Brandenburg an der Havel Band 2

Brandenburg an der Havel Band 2

Auteur
:   Katharina Kreschel und Heike Köhler
Gemeente
:   Brandenburg an der Havel
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6754-3
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Brandenburg an der Havel Band 2'

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8 Steinstraße 26, Spezialgeschäft von Luise Kaiser. Um 1925

Für die Versorgung der Bevölkerung mit Konfektionswaren hatten sich zahlreiche Kaufhäuser und Einzelhandelsgeschäfte in der Steinstraße niedergelassen. Auch Luise Kaiser (1872-1929) besaß hier ein Spezialhaus für Damen- und Mädchenkleidung und Konfektionswaren. Zuerst, um 1904, befand sich ihr 'Spezialgeschäft für Damenblusen und Kostüme' u.a. in der Kurstraße 73. Seit 1925 betrieb 'Meisterin Kaiser' in der Steinstraße 26 ein florierendes Geschäft. Im Modesalon arbeiteten 6 Schneiderinnen, in der Konfektionsabteilung 8 Näherinnen. Konfektionswaren wurden

auch in den 20er [ahren (20. Ih.) an Berliner Modehäuser geliefert. Sogar in der Sieberstraße arbeiteten 30 Näherinnen für das Geschäft. Doch bald kam der wirtschaftliche Niedergang. Nach 1929 meldete die Firma, in der auch 2 Söhne mitarbeiteten, den Konkurs an.

9 Steinstraße 26, Weingroßhandlung von Ernst Nelte. Um 1925

Irn Haus aus der Kaiserzeit mit reicher HistorismusFassade eröffnete am 3. November 1921 Ernst Nelte eine Weingroßhandlung mit Weinstube und Kleinverkauf. Über mehrere Generationen betrieben seit 1858 die Neltes ein Warengeschäft und seit 1898 ein Weinspezialgeschäft in Hohensalza (Provinz Posen). Hohensalza wurde 1920 laut Versailler Vertrag Polen zugesprochen. Familie Nelte siedelte nach Brandenburg über. Im Adressbuch von 1928/29 werden Ernst, aber auch die Söhne Erich sowie Gotthardt, beide van Beruf Kaufmann, genannt. 1936/37 verzeichnet das Adressbuch

unter der Hausnummer 26 die Gaststätte 'Zum Steintor' des Inhabers Karl Pleister. Heute befindet sich an gleicher Stelle ebenfalls eine Gaststätte.

10Steinstraße 40. 1930er jahre.

Das zweigeschossige Gebäude wurde schon im frühen 18. Ih. errichtet und verfügt über ein Satteldach mit einer Fledermausgaube. Verputzt wurde es im 19. Ih. Seit Anfang der 1880er [ahre hatte hier August Gutschow seine Kolonialwaren- und Fetthandlung, ein Petroleumlager und eine Ölraffinerie. Dem Trend der Zeit folgend wandelte sich das Angebotsprofil des vom Kaufmann Hermann Gentz in der Steinstraße 40 seit 1894 betriebenen 'Colonialwaren, Wein- und Delikatessen-Geschäftes', der Butterhandlung und Destillation zunächst ab 1914 in ein Zigarren- und Fahrradhaus, ab 1919 in ein Auto- und Fahrradhaus mit

einem Versandhandel und einer Reparaturwerkstatt. Auch Kinderwagen und Spielzeug wurden angeboten. Heute befindet sich hier ein Schreibwarengeschäft.

11 Steinstraße 41. Um 1911

Von 1851 bis 1914/15 betrieb Gustav Wegener eine Brauerei und einen Getreidehandel. Seit 1911 vertrieb er vorrangig Bier einer Berliner Brauerei.

Das Brauereiwesen hatte in Brandenburg eine lange Tradition. Das Braugewerbe gehörte zu den von den Stadtbürgern betriebenen Nebengewerben. Das Recht des Bierbrauens war vom Besitz eines Hauses abhängig. Anfang des 17. ]h. soll es über 200 Braustätten allein in der Neustadt gegeben haben. Das bekannteste Brandenburger Bier hieß der' Alte Klaus'. Zu dieser Zeit legten jährlich der Rat und die 12 Braumeister nach Begutachtung des Getreideertrages fest, wieviel Bier jeder

Brauer herstellen und ausschenken durfte. Das ehemalige Geschäftshaus steht heute leer.

12 Steinstraße 42, ]ugendklubhaus 'Philipp Müller'.1965

Irn [ahre 1835 erbaut, befand sich hier seit Mitte des 19. Ih. das Restaurant 'Stadtpark'. Nach dem Erwerb des Grundstücks durch die SPD und die Gewerkschaften wurde es am 9.1.1910 als Volkshaus eingeweiht, dem seit Herbst 1910 eine Gewerkschaftsherberge für 40 Personen rückseitig zur Neustädtischen Heidestraße angegliedert war. 1946 fand in dem Gebäude die Vereinigung von KPD und SPD zur SED statt. Als erstes Jugendklubhaus der DDR wurde es am 6.10.1952 eingeweiht und erhielt den Namen 'Philipp Muller'. einem 1952 in Essen ermordeten jungen Gewerkschafter und

Friedenskämpfer. Ab 1964 war es Kreiskulturhaus. 1985 wurde die Stuckfassade beseitigt. Heute ist es fast ungenutzt. Nur im Parterre befindet sich ein Geschäft.

13 Steinstraße 57, Karpzowsches Haus. Um 1911/1913

Markant erhebt sich noch heute an der Ecke zur Brüderstraße das 1563 erbaute Patrizierhaus für den Bürgermeister Simon Karpzow. Es ist das letzte erhaltene Renaissancehaus in unserer Stadt. 1891 erfolgte ein umfassender Umbau, wobei auch das Rundportal mit dem Wappen der Familie Karpzow ausgebaut und 1897 am Schulgebäude am heutigen Walter-RathenauPlatz angebracht wurde.

1 820 beherbergte das Haus den Gasthof'Zum Rothirsch'. Bis 1890 gehörte das Haus dem Fleischermeister Heine. Spätestens ab 191 1 bis 1923 betrieb hier Willy Kreuter ein Spezial- Delikatessengeschäft

und um 191 1 /1 3 Hermann Klingenberg seine 'Chokoladen- und Zuckerwarenfabrik' . Außerdem nutzte eine Sprachschule Räumlichkeiten in der ersten Etage. Ein Feuer beschädigte 1932 in erheblichem Maße das Gebäude. Mehrfach restauriert, befinden sich hier heute Wohnungen, Gewerberäume und eine Gaststätte.

14 Steinstraße 60, Hotel zumBären. Um 1959

Das Hotel galt als das 'Erst« Haus am Platze", bis es 1990 wegen baulicher Mängel geschlossen wurde. Seit der Rückgabe 1991 an die Erben und dem anschließenden Verkauf ist es ungenutzt. Das Haus dominiert im Straßenbild durch die reich gegliederte spätklassizistische Fassade. Über dem Eingang symbolisieren zwei Bärenfiguren den Hotelnamen. Um 1820 als 'Hotel zum schwarzen Bären' gegründet, wurde der Name 1894 'Hotel zum Bären' vom Eigentümer Heinrich Schmidt eingeführt. 1937 ging das Haus in den Besitz des Sohnes Ernst über. Im Laufe der Zeit wurde das Anwesen rekonstruiert und erweitert. 1865

erhielt es das 3. Geschoss aufgesetzt. 1929 zur [ahrtausendfeier kam das hinter 4. Geschoss hinzu. Zur Ausstattung des Gebäudekomplexes gehörten ein Restaurant, Festsäle, eine Weinhandlung, Hotel-

zimmer, ein Garten, drei Kegelbahnen und eine Ausspanne. Vereine aber auch zahlreiche Persönlichkeiten logierten im 'Baren'. 1868 wurde z. B. hier der 'Historische Verein zu Brandenburg (Havel}' gegründet.

15 Steinstraße 21. Um 1899/1911

Schon 1780 entstand der zweigeschossige Ziegelbau mit der frühklassizistischen Fassade. Seitdem hat das Haus sein Aussehen nur insofern verändert, dass 1963/64 bei Restaurierungsmaßnahmen die hier sichtbare Ladensituation beseitigt wurde.

Der Tischlermeister FritzThüm stellte spätestens seit 1899 neben Möbeln auch Särge her. Bis Anfang der 192 Oer [ahre existierte seine Tischlerei an diesem Ort. Im rechten Hausflügel bot Karl Willberg von 1907 bis 1911 seine Dienste als Schuhmachermeister an. Seit 1977 befindet sich hier eine Blaudruckwerkstatt. Ein Restaurant (seit 1990) und ein Weinkeller (seit 1991)

mit Tonnengewölbe aus dem Mittelalter laden zum Verweilen ein.

16 Steinstraße 17. Um 1910

Ein Beispiel eines zweigeschossigen Hauses aus dem 18. ]h. ist das Eckgebäude zur Büttelstraße, das seit 1862 bis heute eine Apotheke beherbergt. Vorher diente es u.a. auch als Gasthaus mit einer Ausspanne für pferde. Typisch für die Bauweise jener Zeit sind das Walmdach und die Fledermausgauben. 1984 erfolgte ein umfassender Umbau.

Neben der Drogerie des Apothekers RudolfNeumann, der auch Stadtrat war, bestand im gleichen Gebäude die schon 1846 gegründete Materialwarenhandlung von

C. Th. Neumann. Später firmierte das Geschäft als Kolonialwaren-, Butter-, Wein-, Zigarren- und Delikatessen-

handlung. Nach einigen Wechseln der Geschäftsbetreiberzog 1910/11 Rudolf Hoffmann mit seiner ButterHandlung in den Laden ein. Neben der heutigenApotheke existiert ein Ladengeschäft.

Ursprünglich verfügte das Bürgerhaus aus dem 18. Ih. nur über ein Stockwerk. Die Fassade war zeittypisch profiliert. Durch den umfassenden Umbau und die Aufstockung um ein weiteres Geschoss 1877 ist von dem alten äußerlichen Zustand kaum noch etwas erkennbar. 1837 erwarb das Grundstück der Kaufmann [ohann Richard BleU für 53 00 Taler. Hier befand sich bis 1952 das Tuchhandelsgeschäft der Firma Blell und Söhne. Später wurde ein Herren- KonfektionsGeschäft der Konsumgenossenschaft eingerichtet. Jetzt befindet sich hier ein renommiertes Fotogeschäft.

1 7 Steinstraße 1 1. 1 9 7 Oer Jahre

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