Bornheim in alten Ansichten Band 3

Bornheim in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Dr. Horst Bursch
Gemeente
:   Bornheim
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5780-3
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Bornheim in alten Ansichten Band 3'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

19. Die von etwa 1910 stammende Postkartenansicht vermittelt drei Dersdorfer Motive: Schloß Rankenberg, das Bahnhöfchen des 'Feurigen Elias' sowie die alte Gastwirtschaft von Peter Hubert Fleischer (1848 bis 1933), der als erster auf dem neuangelegten Dersdorfer Friedhofbeerdigt wurde. Als Nachfolgerbau eines älteren Fachwerkanwesens wurde der im Bild zu sehende Gasthof, der heute in ganz veränderter Form fortbesteht, 1905 erbaut. Der Tanzsaal war nahezu quadratisch und wies eine Seitenlänge von etwa 12 Metern auf. Die Familie Fleischer hatte die Gastwirtschaft, die ihr Bier zunächst aus der Bornheimer Burgbrauerei bezog, im 19. Jahrhundert von einer Familie Joisten erworben. Der 1905 erbaute Saal wurde übrigens 1927 durch einen Neubau ersetzt, der heute noch besteht. Dersdorf, das 1143 erstmals urkundlich erwähnt wurde, feierte im Sommer 1993 mit einem großartigen Fest seine 850jährige Ersterwähnung.

20. Vor einigen Jahrzehnten wurde dieses Foto im Waldorfer Weg aufgenommen. Früherwurde die Straße als 'Werschjaß' (Ouergasse) bezeichnet. Links sieht man die Gartenmauer vom Lindenhof. dahinter das Haus, in dem das 'Kääßje", die erste Dersdorfer Sparkasse, untergebracht war. Dahinter ragt die ehemalige Scheune des alten Gehöftes Siebertz ins Bild. Rechterhand sieht man das frühere Gehöft Braun/Berger, eine historische Hofanlage aus dem Jahr 1761, wie eine Hausinschrift bezeugt. Das einst so bezeichnete 'Kirschbaumhöfchen' gehörte bis zur Säkularisation den Kölner St-Apostcl-Herren; auch dies wird durch die erwähnte Inschrift belegt. Der Eindruck der in Blickrichtung Rankenberg aufgenommenen Häuserzeilen ist auch heute noch beinahe unverändert. Bis auf das unveränderte Fachwerkgehöft Bollig am Ende der Straße, sind die Häuser lediglich geringfügig verändert worden.

21. Am 16. Januar 1990 wurden die allerletzten Reste der Dersdorfer Burgruine abgetragen. Das Bild stammt von etwa 1935. Ruinös ragen die starken Fundamente der einst mächtigen Dersdorfer Turmburg 'om Huus' aus dem ehemaligen Wassergraben. Das mehrstöckige Burghaus zeigte einen Grundriß von etwa 9 mal 15 Metern. Im Mittelalter wohnten auf der Burg die Ritter von Dersdorf, die erstmals 1226 bezeugt sind. Zeitweilig wurde von Burg Dersdorf aus auch die ehemalige Vogtei Brenig verwaltet. Das 1669 so bezeichnete 'adlich Hauß Derstorff" war auch eng mit der Herrlichkeit Bornheim verbunden. 1808 wurde die Burg, zu der auch ein Wirtschaftshof gehörte , zusammen mit dem Hof Rankenberg für 47499 Francs und 88 Centimes von den Erben Waldbott-Bassenheim verkauft. Nun kam der mittlerweile stark heruntergekommene Besitz in bürgerliche Hände. Der Burgname 'Huus' ist auch heute noch als Übername lebendig. Im Hintergrund erkennt man übrigens das Haus Wershoven, in dem einmal ein Lebensmittelgeschäft betrieben wurde.

22. Der frühere Bahnhof des 'Feurigen Elias' , hinter dem sich einst der Dersdorfer Schützenstand befand, wurde nach Verlegung der Bahnstrecke nicht abgerissen, sondern privat genutzt. Später wurde das typische KBE-Bahnhöfchen von der Familie Schmalfeldt zu einem größeren Wohnhaus umgebaut. Dem an der GrünewaIdstraße gelegenen Gebäude zur Seite stellt sich das Wohnhaus der Familie Hansen. Von den früheren Bahnhofsgebäuden ist noch dasjenige im benachbarten Waldorf erhalten. Der alte Bahnhofin Merten-Trippelsdorf ist wie der in Dersdorf völlig umgebaut worden. Insgesamt zeigt unsere historische Abbildung zwei ortstypische Dersdorfer Gebäude gänzlich unterschiedlichen architektonischen Zuschnitts.

23. Ganz in der Nähe des früheren Dersdorfer Bahnhöfchens, auf der anderen Seite der Landstraße, erhebt sich dieses formschöne Haus, dessen Fassade heute stark verändert ist. Hier befand sich einst die Metzgerei von Engelbert Assenmacher. Das Geschäft mit seinem Schaufenster ist am rechten Bildrand erkennbar. Engelbert Assenmacher war nicht nur ein guter Metzgermeister, sondern auch ein tatkräftiger Feuerwehrmann. Vor seinem Anwesen verläuft die damals noch wenig befahrene Landstraße , die später zu einer breiten Straße ausgebaut wurde, die von manchen Verkehrsteilnehmern als regelrechte Rennstrecke mißbraucht wird.

24. Links: das längst nicht mehr bestehende Haus der Familie Lorbach auf der Dersdorfer Seite des Bannwegs. Das Gehöft bestand aus Fachwerk- und Feldbrandziegelgebäuden. Rechts: die ersten Dersdorfer Bammschläger bzw. Beierleute blieken in die Linse. Das Gruppenbild entstand am Weißen Sonntag 1933 im Hof des Anwesens Lorbach und zeigt A. Bollig, H. Reingen, Frau Lorbach, J. Bursch, Th. Düx und (vorne) H. Schmitz. Die Bammschläger holten sich ihren in Naturalien und 'Flüssigern' bestehenden Lohn für ihren feierlichen glockenmusikalischen Vortrag ab. Das Beiern und Bammschlagen hatten die Dersdorfer, deren Kirche 1932 erbaut wurde, von der Mutterpfarrei St. Evergislus in Brenig übernommen. Heute setzt der Verfasser dieses Büchleins diesen alten Brauch an hohen Festtagen fort. Einen Beierlohn gibt es freilich nicht mehr. Ein auf die Namen der drei Glocken bezogener Beierspruch lautet: 'En Deaschdep witt jebeiert höck: Sank Albert, Sank Maria un Sank Jerdrück.'

25. Um 1950 zeigt sich das laut Balkeninschrift 1670 erbaute Wohnhaus des an der Landstraße gelegenen, heute ganz veränderten Dersdorfer Feldhofs, der einst den Kölner Jesuiten gehörte. 1964 wurde das malerische Haus abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Der Kölner ErzbischofErnst, ein Jesuitenzögling, hatte die Gesellschaft Jesu am 21. März 1591 mit reichem Besitz unter anderem in Dersdorf dotiert. Bereits um 1570 wird ein Vorläufer des Feldhofs erwähnt. Der als Weingut ausgestattete Hof war laut Hausinschrift dem besonderen Schutz der Gottesmutter Maria, des heiligen Evergislus und des heiligen Ignatius von Loyola, dem aus Spanien stammenden Gründer der Societas Jesu, anvertraut. Der stattliche Hof, der heute der Familie Schumacher gehört, war stets in Halbpacht gegeben. Möglicherweise geht der Hofname auf den Pächter Peter Feldt (erste Hälfte des 17. Jahrhunderts) zurück. Da der Hof aber früher im offenen Feld lag, kann auch von daher die Motivation für die Namengebung rühren. 1671 war der Hof ausdrücklich als 'Weingartzhauß' bezeichnet worden.

26. Im parkähnlichen Garten des Dersdorfer Lindenhots entfaltet eine über zweihundert Jahre alte Eßkastanie ihr Gezweig. Der mächtige Baumrecke ist das einzige offiziell eingetragene Dersdorfer Naturdenkmal. In seiner 1991 veröffentlichten Abhandlung über 'Naturdenkmale im Rhein-Sieg-Kreis' schildert Klaus Beyer den Baum als 'wohl schönste Eßkastanie des Rhein-Sieg-Kreises'. Der Kastanienbaum dürfte etwa zeitgleich mit der Erbauung des barocken Herrenhauses vom Lindenhof gepflanzt worden sein. Der malerische Anblick dieser altehrwürdigen Kastanie bietet sich zur Zeit ihrer Blüte, wenn Tausende von Blütenkerzen dem Baum ein festliches Gepränge verleihen. Dann freuen sich vor allem die Bienen, die hier eine äußerst üppige Weide vorfinden. Das Foto stammt von etwa 1950.

27. Dieser 'Gruß aus Dersdorf' wartet mit einer Ansicht des ehemaligen Lebensmittelgeschäftes Wershoven in der Dürerstraße (früher Bachstraße) auf. Es handelt sich um eine Vorkriegsaufnahme. Das Wohnhaus zeigt sich heute in einem veränderten Zustand. Das Geschäft der Familie Wershoven war eines der früher recht zahlreichen Läden, in denen die Dersdorfer Kundschaft einkaufen konnte. Beliefert wurde das Geschäft mit Lebensmitteln aus dem Lebensmittelversand Schmitz in Gielsdorf (Gemeinde Alf ter). Dersdorf besaß seinerzeit ein halbes Dutzend solcher Lebensmittelgeschäfte, die eines nach dem anderen ihre Pforten schlossen, da sie im Laufe der Zeit wegen wachsender Konkurrenz von außerhalb unrentabel wurden. Diese Entwicklung zeigt sich auch in anderen Dörfern der Stadt Bornheim .

28. Unser Foto von etwa 1918 zeigt das Dersdorfer Lebensmittelgeschäft Kamps in der Dürerstraße, die ursprünglich wegen des früher dort verlaufenden Bachs, der im Bild sichtbar ist, Bachstraße hieß. 1888 wurde das Gemischtwarengeschäft gegründet. Hier war auch die Dersdorfer Poststelle eingerichtet. Auf dem Foto sieht man Maria Kamps mit ihren Söhnen Franz und Hubert. Vater Gerhard Kamps ist nicht zu sehen. Hinter dem Haus wurde übrigens eine Kalkgrube betrieben. Von Hubert Kamps übernahm schließlich Tochter Maria (verheiratete Schmitz) das stets in Familienbesitz verbliebene Geschäft. Zum 1. Oktober 1993 schloß Maria Schmitz ihren wohlsortiert en Laden, in dem auch ihr Ehemann immer fleißig mitgeholfen hatte. Die Schließung des letzten Dersdorfer Lebensmittelgeschäftes, das Maria Schmitz vierzig Jahre lang zur Zufriedenheit ihrer Kundschaft zu führen wußte, wurde von der gesamten Nachbarschaft durch einen kleinen Festakt begleitet. Damit ist im Dersdorfer Jubiläumsjahr (850Jahr-Feier) ein Stück lebendiger Ortsgeschichte zu Ende gegangen.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek