Brake in alten Ansichten

Brake in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Folter
Gemeente
:   Brake
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3716-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Brake in alten Ansichten'

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39. Der kleinwüchsigeAugust Kruse war ein Braker Original. Er war Telegrammbote bei der Post in Brake. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm er den bewachten Fahrradstand am Braker Rathaus. Die Kinder in der Stadt ärgerten August gern, was ihn oft wütend machte. Ansonsten war er ein fröhlicher Mensch und wusste auf alles eine scherzhafte Antwort. Auch konnte man bei ihm schon mal eine amerikanische Zigarette erstehen, was in der damaligen Zeit für Raucher ein nicht erklärbarer Genuss war. Das Fahrrad war nach dem Zweiten Weltkrieg ein wichtiges Verkehrsmittel, auf das viele Leute angewiesen waren. So bezahlte man lieber ein paar Groschen und wusste, bei August Kruse ist es sicher aufgehoben. Ein Auto hatten nur einige, man freute sich, ein Fahrrad sein eigen nennen zu dürfen und war darauf bedacht, es sicher zu verwahren. August Kruse hatte die Zeichen der Zeit erkannt, für ihn war es ein gutes Geschäft.

40. Das Bild zeigt das ehemalige Gebäude der Spar- und Leihbank Brake, die im Iahr 1935 mit der Oldenburgischen Landesbank zusammengelegt wurde, und in der Lindenstraße 2 1 ihre gemeinsame Filiale hatten. Das Haus Breite Straße 26 wurde 1935 von der Braker Sparkasse übernommen, die aus der 1914 eröffneten städtischen Sparkasse Brake hervorging und ab 1924 unter Braker Sparkasse, Zweiganstalt der Lz.O, weitergeführt wurde. Es gab eine Beteiligung der Stadt zu 4/5 am Gewinn und Verlust, die 1933 aufgehoben wurde. Neuer Name: Landessparkasse zu Oldenburg Zweiganstalt Brake. Die Stadt erhielt eine Abfindung. In den [ahren 1950/51 wurde das Gebäude durch einen Anbau erweitert. 1959 kaufte die LzO. von der Stadt das alte Rathaus zum Abbruch und errichtete dort ein neues Bankgebäude. Das Haus im Bild, 1964 an die Energieversorgung Weser Ems verkauft, die später aber ebenfalls in ein neues Verwaltungsgebäude umzog, wurde danach von der Nordwest Zeitung übernommen.

41. 'Korings Konzerthaus' - 'Atlantic Diele' - Diskothek 'La Palorna' - viele Eigentümer und Wirte hatte das von Hans Harjen Arnold im [ahre 1894 erbaute Haus. Es war lange [ahre die Nr. 1 in Brake was Künstler, deren Darbietungen und die gediegene Ausstattung der Räumlichkeiten betrifft. In den [ahren 1938 bis 1945 werden als Wirte Leni und Ernst Karmann genannt. Von 1946 bis 1950 wurde das Lokal von [ohann und Maria Pargmann bewirtschaftet, zu der Zeit war es Treffpunkt amerikanischer Seeleute und Soldaten. Von 1950 bis 1960 waren Emil und Grete BrachtWirtsleute, es folgten nach 1960 das Ehepaar Günter und Gisela Ehli sowie Uwe und Brunhilde Grüterich, und ab 1978 bis 1986 war Manfred Kröger Wirt. 'Korings Konzerthaus' bot ein erstklassiges Kabarett mit Stimmungsmusik und Gesellschaftstanz. Die' Atlantik Diele' erfreute sich später viele [ahre alsTanzlokal 'La Palorna' großer Beliebtheit. Im Sommer 1993 fiel der Gebäudekomplex im Rahmen der Stadtsanierung der Abrissbirne zum Opfer.

42. Das frühere Zoll-Abfertigungsgebäude an der Ecke der Breiten Straße und der Querstraße, im Bild das dritte Haus rechts, stammte aus der Zeit von 1835 bis 1888, in der Brake noch Freihafengebiet war. Das Freihafengebiet umfasste fast die ganze Stadt, wurde später aber immer weiter zurückgenommen und 1932 ganz aufgelöst. Die Bewohner dieses Gebietes hatten einen ungehinderten Warenverkehr mit dem Zollausland über die Weser, die bis Bremen ebenfalls vom Zoll ausgeschlossen war. Die Braker brauchten also ihre Waren, die vom Ausland kamen, nicht zu verzollen, wodurch sie einen nicht unerheblichen Vorteil gegenüber anderen, außerhalb der Stadt hatten. Da Schulkinder die außerhalb wohnten, beim Passieren der Zollgrenze nicht kontrolliert wurden, haben Eltern sie schon mal zum Schmuggeln eingesetzt. In ihren Schultornister nahmen sie Salz mit, damit Mutter Schnittbohnen einlegen konnte, für Opa ein wenig Tabak oder Kaffeebohnen für eine größere Familienfeier.

43. Rudolf Borgerding eröffnete sein erstes Radio- und Fernsehgeschäft 1958 in der Kirchenstraße, neben Inhülsen. Er kaufte kurz darauf von Otto Schmalz das Geschäftshaus in der Breiten Straße. Nach umfangreichen Um- und Anbauten entstand für damalige Verhältnisse ein großer Laden mit Werkstatt. Die Wohnräume im oberen Bereich wurden von der Familie bewohnt. Das Geschäft mit Fernseh- und Rundfunkgeräten nahm stetig zu, das Ehepaar Borgerding reagierte schnell. Sie kauften das Nachbarhaus und errichteten nach Abbruch der ehemaligen Zollstation, in drei Bauabschnitten ein modernes Geschäftshaus, so wie man es heute kennt. In ihren neuen, modernen Ausstellungsräumen wurde Unterhaltungselektronik in großer Auswahl, ebenso wie Waschmaschinen angeboten. Zwei [ahre nach dem plötzlichen Tod von Rudolf Borgerding hat seine Frau, die mit ihrem Sohn zusammen das Geschäft führte, den Betrieb aufgelöst und die Räumlichkeiten verpachtet.

44. Die Firma]. St. Hoffmann, Strickwarenfabrik mit Spinnereibetrieb, wurde durch [ohann Stephan Hoffmann im [ahre 1881 gegründet. Hoffmann stammte aus dem Westerwald und war ein erfahrener Kaufmann. Zuerst wurde das Ladengeschäft an der Ecke Bürgermeister Müller Straße, früher Querstraße, und Breite Straße eröffnet. Aber schon bald wurde die Strickwarenfabrik aufgebaut. Im [ahre 1919 wurde Anton Hoffmann alleiniger Inhaber, er baute den Betrieb ständig weiter aus. Mit dem Verlust der Ostgebiete nach dem Zweiten Weltkrieg, fielen auch viele Spinnereien für die hiesige Produktion weg. Hoffmann begegnete diesem durch die Einrichtung einer eigenen Spinnerei 1948 im Industriehof Modernste, vollautomatische Spinnereimaschinen kamen zum Einsatz. Hergestellt wurden weiße und farbige Garne für Webereien und Strickereien. Die Garne wurden in der eigenen Strickerei verarbeitet, kamen aber auch in den freien Handel. Doch dann wurde der Betrieb 1957 geschlossen, Fa. FRIBÖ überwachte den Abbruch.

45. Kaplan Pille erhielt 1879 vom Offizialat die Genehmigung ein Krankenhaus einzurichten. Für 14250 RM wurde ein zweistöckiges Haus erworben, das 1886 schon über 18 Betten verfügte und den Namen St.-Bernhard-Hospital erhielt. Der Pflegesatz lag zu dieser Zeit bei 1 RM. 1912 wird das Hospital einem Kuratorium unterstellt, deren Vorsitzender jeweils der Pfarrer der Kirchengemeinde St. Marien wurde.Von 1945 bis 1971 wurden von Pfarrer Böhmer die Erweiterung und der Ausbau kontinuierlich vorangetrieben. Platrer Holtstiege erwägte 1972 erste Kooperationsmöglichkeiten zwischen beiden Braker Krankenhäusern. Trotzdem ging der Ausbau - Aufstockung 1. und 2. Bauabschnitt - weiter und wurde unter Pfarrer Elsner abgeschlossen. Bei Verhandlungen im [ahr 1984 unter Vorsitz von pfarrer Moormann kam es zu einem Abschluss. Beide Häuser wurden zusammengelegt und die Gebäude an der Breiten Straße aufgegeben. Ab 1986 gibt es nur noch ein Krankenhaus in Brake, das den Namen St.-Bernhard-Hospital trägt.

Anbau (links) am Kreiskrankenhaus in Brake, Eintueihune 1955.

46. Brake gründet 1883 ein Krankenhaus, geändert 1887 in Amtsverbands-Krankenhaus, Seeleute mussten bevorzugt behandelt werden. Es gab dreißig Betten, an Personal drei Diakonieschwestern, zwei Mädchen und einen Wärter; der Pflegesatz betrug 1 RM. 1893 kam ein Isolierhaus mit zwölfBetten und 1899 eine Badeabteilung hinzu. Eine Warmwasserheizung wurde 1904 installiert und ein Personenaufzug eingebaut. Zeitgleich wurde ein Röntgengerät in Betrieb genommen. Eine Desinfektionsanlage in den extra dafür geschaffenen Räumen wurde 1907 installiert. Über den Kauf eines Operationstisches wird mit der Erweiterung auf 4S allgemein und 2 S Infektionsbetten, bei einem Pflegesatz von 2,7 S RM berichtet. Die Einrichtung übernahm 193 S das DRK Mutterhaus. Bessere medizinische und ärztliche Versorgung auf den Stationen gab es ab 1948; das Gebäude wurde um eine Etage erweitert. Der Landkreis wurde 1972 Träger des Krankenhauses. Es wurde über eine Fusion mit dem St.-Bernhard-Hospital nachgedacht, zu der es 1986 kam.

47. Der 1871 in Westfalen geborene Tischlermeister Hermann Guntenhöner, der aufWanderschaft war, hatte 1898 von dem Kahnschiffer Dierk Arends ein Grundstück in der Breiten Straße erworben. Er errichtete darauf das im Bild zu sehende Haus, mit Werkstatt, und heiratete im März 1899 [ohanne Schnitger aus Boitwarden. In der Werkstatt befanden sich unten die schweren Maschinen, oben arbeiteten Gesellen und Lehrlinge an den Hobelbänken. Von den fünf Kindern der Familie, lernte der 1906 geborene Hermann das Tischlerhandwerk bei Diers in Oldenburg und beim Vater. Er legte 1935 seine Meisterprüfung ab und übernahm 1940 das Möbelgeschäft und Tischlerei zu der auch ein Bestattungsinstitut gehörte. Der stellv. Obermeister und Ausbilder spezialisierte sich aufTreppen-, Fenster- und Türen-Neuanfertigungen. Er erhielt den 'Goldenen Meisterbrief'. Aus der Ehe mit Gerda Schnelle, Oberharnmelwarden, gingen zwei Kinder, Hermann und Linda, hervor. 1983 musste das Haus dem Bahn-Straßentunnel weichen.

48. Den in Westfalen geborenen Kraftfahrzeug-Meister Franz Finkeldey, der mit einer Wienerin verheiratet war, verschlug es nach dem Zweiten Weltkrieg nach Brake. Er arbeitete zunächst in der Schiffsmotoren- Instandsetzung als Monteur bei FRIBÖ. Er fuhr leidenschaftlich gern Auto- und Motorradrennen. Im [ahr 1950 mietete er das Haus Nr. 89 in der Breiten Straße und richtete dort eine Motorrad-Zentrale mit Reparaturwerkstatt ein. Motorräder waren sehr gefragt, bekannte Markenfirmen brachten immer schönere Modelle auf den Markt und Finkeldey wusste dies rechtzeitig für sich zu nutzen, doch schon bald wurde es in dem alten Haus zu eng. Er errichtete 1960 an der neu erschlossenen Weserstraße eine 'Gasolin Tankstelle' mit Werkstatt und Garagen und baute seinen Betrieb weiter aus. Die Marken DKW und Fiat wurden von ihm betreut. Auch der Braker Rennfahrer DKW Meyer schätzte seinen Service. Seine beiden Söhne, ebenfalls Kraftfahrzeug-Meister, übernahmen den Betrieb nach seinem Tod.

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