Brake in alten Ansichten

Brake in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Folter
Gemeente
:   Brake
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3716-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Brake in alten Ansichten'

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9. Kaum jemand weiß heute noch von der ehemaligen Existenz einer Herings Fangflatte Brake. Die Herings Fischerei Gesellschaft Brake A. G. wurde im Iahre 1904 mit einemAktienkapital von 600000 Mark gegründet. Eine neueAnlage wurde errichtet. Vor der Anlage am östlichen Ufer des Kanalhafens entlang wurde ein Pier in 125 m Länge für das Anlegen der Heringslogger gebaut. Die Gesellschaft entwickelte sich van [ahr zu Iahr, so dass dasAktienkapital alsbald auf 1 Million Mark erhöht werden musste. Im [ahre 1913 verfügte die Gesellschaft über eine Flotte von 24 Fahrzeugen, bestehend aus 15 Segel-, 3 Motor- und 6 mit Dampf betriebenen Loggern. Der Erste Weltkrieg und der sich daran anschließende wirtschaftliche Niedergang in Deutschland, verbunden mit der alles zerstörenden Inflation, waren die Ursache, dass die Heringsfischerei einem jähen Ende entgegenging. Im [ahre 1927 meldete die Gesellschaft Konkurs an, die Flotte mit den gesamten Anlagen wurde für einen Spottpreis verkauft.

1 O. Die Herrschaftliche Zimmerwerft wurde 1 791 kostenlos an Hinrich Oltmanns aus Motzen verpachtet. Man erhoffte sich eine Verbesserung der stark vernachlässigten Werft, was Oltmanns auch gelang. Ab 1794 war jedoch Pacht zu zahlen. Gebaut wurden Schiffe aus Holz. Später übernahm Ide Oltmanns die Werft, dann wurde sie Braker Werft. In den [ahren von 1898 bis 1914 wurden Holzschiffe nicht mehr gewünscht, die Umstellung auf Eisenschiffe gelang nur wenigen. Von den 17 Werften auf der oldenburgischen Weserseite, von Elsfleth bis Brake, blieben noch nicht mal eine Handvoll. Dies sollte jedoch nicht die letzte Krise im Schiffbau, dem einst so wichtigen Erwerbszweig in unserer Region, sein. Die Braker Werft wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Reparaturwerft für den Lloyd. 1958 wurde sie von der C. Lühringswerft als Reparaturwerft hinzu gepachtet. Bis sie schließlich, nach dem sie lange [ahre brach daher lag, Platz machen musste für die neue Kammerschleuse, Hafeneinfahrt zum Binnenhafen.

11. In Brake erlebten der Schiffbau und die Segelschifffahrt im 19. Jahrhundert einen großen Aufschwung, der dann am Ende des Jahrhunderts seinen Höhepunkt erreichte. Viele der in Brake gebauten Schiffe befuhren mit Braker Kapitänen und Seeleuten die Weltmeere. Manchen alten Fahrensmann zog es am Ende seiner Laufbahn in den Heimathafen zurück. So kam auch der Segelschiffskapitän Ludwig Lichtenberg, ein Seefahrer nach altem Schrot und Korn, um 1920 wieder nach Brake zurück. Hier verbrachte er seinen Lebensabend als Wächter auf dem Gelände des Bauhofes der Wasserstraßenverwaltung in Klippkanne.

12. Dass der Zoll in Brake eine sehr wichtige Rolle spielte und auch heute noch spielt, geht aus vielen Berichten hervor. So waren auch berittene Zöllner, wie das Bild zeigt, im Einsatz. Im obigen Bild zu sehen ist der Zöllner Johannes Helmke mit seinem KollegenAlbrecht Karl. Das untere Bild zeigt die sogenannte Zollinspektionskutsche. Drei Zollinspektoren, damals wichtige, gefürchtete Persönlichkeiten, wurden von einem Kutscher zum Einsatzort gefahren. Aufgabe der Inspektoren war es, Zolllager, Schiffsladungen, aber auch ihre Kollegen in den Zollstationen zu überprüfen. Es wurde damals natürlich auch geschmuggelt, was das Zeug hielt. In alten Landgerichtsakten ist nachzulesen, dass Steuerhinterziehung und Zollvergehen überhand nahmen. Wohl um hart durchzugreifen, wurde das Strafmaß drastisch erhöht. Viele Schiffer, Kapitäne, selbst angesehene Kaufleute mussten hohe Strafen befürchten, sie konnten mit keiner Gnade rechnen.

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13. Der Stammvater der Fischerfamilie, der 1898 geborene Reinhard Hullmann, hatte seine seemännische Erfahrung auf Fischdampfern gesammelt, bevor er sich 1922 als Fischer in Brake selbständig machte. Jung verheiratet, sah er seine Ersparnisse durch die Inflation schwinden. Sein Erspartes reichte kaum für seinen ersten, kleinen Kutter mit Namen Welle. Er fischte zunächst nur auf der Weser. Heringe und Aale wurden gegen Naturalien getauscht, um zu überleben. Nach 1923 besserten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse, doch es gab viele Mitbewerber. An der Unterweser waren es noch 85 Berufsfischer mit 18 Motorkuttern und 42 Segelbooten, hinzu karnen 25 Fischer mit offenen Booten. Alle verkauften ihren Fisch selbst. Als 1933 in den Markt eingegriffen und Festpreise verfügt wurden, wurde der Fischfang lohnender. Fleiß undAusdauer machten sich bezahlt. Hullmanns hatten mittlerweile vier Kinder. Zwei Söhne, Richard und Helmut, die in den Betrieb hinein wuchsen, und die Töchter Anna und Gisela.

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14. Segelmacher, ein traditionsreicher, hoch angesehener Beruf. Auch die Segelmacherei Block in der Lindenstraße konnte auf eine lange Tradition zurückblicken. Schon 181 1 wird in einer Urkunde der Segelmacher Gerhard Block erwähnt, der mit Napoleons Truppen in Konflikt geriet, aber unbeschadet davonkam. Nach dem Zweiten Weltkrieg, unter dem Segelmacher ].D. Block, erfreute sich der Betrieb wieder reger Nachfrage. Segel und Planen mussten gefertigt werden, Tauzeug, Beschläge und Lampen, Schiffszubehör im allgemeinen. All das war im unteren Bereich des Hauses in dem alten Laden, der vollgestopft war mit allem, was man an Bord eines Seglers benötigte, zu finden. Schon beim Betreten des Ladens umhüllte den Besucher ein Hauch von Teer, Salz und See, man spürte die Weite der Meere, die von den oben auf den Schnürboden zur Reparatur gebrachten Segeln ausging und die Luft im Hause füllte. Nach dem Tod ihres Mannes hat Frau Luise Block noch viele [ahre das Geschäft allein weitergeführt.

15. Am 13. September 193 1 , anlässlich einer Gedenkfeier, wurde von dem Marineoberpfarrer Rönneberger die Enthüllung der BrommyGedenktafel arn Hause Mitteldeichstraße 5 vorgenommen. An der Feier nahm auch eine Abordnung der Marine Wilhelms- haven teil. Die Ansprachen des Marinepfarrers, des Stabsingenieurs des Marinebundes sowie des Vorsitzenden des Braker Marinevereins wurden im Rundfunk übertragen. Alle Redner hoben die Bedeutung Brommys beim Aufbau der ersten deutschen Flotte hervor. Zu spät hätte man die wahre GrößeAdmiral Brommys als Soldat erkannt. Gemeinsam marschierten alle zu einer Festveranstaltung an der Kaje. Die Verdienste Brommys, Admiral der ersten deutschen Flotte (von]uni 1848 bis zumAuf1ösungsbefehl am 31. März 1853), fanden erst später ihre volle Würdigung. Auf sehr charmante Art auch in der wunderschönen Inszenierung 'Die Freiheit der Meere' durch die 'Niederdeutsche Bühne Brake e.v.' unter der Leitung von Arnold Cordsen, im Theater am Strom, an der Kaje.

16. An der Nordseite des Geländes am alten Vorhafen wurde um 1840, als die Ausfuhr von Vieh von Brake nach England begann, eine Verladebrücke gebaut. Da in der Hauptsache Rinder ausgeführt wurden, nannte man sie Ochsenbrücke. [àhrlich wurden so an die 2000 bis 2600 StückVieh verladen. 1854 kamen jedoch auch zusätzlich SS pferde zum Verladen. Im Iahre 1857 wurde die Viehverladung durch den Lloyd nach Nordenham verlegt. Nur die Brücke und deren Name Ochsenbrücke blieb noch lange [ahre als Erinnerung an einen ehemals üppig grünenden Zweig des Wirtschaftslebens der Stadt Brake erhalten. Erst in den [ahren um 1900 bei der Neugestaltung und beim Bau der südlichen Pieranlage wurde das mittlerweile marode Bauwerk abgebrochen. Heute erinnert vielleicht nur noch ein einzelnes Bild daran, wie es zu jener Zeit hier aussah.

17. Die Fettraffinerie Brake wurde auf dem Groden, dem Gelände des ehemaligen Werft-und Eisengießereibesitzers H. Hespe gebaut und 1914 fertig gestellt. In dem Bericht des Vorstandes der Fettraffinerie A.G. Brake über das [ahr 1913 wurde wie folgt berichtet:

Während des [ahres 1913 wurde die Fabrik in ihren wesentlichen Teilen vollendet, jedoch wurde die Fertigstellung infolge des schwierigen Baugrundes sehr verzögert. Es war deshalb nicht möglich, die Fabrik schon im [ahr 1913 betriebsbereit herzustellen. Ferner kam hinzu, dass die Montagearbeiten mehr Zeit in Anspruch nahmen, als veranschlagt war. Inzwischen ist die Anlage indessen vollendet worden und größere Betriebsversuche der Härtungsanlage haben durchaus befriedigende Ergebnisse gehabt. Das Bild zeigt den Besuch der Fettraffinerie am 2S. Juni 1914 durch Se. Kgl. Hoheit Großherzog Friedrich August von Oldenburg und Se. Hochfürstliche Durchlaucht den Fürsten Adolf zu Schaumburg- Lippe.

18. Die Viermastbark Pamir, im Bild an der Braker Pier, gehörte einst zu den Flying P-Linern. Es waren Segelschiffe der Reederei F. Laeisz, die 1905 in Hamburg gebaut wurden. Reeder Schliewen kaufte 1951 die Pamir und die Passat kurz vor demAbwracken zurück. Beide wurden 1954 in eine Stiftung von Bund und vierzig Reedereien eingebracht und als Fracht-und Schulschiffe eingesetzt. Die Pamir verließ am 1 O.August 1957 auf der Rückreise nach Hamburg den Hafen von BuenosAires mit 3. 780 t Gerste.Am 21. September 1957 gegen 15.00 Uhr, erhielt die britische Küstenfunk-Stelle Portishead-Radio einen sos-Ruf der Pamir. Der löste eine der größten Suchaktionen der Seefahrt aus. Schiffe und Flugzeuge wurden eingesetzt, sie fanden nur noch Wrackteile. Von der 86 Mann starken Besatzung konnten nur sechs lebend am nächsten Tag von Wrackteilen geborgen werden. Alle anderen blieben auf See. Unter den Opfern der Matrose Ralf Lühring aus Brake. Ein Teil eines Rettungsbootes im Schifffahrtsmuseum erinnert an das tragische Unglück.

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