Borna (Borna und Umgebung) in alten Ansichten Band 3

Borna (Borna und Umgebung) in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Christine und Harry Czaja
Gemeente
:   Borna
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5974-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Borna (Borna und Umgebung) in alten Ansichten Band 3'

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EINLEITUNG

Während der Entstehung dieses Buches kann schon nicht mehr, wie in den Bänden 1 und 2, von Borna als 'Kreisstadt' gesproehen und geschrieben werden. Diesen Status verlor die Stadt auf Grund einer erneuten Kreisreform. Seit dem 1. August 1994 gehört der ehemalige Kreis Borna dem Großkreis 'Leipziger Land' an. Der Sitz des Landrates befindet sich in der Leipziger Innenstadt.

Damit änderten sich zwar politische und ökonomische Strukturen, nicht aber die Geschichte des zur Betrachtung stehenden Gebietes.

Bereits in der Steinzeit war der Raum um Borna besiedelt, wie freigelegte Hausgrundrisse (Zeschwitz) und zahlreiche Bodenfunde belegen. Entlang der Flüsse Elster, Pleiße, Wyhra und Eula vollzog sich die Besiedlung durch germanische Stämme. Slawische Völker drängten diese später nach Westen ab. Bedeutend für die entstehenden Siedlungen waren die Sorben, deren starke Ausdehnung sich heute in solchen Ortsnamen wie unter anderen Borna, Kitzscher, Regis, Rötha, Zedt-

litz und Kieritzsch erhalten hat. Nachdem deutsche Könige die Administration in die Hände von Markgrafen gelegt hatten, gehörte unser Gebiet zur Markgrafenschaft Meißen.

Einige Orte erhielten bereits im 12. bzw. 13. Jahrhundert das Stadtrecht, so Borna, Pegau und Groitzsch. Mit den damit verbundenen Privilegien wie Münz-, Markt- und Zollgerechtigkeit entwikkelte sich auch das Bürgertum.

Zur Geschichte unseres Gebietes gehören zahlreiche Persönlichkeiten wie Katharina von Bora, Luthers Frau, die in Lippendorf geboren wurde, sowie Friedrich Schiller und Christian Gottfried Körner, die sich 1785 in Kahnsdorf trafen. Bemerkenswert ist auch, daß Heinrich von Könneritz zu Lobstädt 1541 als Berghauptmann die JoachimstaIer Bergordnung herausgegeben hat. Weitere Persönlichkeiten, die in unserer Heimat lebten oder wirkten. wurden bereits in Band 1 und 2 genannt. Bornas Umgebung wurde jahrhundertelang durch bäuerlichen Fleiß sowie handwerkliches und gewerbliches Geschick geprägt. Seit Beginn des 20.

Jahrhunderts gilt sie als Braunkohlenfördergebiet und Territorium der Chemie industrie.

Die von den Autoren ausgewählten Bilder aus der Zeit von 1885 bis in die dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts zeigen Typisches der Stadt Borna und ihres Umfeldes. Nicht jeder Ort konnte dabei berücksichtigt werden. Vieles gilt es noch zu sichten und zu bearbeiten. Die vorliegenden Ansichten sollen einen bescheidenen Einblick in die Vielzahl der sozialen und kulturellen Lebensumstände der Bevölkerung dieses Gebietes geben. Die Autoren vermieden auch weitestgehend, bereits bekannte Ansichten zu zeigen. Die Gegend um Kitzscher wurde im Band 'Kitzscher in alten Ansichten' beschrieben und findet deshalb in diesem Buch keine Erwähnung. Ebenso wurde die sogenannte Westecke des ehemaligen Kreises, über welche fleißige Heimatfreunde bereits urntangreiches Material zusammenstellten und publizierten, im vorliegenden Band nicht aufgeführt.

Der dritte Band zu 'Borna in alten Ansichten' soll den Bliek über die Stadtgrenze lenken und Anre-

gung sein, erhaltenes Gut menschlichen Fleißes und Schöpferturns zu pflegen und weiterzureichen. Er soll deutlich machen, daß vieles dem Drang nach Macht und Reichtum geopfert wurde, aber nunmehr die Möglichkeiten bestehen, Altes so zu gestalten, daß der Charakter unserer Kultur wiederhergestellt wird.

Die Bildfolge beginnt und endet in Borna, wobei umliegende Gemeinden territorial zugeordnet sind. Da sich die Devastierungen über mehrere Jahre erstreckten, sind die genarmten Zahlen nur Anhaltspunkte. Mundartliche Ausdrücke, wie sie sich über einen langen Zeitraum herausgebildet haben, sind im Text durch An- und Ausführungsstriche hervorgehoben. Erklärungen zu gezeigten Personen erfolgen von links nach rechts.

Die Autoren danken herzlich all denen, die mithalfen, die Zeitdokumente zu erklären, oder die Bildmaterial zur Verfügung stellten, um die Entstehung dieses vorliegenden Buches zu realisieren.

1. Dieser Gruß aus Borna wurde am 5. August 1910 von Borna nach Heinersdorf (Bad Lausick) verschickt und ward mit 'Dein Dich liebender Erich' unterzeichnet. Passend zu diesem liebevollen Gruß sehen wir auf der Zwiebelkarte ein sich an den Handen berührendes Brautpaar. Der 'sinnige' sächsische 'Reim' müßte ins Hochdeutsch übersetzt folgendermaßen lauten:

Der Ehestand ist ein zuckersüßes Leben Ein angenehmes Joch,

Er kommi mir vor

Wie eine Bomsche Zwiebel

Man weint dabei und ißt sie doch!

(E. Rühle, Leipzig-V.)

2. Auf dieser Luftaufnahme aus den dreißiger Jahren sehen wir das Realgymnasium am Breiten Teich und die villenartigen Gebäude in der Goethestraße links neben der Schule. Im Hintergrund kann man die sich anschließende Schillerstraße erkennen. deren Häuser irn Volksmund auch 'Posthäuser' genannt werden. Das breite Gebäude rechts oben im Hintergrund ist die ehernalige Verwaltung der DEA. Links oben, weit in der Ferne, ist der ehernaligc Witzitzer Tagebau zu sehen.

3. Wir sehen hier das Denkmal. das die Bürgerschaft Bornas dem Ehrenbürger, Fürst von Bismarck. gewidmet hatte, Es befand sich in den städtischen Parkanlagen. Einige Steine erinnern noch an seine Existenz. Der Bürgerschullehrer Arthur Arno Reibetanz schrieb in einer Abhandlung Anfang unseres Jahrhunderts folgendes: 'Wie ranken sich an diesem Gedenksteine für den eisernen Kanzler die verschiedenartigen Schlinggewächse aufwärts! Da blüht und grünt es mannigfaltig in Farbe und Form ... Unter dem ehernen Eichenblatte mit dem stolzen Namen 'Bismarck' duftet ein herrlicher Vei1chenflor. Ja, Treue dem Alten im Sachsenwalde, dem unvergeßlichen und unersetztem Kanzler der Tat!' (Verlag von Robert Noske, Borna.)

4. Das reichhaltige Vereinswesen in Boma wird hier durch ein Foto des Geselligcri Vereins 'Edelweiß' belegt. 36 Männer (keine Frau) zeigten ihr großes Bedürfnis sich zu organisieren. Unter ihnen befinden sich als Vorsteher der Schriftsetzer Paul Pfützner, dessen Stellvertreter der Ratshilfsexpedient E. Berger. der Schriftführer Rudolf Zeichart, der Buchhalter Oskar Fritzsche und der Kassierer des Vereins der amtshauptmannschaftliche Diätist Emil Schulze. (Verlag Max Schmitz, Leipzig-R., Weidmannstraße 2.)

5. Wir blieken in die Weststraße von Borna (heute SachsenalleelB 93), die um 1905 mit Bäumen besäumt war, wie uns abgebildete Karte beweist. Einst führte die Straße zum alten Bahnhof. Hier befanden sich Geschäfte und Einrichtungen wie die Materialwarenhandlung von Selma Höring, die Büchsenmacherei von Woldemar Lehnert, der auch Musikinstrumente und Fahrräder verkaufte, sowie die Gaststätte 'Zum Sächsischen Reiter' von Friedrich Wilhelm Lange, die heute noch bewirtschaftet wird. (Kunstverlag Max Scholz, Leipzig- R.)

6. Wir blieken auf das Reiehstor in Richtung Stadtzentrum Borna. Diese Aufnahme entstand Mitte der zwanziger Jahre. Damals führte der Verkehr noch in beiden Richtungen durch die enge Durchfahrt des ehemaligen Stadttores. Interessant im Bild sind der 'Kabrio' vom Typ Hanomag und der alte Opel. Das Gebäude, das vorn links auf dem Foto nur angeschnitten ist, gehörte dem Klempnermeister Carl Richter. Hier gab es Gas- und Petroleumlampen, Fahrräder und ein großes Angcbot an Hochzeits- und Geburtstagsgeschenken. Im Haus rechts vor dem Reiehstor verkaufte Otto Schröter Delikatessen wie Wild, Geflügel, Fisch und Wein. Das Geschäft davor gehörte dem Uhrmacher Ehrengott Pa ui Grundert. Es wurde in den achtziger Jahren abgerissen. Auf dem Dach der Gaststätte 'Börsenhalle im Hintergrund kann man die alten Fernsprechanlagen erkennen.

7. Auf dieser Aufnahme aus den zwanziger Jahren bietet sich uns ein interessanter Bliek durch die Durchfahrt des Bomaer Reichstores in die Reichsstraße. Am zweiten Haus vorn links ist über dem ersten Stockwerk eine Gedenktafel angebracht. Sie erinnert daran, daß sich an dieser Stelle einst das Geburtshaus des Pädagogen und Pfarrers Gustav Friedrich Dinters befand. Zeitgenossen berichteten über ihn: 'An diesem Manne wurde öfters das russische Sprichwort wahr, daß man den Fremden nach seinem Kleide begrüßt und nach seinem Verstande entläßt. Dinters Anzug war nämlich keineswegs kostbar, sondern sogar nachlässig. Dennoch war er bei vielen vornehmen Leuten sehr wohl gelitten, die sich freuten, wenn er ihre Kinder in seinem Haus aufnahm und unterrichtete,'

8. Wir blieken in die historische Straße Bomas 'An der Mauer' in Richtung Reichstor. Der bis heute erhalten gebliebene Straßenname erinnert daran, daß hier die Stadtmauer verlief, und zwar auf der linken Seite, ausgehend vom ehemaligen Stadttor im Hintergrund. Das Haus links mit dem Fachwerkgiebel gehörte dem Schuhmachermeister E.L. Heinig und diente als Militärquartier. Nachdem die Schwadron Quartier in der neu erbauten Kaserne erhielt, wohnten in dem Haus die Familien des Handarbeiters Albrecht und des Färbereiarbeiters Friedrich. Heute bedarf das verfallene Gebäude einer dringenden Einbindung in das einstige historische Stadtbild. (Brück & Sohn, Meißen.)

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