Bornheim in alten Ansichten Band 3

Bornheim in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Dr. Horst Bursch
Gemeente
:   Bornheim
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5780-3
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bornheim in alten Ansichten Band 3'

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9. Das aus der Mitte der dreißiger Jahre stammende Bild zeigt die ehemalige Villa Holthoff in Bornheim-Botzdorf, am dortigen Blütenweg. Bereits 1718 war dieses Anwesen in Fachwerkbauweise errichtet und später umgebaut und erweitert worden. Hellmuth Freiherr von Carnap, am 9. Dezember 1870 zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt, verlegte 1878 die Amtsstube in dieses Gebäude , in dem er am 13. Mai 1880 verstarb. Sein Nachfolger, Ingenieurleutnant a.D. Anton Dcngler , behielt in dem als düster und muffigfeucht geschilderten Gebäude bis zum Jahr 1883 die Amtsstube bei. 1883 erfolgte dann der Umzug in das neugebaute Bürgermeisteramt an der Königstraße, das bis 1969 diese Funktion beibehielt.

10. Die 1935 entstandene Abbildung zeigt Haus Hohenlind in Bornheim-Botzdorf. Gerhard Freiherr von Carnap hatte das im klassizistischen Stil gehaltene Haus 1835 als Witwensitz für seine Mutter erbauen lassen. Somit ist die im Giebelfeld angebrachte Jahreszahl 1782 falsch. An erhabener Stelle errichtet, hatte man von Haus Hohenlind einen prächtigen Rundumblick, bis hin zu den Türmen des Kölner Doms. 1925 wurden in dem malerischen Park zwei Winterlinden gepflanzt, nach denen fortan das herrschaftliche Anwesen benannt wurde. Insgesamt erlebte das mehrfach veränderte Haus Hohenlind zahlreiche Besitzerwechsel. Bis zum Jahr 1900 verblieb es in adeliger Hand. Das schöne Haus verfiel zusehens, bis dem Verfall1982 durch einen erneuten Besitzerwechsel Einhalt geboten werden konnte. Seither bietet Hohenlind wieder einen einladenden Anblick. Überhaupt darf sich der Ortsteil Botzdorf rühmen, ein geschichtlich und architektonisch abwechslungsreiches Siedlungsbild aufweisen zu können.

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11. Der 1901 abgeschickte 'Gruß aus Brenig' ist heute eine seltene Postkarte mit heimatkundlich vielfältigen Ansichten. Der Hinweis auf die 'neue' katholische Pfarrkirche St. Evergislus besteht zu Recht, war doch das neugotische, mit gelben Klinkersteinen erbaute Gotteshaus erst wenige Jahre alt. 1895/96 entstand das die Silhouette des Vorgebirges mitprägende Gebäude nach den Plänen der Architekten Langenberg und Ritzefeld. Das Pfarrhaus ('Pastorat') wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Der ehemalige Gasthof 'Zum alten Deutschen' beherrschte wie Schule, Kirche, Plönerhof und die Gastwirtschaft Düx den Breniger Ploon. Etwas phantasievoll ist das gegen Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Schloß Rankenberg dargestellt. Rechts oben im Bild läßt sich der Stationenweg mit den vierzehn Kreuzwegstationen von Bornheim nach Brenig ausmachen. Ganz rechts ist der Hohlenberg als schnurgerade Baumallee sichtbar. Und als Zeichen des damaligen technischen Fortschritts fehlt der 'Feurige Elias' keineswegs.

12. Der Breniger Bach betrieb in seinem Verlauf zwischen Quelle und Bornheim nicht weniger als vier Mühlen. Auf dem etwa Mitte der dreißiger Jahre entstandenen Bild sieht man die sogenannte oberste Mühle , sowie im Bildausschnitt den Müllermeister Wirtz. Diese stattliche Wassermühle hatte das Zwangsgemahl für Brenig. Die Familie Wirtz war eine alteingesessene Müllerfamilie, die auch auf auswärtigen Mühlen vertreten war. Die hier abgebildete, heute längst nicht mehr bestehende Mühle war eine reine Getreidemühle. Ihre Gebäude erhoben sich ungefähr im Winkel zwischen Henessenbergstraße und HelIstraße. Der letzte Rest der zur Mühle gehörenden Ökonomiegebäude wurde erst vor wenigen Jahren abgetragen. Heute nehmen moderne Wohnhäuser den Platz der alten Mühle ein.

13. Heute noch ist das auf dem Foto zu sehende Gebäude, wenngleich in veränderter Form, erhalten. Es zeigt die traditionsreiche Gastwirtschaft Düx, deren Spezialität einst ein klar gebrannter Schnaps war, der in weiter Runde bekannte 'Plöner. Der Name bezieht sich auf den Platz, an dessen westlichern Rand der Gasthof steht. Der am halben Hang Brenigs sich erstreekende Platz heißt 'Ploon' , was soviel wie 'ebene Fläche , Plan' bedeutet. In der Gastwinschaft Düx wurde einst eine Schnapsbrennerei betrieben, nachdem der 'Plöner' zunächst im gegenübergelegenen Plönerhof, der 1973 abgerissen wurde, gebrannt worden war. Der Schnaps war in alter Zeit ein beliebtes Getränk, das unter anderem anläßlich der damaligen Wallfahrt zum Heiligen Blut ausgeschcnkt wurde , das in Brenig seit alters her verehrt wurde. In den dreißiger Jahren verfaßte und komponierte Joachim Herming das rasch bekannt gewordene Breniger 'Plöner-Lied'. Leider gehört der Plöner der Vergangenheit an. Er war 'ein wirklich wunderbarer Göttertrunk' . Die Bezeichnung 'Plöner aktuell' hält noch die Erinnerung an den im Vorgebirge gern zur Brust genommenen 'Klaren' wach.

as PlónarU Lïed,

Worte u. mU$ik von Joachim H~nnin9.

14. Im Breniger Ortsteil Bisdorf, jenseits des Rankenberges, stieß der Wanderer einst auf den längst nicht mehr bestehenden 'Bisdorfer Hof'. Im örtlichen Volksmund heißt der Weiler, der oberhalb Dersdorfs liegt, 'Bisseme Hoff' bzw. 'Bisebbe Hoff'. Der auf der Ecke Bisdorfer WeglMeuserweglGütchenweg gelegene frühere Hof war ein sogenannter 'Bauhof' der Kölner Kartäuser. Er galt als eine Art Neben- oder Ackerhof des 'Gütchens", das sich etwas weiter hangabwärts erhob. Das im Bild sichtbare Wohnhaus war um etwa 1600 erbaut worden. In Bisdorf und im benachbarten (zu Waldorf gehörenden) Üllekoven - zwei kleinen Dörfchen, die durch den historischen Bannweg (Grenzweg) getrennt waren - nannten die Kartäusermönche den größten zusammenhängenden Besitz an Höfen und Liegenschaften ihr eigen. Im Hintergrund rechts erkennt man übrigens das ebenfalls jahrhundertealte Fachwerkhaus der Familie Pesch. Dieses kleine Gehöft besteht noch. Die Stelle des Bisdorfer Hofes nimmt heute ein modernes Wohnhaus ein.

15. Das 'Gütchen', einstvon Weingärten umgeben und zuletzt der Familie Urmersbach gehörig, fiel1967 einer Übung der Dersdorfer Feuerwehr zum Opfer, die ihre Mühe hatte, das uralte Anwesen, das bis zur Säkularisation ein Weingut der Kölner Kartäuser war, in Brand zu stecken. Bereits im Jahr 1373 wird von einem Kartäuserhof zu Bisdorf berichtet. Gegen 1520 wird das Gut genau spezifiziert: 'In Bistorf, in deme KirspeIl zu Brenich haben wir einen Wein: und Kornhoff mit Hauß, Scheur, Kelterhauß und Stallung, wie auch ein Bungert darumb.' Das 'Gütchen' war ein weithin sichtbarer Gebäudekomplex, stark vornübergebeugt, mit löcherigem und schiefem 'Jebönn' (Bretterfußboden). in dem der Verfasser als Kind noch gespielt hat.

16. Das 'Gütchen' war ein verwinkeltes, malerisch-anheimelndcs Gehöft, an dem der Zahn der Zeit stetig genagt hatte. Gelegentlich wurde es zu Dersdorf gerechnet, später jedoch endgültig Brenig zugeschlagen. Im vorigen Jahrhundert erlangte das Gehöft eine gewisse Bedeutung, da es die Amtsstube der Bürgermeisterei Waldorf barg, und zwar von 1808 bis 1832. Der aus Köln stammende Rentmeister Jakob Meuser, der 1838 in Bisdorf ein steinernes Hochkreuz stiftete, wirkte hier als Amtsbürgermeister. Meuser (1769 bis 1849) war 1806 zweiter Bürgermeister der damals französischen 'Mairie (Bürgermeisterei) Waldorf, die sechs Jahre zuvor gebildet worden war. Meuser war ein gebildeter und sehr gewissenhafter Mann, ein Wohltätiger der Armen und ein Freund der katholischen Kirche. Das Bisdorfer 'Gütcheri' war lange Zeit sein Eigenturn. Das Meuserkreuz und der durch den Ort führende Meuserweg erinnern heute an jene lokalhistorisch bedeutsame Persönlichkeit, von der im Stadtarchiv Bomheim noch manches Dokument vorhanden ist.

17. Auf der Hochfläche des Vorgebirges liegt im Gemarkungsbereich von Brenig eine vierseitig geschlossene Hofanlage, der 'Lükkenhof' . Seine Gebäude erheben sich links der Landstraße 182 nach Heimerzheim. Erbaut wurde das Gehöft im Jahr 1870 von dem Bornheimer Rentmeister Heinrich Wenzel am Zehnhoff, und zwar in einer Waldlücke, daher der Name. Schon lange war der Bereich um den Hof, auf dem Milchviehwirtschaft betrieben wird, weiträumig gerodet. Im Bornheimer Weistum von 1575 heißt die entsprechende Flur bereits 'in den Lücken'. In den Jahren 1928 und 1930 gesellten sich auf der gegenüberliegenden Seite der Landstraße zwei Aussiedlerhöfe hinzu. Etwa einen Kilometer vom Lückenhof entfernt steht der 1852 erbaute Römerhof. Das nächstgelegene Waldstück ist der schon um 1477 bezeugte üdenforst. Die Besitzer des Lückenhofes werden im Volksmund 'Löcke" genannt.

18. Zwischen Brenig und Dersdorf erhebt sich auf halber Höhe ein gefälliger Adelssitz, Schloß Rankenberg. In den Jahren 1897/981ieß Karl von Kempis es in barocken Formen erbauen, nachdem eine alte Hofanlage, die dort vorher bestand, bis auf einige Nebengebäude abgebrochen worden war. Umrahmt wird das schmucke Schloß von einem prächtigen Park, dessen teils unter Naturschutz stehender Baumbestand von erlesener Qualität ist. Im Park speist eine Quelle den Fischteich des Anwesens. In ihm spiegeln sich Maulbeerbäume, Platanen, Rotbuchen und Zedern. Ein Birkenwäldchen bildet hierzu einen lieblichen Kontrast. Seit etlichen Jahren (1959) steht etwas verloren das 1745 als Fußfallstation gestiftete Rankenbergskreuz unter den schattigen Bäumen des weitläufigen Parks. Im Bild der zwanziger Jahre ist der Schloßturm mit seinem kunstvollen Dach zu sehen.

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