Brake in alten Ansichten

Brake in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Folter
Gemeente
:   Brake
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3716-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Brake in alten Ansichten'

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29. Das Bild zeigt die Harriertrift mit der Gaststätte Butjadinger Hof: Ausflugs- und Vereinslokal, Schauplatz vieler Veranstaltungen und im Volksmund 'Bulk-nkloster' genannt, da dort viele Junggesellen wohnten die aufWerften arbeiteten. Das Gebäude links im Bild, bei der Auffahrt im Deich, wurde von 1836 bis 1888 als Zollabfertigungsstelle genutzt. Hier begann zollfreies Gebiet, alle Ein- und Ausfuhrartikel mussten beim Überschreiten der Zollgrenze versteuert werden. In der Zeit von 1888 bis 1932 war nur noch das Gebiet um den Binnenhafen Zollfreihandelszone und durch einen hohen Eisenzaun gesichert. An den Ein- und Ausgängen kontrollierten Zollbeamte. Ab 1932 wurde das Zollfreihandelsgebiet völlig aufgehoben. Das Gebäude der ehemaligen Zollabfertigungsstelle an der Harriertrift wurde 1936 abgebrochen. Auch der Harrierhof wurde abgebrochen. Dort errichtete die Familie des Fischer Reinhard Hullmann ihr Domizil, die dort auch einige [ahre ein Fischgeschäft hatten, wie im Bild zu sehen.

30. Im Bild: Karl Kück, Reinhard Hullmann, mit seinen Söhnen Richard und Helmut auf dem Kutter Möwe. 1953 wurde der Fischereibetrieb Reinhard Hullmann, in Hullmann R. & Söhne umbenannt. Der ältere der Brüder Richard, fuhr mit dem Kutter Möwe, den Kutter Hol Fast, fuhr der junge B 3 Kapitän Helmut. Der Vater fischte auf der Weser. Die Brüder fischten im Gespann, dabei arbeitete man mit einem Schwimmschleppnetz, das von beiden Kuttern gezogen wurde. Sie konzentrierten sich auf Fischfang für den menschlichen Konsum. Mit kurzen Fangreisen sorgten sie für eine besonders gute, frische Qualität und hatten Erfolg. Es gab aber auch schon mal einen Glücksfall, so wie Anfang der sechziger [ahre geschehen. Beide Brüder karnen von der Fangreise zurück, ihre Fischräume waren voll und an Deck glänzte silbrig der letzte Hol Sprotten. Auf der Tegeler Plate war ein Küstenschiff auf Grund gelaufen. Die Brüder eilten zur Hilfe und schleppten den Havaristen frei, eine stolze Summe als Bergelohn war ihnen sicher.

31. Richard Hullmann, mit dem im Bild zu sehenden Fischkutter O.B. 122 Möwe, sowie die Fischer Adolf Hoyer, Bernd, Gerd und Gustav [acobs, und Gustav Schäfe, hatten beim Fischen vor Bremerhaven in den [ahren 1952/53 in ihren Netzen immer wieder Munition, die sie ablieferten. Daraufhin wurden sie beauftragt, die von den Alliierten nach Kriegsende dort versenkte Munition zu bergen. Die feinen Fischernetze waren dafür aber nicht geeignet, es mussten Stahlnetze eingesetzt werden. Für lIullrnann's fertigte FRIBÖ die Spezialnetze aus alten Torpedofangnetzen an. Als die auf dem Meeresboden aufgehäufte Munition abgefischt war, setzten die Fischer große Elektromagnete ein die sie über Grund schleppten, so konnten sie auch noch einen großen Teil der eingesunkenen Munition heben. Bei dieser gefährlichen Arbeit, kam wie durch ein Wunder nie jemand zu Schaden. Die Munition wurde an eine Kampfmittel-Beseitigungsfirma geliefert, wo sie von Experten entschärft wurde.

32. Braker mussten früher für ihre Medizin weit laufen, die einzigeApotheke war in Ovelgönne. Drei Oldenburger Apotheker erwirkten 1651 ein Apothekenprivileg. Es diente ihrer Existenzsicherung. Ohne ihre Zustimmung gab es keine neue Zulassung. Einem der drei, demApotheker Fischer, gehörte die Ovelgönner Apotheke. Rund 3 SO Schiffe machten im Monat an der Kaje fest, ihre Versorgung mit medizinischer Ausrüstung kam aus Ovelgönne. Fischer lehnte 1803 den Apotheker Hagemann aus Hamburg ab. Auf Drängen des Großherzogs eröffnete er 1830 eine Filiale in Brake. Ein Inspektorenhaus an der Kaje wurde ihm kostenfrei zur Verfügung gestellt, das er 1839 kaufte. An Stelle des Stalls kam 1846 eineApotheke, die 1872 erneuert wurde. 1879 zur Vollapotheke erklärt, ging sie 1903 in den Besitz der Familie Sönnichsen über. Nach 1 SS [ahren schloss sie am 31. Juli 1985 für immer ihre Pforten. Die schöne alte Inneneinrichtung aus der Zeit um 1873 wurde an einen Apotheker im Alten Land verkauft.

33. Die Postkarte veranschaulicht den traumhaften Blick vom alten Garten in Wilkens Hotel unter alten Bäumen, auf die vorbeifahrenden Passagierschiffe auf der Weser. Beim Betrachten dieser Luxusdampfer kam sicher auch ein wenig Fernweh auf, die weite Welt war mit Mal zum Greifen nah. Diedrich undAenne Linne, aus Hagen in Westfalen kauften 1940 das alt bekannte Hotel. Unter ihnen wurde es auch als 'Haus Linnc' bekannt. Bei der Sturmflut 1962 stand das Haus unter Wasser, es lief aus der Haustür in die Breite Straße. Auch der Weinkeller stand voll Wasser, die Etiketten hatten sich von den Flaschen gelöst, so gab es später den' 1962 Sturmflut Wein', Wein verschiedener Preislagen zum Einheitspreis. 1966 übernahm Hans Dieter Linne das Hotel von seinem Vater. Im Zuge der Deichsicherung musste das alte Hotel 1977 weichen. Von Brigitte und Hans Dieter Linne wurde ein Hochwasser-geschütztes, neues Hotel errichtet, das heute schon von ihren Söhnen in dritter Generation geführt wird.

34. Die OLB A.G. unterhielt bei Auktionator C. Dieme eineAgentur, bis sie am 21. August 1900 eine Filiale im Haus Nr. 16, in der Mitteldeichstraße eröffnete. Leiter waren Ernst [ansscn und Carl Meyer, der bis 1936 blieb. Die Bank gab 1908 einen Neubau eines modernen Bankgebäudes in der Lindenstraße 21 in Auftrag, in das sie 1909 nach Fertigstellung einzog. Nach erfolgter Fusion der Spar- und Leihbank mit der OLB, wurden beide Braker Filialen zusammengelegt und in der Lindenstraße 21 weitergeführt, wo sie bis 1965 blieb. Leiter der Filiale in diesem Hause waren, nach Carl Meyer, von 1936 bis 1939 Wilhelm Schneidt, von 1938 bis 1943 Wilhelm Brüers, van 1943 bis 1945 WalterThyen, van 1946 bis 1949 Wilhelm Brüers, van 1949 bis 1964 Johannes Röfer. Zum 11. [anuar 1964 Übernahme des 1921 gegründeten Bankhauses Otto Spark. Am 22. Oktober 1965 wurde der Neubau eines modernen Bankgebäudes in der Bahnhofstraße eingeweiht. Leiter seither Ernst Adolf Weidanz, Franz Dieter Brumund und jetzt Olaf Mohrschladt.

35. Hilfsbedürftige Personen zu unterstützen, namentlich auch für Kinder und Kranke zu kochen, hatte sich der Braker Frauenverein zur Aufgabe gemacht. Der Vorstand bestand aus sechs Damen, einer Vorsteherin und einem männlichen Mitglied. Es wurde jährlich für etwa 1 400 Bedürftige gekocht. Unter der Obhut des Vereins stand auch die Braker Kinder Bewahranstalt in der Haasenstraße, die aber von einer Hausmutter verwaltet wurde. Die 1881 gegründeteAnstalt mietete bis 1897 Räume und zog dann in ihr neu errichtetes Heim an der Haasenstraße. Man nahm Kinder im Alter von 3 bis 6 [ahren ganztägig, Schulkinder jedoch nur für den Mittagstisch auf. Beide Gruppen zahlten pro Tag und Kopf 1 0 Pfennige. Die tägliche Teilnahme lag bei 20 und 30 Kindern, jährlich wurden etwa 6 700 Portionen Essen ausgegeben. Da aber für die Verpflegung pro Kopf und Tag 30 Pfennige aufgebracht werden mussten, war man aufSpenden angewiesen, die durch die Braker Bürgerschaft und die Stadt erbracht wurden.

36. Der Britische Konsul und Spediteur Macnamara, ein Mann voller Geheimnisse, kaufte 1817 das von den Kaufleuten Oltmanns & Seemanns 1808 erbaute Haus. Er unterhielt dort eine Spedition und etablierte das Britische Konsulat. 1843 ließ er einen Stall und ein Lagerhaus errichten. Seine Gattin, Tochter einer schottischen Adelsfamilie, lebte sehr zurückhaltend. Als ihr Mann in jungenjahren plötzlich starb, verließ sie noch am selben Tag Brake. Herrenlos geworden, geriet der Besitz in Konkurs. 1844 kauften ].H. Borgstede &].1. Becker das Haus. Ein vielseitiges Angebot an Waren brachte den gewünschten Erfolg. Überseeschiffe trugen den Namen Borgstede & Becker in die ganze Welt. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Zeit dieser Art Läden langsam zu Ende. Die Inhaberin Frau Marga Becker, geborene Ott, gab aufund verkaufte den Besitz. Das Gebäude beherbergt nunmehr das Schifffahrtsmuseum. Eine exklusive Ausstellung alltäglicher und maritimer Exponate stellt eine Bereicherung für Brake dar.

Verkeulsreum

37. Drei Generationen Tobias waren seit 1802 am wechselhaften Auf undAb des Unternehmens, das als kleine Bäckerei begann, beteiligt.AntonTobias baute zunächst ein Packhaus, sein Sohn Christian übernahm 1837 und fügte um 1850 ein Ladenlokal mitWohnhaus an. Dessen Sohn Ernst übernahm das Geschäft und baute es aus. Im Packhaus gab es auf zwei Stockwerken nur Weinfässern mit Wein, der im Laden verkauft wurde. Als ErnstTobias 1914 starb, war es um sein Geschäft schlecht gestellt. Friedrich Wilhelm Meyer, aus Westfalen, übernahm damals das Geschäft und machte es zum ersten Haus am Platz. Sein Sohn, der 1950 einstieg, pflegte weiterhin den traditionellen Weinhandel, eine Kaffeerösterei und führte Delikatessen aus aller Welt. Er stellte selbst Schnäpse und Liköre her. Den im alten Stil eingerichteten Laden zu erhalten, war für den Kaufmann alten Schlages selbstverständlich. Er starb viel zu früh im [ahre 1967, seine Witwe gab das Geschäft später auf und verpachtete an eine Brauerei.

38. Das Bild aus demjahre 1946 zeigt das Gebäude, in dem von 1815 bis 1895 das Amtsgericht war. Im Iahre 1856 wurde Brake zur Stadt erklärt, es gab jedoch bis 1896 kein Rathaus. Die Amtsräume befanden sich in der Wohnung des jeweiligen Bürgermeisters. Im [ahre 1895 kauften die Stadtväter das Gebäude für 18 000 Mark vom Oldenburger Staat. Nach gründlicher Instandsetzung wurde es im [ahr 1896 das erste Rathaus der Stadt Brake. Um den steigenden Anforderungen in der Verwaltung gerecht zu werden, wurde das Gebäude im [ahre 1933 ausgebaut. Hinter dem Rathaus stand eine Holzbaracke, deren Räume noch nach dem Zweiten Weltkrieg als Büroräume genutzt wurden. Die wachsenden Bevölkerungszahlen, bedingt durch den Zuzug von Kriegsf1üchtlingen und Vertriebenen, machten 1961 den Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes unumgänglich. Es wurde am Schrabberdeich errichtet. Das alte Rathaus fiel, wie viele alte Gebäude, der Abrissbirne zum Opfer. Auf dem Gelände baute die Landessparkasse ihr neues Bankgebäude.

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