger [ahren unseres [ahrhunderts sein Domizil. Die Damen und Herren des Vereins haben zurTaufe des Bootes 'Rica Duensing' feierlich Aufstellung genommen. Rica Duensing, die Gattin des Plattenfabrikbesitzers Hans Duensing, war auch die Stift erin dieses Bootes. Der Standort gehört seit 1945 zum Gelände der EIbewerft. In diesem Bootshaus befand sich zuerst die Betriebsberufsschule der Werft. Später mußte das Bootshaus dem Bereich des Holzlagers weichen.

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