Brake in alten Ansichten

Brake in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Folter
Gemeente
:   Brake
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3716-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Brake in alten Ansichten'

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19. Im Bild, Fischer bei der Arbeit. Am 2. [anuar 1950 geschah auf dem Fischkutter Karl Georg im Vorhafen ein tragischer Unfall. Der 2 1 [ahre alte Leichtmatrose Heinz G. verlor dabei beide Beine unterhalb der Knie. G., der täglich darauf wartete nach Kanada auswandern zu können, hatte mit dem Löschen der Ladung begonnen. Die Luken waren auf, der Laderaum war bis oben mit Heringen gefüllt. G. füllte die Körbe, die mit einer Winde an Land gesetzt wurden. Seine Kleidung hatte sich an der Antriebswelle unter Deck verfangen, die ihn hochzog und bevor die Winde abgestellt war, ihm beide Beine zerquetschte. G. hing an der Welle, ein Mann stütze ihn mit dem Rücken, bis E. Röll, den man gerufen hatte, mit seinen Leuten kam und die Welle mit einen Brenner durchtrennte. Der herbeigerufene Arzt zitterte so, das Röll G. ein Schmerzmittel spritzte. Der aber hat mit seiner Frohnatur den Unfall relativ gut überstanden. Er heiratete seine Krankenschwester, schulte um und war 38 [ahre bei]. Müller tätig.

20. Im März 1894 ging das städtische Elektrizitätswerk in Betrieb. Brake war nach Oldenburg die erste Stadt im Land mit elektrischer Beleuchtung. Seit 1880 hatte man sich um die Versorgung mit Strom bemüht. Es ging ums Licht, Kraft wurde damals mit Dampfmaschinen erzeugt. 1890 gab man den Auftrag zum Bau eines Elektrizitätswerkes an Siemens. Das Werk wurde am Binnenhafen, südlich der alten Schleuse, gebaut, sollte 89 000 Mark kosten, kam letztendlich jedoch auf 120000 Mark. Eine Dampfmaschinenanlage mit zwei Generatoren erzeugte Gleichstrom mit einer Spannung von 230 Volt. 1922 wurde sie durch zwei Schiffsdiesel ersetzt. Angeschlossen waren zunächst 600 Lampen, die vergleichsweise jede für sich eine Ausbeute einer heutigen 25- Watt-Birne hatte. 1930 kaufte Siemens das Werk. Brake baute eine neue Zentrale mit 14 Schaltzellen an der Poggenburger Straße. So war der Anschluss an ein überregionales Stromversorgungsnetz, über mehrere Gesellschaften, bis zur heutigen EWE geschaffen.

Bra e a. d. Weser.

Brandsfelle am Ka ser 1 .

_..-

.

21. Am 30. Dezember 1908 morgens um 8 Uhr brach im Plassmann'schen Holzlager am Kanalhafen ein Feuer aus, wie es Brake noch nicht erlebt hatte. Die Turnerfeuerwehr und die städtischen Spritzen waren schnell zur Stelle, doch ihre Mittel reichten nicht aus, das sich schnell ausbreitende Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die Flammen schlugen haushoch empor, im Freien lagernde Holzstapel standen in Flammen. Schon hatte das Feuer die großen Getreideschuppen der Firmen Müller und Groß erreicht und die mit Getreide gefüllten Schuppen ebenfalls in Brand gesetzt. Per Schnellzug herbei eilende Dampfspritzen aus Oldenburg und Delmenhorst, 80 Helfer aus Nordenham und Rodenkirchen sowie Militär aus Oldenburg waren im Einsatz. Es gelang nur die Schuppen von Behrens und Schultze zu retten. Es entstand ein Gesamtschaden von 720 000 Mark. Für Plassmann 225 000 Mark, für Müller 190 000 Mark, für Groß 130 000 Mark, für Steinbrügge 100000 Mark. Der Gebäudeschaden lag bei rund 70 000 Mark.

22. Ständig steigende Umschlagzahlen der Firma]. Müller erforderten nach dem Zweiten Weltkrieg immer größere Lagerkapazitäten. So kam es 1962 unter anderen auch zum Bau dieserTragluft-Halle für 6 000 Tonnen Getreide nördlich des Silo 5 am Binnenhafen. Ein außen stehender Kompressor versorgte die Halle mit Luft, ein ständig gleich bleibender Luftdruck war erforderlich, um die Hülle stramm zu halten. Aus diesem Grund war es auch nur möglich, das Innere der Halle durch eine Schleuse zu erreichen. Diese Art der Lagerhaltung hat sich jedoch nicht bewährt. Am 5. Oktober 1967 fand in der Halle die Einweihungsfeier für den modernisierten Nordpier statt, achtTage später, am 13. Oktober 1967, brach die Tragluft -Halle zusammen. Es war das dritte Mal in fünf]ahren. Es kam zumAbbruch und zum Bau eines neuen Silos im Iahre 1968/69 mit einer Lagerkapazität von 20 OOOTonnen. Dieser grenzt unmittelbar an den südlich liegenden, 1958/59 erbauten Silo 5 mit einer Lagerkapazität von 12 500 t Getreide.

Strandbad Brake ti d. Weser

23. Der Holzhändler [ohann Behrens und der Hotelbesitzer Maslak verwirklichten einen Traum vieler Braker. Maslaks Unternehmungsgeist und Behrens finanziell gesicherte Grundlage ließen die Idee reifen, auf dem Harriersand eine Badeanstalt einzurichten. Am 20. Juni 1926 war es soweit, das neue Strandbad wurde eröffnet. Tausende fuhren mit dem Dampfer oder einem der drei Motorboote zum Strandbad. Viele geladene Ehrengäste waren gekommen, um der Einweihung beizuwohnen. Ihnen bot sich ein farbenfreudiges Bild vom Strandleben. Die neue Strandhalle, Burgen, farbenfreudige Strandzelte, Fahnen und Fähnchen grüßten die Ankömmlinge. Nach Besichtigung der Strandanlagen fuhren die Ehrengäste zurück, um in Wilkens Hotel einen Imbiss zu nehmen. Viele Reden wurden gehalten, und alle beglückwünschten die Stadt zu diesem wunderschönen Strandbad, das der Jugend gewidmet sei. Die Bahn warb mit extra verbilligten Fahrkarten für Badegäste von außerhalb für das Braker Strandbad.

24. Die Bemühungen für einenAusbau der inneren Kaje reichen bis in das [ahr 1927 zurück. Ein erster Entwurf sollte 20000 Mark kosten und konnte nicht finanziert werden. 1929 bot sich Herr Gristede aus New York, ein geborener Braker an, diesen Betrag der Stadt zur Verfügung zu stellen, zog j edoch wenig später sein Angebot zurück. Die Stadt versuchte 1932 mit einem Spendenaufruf an die Bevölkerung die Finanzierung zu sichern, dieser brachte lediglich 440 Mark. Der Plan hätte sich wieder nicht verwirklichen lassen können, wäre da nicht Herr Hinrich Schnitger aus Hamburg eingesprungen. Er stellte seiner Vaterstadt in der Hinrich-SchnitgerStiftung zunächst 7 000 und später 3 000 Mark, also insgesamt 10 000 Mark zur Verfügung unter der Bedingung, dass die Süderdeichstraße bis zur Grenzstraße in Hinrich-Schnitger-Straße umbenannt werden sollte. Am 21. Juni 1933 begann man mit dem Bau, der schon am 1 S. Oktober 1933 eingeweiht wurde. Die Baukosten betrugen 10 384,13 Mark.

2S. Diese fünf Braker Honoratioren, sonst viel beschäftigte Bürger unserer Stadt, hat der Fotograf an der Kaje angetroffen und im Bild festgehalten. Die Ka]e war an schönen Tagen schon immer Treffpunkt vieler Braker, die das schöne Wetter genossen, ein wenig plauderten und die vorbeifahrenden Schiffe auf der Weser beobachteten. Die Ka]e war aber auch immer Treffpunkt und Veranstaltungsort von Vereinen anlässlich ihrer Aktivitäten. Diese fünf gönnten sich hier scheinbar eine kleine Auszeit von ihren Geschäften, um ein wenig zu plaudern, etwas Neues zu erfahren und Meinungen auszutauschen, könnte man meinen. Oder war es damals nur eine andere, viel ruhigere Zeit und man kannte noch nicht die Hektik, den Stress und die Schnelllebigkeit unsererTage. Das Bild zeigt von links den Segelmacher Block, den Uhrmacher Wefer, den Bankier Spark, den Zahnarzt Kositz und Herrn Borries.

26. Zum 7 S-jährigen Stadtjubiläum Brake im]ahre 1931 schrieb die bekannte HeimatdichterinAlma Rogge ein Schauspiel über Admiral Brommy und die Deutsche Flotte. Das Schauspiel wurde auf dem Gelände des Braker Strandbades aufgeführt. Die volkstümlichen Lieder und Tänze stammten von ]ulius Behrens. Die Musik nach alten Weisen bearbeitete Musikdirektor Carl Thoms. Die Tänze wurden von der Tanzlehrerin Thea Thoms einstudiert. Es war eine schlechte Zeit, auch Brake litt sehr stark unter den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. Armut undArbeitslosigkeit traf zunächst die Ärmsten der Armen. Und vielleicht gerade deshalb, um ein wenig Mut zu machen, gab es auch einen großen Festumzug durch die Stadt. Der Kutscher der ersten Kutsche im Bild war Carl Meentzen, er und seine Frau sollen beim Erb-Großherzog in Diensten gewesen sein. Bei der freundlich lächelnden, jungen Dame in der Kutsche, handelt es sich um Grete Böning, Tochter des Schlachter Elimar Böning und spätere Frau von Theo Achnitz.

russ aus 13rakc

Jm J3mmr Schlüssel Inh. earl Boeker

27. Die Postkarte aus der Zeit um 1916 zeigt den Gasthof'Bremer Schlüssel'. Erbaut im Iahre 17 S6 durch den Kaufmann Claussen, war erTreffpunkt für Seeleute, Fischer und Braker Bürger. Joh. Gerh. Groß war um die Jahrhundertwende Kröger. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Familie Winters Eigentümer, Hermann Schulz Kröger. Auch der Friseurladen von Lampe war in dem Haus. Meister Lampe war der Mann, der alles wieder einrenkte. 'Knochenbrecher Lampe'. wie man ihn liebevoll nannte, hat vielen Menschen geholfen. Jemandem die Knochen gebrochen hat er wohl nie. Nach Lampe betrieb Walter Höpken in diesen Räumen von 19 SO bis 19 S 8 ein Seifenhaus. Im März 19 S 7 pachtete Walter Müller das Lokal, das später durch Kauf in seinen Besitz überging. Doch 1963 verpachtete der Gastwirt Müller den Gasthof an den Wirt Stücke, um ihn dann 1970 an den Oldenburgischen Wasserverband zu verkaufen. Das Gebäude wurde abgerissen um Parkplätze zu schaffen. Ein StückAlt-Brake war leider für immer ausgelöscht worden.

28. Im März 1957 pachtete Walter Müller den alten Gasthof'Bremer Schlüssel', den er später kaufte. In den [ahren 1957 bis 1963 bewirtschaftete Müller den Gasthof selbst. In dieser Zeit hatte sich eine Stammtisch-Runde zusammengefunden, deren Teilnehmer im Bild wie folgt zu sehen sind (von rechts): Georg Lübke, Hein Wolf, Karl Lürß, Polsterer Karl Logemann, Korbflechter Hans Bogoda, Enno Rogge vom Kiosk an der Kaje, die Kutterfischer Bernhard [acobs und Dietrich Freels, Detlef Sönnichsen, Apotheker der Apotheke an der Kaje, und Walter Müller, Wirt des Gasthofs 'Bremer Schlüssel'. Man traf sich einmal in der Woche zum Frühschoppen und trank dabei eine vom Haus kreierte, sogenannte Notverordnung. Das war ein Schnaps und ein kleines Bier, beides zusammen kostete so Pfennig.

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