Bornheim in alten Ansichten Band 3

Bornheim in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Dr. Horst Bursch
Gemeente
:   Bornheim
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5780-3
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bornheim in alten Ansichten Band 3'

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39. Im Jahre 1952 feierte das Ehepaar Anna und Matthias Wienand das Fest der goldenen Hochzeit. Vor ihrem Haus in der damals noch so bezeichneten Runkelsgasse (heute Strombergstraße ) hatte die Nachbarschaft eine prächtige Ehrenpforte errichtet. Das ganze Dorf nahm Anteil an dieser schönen Jubelhochzeit. Der Weg bis zur Kirche war eine einzige Feststraße mit Fähnchen, grünen 'Maien' und Ehrenpforten. Anna Wienand war eine sehr gesellige Nachbarin, die gerne ein auch längeres 'Schwätzchen' hielt. Wenn sie merkte, daß sie bald aufzubrechen hatte, pflegte sie zu sagen: 'Loß mich jonn.' Daher rührt heute noch in Hemmerich die in der entsprechenden Situation geäußerte Redewendung: 'Loß mich jonn, säht Utze Ann.' Die Familie Wienand trug nämlich den Beinamen 'Utze' . Der Straßenname 'Runkelsgasse' geht übrigens auf einen Mann namens Runkei zurück, 'so die fallende Krankheit natte', wie es in einer Akte des 18. Jahrhunderts heißt. Im Volksmund wurde die Straße aus naheliegenden Gründen 'Knollejaß' genannt.

40. Von Südosten her, und zwar vom Turm der ehemaligen Germaniabrauerei, fällt der Bliek auf den langgestreckten Rheinort Hersel, Im Hintergrund ragen die Türme der Kirche des Ursulinenklosters, der alten und der neuen Pfarrkirche St. Aegidius auf. Das aus den zwanziger Jahren stammende Foto zeigt einerseits eine schon damals recht üppige Bebauung, andererseits aber auch sehr viel Natur. Hersei ist ein alter, aufrömischen Grundlagen erwachsener Ort, der urkundlieh erstmals 1149 dokumentiert ist. Im Mittelalter erhob sich hier ein Rittersitz; freilich waren die Kölner Erzbischöfe sowie das Domkapitel örtliche Grundherren. Vor zweihundert Jahren, 1793, brannte fast ganz Hersei ab. Das Feuer wütete insbesondere in der im Bild sichtbaren Nordhälfte. An dieses schreckliche Ereignis erinnern noch einige damals wiedererrichtete Häuser, deren Giebel über den Dachansatz hinausgehen. Auch von Hochwasserkatastrophen weiß der altertümliche Ort manches zu berichten.

41. Hochwasser in Hersel ! Wie oft schon mußten sich die Flußanlieger über Vater Rhein beklagen, der sich bisweilen weit aus seinem Bett zu lehnen pflegte. Unser altes Foto zeigt eine längst verschwundene Szenerie: Rechts erkennt man nämlich den alten Bayerhof mit seinem damaligen Brauereischornstein. Dieser Hof wurde 1835 auf der Grundlage eines Vorgängergehöftes errichtet. Von den Fluten des Flusses umspült wird die längst abgerissene Gastwirtschaft 'Zurn Anker', die schon 1674 erwähnt wird. Die winkeIförmig zueinanderstehenden Gebäude lagen am Herseler Leinpfad. Hier verkehrten einst vor allem die durstigen Rheinhalfen, deren Aufgabe der Treidelverkehr mit Pferden war. In diesem alten Gasthof befand sich ehedem auch zeitweilig eine Zollstation.

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Der Bahnhof

42. Im Jahre 1906 wurde die Rheinuferbahn zwischen Bonn und Köln in Betrieb genommen. Aber schon 1905 wurde die Teilstrecke Köln-Hersel eröffnet. Unser Bild, eine Postkarte aus jener Zeit, zeigt den Herseler Bahnhof. Die Bahnhöfe auf dieser Strecke glichen sich bis aufwenige Einzelheiten; teilweise sind sie auch heute noch (rnodernisiert) vorhanden. 1908 war der zweigleisige Ausbau der Rheinuferbahn vollendet, so daß hier ein halbstündlicher Schnellzugbetrieb mit Geschwindigkeiten bis zu 80 km/h stattfinden konnte. Heute wird die Strecke von Stadtbahnzügen der Linie 16 befahren. Das Stadtgebiet Bornheim wird von drei Bahnlinien durchzogen: der Vorgebirgsbahn, der Bundesbahn und der hier vorgestellten Rheinuferbahn. Insgesamt sind hier elf Bahnhöfe vorhanden.

43. Die Ursulinenschule in HerseI hat sich stets einer hohen Beliebtheit erfreut. Unser Foto aus den zwanziger Jahren zeigt einen Trakt dieses altehrwürdigen Gebäudes. 1852 war das HerseIer Ursulinenkloster von Mutter Johanna von Weiehs (geborene Franziska von Zuydwyck) gegründet worden. Den Nonnen wurde am 31. Mai 1862 durch König Wilhelm von Preußen die Erlaubnis zur Unterrichtsdurchführung erteilt. Nunmehr unterhält die traditionsreiche Einrichtung ein Gymnasium, eine Handels- und Realschule sowie ein Internat, in dem die Schülerinnen wohnen können. Die Ursulinenschule liegt hoch über dem Rheinufer. Heute bildet sie einen großen Baukomplex mit alten und neueren Baukörpern. HerseI und die Stadt Bornheim dürfen sich rühmen, diese angesehene Schule zu haben, die auch von vielen Bonner Schülerinnen besucht wird.

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44. Um 1900 ließ Kardorf (damals noch mit 'C' geschrieben) mit einer heute seltenen Ansichtskarte grüßen. In der unteren Uhlstraße befand sich einst die Gastwirtschaft Düx, die einen geräumigen Tanzsaal hatte. Neben dem längst nicht mehr bestehenden Gasthof betrieb die Familie Düx eine Schmiede. So hieß die Gaststätte entsprechend 'Zur Schmiede'. Gerhard Düx warb mit 'Tanzsaal, Kegelbahn , guten Speisen und Getränken'. In jenen Tagen bildete Kardorf mit dem höhergelegenen Hemmerich noch eine Gemeinde. Und wer 'einen Zug durch die Gerneinde machen wollte , konnte dies in beiden Dörfern gehörig tun. Wer in Kardorf im 'Roten Hahn' begann, die 'Schmiede' besuchte , um dann in der Hemmericher 'Eiche ' einzukehren, konnte gewiß sein, im 'Jägerhof' bereits recht angeheitert - und vielleicht schon in Gedanken beim Breniger 'Plöner' angekommen -, die Höhenluft zum Wiedernüchternwerden genießen zu können.

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45. So sah die Kardorfer Uhlstraße um 1920 aus. Das jahrhundertealte Fachwerkhaus rechts ist auch heute noch im Stil unverändert erhalten. Die beiden Mädchen stehen vor dem alten Hof des Brühler Klosters Benden, das hier in Kardorf bis zur Säkularisation begütert war und vor allem Weinbau betrieb. Deshalb ist heute noch im Ort der Name 'Bendewingesch' geläufig. Die Uhlstraße (früher Uhlgasse) trägt ihren Namen nach den 'Ulnern', den Töpfern, die in Kardorf ihr Gewerbe betrieben, denn der nach Hemmerich zu ansteigende Vorgebirgshang ist sehr tonhaltig. Die meisten Kardorfer Fachwerkhäuschen waren recht klein. Eines von ihnen trug die kuriose Bezeichnung 'Rabenhäuschen' . Von ihm heißt es 1698, daß 'dies Raaben heußgen gantz bawfallig worden und endtlich über ein hauffen gefallen' sei.

46. In der oberen Uhlstraße stand ein alter Fachwerkhof, der bis zur Säkularisation den Kölner Kartäusern gehörte. Das Wohnhaus des Kardorfer Kartäuserhofes war im Jahr 1765 errichtet worden. Davor aber gab es jedoch eines oder gar mehrere Vorgänger. So wird nämlich für Kardorf der Bau eines Kelterhauses im Jahr 1480 erwähnt. Doch die Kartäuser betrieben in Kardorf nicht nur Weinbau. Für das 17. Jahrhundert ist dort auch ein Braukessel für Bier bezeugt. Unser Foto vom Beginn der fünfziger Jahre vermittelt einen Eindruck von den alten Hofgebäuden. Der Hemmericher Pfarrer Maaßen erwähnte 1885, daß der Hofim Besitz des damaligen Kardorfer Ortsvorstehers Lux war, der seine Bekanntmachungen von einem Bauernstein aus machte, der heute noch ganz in der N ähe dieses historischen Hofes auf der Ecke Bulig/Moosgarten liegt. Die Kartäuser waren übrigens innerhalb des heutigen Stadtgebietes von Bornheim in neun (Teil- )Ortschaften begütert. Der Kardorter Kartäuserhof hieß auch 'Löngcheshoff".

47. Etwas außerhalb von Kardorf erheben sich am halben Hang zwischen Merten, Rösberg und Hemmerich die Gebäude des Altenberger Hofes, den einst die Kölner Jesuiten ihr eigen nannten. Wie auf dem Kardorfer Kartäuserhof, so wurde auch hier in erster Linie Weinbau betrieben. Unser Bild aus der Mitte der dreißiger Jahre zeigt das saubere Fachwerk dieses malerischen Hofes, der heute in stark veränderter Form noch besteht. Der Hof steht teilweise auf römischen Fundamenten, und immer wieder sind in seiner Nähe römische Funde gemacht worden. Zuletzt wurde 1985 ganz in seiner Nähe ein gut erhaltener Weihestein mit sechszeiliger Inschrift für den römischen Handelsgott Merkur gefunden. Über dem großen Hoftor empfing übrigens den Besucher eine Inschrift, die lateinisch gehalten war und übersetzt lautet: 'Der Herr möge deinen Eingang und Ausgang bewachen. Der Herr möge dich vor Feuersbrunst bewahren, vor Sünde, Schande, Blitz und allem Übel. Im Juli 1775.'

48. Vor dem Altenberger Hof stand dieses Passions- bzw. Arrna-Christi-Kreuz aus dem Jahr 1768. Es zeigt sechzehn Leidenssymbole Jesu über dem am Sockel angebrachten Jesuitensymbol 'JHS'. Das Holzkreuz verfiel im Laufe der Zeit so sehr, daß es ersetzt werden mußte. So ließ 1949 der damalige Besitzer des Altenberger Hofes, Heinrich Giersberg, anstelle des morsehen Passionskreuzes ein Steinkreuz errichten. Unsere Aufnahme vom alten Passionskreuz 'im Ühlenfeld' entstand 1936. In Walberberg und Dersdorf sind noch ähnliche Kreuze zu bestaunen. Es handelt sich dabei um echte Zeichen der früher im Vorgebirge sehr starken Volksfrömmigkeit. Diese Symbole christlichen Glaubens standen meist in der Nachbarschaft von Höfen, die sich in geistlichem Besitz befanden. So stand das Dersdorfer Passionskreuz von 1793 am alten Gut der Kölner Fronleichnamsherren.

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