Boppard in alten Ansichten Band 1

Boppard in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. A. Stollenwerk
Gemeente
:   Boppard
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0760-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Boppard in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Dieses Büchlein ist ein Bilderbuch für diejenigen, die sich noch der Zeit vor fünfzig und mehr Jahren erinnern, aber auch für alle, die wissen möchten, wie es früher in Boppard ausgesehen und was sich in den letzten Jahrzehnten hier geändert hat. Es sind Bilder aus den Jahren um 1885 bis 1930. Das Zusammentragen war viel schwieriger, als anfänglich angenommen war. Dank sei allen gesagt, die diese Suche unterstützt haben, besonders Frau Luise Kahl geborene Stephan, die eine Reihe wertvoller Aufnahmen beisteuerte.

Es gibt zwar in Boppard umfangreiche Fotosammlungen, aber sie enthalten im wesentlichen nur Bilder, die im Familien- und Freundeskreis aufgenommen wurden. Vom alten Boppard zeigen sie jedoch selten etwas. Zahlreiche Bilder zeigen die außergewöhnlichen Hochwasser, zum Beispiel des Jahres 1919-1920. Sie allein könnten ein Album füllen. Ein Schatz sind auch die Aufnahmen vom historischen Festzug der 500-Jahrfeier der Orgelbornskirmes, die noch mehrfach gefunden wurden. Kurz, es war nicht ganz leicht, das jetzt vorliegende Bilderbuch zusammenzustellen.

Leider konnte nicht bei allen Bildern festgestellt werden, von wem sie aufgenommen wurden, zumal es sich dabei vielfach um gute Aufnahmen handelt. Hervorzuheben sind die Fotos von dem späteren Notar Dumont, die dieser zwischen 1895 und 1900 hergestellt hat. Auch von Jean Nick konnten wertvolle Aufnahmen in die Sammlung aufgenommen werden. Andere Bilder stammen von Berufsfotografen. Als erster sei Arnold Weck genannt. Er verkaufte sein Ge-

schäft in Koblenz und ließ sich im August 1874 in Boppard nieder. Weck sprach 1874 im Bopparder Allgerneinen Bürgerverein an zwei Abenden über 'Photographie und Vergrößerungsverfahren' . Er scheint aber nicht lange in Boppard gewesen zu sein, zumal in gleicher Zeit auch Hugo Sontag hier arbeitete. Es ist wohl das Atelier Sontag gewesen, daß am 16. September 1873 abbrannte. 1888 ist er von Boppard (nach Gotha?) weggezogen, nachdem er kurz vorher vom Herzog von Sachsen-Anhalt-Gotha zum Hoflieferanten ernannt worden war. Das Geschäft kaufte Alex Köppelmann, der jedoch nicht lange geblieben sein kann. Im Dezember 1887 eröffnete der bisherige Geschäftsführer von Sontag, Carl Daiber, ein Fotogeschäft. Dieses bestand bis in die letzten Jahre im Besitz der Familie Daiber.

Auch der in Koblenz wohnende Hoffotograf Eisele hatte in Boppard eine Filiale. Diese wurde am 1. April 1895 von dem Fotografenmeister Bernhard Stephan übernommen. Stephan erweiterte sein Unternehmen 1899 durch eine Filiale in St. Goar und 1910 durch ein Zweiggeschäft in Bad Salzig. Diese Filialen gingen jedoch durch Kriegseinwirkung verloren. Aufs lebhafteste ist zu bedauern, daß die wertvollen Archive sowohl von Daiber wie von Stephan verloren gingen. Es ist anzunehmen, daß das eine oder andere Bild in diesem Büchlein, das nicht näher bestimmt werden konnte, aus dem Atelier Daiber oder Stephan herkommt.

Möge diese kleine Bildsammlung dazu beitragen, die Liebe zu Boppard und seiner reichen Geschichte weiter zu beleben.

1. Boppard hat seit der Mitte des letzten Jahrhunderts sein Bild stetig verändert. Die Einwohnerzahl hat sich seitdem fast verdoppelt. Die lebhafte Bautätigkeit begann, als Boppard begehrter Wohnsitz von Rentnern und Pensionären wurde. Zwar wurde das Gelände oberhalb der Bahn bebaut und die Stadt dehnte sich nach Osten und Westen aus, aber die Entwicklung nach dem letzten Kriege war noch einschneidender. Unser Bild zeigt Boppard im Jahre 1899 von der Höhe des Eisenbolzes mit Bliek rheinabwärts. Rechts kommen noch Teile des Marienbergs heraus. Aber mit dem Eckhaus Orgelbornstraße, die es damals noch nicht gab , endete die Stadt. Das ganze dazwischen liegende Gelände war damals noch unbebaut. Das Bild vermittelt aber auch einen schönen Bliek auf das kleine Filsen und links in das Mühltal.

(Aufnahme Dumont.)

2. In Boppard macht der Rhein seinen größten Bogen auf seinem ganzen Lauf. So kommt es, daß die Stadt in ihrer Mitte Nordlage hat. Durch den großen Bogen liegt die Stadt wie in einer Muschel, und das Rheinufer gewinnt dadurch an besonderem Reiz. Die Promenade ist über drei Kilometer lang. Am Ende nach Koblenz zu stand die Villa Strunk. Sie hatte einen Turm. Haus und Turm sind nach 1923 abgerissen worden, weil die Hauszinssteuerbelastung so hoch war, daß ein Abriß wirtschaftlicher als eine Vermietung war. Rechts ist die Königsvilla zu sehen. Erbaut wurde sie um 1896 von Mallmann und benannt ist sie nach ihrem Besitzer.

(Foto urn 1900, Repro LandesdenkmaIamt Mainz.)

3. Im Jahre 1839 kaufte der Arzt DI. Franz Josef Schmitz die ehemalige Abtei Marienberg und richtete hier eine Wasserkuranstalt ein. Kurze Zeit später erbaute der Kreisarzt DI. Carl Heusner das Müh1bad am Ausgang der Stadt in Richtung Koblenz, um auch hier Wasserkuren durchzuführen. Nach dem Tode Heusners betrieb eine Gesellschaft hier ein christliches Familienhotel, das gerne vor allem von Niederländern besucht wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Haus als Nebenstelle des Koblenzer Krankenhauses Kemperhof und danach lange Jahre als Altersheim der Inneren Mission. Heute ist dort, wo einst das Müh1bad stand, Omnibusparkplatz.

(Aufnahme Dumont um 1899.)

Boppard - iheinparlie

4. So sahen die Rheinanlagen in Richtung Niedersburg vor 1914 aus. Die gärtnerischen Anlagen sind noch spärlich. Damals kam man nach Boppard in die 'Sommerfrische'. Manche Familien brachten sogar ihre Bedienung mit. In den Rheinanlagen konnte man promenieren. Der Strom mit seinem lebhaften Schiffsverkehr bot immer Abwechselung. Das letzte Haus rechts ist die 'Weiße Villa'. Die Kleidung der Dame und des Kindes, das lange Kleid , die Form der großen Hüte, die eingeschnürte Taille verraten die Zeit, in der das Bild entstanden ist.

(Foto Stephan um 1914.)

5. Das große Haus ganz links ist das frühere Ursulinenkloster, das hier bis 1918 bestanden hat. Später haben hier die Herz-Jesu-Patrers mit einem Internat gewohnt. Schließlich ist es in den Besitz der Kneippkurgesellschaft übergegangen. Zur Bildmitte hin ist die Burg mit ihrem wuchtigen Turm zu sehen. Auf dem Fluß schwimmt die Badeanstalt, die bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges hier bestanden hat. Im Vordergrund spielen Kinder in dem dort stets von neuem angeschwemmten Sand, obschon es wegen der großen Gefahr verboten war. Die Fläche wurde später durch eine schwere Böschungsmauer abgetrennt und so die Rheinanlagen hier wesentlich erweitert.

(Ansicht etwa 1920.)

6. Die schönen Rheinanlagen von Boppard sind 1849 begonnen worden. Zuerst karn die Baumpflanzung im mittleren Teil, später folgten die Anlagen im westlichen Teil, und als letztes dann die Begrünung rheinaufwärts. Das Bild stammt etwa aus dem Jahr 1925. Zur Straße hin waren die Anlagen durch einen Zaun gesichert. Der Bliek geht rheinaufwärts. Am Rheinufer links sind die Bänke zu erkennen. Im Vordergrund steht der an Oberst Scheppe erinnernde Gedenkstein. Oberst Scheppe hatte Boppard zu seinem Alterssitz erwählt. Er war Mitglied des Stadtrates. Besondere Verdienste erwarb er sich als langjähriger Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins.

(Foto Stephan.)

7. Immer hat es in Boppard Bürger gegeben, die freiwillig und unentgeltlich ihre Kräfte für die Allgemeinheit zur Verfügung stellten. Dazu gehörte auch der Apotheker Georg Francke. Er war 1860 in Hofgeismar geboren und übernahm 1893 die Apotheke Genius. Schon 1896 kam er in den Stadtrat und wurde später sogar Beigeordneter. Die Verschönerung der Stadt war sein besonderes Anliegen. Damit begann er 1896, zum Teil auf eigene Kosten. Der Ausbau der östlichen Rheinanlagen war vor allem sein Werk. Kurz vor seinem Tode (1926) wurde er zum Ehrenbürger ernannt. In den von ihm geschaffenen Anlagen steht auch für ihn ein Erinnerungsstein .

8. So sah Boppard 1925 von dem rechten Rheinufer her aus. Links die Burg mit ihrem hohen Bergfried, der heute im Söller die gute Stube der Stadt enthält. Dann folgen die Hotelbauten. Vor der Burg liegt die 'Schwimrn- und Bade-Anstalt', die längst zu bestehen aufgehört hat. Im Vordergrund ist die damalige Gierponte zu sehen. Der Unterwasserseilzug ist flußaufwärts im Strom befestigt. Das Seil läuft über den auf der Fähre angebrachten hohen Bogen und das Wasser treibt die Ponte einmal nach drüben und danach wieder zurück. Die Gierbrücke ist längst durch ein größeres Schiff mit anderer Antriebskraft ersetzt.

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