Bornheim in alten Ansichten Band 3

Bornheim in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Dr. Horst Bursch
Gemeente
:   Bornheim
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5780-3
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bornheim in alten Ansichten Band 3'

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49. Die Kardorfer Travenstraße bot einst das Bild freundlicher Fachwerkhäuser. Im Vordergrund des etwa 1948 entstandenen Fotos sieht man den Gasthof Henseler, das 'Sängerheim'. Im Hintergrund erhebt sich der Turm der 1933 erbauten katholischen Pfarrkirche St. Josef, für welche die Architekten Hans Hansen (Köln) und Joharm Offermann (Bornheim) die Baupläne geliefert hatten. Bis 1933 mußten die Kardorfer steil bergan gehen, um in Hemmerich die Kirche zu besuchen. So wie sich Dersdorf 1932 mit seiner Kirche selbständig machte, so tat dies Kardorf ein Jahr später, indem es begann, sich allmählich kirchlich von Hemmerich abzukoppeln. Freilich eint die Kardorfer und Hemmericher immer noch ein kirchliches Band aus alter Zeit, nämlich die gemeinsame Barweilerbruderschaft (vgJ. hier Bild 38).

50. Am Höhenweg in Merten- Trippelsdorf kündet dieses malerische Fachwerkanwesen vom einst üppig blühenden Weinbau gerade in diesem Ort. Es handelt sich nämlich um ein ehemaliges Winzergehöft . Schon im Jahr 1126 ist die Rede von einem bei Trippelsdorf gelegenen Weingarten, und nur kurze Zeit später, 1140, erfolgt die erneute Nennung eines Weinbergs in Trippelsdorf, das wohl der bedeutendste Weinbauort im mittleren Vorgebirge war. So war selbst die frühere Trippelsdorfer Kapelle einem Winzerpatron geweiht, dem heiligen Vinzenz von Zaragoza in Spanien. Und sogar aus römischer Zeit ist ein Beleg für den hier schon in antiker Zeit betriebenen Weinbau greifbar, nämlich die auf einer ehemaligen Weinbergterrasse gefundene Büste einer Weingottheit (Silen). Noch heute sind die systematisch terrassierten Trippelsdorfer Wingertflächen gut im Gelände zu erkennen. Das hier abgebildete Anwesen ist heute noch im Stil unverändert.

51. Dem Kölner Kurfürsten gehörte der Fron- oder Herrenhof in der damals so bezeichneten Fußgasse (heute Wagnerstraße). Der Hof war ein Tafelgut zur Versorgung der kurfürstlichen Küche. Als Verwalter dieses großen Hofes war ein Schultheiß eingesetzt. Dieser bearbeitete einen ansehnlichen Teil der Ländereien selbst, während der Rest in Erbpacht gegeben war. Der Hof in der 'Fuchsgassc' wurde 1695 an den Freiherren von Weichs zu Rösberg verkauft. Weiterhin wurde das Gut, dessen hier abgebildetes Wohnhaus noch steht, von Schultheißen verwaltet. Zur Zeit der französischen Herrschaft gehörten zur 'Fußjaß' 128 Morgen Ackerland, vier Morgen Bungert sowie fünfzehn Morgen Weingärten. Zu Beginn dieses Jahrhunderts wurde der Hof parzelliert und teilweise abgebrochen. Unser Foto stammt von etwa 1935.

52. Ein Überbleibsel der mittelalterlichen Ritterburg zu Merten ist das rundbogige Friedhofsportal, unter dem bis zum 18. Jahrhundert die Mertener Gerichtsund Gemeindesitzungen stattfanden. Heute erstrahlt das romanische Portal in polychromem Glanz. Um 1170 wurde der Hofesverband Merten gegründet, und Erzbischof Philipp ließ den Hörigen Arnold von Crueheren zum Ritter schlagen. Dessen Burg erhob sich unmittelbar unterhalb der alten Mertener Martinuskirche, deren romanisches Chörchen auf dem Foto von etwa 1935 sichtbar ist. Die Burg stand inmitten eines ausgedehnten römischen Villenbezirks. Noch heute zeugt der Mertener Flurname 'im Kruchem' von diesen historischen Zusammenhängen. Der alte Mertener Friedhof ist eine sehenswerte Anlage, mit dem Grab des berühmten deutschen Schriftstellers Heinrich Böll, der mit seiner Familie die letzten Jahre seines Lebens in der Vorgebirgsperle Merten verlebte. Wer sein Grab aufsuchen möchte, schreitet unter dem hier gezeigten Torbogen hindurch. Der Verfasser vieler Romane, wie' Ansichten eines Clowns', lebte von 1917 bis 1985. Er war der berühmteste Sohn der Stadt Bornheim.

53. Das längst nicht mehr bestehende frühere Mertener Pfarrhaus stammte aus dem 18. Jahrhundert. Es lag neben der 1871 abgerissenen Pfarrkirche St. Martinus, von der das romanische Chörchen aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts stehenblieb. 1947/48 wurde an dieses Chörchen eine Friedhofskapelle angebaut. Deren Entstehung ist das Werk der Mertener und insbesondere dasjenige des damaligen Ortsvorstehers Ferdinand Rott, der die Errichtung der Kapelle in jeder nur erdenklichen Art voranzutreiben wußte. Das Pfarrhaus, das hier mit dem dazugehörigen Gemüsegarten zu sehen ist, war ein großer Fachwerkbau, den man späterverputzte. Das jetzige Pfarrhaus befindet sich in der Kapellenstraße, unweit der in den Jahren 1866 bis 1869 erbauten neugotischen Pfarrkirche St. Martinus.

54. Am 29. Mai 1932 wurde der in Düsseldorf-Kaiserswerth geborene Heinrich Hubert Schmitz (1886 bis 1955) in Merten als Nachfolger von Wilhelm Hummen, der die Pfarrei Dersdorfübernahm, in sein Amt eingeführt. In der Schulchronik von Merten heißt es: 'An der feierlichen Einführung des neuen Pfarrherrn nahm die ganze Gemeinde teil. Es war eine Feier , wie sie Merten selten erlebt hat. Häuser und Straßen waren aufs beste geschmückt. Alle Vereine mit ihren Fahnen nahmen geschlossen an dem von herrlichstem Wetter begünstigten Festzuge teil.' Diese Notiz wird durch das hier gezeigte Foto bekräftigt: In langem Zug bewegen sich die Mertener an ihrer Schule vorbei zur Pfarrkirche. In den Jahren 1873 und 1893/94 wurden Teile der neuen Schule gebaut, gefolgt von Erweiterungen in den Jahren 1914/15. Das im Bild zu sehende Schulgebäude hat sein Aussehen bis heute kaum verändert.

55. Das im Wald von Merten-Trippelsdorf gelegene Haus Londorf, eine stattliche Villa auf älterer Grundlage, wurde 1941 während eines Luftangriffs völlig zerstört. 1375 war Gut Londorf freiadeliger Besitz des Ritters Arnold von Lunrynke. Das frühere Anwesen, wohl von einer kleinen dörflichen Siedlung umgeben, wird 1456 als einigermaßen stark befestigt geschildert. Es gehörte damals den Rittern von Quadt-Buschfeld, dann den Grafen von der Leyen und seit dem 19. Jahrhundert den Freiherren von Boeselager auf Burg Peppenhoven. Um das Jahr 1900 errichtete diese Familie an der Stelle des 1788 erbauten Hauses die ganz städtisch anmutende Villa, der ein großer Teich vorgelagert war. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts lebte auf Londorf übrigens ein Franzose, der 1842 die PetronelIa Klosterhalfen aus Maastricht geheiratet hatte. Deren Hausgeistlicher Poncelet brachte die Napoleonsbirne (die 'Köstliche von Charneux') nach Merten und machte sich um den hiesigen Obstanbau sehr verdient. Ein stattlicher Birnbaum auf Londorfer Boden, wo heute einige Einfamilienhäuser stehen, hält die Erinnerung an die hier skizzierten Zusammenhänge wach.

56. Von Londorf aus kann man durch eine reizvolle Felder- und Waldlandschaft zum Dobschleider Hof in der Gemarkung Rösbergs wandern. Vom späten Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert gehörte dieser Hof der bekarmten rheinischen Adelsfamilie Scheiffart von Merode. Die ersten nachweisbaren Besitzer waren Walraff Scheiffart von Merode und dessen Frau Gryn von Wylre (Weilerswist), was durch eine Urkunde aus dem Jahr 1367 belegt wird. Um 1780 besaß Joharm Dolf das Gut. Im 19. Jahrhundert kam der Hof an der Dobschleide in den Besitz der Familie Schmitz, die ihn 1937 an Familie Küppers aus Urfeld verkaufte. Der Flurname 'Dobschleide' wird bereits 1341 greifbar, als von 46 Morgen Ackerland 'aus der Dopschleiden up in Rode' berichtet wird. Der im Bild sichtbare Weg, der auf das alte Gehöft zuläuft, istein historischer Heer- und Pilgerweg, der van Bonn aus kommend über Lechenich und Düren nach Aachen führte.

57. Vom 1941 angelegten neuen Rösberger Friedhof fällt der Bliek auf die barocke Pfarrkirche St. Markus, die 1707 erbaut und am 5. Oktober 1710 durch Maximilian Heinrich Joseph Freiherrn von und zu Weichs an der Glon, Weihbischofvon Hildesheim, mit drei Altären konsekriert wurde. Der außen recht schlicht gehaltene Bau zeigt sich von seiner Ost- und Nordseite. In der Außenmauer der Chorapsis sind drei Nischen mit Heiligenfiguren eingelassen. Das Innere der Kirche überrascht durch seine stilreine barocke Ausstattung sowie die farbenfrohen Wappenfenster in Kabinettmalerei. Der Kirchturm ist übrigens ein umgebauter Baukörper, der zur früheren Rösberger Grafenburg gehörte. Erwähnenswert ist auch das wohlklingende Rösberger Glockengeläut.

58. Das 1936 entstandene Foto zeigt Schloß Rösberg. das 1731 nach den Plänen von Johann Conrad Schlaun als 'Maison de Plaisance' und als Jagdschloß der Freiherren von Weichs erbaut worden war. Nach einem Großbrand in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde das Herrenhaus um ein Stockwerk erhöht, wobei das Dach stilistisch verändert wurde. Die völlig symmetrische Schloßanlage, hinter der sich ein Park nach englischem Vorbild ausbreitet, wurde 1941 bei einem Fliegerangriff teilweise zerstört. Vor einigen Jahren wurde der gesamte Schloßkomplex von einer Wohnungsbaugesellschaft wiederaufgebaut, wobei man in Absprache mit der zuständigen Denkmalbehörde das Wohnhaus wieder nach den Schlaunschen Plänen gestaltete. Nunmehr erstrahlt Schloß Rösberg, in dem zahlreiche Wohnungen untergebracht sind, im alten Glanz: Ein längst verloren geglaubtes Kleinod des Vorgebirges ist wie Phönix aus der Asche wiedererstanden.

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