Bordesholm in alten Ansichten

Bordesholm in alten Ansichten

Auteur
:   Paul Steffen
Gemeente
:   Bordesholm
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6429-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bordesholm in alten Ansichten'

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19 Blick vom Kirchturm der Klosterkirche auf den Bordesholmer See. Diese Ansicht in Richtung Südosten zeigt die reizvolle Lage des alten Klosterortes Bordeshalm mit dem See und dem (rechts) angrenzenden Wildhof Das Gewässer bot schon den Augustiner Chorherren ein großes Angebot von Fischarten. Die Verfügbarkeit von Fischen zur Ernährung war besonders für die Fastenzeit von Bedeutung. Am linken Bildrand ist hinter der Insel der Ortsteil Eiderstede mit dem vorspringenden Sudberg erkennbar. Ganz vorn in der Mitte öffnet sich die Wiese des Amtmannsparks vor der Kirche. Der See ist heute ein beliebtes Ausflugsziel für Gäste aus nah und fern. Er kann in mehr als

einer Stunde umwandert werden. Es wird an dieser Aufnahme deutlich, daß Bordeshalm am Rande des östlichen Hügellandes liegt. Die Landschaft zeichnet sich durch etliche Seen, Waldgebiete und Erhebungen aus. Die Entstehung dieser Erdformation geht auf die letzte Eiszeit zurück. Gletscher drangen von Skandinavien vor und hinterließen hier an der südlichen Eisgrenze die bekannten Endmoränen mit Sand, größeren Steinen (Findlinge) und Geröll. Noch heute hat diese Hügellandschaft in ihrerVielfalt für die Bewohner/ -innen und Besucher /innen ihren besonderen Reiz. Aufnahme von Hans Gumlich um 1939.

20 Die Gaststätte Seelust in der Heintzestraße um 1935. Die schmucke Villa wurde um 1900 im Jugendstil erbaut. Architekt und Bauunternehmer war Zimmermeister Hinrich Freese, der auch weitere schöne Häuser in Bordeshalm erbaute. Das hier gezeigte Haus präsentierte sich unter anderem mit Freitreppe, Balkon, Mansardendach und Rundbogenfenstern in reizvollen Details. Inhaber des Cafés war um 19 13 noch Hinrich Freese. Die unteren Räume wurden als Warmbadeanstalt genutzt. Hierfür gab es Räume mit Badewannen im Souterrain. Die normalen Haushalte verfügten damals noch nicht über eigene Badezimmer. Deshalb wurden derartige öffentliche Anlagen in

Anspruch genommen. Bis 1973 wurde das Haus als Sitz der Gemeindeverwaltung Bordeshalm genutzt. Der Anfang vom Ende kam danach mit der Unterbringung von Familien, die nicht über eine eigene Wohnung verfügten. Eine Instandsetzung lohnte sich danach nicht mehr. Das bis dahin erhaltenswerte Haus wurde abgerissen. An dieser Stelle steht seit 1980 eine terrassenartige Anlage mit verschiedenen Eigentumswohnungen.

6ordesholm

21 Der Uferweg im Wildhofhat sich bis heute kaum verändert. Er führt zunächst zur Vogelwiese. Auf dem offenen Platz hält die Bordesholmer Liedertafel seit 1871 ihr Vogelschießen ab. Etwas weiter finden wir am oberen Weg ein Megalithgrab, das aus Bissee nach hier umgesetzt wurde. Der Weg führt weiter an der Westseite des Sees entlang bis zum südlichen Bereich. Dort befindet sich schon ein Teil der Gemeinde Mühbrook. Er erreicht danach über Eckholm auf der Ostseite den Ortsteil Eiderstede. Der Wildhof ist ein beschauliches Waldstück zum Wandern, Radfahren und Spazierengehen. Am Anfang lädt ein Trimmpfad zur sportlichen Betätigung ein. Der See kann in

A Waldweg im Wild hof

über einer Stunde von den Besuchern umrundet werden. Es ergeben sich dabei schöneAusblicke über das gesamte Gebiet und das Seeufer. Die hier gezeigte Westseite des Sees ist mit dem Wildhof von einer Bebauung verschont geblieben. Dieser naturnahe Zustand sollte auf jeden Fall weiterhin erhalten bleiben.

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22 Die frühere Jugendherberge am Lindenplatz um 1935. Das Haus blieb erhalten. Es wurde mehrfach umgebaut und renoviert. Das Gebäude ist vor 1900 errichtet worden. Es befand sich dort ein Gefängnis der Amtsbehörde zur vorläufigen Verwahrung von Straftätern. Sie wurden dann nach wenigen Tagen in andere Anstalten verlegt oder wieder freigelassen. Nach Auflösung des Kreises Bordesholm (1932) wurde im Hause einejugendherberge eingerichtet. Sie bestand bis etwal939. Die früheren Zellen wurden zur Unterbringung der Jugendlichen verwendet. Auf dem linken Teil der Postkarte ist die alte Linde erkennbar. Ihr gegenüber liegt die Jugendherberge, die auf

dem Bild durch Bäume teilweise verdeckt ist. Der rechte Bildteil zeigt die rückläufige Ansicht mit dem großen Hof Im Vordergrund führt Kaestners Gang hinunter zum Seeufer. In dem jetzigen Privathaus wohnte lange die Försterfamilie Runge. Das Anwesen zeichnet sich durch eine besonders günstige Lage am Lindenplatz und Seenähe aus.

23 Blick in den Anfang der Alten landstraße an der Ecke zur Heintzestraße. Sie bildete früher die Verbindung von Neumünster über Eiderstede und Bordeshalm in Richtung Norden. Mit dem Bau der 1832 fertiggestellten KieIer Chaussee behielt diese Straße nur noch eine örtliche Bedeutung. Unsere Aufnahme von 1919 zeigt rechts den Alten Haidkrug und gegenüber den dazugehörigen Ausspann. Dort finden wir heute einen Teil des Parkplatzes der Verwaltungsschule. Zur Versorgung von pferden und Wagen der Gäste und Fuhrleute spielten die Scheunen mitTor und Durchfahrt eine große Rolle. Kleine Reparaturen und auch der Hufbeschlag konnten hier in einer Schmiedeanlage

durchgeführt werden. Etliche als Ausspann gebauten Anlagen wurden mit dem Fortschreiten der Motorisierung zu Gaststättenräume und Wohnungen umgebaut. Sie sind teilweise jetzt noch an den Gasthöfen erkennbar. Unser Bildrnativ strahlt Ruhe und Beschaulichkeit aus. Aber um 192 0 verstärkten sich die wirtschaftlichen Schwierigkeiten immer mehr. 1923 gab es dann die beispiellose Inflation mit dem Verlust großer Werte und Vermögen.

24 Am Bordesholmer See. Die Postkarte wurde um 1935 von Hans Gumlich geschaffen. Der verdienstvolle Berufsfotograf (1893 -1972) kam 1921 von Kiel nach Bordesholm und eröffnete hier ein eigenes Atelier. Es bestand bis ca. 1960 in verschiedenen Häusern in AltBordesholm, insbesondere bei der Druckerei Hermann Weber am Lindenplatz. Die zahreichen Aufnahmen von Hans Gumlich zeichnen sich durch eine ausgewogene Gestaltung aus. Die Motive bestechen durch ihre Präzision und durch eine malerische Wirkung. Der Blick fällt hier über den See auf die Klosterkirche sowie auf das Ufer des Wildhofs und die Insel. Hans Gumlich schuf auch ein umfangreiches

Sammelalbum mit Bildern aus dem Kreis Bordesholm. Das Werk erschien kurz vor der Kreisauflösung im Jahre 1932. Die Bilder gab es als Zugabe beim Einkauf in Bordesholmer Geschäften.

25 Das Seehaus in der Heintzestraße Nr.14. ist 1864 vonJohannes Adolph Frh. von Heintze (1829-1904) erbaut worden. Er wohnte hier mit seiner Familie. Der Bordesholmer Landrat vererbte das Anwesen an seineTochter Frida von Heintze (1869-1939). Sie gab etlichen jungen Mädchen unentgeltlich Unterricht, unter anderem in Handarbeiten, Malen, Backen und Kochen. Das Haus kam anschließend an Staatsförster i.R. Wilhelm Siemsen. Dessen Ehefrau Erna unterhielt hier bis 1960 eine Privatpension. Im oberen Stockwerk gab es von 1950 bis 1960 einen Mittagstisch, der von Irma Peters geleitet wurde. Ihre Schwester Dagrnar Lammers erhielt 1964 das Anwesen. 1965 wurde

der Neubau durch den Sohnjochen Lammers errichtet. Die Postkarte war als Werbung für die Privatpension von Erna Siemsen gedacht. Sie zeigt die günstige Lage des Hauses am See mitTerrasse, Bootssteg und Badestelle. Die Gäste aus nah und fern konnten sich hier wohlfühlen.

26 Die Bordesholmer Klosterkirche gehört mit der alten Linde zu den Wahrzeichen des Ortes. Sie wurde in drei Bauabschnitten zwischen etwa 1330 und 15 10 erbaut. Die Kirche bildete den Mittelpunkt des Augustiner Chorherrenstifts, das hier seit etwa 1327 auf einer Insel im Bordesholmer See ansässig wurde. Die hohe gotische Hallenkirche ist ein denkwürdiges Werk der norddeutschen Backsteingotik. Unsere Aufnahme von um 1935 zeigt die Südseite. Hier befindet sich auch die angebaute Grabkapelle des kaiserlich-russischen Ministers Caspar von Saldern (1711-1786) und seiner Familie. Damals verfügte der Platz vor dem Amtshaus noch über einen reichen Baumbestand. An dieser Stelle gab es den Friedhof für die Chorherren, wie neuere Ausgrabungen belegen. Der Platz wurde eingerahmt durch die Kirche selbst, den beiden seitlichen Kreuzgängen und dem Klostergebäude. Hinzu kamen in der unmittelbaren Nachbarschaft weitere Anlagen für die Bewirtschaftung des Klosters und später der Amtsverwaltung mit Ställen, Unterkünften, Vorratshäusern und Unterkünften der Bediensteten. Die Wagenremise am Lindenplatz stammt noch aus der Amtszeit. Der renovierte Fachwerkbau wurde in das neue Haus der Kirche mit einbezogen. Die Klosterkirche ist nicht nur das Gotteshaus der 1737/38 gegründeten Evangelischen Kirchengemeinde, sondern

auch ein architektonisches Meisterwerk und ein Kulturzentrum. Es finden hier regelmäßig Konzerte statt, so auch seit 1986 im Rahmen des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals.

27 Das Innere der Klosterkirche zeigt einen lichtdurchfluteten hohen Raum. Neben dem Hauptschiff gibt es im östlichen Bereich zwei Seitenschiffe mit Emporen. Auf der Nordseite sind hier die Grabstätten von Geheimrat Muhlius und weiteren KieIer Professoren untergebracht. Auf der Südseite (rechts) befinden sich der Zugang zur Kanzel und eine Treppe bis hinauf zum Dachstuhl. Hier finden wir die Russische Kapelle als Rest des alten Kreuzganges. Dort ruht Herzog Carl-Friedrich von Holstein Gottorp (17 00-17 3 9). Er stiftete den Barockaltar von 1726 mit den Figuren der vier Apostel, einem Taufbild und den Wolkenkranz. Das Bild mit dem Lamm Gottes fügte der Kirchenmaler Hermann Olbers 1913 eigenmächtig ein. Der berühmte Bordesholmer Altar des Meisters Hans Brüggemann von 1521 wurde 1666 in den Schleswiger Dom überführt. Vor dem jetzigen Altar steht das Bronzegrabmal, das Herzog Friedrich von Holstein-Gottorp für sich und seine 1514 verstorbene Frau Anna, eine geborene Markgräfin von Brandenburg, schaffen ließ. Der Herzog selbst ruht als dänischer König Friedrich 1. im Schleswiger Dom. Am Eingang stehen an der Südseite die beiden dunklen Marmorsarkophage für Herzog Georg Ludwig und Charlotta van Holstein-Gottorp. Beide starben 1763. Das kostbare Chorgestühl stammt aus dem Jahre 15 09. Die Kanzel ist ein Werk des 19. Jahrhunderts. Die Orgel kommt aus der Werkstatt Schulze in Paulinzella/Th üringen.

28 Der Blick auf den Bordesholmer See bietet von jeder Stelle aus einen malerischen Blick. Diese Aufnahme von etwa 1934 wurde in Höhe der Heintzestraße aufgenommen. Im Hintergrund liegt die Klosterkirche mit dem Wildhof und der Halbinsel Pastorhörn. Den Baumbestand und einige Bootsstege finden wir in ähnlicher Form noch heute. Die Seegrundstücke an der Heintzestraße befinden sich außer dem Uferstreifen in Privatbesitz. Der gesamte See ist fiskalisches Eigentum. Das ist in Schleswig-Holstein jetzt ein nahezu einmaliger Fall. Die Verwaltung liegt in Händen der staatlichen Forstverwaltung. Sie betreut auch die Waldanlagen des Wildhofs und weitere Gebiete.

Der See ist auch ein Anglerparadies. Die Bewirtschaftung erfolgt durch einen Berufsfischer in jeweils 12 jähriger Pacht. Daneben dürfen die Mitglieder des Angelsportsvereins Bordeshalm im Rahmen von Vereinbarungen das Gewässer nutzen. Es müssen in jedem Iahr z.Z. 100 Angelscheine von der Forstverwaltung erworben werden. Hinzu kommt die Verpflichtung zum Besatz in Höhe eines festgesetzten Betrages. Über ein gepachtetes eigenes Revier verfügt der örtliche Angelsportverein mit dem Mühbrooker Meer.

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