Bordesholm in alten Ansichten

Bordesholm in alten Ansichten

Auteur
:   Paul Steffen
Gemeente
:   Bordesholm
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6429-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bordesholm in alten Ansichten'

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9 Die abgebildete Heintzestraße verbindetAlt-Bordesholm über die Holstenstraße mit dem Bahnhofsgebiet. Vorne rechts steht das hohe Haus der Eisenwarenhandlung Voss, das bis 1927 als ManufakturIaden der Firma Müller genutzt wurde. Georg und Erna Voss führten das Geschäft von 195 1 bis 1977. Heute befindet sich dort die Gaststätte Amadeus. An der Ostseite dieses Hauses führt ein Fußweg in das Gebiet am Haidberg und zum älteren kommunalen Kindergarten. In diesem benachbarten Bereich sind etliche Eigenheime entstanden. Das linke Haus im Vordergrund steht nicht mehr. Besitzer war 1927 Dr. med. Jacob Rendtorff An dieser Stelle finden wir das 1937 errichtete Haus

Bordesholm Heintzestra13e

der Familie Dr. med Erich Ientz, das nach Plänen von Kreisbaurat Johann Garleff erbaut wurde. Es befindet sich jetzt im Eigentum der Familie Ladwig. Im weiteren Verlauf erreicht die Heintzestraße den damaligenAlten Haidkrug. Sie endet dann am Lindenplatz.

1 0 Am Anfang der Kirchhofsalleel Ecke Heintzestraße stand das alte Lehrer- und Organistenhaus. Unser Bild wurde um 1890 aufgenommen. An dieser Stelle befindet sich jetzt das um 1900 erbaute Nachfolgehaus. Die Evangelische Kirchengemeinde Klosterkirche verkaufte es um 1980 an eine Familie. Im alten Haus lebte und wirkte unter anderen der Lehrer Nikolaus FriedrichJohannsen (1802-1873). Er war zugleich Küster und Organist an der Klosterkirche Bordesholm. Sein Grabmal blieb auf dem alten Friedhof neben der Kirche erhalten. Eine Straße östlich der ehemaligen Bundesstraße 4 wurde nach ihm benannt. N.F. Johannsen war seit Gründung der Spar- und Leihkasse der Ämter Bordesholm, Kiel und Cronshagen im Jahre 1845 bis zu seinem Tode (1873) der erste Sekretär dieses heimischen Kreditinstitutes. Das Wirken des verdienten Pädagogen, der den Unterricht auf einem hohen Niveau gestaltete, blieb bis heute unvergessen. Das nächste Gebäude (Nr. 4) mit hohem Giebel und Dach ist die 1862 errichtete Lindenschule

(heute Skala-Druck Steffen KG). Im folgenden Haus Nr. 6 - hier noch in alter Form und mit Reetdach - befand sich ab 1895 die Schlachterei Claus Rademann. Auch der Sohn und der Enkel hießen Claus. Das Geschäft wurde 1970 von Gertrud Rademann und ihrer SchwiegertochterTraute aufgegeben. Die Kirchhofsallee blieb vor allem im unteren Teil mit der schönen Allee im ursprünglichen Zustand erhalten. Der anliegende Friedhof wurde 1868 eröffnet. Die Erweiterung auf der Nordseite erfolgte 1975. Die Friedhofskapelle wurde 1980 nach Entwürfen von Architekt Dietrich Ladwig erbaut.

11 Blick auf den Bordesholmer See und die Klosterkirche um 1935. Diese Ansicht vom Ostufer zeigt die naturschöne Lage des alten Ortskerns, der um 133 ° von den Augustiner Chorherren begründet wurde. Die Abgeschiedenheit der Klosterinsel hat sicher große Veränderungen verhindert. Wald, Wasser und die Kirche beherschen die Szene wie vor 65 ° Jahren. Der rund 75 Hektar große See befindet sich mit den Uferstreifen im Besitz des Landes. Die Länge des Sees beträgt von Nord nach Süd etwa l,S km und in der Breite 0,5 bis 0,75 km. Ein Zufluß kommt im Wildhof vom Einfelder See. Den Stintgraben ließen die Chorherren als Abfluß zum Schmalsteder Mühlenteich und

weiter zur Eider anlegen. Mit dieser Maßnahme konnte der Wasserstand des Bordesholmer Sees reguliert werden. Gleichzeitig sind damit bessere Bedingungen für die noch immer in Schmalstede betriebene Karpfenzucht geschaffen worden. Die Fische waren für die Mönche in der Fastenzeit von besonderer Bedeutung. Deshalb erwarben sie die Schmalsteder Mühle bereits im Iahre 1336.

12 Eckmannstraße 4. Das Haus wurde 19 0 7 erbaut. Aus dieser Zeit stammt auch das Bild. Auf dem Kutschbock des Postwagens sitzt Oberpostschaffner Heinrich Sinn (1863-1947). Im Vorgarten stehen unter anderen Schneider Grosse und Katharina Sinn geborene Kühl. Mit der Familie von Dr. Heinz Schied blieb das Anwesen bis heute in Familienbesitz. Das Nachbarhaus links (Nr. 6) gehörte viele Jahre der Familie von Johann Bielenberg. Der Justizinspektor am örtlichen Amtsgericht war von 1919 bis 1945 der Vorsitzende der Bordesholmer Liedertafel. 1927 errang er die Königswürde. Diese und andere Häuser in der Eckmannstraße wurden grundlegend renoviert und prägen das

Bild der verkehrsreichen Zufahrt in Richtung Autobahn und den benachbarten Orten. Einige neuere Eigenheimen und Blocks sind hinzugekommen. Die Straße wurde nach Gemeindevorsteher Eckmann benannt. Die verhältnismäßig kurze Straße zweigt von der Wildhofstraße ab und führt zum anschließenden HoffeIder Weg. Dort endet nach wenigen 100 Metern die Gemeinde Bordesholm und damit auch die Bebauung.

13 Klosterkirche um 1935. Das Foto wurde vom Wildhof aus aufgenommen. Der Blick fällt auf die Kirche und das davor stehende Amtshaus. Rechts umschließt der See die Landzunge Pastorhörn. Der dortige Uferweg wurde 1955 angelegt. Der Wildhof umsäumt das Westufer des Sees, 'aber nicht so dicht, daß nicht vielfach weite oder nur schmale Durchblicke auf die schimmernde Wasserfläche sich öffneten' (H. Oldekop). Auf unserem Bild mündet links der Kahlbek über die Pastoratswiesen in den See. Eine kleine Holzbrücke überquert hier den Wasserlauf Er kommt aus den Gemeinden HoffeId und Sören. Der inzwischen renaturierte Bach trägt zum stabilen Wasserstand des

Bordesholmer Sees bei. Am hier gezeigten Durchblick befindet sich die Vogelwiese mit einer alten Badestelle. Von dort aus startet seit vielen Jahren im Sommer das Inselschwimmen. An dieser sportlichen Veranstaltung des TSV Bordeshalm beteiligen sich viele Jugendliche und Erwachsene aus ganz Schleswig-Holstein. Der Kurs führt rund

1 000 m um die Insel herum und zurück.

14 Der alte Gasthof Zur Linde um 1925. Diese traditionsreiche Gaststätte am Lindenplatz mit einer rund 140jährigen Geschichte gibt es nicht mehr. Das hier gezeigte Haus aus dem 19. Jahrhundert wurde 1963/64 durch einen Neubau ersetzt. Das damals errichtete Gebäude mit Hotelzimmern, Clubräumen, Café, Saal, Schießbahnen und Garagen ist 1994 abgerissen worden. Hier stehen seit 1996 zwei Blocks mit 37 Eigentumswohnungen. Die 'Linde' ist 1856 von Bäckermeister und Erbpächter Hans Friedrich Christian Beyer eröffnet worden. Die erstmals 1742 beantragte Schankerlaubnis ist der Familie Beyer erst in der vierten Generation erteilt worden. Der Betrieb ging

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1878 an Hans Butenschön über. Es folgte 1919 Johann Riecken und von 1942 bis 1957 dessen Sohn Willi. Danach gab es einige Pächter. Eigentümer waren von 1963 bis zur Einstellung des Betriebes Bäckermeister Heinrich Hülsen und Frau Käthe. Unter ihrer Führung war das Hotel Zur Linde wie in alten Zeiten ein beliebterTreffpunkt der Gastlichkeit. Viele Feiern und Veranstaltungen fanden hier statt. Dazu gehörten insbesondere die Übungsabende, Konzerte und Feste der Bordesholmer Liedertafel.

15 Die obere Bahnhofstraße um 193 o. Die heute verkehrsreiche Straße führt von Eiderstede zum Bahnhof und weiter nach Watten bek. In dem hier gezeigten Bereich blieben auf der Nordseite (links) die meisten Häuser erhalten. Sie sind weitgehend instandgesetzt worden. Neubauten gab es vor allem auf der Südseite. Beim Eckhaus rechts beginnt der Lüttenheisch. Dahinter befindet sich nun das Grundstück derVolksbank Neumünster. Hier wurde 1975 ein zurückgesetzter Neubau errichtet. Eine Zweigstelle dieses Geldinstituts gibt es seit 1949 in Bordesholm. Kurz vor dem Bildausschnitt mündet die Holstenstraße in diesen Straßenzug. Dadurch verdichtet sich der

Verkehr bis nach Wattenbek und Brügge. Eine Schranke gab es am Bahnhofbis 1981. Seitdem rollt derVerkehr durch die damals fertiggestellte Unterführung der Bahnstrecke. Im Verlauf der alten abgezweigten Bahnhofstraße entwickelte sich das örtliche Einkaufszentrum mit alten und neuen Fachgeschäften. Diese Straße ist innerhalb des Ortes mit der Holstenstraße die wichtigste Ost-WestVerbindung. Ein weiterer Ausbau ab der KieIer Straße erfolgte ab 1997.

16 Der Neue Haidkrug. Dieser Gasthof ist 1833 an der damals neuen KieIer Chaussee (1832) von Je. Köbke eröffnet worden. Die Besitzer haben Ende des 19. Jahrhunderts mehrfach gewechselt. 1904 kam das Anwesen an Familie Lafrenz-Blöcker. Die Aufnahme zeigt unter anderen die damalige Eigentümerfamilie von Zacharias Lafrenz (1853192 7). Der Gastwirt stand vorher in den Diensten des Kammerherrn und Generals H.F. von Trepka auf Gut Schönböken. Holten Lafrenz (1891-1963), der Sohn von Zacharias, führte das Haus ab 1933 mit seiner Ehefrau Betty (1896-195 1). Gastwirt Holten war als Schützenmajor der Bordesholmer Liedertafel besonders bekannt. König

Gruß vom Neuen Halokrug. l::lordesflOlm. Bes. Z. Lefre'nz Tt,lt-ftlll ~o'.:!)

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wurde er 1957. Nach 1945 wurde das Haus neu eröffnet.Am 20.

Mai 1957 brannte das Anwesen vollständig ab. Es wurde nach einem Entwurf von Zimmermeister Walt er Ladwig von Bordesholmer Handwerkern neu aufgebaut. Die Wiedereröffnung erfolgte im Juli 1958. Der Betrieb ist dann verpachtet worden. Heila Blöcker erbte das Grundstück von ihrem Vater Holten Lafrenz. 1987 wurde der Hotelund Gaststättenbetrieb eingestellt. Seitdem wird das Haus von Inhaberin Irene Hünemeyer als Seniorenpension genutzt.

17 Die historische Linde ist das Wahrzeichen der Gemeinde Bordeshalm. Das Alter wird auf rund 650 Jahre geschätzt. Der als Naturdenkmal eingetragene Baum ist auch im Wappen der Gemeinde dokumentiert. Die Linde steht in unmittelbarer Nachbarschaft zur Klosterkirche und ist ein letztes lebendes Zeugnis aus der Zeit des Chorherrenstifts. Unter der rund 30m ausladenden Krone wurde bis Anfang des 19. Jahrhunderts das Dinggericht gehalten. Diese Tradition wird in anderer Form von der Bordesholmer Liedertafel wachgehalten. Der Stammumfang der Linde beträgt über 6 m. Der Durchmesser erreicht an der breitesten Stelle etwa 2,30 m. Die schweren Äste

werden seitjahrzehnten durch Eisenstangen abgestützt. Die Gedenktafel stiftete Dr. Friedrich Kaestner. Der vaterländische Spruch wurde von prof K. Jansen aus Kiel verfaßt. Der Text bezieht sich auf die SchleswigHolsteinische Erhebung von 1848 und auf das zweite Kaiserreich ab 1871. Der Text lautet: 'Manches sah dein gewaltiger Dom, hochrauschende Linde, Freude hast du und Leid manches Geschlecht getheilt, größeres schautest du nicht, als der Halsten Erhebung, als Deutschland wiedergeboren zum Reich. Künde den Enkeln das Wort 24. März 1873.'

18 Hans Heinrich Brüning, Ingenieur undVölkerkundler. Der Bauernsohn wurde am 2 O. August 1848 in Hoffeld/Bordesholm geboren. Seine Eltern waren Jochim und Magda Brüning geborene Brockstedt. Er wuchs auf dem elterlichen Brüning-Hof (heute Familie Steen) aufund besuchte die Schule in Bordesholm. Ab 1865

absolvierte er die Technische Hochschule (damals Polytechnische Schule) in Hannover in der Ausbildung zum Ingenieur. 1875 ging der 27jährige über Hamburg nach Peru in das nördliche Küstengebiet. Dort lebte er nahezu fünfzigjahre lang. Nur im Iahre 1897198 kam er nach HoffeId zur Goldenen Hochzeit seiner Eltern zurück. In Peru war Hans Heinrich Brüning als Ingenieur und Völkerkundler tätig. Sein Geld verdiente er unter anderem mit dem Handel von Maschinen und landwirtschaftlichen Produkten. Seine Forschungen erstreckten sich auf das Land, die Bauten und die einheimische Bevölkerung mit ihren Sitten und Gebräuchen. Hierbei betätigte er sich als Fotograf sowie als Berichterstatter über Kunst, Kultur, Flora, Fauna, der Muchiksprache und dem Wetter seines Gastlandes. Darüber korrespondierte er mit namhaften Wissenschaftlern und veröffentlichte unter anderem Reiseberichte. Als Ausgräber und Sammler brachte Don Enrique ein umfangreiches Sortiment von wertvollen Stücken aus der peruanischen Kultur zusammen. Die Hauptsammlung erhielt der Staat Peru. Sie bildete den Grundstock des bedeutenden Museo Brüning in Lambayeque/Peru. Über 2 000 Fotos, Aufzeichnungen, Funde und Erinnerungsstücke gingen an das Hamburgische Museum für Völkerkunde. Die Übergabe erfolgte nach der Rückkehr im Jahre 1925. Am 23. Juni 192 6 zog H.H. Brüning nach Bordesholm in das Haus von Anna Appel in der Holstenstraße 35. Nach einem erneuten Schlaganfall starb er am 2. Junil928 in einer KieIer Klinik. Die Urnenbeisetzung fand am 14. Juli 1928 in Bordesholm statt.

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