Bornheim in alten Ansichten Band 2

Bornheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr.Horst Bursch
Gemeente
:   Bornheim
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4838-2
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bornheim in alten Ansichten Band 2'

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9. Dingbänke, Schöffenstuben und die Requisiten der früheren Strafjustiz (Galgen und 'Drillenhäuschen') sind in den Dörfern des Stadtgebietes Bornheim urkundlich bestens dokumentiert. Hier sehen wir das Bornheimer Gerichtsgebäude aus dem Jahr 1740, das der damalige Grundherr Johann Jakob von Waldbott an der Burgstraße, in der Nähe seines Schlosses, errichten ließ. Über dem Eingang im Mittelrisalit prangt in einer Kartusche sein Wappen; darunter ist das Erbauungsdatum auf zwei nach innen gekrümmten Voluten verteilt. Bis 1906 trug das einstöckige Gerichts- und Gemeindehaus ein Mansarddach. Seit 1972, dem Jahr einer gründlichen Instandsetzung, setzt die farblich einfühlsam gestrichene Fassade einen architektonisch deutlichen Akzent auf die unmittelbare Umgebung.

10. An der Bornheimer Königstraße erhob sich einst ein Denkmal zu Ehren der Gefallenen des deutschfranzösischen Kriegs 1870/71. Das vom damaligen Kriegerverein Bornheim gestiftete und von dem Banner Bildhauer Johann Josef Olzem (1827-1890) geschaffene Ehrenmal entspricht stilistisch dem ebenfalls von ihm entworfenen und ausgeführten Denkmal in Bonn-Beue!. Das Denkmal steht nunmehr bereits seit Jahrzehnten an der Bornheimer Burgstraße. Im Hintergrund sind die Gebäude der damaligen Bornheimer Schulen zu erkennen. Am 15. April 1947 kam zur damaligen Volksschule noch eine Realschule hinzu. Heute beherbergt das nunmehr 'Bürgerhaus' genannte Gebäude die Stadtbücherei und einen Teil der Volkshochschule Bornheim-Alfter. Seit 1989 besitzt Bornheim übrigens eine Gesamtschule, gegenüber dem Hallenbad. Das Bild stammt von etwa 1910.

11. Zwischen Burg- und Königstraße steht der Bornheimer 'Jägerhof', eines der traditionsreichen Gasthäuser des Vorgebirges. Auf dem dreieckigen Platz vor diesem Gebäude wurden bis 1740 auf der Dingbank, unter der Gerichtslinde, die Sitzungen des hiesigen Landgerichts abgehalten. Die Königstraße, im Bornheimer Volksmund ganz nach dem Düsseldorfer Vorbild 'Kö' genannt, war eine freie königliche Straße, die bereits 1272 als 'Conniuxstroß', erwähnt wurde. Im hier abgebildeten 'Jägerhof' wurde die erste Bornheimer Poststation eingerichtet. Vermutlich war der Gastwirt Joharm Wenzel am Zehnhoff Bornheims erster Posthalter. Der Ort gehörte damals zur 1819 ins Leben gcrufenen Postexpedition Wesseling (bis 1946); nun gehört er postalisch gesehen zu Bonn. 1994 kann das Jubiläum ' 150 Jahre Post in Bornheim' gefeiert werden.

12. Nach einem unerquicklichen Tauziehen widerstreitender Interessenvertreter wurde 1986 das traditionsreiche Gasthaus 'Zum Kliehof' auf der Ecke Aeltersgasse/Königstraße abgerissen. Der Ort Bornheim verlor damit ein Stück seiner eigenen Identität. Der erst in den dreißiger Jahren offiziel1 so bezeichnete 'Kliehof' verdankt seinen Namen einer in der Nähe der Burg gelegenen ehemaligen Hofanlage, die 1844 als 'Kleihof" erwähnt wird. Dieser Name wurde dann personenbezogen tradiert und auf den Gasthof übertragen. Auf einem Plan von 1870 erkennt man an der Stel1e des Gasthauses einen Schützenplatz sowie eine Festhalle, die Bernhard Pusacker gehörte. Das hier auf einem alten Foto zu sehende Wohn- und Gasthaus wurde wahrscheinlich 1886 erbaut. In der genau hundertjährigen Geschichte des Anwesens, das wegen seiner guten Küche und als Vereinslokal beliebt war, gab es etliche Glanzlichter. Heute erhebt sich am Ort des Kliehofs ein Ärzte- und Geschäftszentrum.

13. Im Jahr 1912 entstand dieses Bild des Bornheimer 'alten Weihers', der namentlich bereits um 1477 erwähnt wird. Es handelt sich dabei, geologisch gesehen, um eine diluviale Rinne, eine Vorflut des Rheins, die im Bonner Stadtgebiet als 'Gumme' bezeichnet wurde. Der Damm der früheren Vorgebirgsbahn kreuzte das mittlerweile völlig verlandete, künstlich aufgefüllte, urbar gemachte und auf einen Bachlauf (Siefen) reduzierte Gewässer, in dessen Schutz die heute noch bestehende Wolfsburg zu Roisdorf lag. Im Hintergrund links sieht man den Turm der Roisdorfer Pfarrkirche. Das dokumentarisch wertvolle Bild liefert ein Zeugnis für das frühere Aussehen einer noch weitgehend naturbelassenen Landschaft zwischen Bornheim und Roisdorf.

14. Im Jahre 1922 feierte der Bornheimer Turnverein 'Germania' sein 25jähriges Vereinsjubiläum. Im Stil der Zeit zeigen sich die wenigen Turnerinnen mit ihren zahlreichen Vereinskameraden dem Fotografen. Die zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstandene Turnbewegung, die von 1820 bis 1842 durch Beschränkungen und Verbote unterdrückt war, erlebte um die Mitte des vorigen Jahrhunderts einen lebhaften Aufschwung, der zunächst in den Städten, dann aber auch zunehmend in den ländlichen Gemeinden, wie hierin Bornheim, zu beobachten war.

15. In dem zu Brenig gehörenden Weiler Bisdorf steht ein hohes Steinkreuz mit Christuscorpus, Bildnische, Wappen und Inschrift. Diese lautet: 'Errichtet von Jacob Meuser, ehemaliger Bürgermeister von Waldorf, im Jahr 1838.' Der aus Köln stammende Rentmeister J. Meuser (1780-1849) wurde am 2. Januar 1806 'Maire' (Bürgermeister) der Bürgermeisterei Waldorf. Nach zwei Jahren wurde die Amtsstube in das Bisdorfer 'Gütchen', ein ehemaliges Weingehöft der Kölner Kartäuser, verlegt, das Meuser erworben hatte. In preußischer Zeit blieb er Bürgermeister. Sein Beigeordneter war Daniel Bursch. 1832 gab Meuser, von Krankheit geplagt, sein Amt auf und wurde zum Ehrenbürgermeister ernannt. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Breniger Friedhof. Das mit seinem Familienwappen versehene Kreuz sowie der Straßenname 'Meuserweg' halten die Erinnerung an diesen tatkräftigen Mann wach.

16. Aus Pachtbriefen ab dem Jahr 1463 läßt sich die Frühgeschichte des Breniger 'Schornshofes' rekonstruieren, Von einern Ulrich Schorn gelangte das auch 'Berger Hof genannte Gütchen an dessen Sohn Konrad. Dieser verkaufte den Hof 1513 an das St.-Kuniberts-Stift zu Köln, das in Brenig bereits das sogenannte Ungasser Gut, das 1503 als 'ungersches' Gut erwähnt wird, erworben hatte. Letzter Pächter bis zur Säkularisation war Heinrich Cader. Die Franzosen verkauften den Hof mit 41 Hektar Land, und 1808 erwarben ihn die Gebrüder Claren für 19500 Francs von dem Aachener Makler J. Lennartz. Zum Hof gehört eine riesige Scheune. In alter Zeit rankten sich um den Schornshof auch manche örtliche Sagen.

17. Das Foto zeigt einen altertümlichen Straßenzug im Breniger 'Loch', einen Teil der Hennesenbergstraße, deren Name auf die höchste Erhebung im Bornheimer Stadtgebiet hindeutet. Der zwischen Brenig und Bornheim sich erhebende Hennesenberg ist knapp 165 Meter hoch. Die auf dem Bild abgelichteten Häuser stellen ein für das 'alte' Vorgebirge geläufiges Architekturgefüge dar. Bemerkenswert sind die verschienenen Bauabschnitte des Fachwerkanwesens mit Ziergiebel und abwechslungsreicher Dachlandschaft. Auch heute ist dieser malerische Winkel noch nahezu unverändert.

18. Unser Foto aus dem Anfang der dreißiger Jahre führt den Betrachter in die Breniger Vinkelgasse. Es vermittelt einen Eindruck von der Landwirtschaft in alter Zeit. Offensichtlich wird hier gerade die Kartoffelernte eingeholt. Im Vordergrund links erkennt man eine 'Schürreskarre", die heute noch zum 'Schürreskarrenrennen' anläßlich der Dorfkirmes Verwendung findet. Aufschlußreich ist die damals noch junge Bebauung, die sich von den architektonischen Mustern der alten Zeit völlig losgelöst hat. So wirkt das dreieckige Dachbodenfenster wie ein Zeichen der 'neuen Zeit", die durch die Jahreszahl 1928 genau bestimmt ist.

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