Bornheim in alten Ansichten Band 3

Bornheim in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Dr. Horst Bursch
Gemeente
:   Bornheim
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5780-3
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bornheim in alten Ansichten Band 3'

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29. Im Frühjahr 1932 versammelte sich die damalige Dersdorfer Jugend auf dem Platz, auf dem die Pfarrkirche St.-Albertus-Magnus gebaut werden sollte. In Hand- und Spanndiensten haben sogar die Schulkinder dazubeigetragen, ein eigenes, von Brenig unabhängiges Gotteshaus zu erhalten. Einige Jahre zuvor war in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche die Dersdorfer Volksschule fertiggestellt worden. Nun galt es, sich auch kirchlich von Brenig abzunabeln, zu dem man über tausend Jahre lang gehört hatte. Die treibende Kraft des Jahrhundertunternehmens, sich eine eigene Kirche zu bauen, war von Anbeginn an Christian Zimmermann (1883 bis 1975). Doch das ganze Dorf war so begeistert, daß sich niemand davon ausschloß, tatkräftig mitanzupacken. Diese Begeisterung ist den hier abgebildeten Kindern und Jugendlichen durchaus anzumerken.

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30. Am 16. November 1932 konnte die katholische Pfarrkirche feierlich eingeweiht werden. Das Gotteshaus war nach den Plänen des Kölner Architekten Hermann Neuhaus errichtet worden. Die Krone über dem nach oben durch Streben verlängerten Turmhelm ist einerseits eine Rerniniszenz an die damalige Christ-König-Verehrung, andererseits ein weithin sichtbares Zeichen für die Krönung Mariens, denn in Dersdorf wird die Gottesmutter besonders verehrt. Neben der Kirche wurde das Pfarrhaus erbaut, in das als erster Seelsorger von Dersdorf Pfarrer Wilhelm Hummen (1877 bis 1938) einzog, ein gutherziger, gesundheitlich angeschlagener Mann, der wegen seiner Gewohnheit, Gamschen zu tragen, liebevoll 'Jamasche-Willem' genannt wurde.

31. Am 7. Dezember 1947 wurde in Dersdorf, dem Vorbild anderer Dörfer folgend, ein Theaterverein gegründet, der jedoch nur bis 1952 bestehen blieb. Im benachbarten Waldorf gab es bereits seit 1920 den dortigen Theaterverein Olympia. Erster Vorsitzender des Dersdorfer Theatervereins war Jean Deres. Anläßlich der Gründungsfeier wurde ein Volksstück in vier Akten aufgeführt, 'Die vom Huberhof' , von Peter Wollni. Unser 1949 entstandenes Foto zeigt die Schlußverbeugung nach der Aufführung von 'Messe Pomposo'. In ihren Kostümen steeken (von links nach rechts): Konrad Schmitz, Gottfried Schmitz ('Polls Jöff'), Jean Deres, Annelise Lorbach, Theo Schmitz und Willi Kreuel. Dies war in Dersdorf die Zeit, da dem Vereinsleben ein sehr hoher Wert beigemessen wurde. So gab es im Ort unter anderem einen Junggesellen- und einen Schützenverein, die später aufgelöst wurden. Heute steht das Dersdorfer Vereinsleben wieder in voller Blüte.

32. Vier Motive aus dem 1163 erstmals urkundlich erwähnten Hemmerich zeigt diese Bildpostkarte aus den dreißiger Jahren. Über der 1896 fertiggestellten katholischen Pfarrkirche St. Aegidius, die nach den Plänen von Theodor Roß irn neugotischen Stil erbaut wurde, sieht man das Herrenhaus der Burg, das nach einem Großbrand 1869 umgebaut worden war. Der 'Jägerhof heißt heute 'Schützenhof': hier war damals auch ein kleines Amt der Reichspost untergebracht. Das den gefallenen Soldaten der damaligen Gemeinde Kardorf-Hernmerich gewidmete Denkmal erinnert an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. Es wurde von dem Bonner Bildhauer ülzem entworfen, vom damaligen Kriegerverein finanziert und 1884 vor der uralten Friedhofsmauer , die teils aus römischen Baumaterialien besteht, errichtet.

33. Zu Beginn der fünfziger Jahre wurde die viergliedrige Karte gedruckt, die wiederurn das alte Gefallenendenkmal zeigt, diesmal mit der seit August 1945 ruinösen Burg. Ansonsten präsentiert sich ausschließlich die 1951 in 'Maaßenstraße' umbenannte Corporalsgasse, die irn örtlichen Volksmund wegen ihrer früheren Unbegehbarkeit auch 'Muttjaß' genannt wird. Oben links erkennt man die ehemalige Metzgerei Schumacher, daneben das 1854 erbaute Pfarrhaus mit der katholischen Pfarrkirche. Unten rechts weist der Bliek in die umgekehrte Richtung. Von dem hier sichtbaren alten Baumbestand ist heute leider nichts mehrvorhanden. Vor allem ist der Verlust der einst bis nach Köln hin sichtbaren Ulme im Bildhintergrund zu bedauern. Dieser stattliche Baum wurde vor etlichen Jahren von der Hemmericher Feuerwehr aus Sicherheitsgründen gefällt.

34. Die beiden parallelen Fotos zeigen die in ihrem ältesten Teil aus der Mitte des 12. Jahrhunderts stammende Friedhofskapelle, die den apsidialen Teil der 1898 abgebrochenen alten Hemmericher Pfarrkirche bildete, vor und nach umfangreichen Renovierungsarbeiten, die 1956 abgeschlossen werden konnten. Das romanische Gebäude war damals ganz vom alten Friedhof umgeben, auf dem über tausend Jahre lang bestattet wurde. Einige der kunstvollen und seltenen Grabkreuze sind nunmehr im Rheinischen Freilichtmuseum Kommern zu bewundern. Heute ist der historische Friedhof weitgehend geräumt. Seine Umfassungsmauer besteht aus römischem Baumaterial. Daher hat man vor dem Gottesacker eine Hinweistafel aufgestellt, die auf diesen Sachverhalt hindeutet. Hemmerich ist aus diesem Grund eine Station am sogenannten Römerkanalwanderweg, stammen doch viele Steine aus der berühmten aus der Eifel nach Köln führenden römischen Wasserleitung, die durch das unterhalb von Hemmerich gelegene Kardorf führte.

35. Der Vikariehof in der Hemmericher Maaßenstraße stammt aus dem 18. Jahrhundert. Gestiftet hatte die Vikarie Amold Anthelmus Balthasar Freiherr von und zum Pütz, der 1771 auf Burg Hemmerich das Licht der Welt erblickte. 1795 wurde er in Münster zum Priester geweiht. Bereits vier Jahre zuvor hatte er in der freiadeligen Prämonstratenserabtei Hambom bei Duisburg die Ordensgelübde abgelegt. Als die Abtei 1802 aufgelöst wurde, kehrte er in sein Heimatdorf zurück, wo er zwanzig Jahre lang die Frühmesse las. Er starb 1834 in Köln. Der von ihm bewohnte Vikariehof, in dem sich zeitweilig auch die Schule befand, ist eine vierseitig geschlossene Anlage nach fränkischem Vorbild. Das Wohnhaus liegt nach dem Garten zu, so daß der Gebäudekomplex mit ähnlichen Anlagen in Rösberg (Hemmergasse) und Waldorf-Üllekoven (Unterdorfstraße) zu vergleichen ist. Die im Bild zu sehende riesige Ulme wurde vor etlichen Jahren gefällt.

36. Der Heerweghof in der Pützgasse zu Hemmerich ist eine weiträumige Vierseitanlage aus dem 19. Jahrhundert. Das große Wohnhaus ist in einfachem Stil gehalten. Der gesamte Hof steht auf älterer Grundlage. Vor der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte er dem Kölner Stift St. Severin, das bereits den wesentlich älteren gegenüberliegenden Hasenhof sein eigen nannte. In den Säkularisationsakten erscheint nun der jüngere Hoffolgerichtig unter der Bezeichnung 'Neuenhof'. Im vorigen Jahrhundert gehörte er einer Familie Schüller. Heute noch betreibt die Familie Faßbender hier Landwirtschaft. In der Höferolle figuriert er unter dem Namen 'Heerweghof' , weil der historische Heerweg an seiner Südwestseite vorbeiläuft. Vor den in Feldbrandziegeln errichteten Gebäuden wachsen ein paar kräftige Kastanienbäume. Heute ist das Wohnhaus im Stilleicht verändert.

37. Im Jahr 1877 wurde in Hemmerich der Junggesellenverein 'Einigkeit' gegründet. Unser Foto wurde aus Anlaß des 50jährigen Bestehens dieses rührigen Vereins gemacht, und zwar im damaligen Vereinslokal Erlenbusch. In besonderem Maße brauchtumstragend und alte Traditionen fördernd, erfreut sich der Hemmericher Junggesellenverein einer großen Beliebtheit. Mai- und Junggesellenfest sowie die Großkirmes finden unter seiner Regie statt. Höhepunkt an Kirmes sind das althergebrachte 'Hahneköppen' sowie Paiasverurteilung und -verbrennung. Darüberhinaus ist das soziale Engagement der Junggesellen Hemmerichs zu rühmen. Nicht von ungefähr ist kein Geringerer als Bundespräsident Richard von Weizsäcker Ehrenmitglied dieses Vereins, der bereits im Park der Bonner Villa-Hammerschrnidt auf Einladung des Präsidentenehepaares ein zünftiges Fest feiern konnte. Besonders urig geht es auf der Hemmericher Mailehenversteigerung zu, bei der alle unverheirateten jungen Damen 'unter den Hammer kommen'.

38. Auf diesem alten Foto ist die Pilgersehar der Kardorf-Hernrnericher Barweiler-Bruderschaft mit den beiden Bruderrneistem Engels (links) und Wollersheim zu sehen. Heinrich Wollersheim war lange Zeit gleichzeitig Küster an der Hemmericher Kirche. Die Wallfahrt nach Barweiler (bei Adenau/Eifel) zur Muttergottes mit der weißen Lilie geht auf ein Gelübte zurück, das anläßlich einer Viehseuche abgelegt wurde. Die alljährlich im September stattfindende Fußwallfahrt findet seit 1751 statt. Die bis auf den heutigen Tag beibehaltene Pilgerreise wurde damals stellvertretend für den Kölner Erzbischof von Generalvikar von Francken-Sierstorff (einem gebürtigen Hemmericher!) dem 52 Jahre lang in Hemmerich wirkenden Ortsgeistlichen Franz-Caspar Frangenheim genehmigt. Der ebenfalls in Hemmerich geborene Frangenheim war übrigens das Patenkind des Generalvikars. Die Erlaubnis wurde zunächst jährlich erneuert und 1837 ein für allemal festgeschrieben.

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