Brandenburg an der Havel Band 2

Brandenburg an der Havel Band 2

Auteur
:   Katharina Kreschel und Heike Köhler
Gemeente
:   Brandenburg an der Havel
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6754-3
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Brandenburg an der Havel Band 2'

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28 Molkenmarkt 31. Urn 1907

An Stelle eines zweigeschossigen Hauses aus dem 18. Jh. wurde 1907 das viergeschossige Wohn- und Geschäftshaus errichtet. Die fein gegliederte und mit plastischen Schmuckfeldern und den beiden Puttenfiguren ausgestattete Fassade hat die Zeit bis heute nicht überdauert. Von 1896 bis in die 1nOer [ahre lud das Restaurant von Otto Busch, genannt 'Der kleine Schultheiß', seine Gäste ein. Militärangehörige gehörten als Stammgäste dazu. Manches ihrer Rendezvous fand sicher an diesem Ort statt. Heute erfüllt diesen Zweck ein Eiscafe in italienischem Stil.

29 Neustädtischer Markt. 19S0erJahre

Der geschichtsträchtige Platz im Kerngebiet der historischen Neustadt wurde mehrfach umgestaltet. Nachdem das Rathaus und die angrenzenden Gebäude in den letzten Kriegstagen 1945 zerstört wurden, erfolgte ab 1948/49 die Enttrümmerung des Bereiches zwischen Molkenmarkt und Neustädtischem Markt. Zahlreiche Demonstrationen, Kundgebungen und kulturelle Veranstaltungen, wie der Weihnachtsmarkt, fanden auf dem Marktplatz statt. Die freie Fläche wurde u.a. als Parkplatz bis in die 1990er [ahre benutzt. Der Bedarf war noch geringer als es heute der Fall ist. Einige zeittypische Fahrzeuge sind

erkennbar: z.B. der IFA Phänomen Granit 30K Omnibus, IFA F8 limousinen, ein Robur Garant Pritschenwagen mit Anhänger.

30 Neustädtischer Markt. Um 1984

Deutlich zeichnet sich die historische Bebauung arn Neustädtischen Markt ab. Der Platz gehörte mit seiner Gestaltung zur wichtigen innerstädtischen Struktur und war Mittelpunkt der Neustadt. Der Parkplatz wurde von den Brandenburgern und Besuchern der Innenstadt gern genutzt. Ein gesondertes Areal mit Blumenrabatten, Springbrunnen und Bänken lud zum erholsamen Verweilen ein. Auf dem Platz fanden in den DDR-Jahren häufig Kundgebungen und kulturelle Veranstaltungen, wie der Weihnachtsmarkt und Volksfeste, statt. 1995 wurde der Neustädtische Markt für Grabungen freigegeben und dadurch die bisherige Gestal-

tung beseitigt. Der Platz sollte bebaut werden. Dazu kam es nicht. Das gegenwärtige Aussehen des Marktplatzes entstand nach einem Wettbewerb.

31 Neustädtischer Markt 8. 1920er jahre

Die Türklitz GmbH, Möbelfabrik und -handlung wurde 1 87 1 durch Albert Türklitz in Brandenburg, in der Steinstraße, gegründet. Sein Sohn Emil Türklitz erwarb 1892 das Grundstück Neustädtischer Markt Nr. 8. Hier befanden sich die Möbelfabrik und die Möbelhandlung. Die Firma entwickelte sich zu einem der führenden Möbelhäuser.

1933 wurde in Berlin eine Filiale gegründet, die Arno Türklitz übernahm. Dieser heiratete 1935 die Tochter des Berliner Möbelhändlers Hübner. Später erfolgte die Fusion beider Möbelfirmen. Geblieben und bekannt ist MöbelHübner mit Sitz in Berlin. In der heutigen, im Hofbereich

geschaffenen Türklitz-Passage befinden sich Arztpraxen und Büroräume. Zu DDR-Zeiten waren in den Gebäudeteilen die Theaterwerkstätten untergebracht.

32 Domlinden, Miihlenwerke A. Tiede. Um 1890

Am Mühlendamm und an der Straße 'Dom' (heute Domlinden) befanden sich seit dem Mittelalter zahlreiche Walk-, Schneide-, Loh- und Mahlmühlen. Die Burgmühle, bis 1324 dem Markgrafen gehörend, ging 1845 aus dem Besitz der Altstadt durch Erbpacht an August Tiede. Vor der Burgmühle, die 1908 abgerissen und ein [ahr später durch eine neue Mühle ersetzt wurde, steht gerade ein mit Mehlsäcken beladenes pferdegespann, das nun über den ungepflasterten Weg zum Abnehmer fährt. 1898 hatten Paul und Arno Tiede auch die Krakauer Mühle erworben. Ab 191 1 schlossen die Brüder

Tiede ihre Mühlen zu den Vereinigten Brandenburger Mühlenwerken zusammen. Auch die ehemalige altstädtische Mittelmühle kam hinzu.

Die Burgmühle wurde im Dezember 2002 durch einen Brand fast vollständig vernichtet.

33 Domlinden 7/8, Hahnsches Kleiderwerk GmbH. Um 1928

Seit den 1920er [ahren nahm die Konfektionsindustrie auch in Brandenburg einen Aufschwung. Bis 1939 gab es 1 1 Kleiderfabriken in der Stadt. Eine davon war seit 1928/29 in der St. Annenstraße 3. Es war ein Zweigwerk der Hahnschen Kleiderwerk GmbH Berlin, das van 1931 bis 1935/36auchim Hofgebäude Damlinden 7/8 Kleidung herstellte. Das Foto gewährt einen Blick in eine Nähhalle des Werkes. Nach 1936 führte die Fabrik die Bezeichnung 'Hansa-Kleiderwerke', die später in die Große Gartenstraße verlegt wurde. Zu DDR-Zeiten befanden sich in Damlinden 7/8

Werkstätten desVEB Knabenoberbekleidung, der 1976 dem VEB Brandenburger Kinderkleidung angegliedert wurde. Die Produktionsstätte auf dem Dom wurde dann geschlossen. Das Fabrik-

gebäude ist heute noch erhalten. Im Vorderhaus, das vor kurzem saniert wurde, befinden sich Wohnungen.

34 Hauptstraße, Roland vor dem Neustädtischen Rathaus.Vor 1882

Der Roland, 1474 datiert, erhielt seinen Standort am Neustädtischen Rathaus im [ahre 1716. Zuvor stand er frei auf dem Neustädtischen Markt. Da er aber beim Exerzieren der Soldaten des preußischen Königs Friedrich Wilhelrus I. störte, wurde die fast 8,5 t schwere und 3,34 m große Sandsteinstatue zum Rathaus versetzt. Zum Schutz vor Kriegszerstörungen musste er 1941 auf das Gut Wendgräben ausgelagert werden. Seit 1946 steht das Standbild vor dem Altstädtischen Rathaus, da das Rathaus der Neustadt in den letzten Kriegstagen 1945 zerstört wurde.

Auffallend ist der Kopfschmuck aus Hauswurz. Die Pflanze, auch Donnerkraut genannt, sollte die Figur vor 'Blitz und Donner schützen'.

3S Straßenrennen 'Rund um Brandenburg'. 1924

Von 1884 bis 1945 existierten in Brandenburg rund 28 Radsportvereine, mehr als es Ruder- und Segelvereinigungen gab. Das Radfahren gehörte zu den beliebtesten Sportarten in jener Zeit. Das im Stadtzentrum - rechts der Roland vor dem Neustädtischen Rathaus und Blick in die Hauptstraße - gestartete Straßenrennen führte über 180 km nach Ziesar und zurück. Zur Ausrüstung eines Rennfahrers gehörten 2 Ersatzreifen, die die Männer um die Schultern gelegt mit sich führen mussten. Im weißen Rollkragenpullover in der Mitte des Fotos wartete auch Rudolf Schadebrodt, jüngster Bruder der in Steher-

rennen bekannt gewordenen Brüder Gustav und Otto gleichen Namens, auf den Rennbeginn. Rudolf Schadebrodt war in den Brennabor- Werken als Meister in der Dreherei beschäftigt.

36 Hauptstraße 91. Um 1919/20

Ein markantes Eckhaus in der Innenstadt war bis 1945 das 'Kurfürstenhaus " erbaut 1534, von dem hier nur die der Hauptstraße zugewandte Seite zu sehen ist. Zahlreiche kleine Geschäfte, von einem Zigarrenladen, über ein Putzgeschäft und Blumenladen bis zur Schokoladen-, Kakao-, Tee- und Konfitürenhandlung boten ein reichhaltiges Warensortiment an. Rechts neben dem Kurfürstenhaus befand sich das Kaufhaus Riedel. Das Foto wird aber von der mittelalterlichen Roland-Figur beherrscht, die sich seit 1716 arn Eingang des Neustädtischen Rathauses gegenüber dem Kurfürstenhaus befand. Weder das Kurfürstenhaus

noch das Rathaus existieren heute noch. Der Roland hat aber die Zeit des Zweiten Weltkrieges durch Auslagemng überstanden und steht seit 1946 vor dem Altstädtischen Rathaus.

37 Hauptstraße, HOWarenhaus.1958

Im Oktober 1948 erließ die Deutsche Wirtschaftskommission Richtlinien für den freien Verkauf von Konsumgütern durch eine neu zu gründende Handelsorganisation (HO), um den seit Beendigung des Krieges florierenden Schwarzmarkthandel auszuschalten. Das HO-Warenhaus am Molkenmarkt entstand nach Plänen des Brandenburger Architekten Hans-Jürgen Kluge in drei Bauabschnitten zwischen 1951 und 1956 auf dem Grundstück des 1945 zerstörten Kaufhauses, dass von der jüdischen Händlerfamilie Conitzer erbaut worden war, 1938 enteignet wurde und dann in den Besitz der Gebrüder Fauser über-

ging. Seit dem 7. Oktober 1967 war es unter dem Namen 'Magnet-Kaufhaus' bekannt. Mit 3087 m'Verkaufsfläche gehörte es zu den großen Handelseinrichtungen der Stadt. Von 1990 bis 1995

wurde das Kaufhaus von einer großen Kaufhauskette gepachtet, danach nur noch sporadisch als Verkaufsstelle genutzt. An Stelle des 2002 abgerissenen Gebäudes und der angrenzenden Häuser

wurde ein neuer Einkaufsund Bürokomplex errichtet und am 1 1. März 2004 eröffnet.

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