Brandenburg an der Havel Band 2

Brandenburg an der Havel Band 2

Auteur
:   Katharina Kreschel und Heike Köhler
Gemeente
:   Brandenburg an der Havel
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6754-3
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Brandenburg an der Havel Band 2'

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48 Hauptstraße. Um 1911

Das rechte Haus ist ein typisches Geschäftshaus im Stil der Kaiserzeit. Die Hausnummer 16 beherbergte im Garten über viele [ahre ein 'Photographisches Atelier'. Das Medium der Fotografie begann sich in dieser Zeit verstärkt im gewerblichen Sektor zu entwickeln. Porträtaufnahmen vonjedermann, an Stelle der bis dahin üblichen gemalten Porträts, nahm einen enormen Aufschwung. Von 1882 bis 1896 lieferte die Zweigstelle der Potsdamer Fotografengemeinschaft Selle und Kuntze neben den Atelieraufnahmen vor allem Brandenburger Stadtansichten und Postkarten in sehr guter Qualität. Nachfolger ab 1897 waren Albert Tietz und Hermann

Schweitzer, nach 191 1 Georg Schnabel. Fast am Ende der Häuserzeile überragt das viergeschossige Warenhaus von Hermann Conitzer, das 1903 eröffnet worden war, die übrigen Gebäude.

Brandenburg a. d. H.

Hauptstraße

49 Hauptstraße 24, Kaufhaus Flakowski. Um 1914/15

Noch im 19. Ih. gab es an Stelle des Flakowski - Kaufhauses kleinteilige Grundstücke mit Bürgerhäusern aus dem 18. [h., wovon ein Haus zwischen 1838 und 1845 dem Iustizkommissar und späteren Brandenburger Oberbürgermeister Franz Zie gIer gehörte. Der Einbau von zahlreichen Schaufenstern, auch im angrenzenden Gebäude, ermöglichten im [ahre 1 898 die Eröffnung des ersten Warenhauses in Brandenburg. Es gehörte der Firma Lindemann & Co. Das Gebäude brannte im [ahre 1900 ab. Danach wurde ein Neubau unter Einbeziehung des Nachbargrundstücks errichtet. Ab 1903 ver-

trieb hier der jüdische Kaufmann Hermann Conitzer Modewaren, Herren- und Kinderkonfektion, Kurzwaren, Linoleum, Teppiche und Gardinen. Zwei [ahre später wurde das Objekt an den Kauf-

mann Alfred Flakowski ver-pachtet und 1912 an ihn endgültig verkauft.

SO Hauptstraße 24, Kaufhaus Flakowski. 1929

Alfred Flakowski erwarb das Conitzer- Warenhauses 1912 (seit 1905 gepachtet) und ließ es 192 9 /30 umfassend umbauen und vergrößern. Im Warenhaus wurden sämtliche Bedarfsartikel geführt. Es verfügte auch über eine fotografische Abteilung und eine Lebensmittel-Abteilung sowie einen Erfrischungsraum. Als größtes Sortiment-Warenhaus warb er mit einem RabattSparsystem um seine Kunden und versprach selbst 'bei kleinstem Einkauf große Ersparnissc'. Die Außenansicht ist inzwischen' geglättet' worden. In der DDR-Zeit wurden hier Möbel verkauft. Heute steht das Anwesen meist leer. Horst Flakowski (1912-1999), Sohn

von Alfred Flakowski, der 1991 das attraktive Geschäftshaus und das ehemalige Wohnhaus der Familie Flakowski in der ]acobstraße als Alleinerbe zurück erhielt, finanzierte aus dem Verkauf der Grundstücke (1992) die Errichtung des SOS-Kinderdorfes in Brandenburg und die Einrichtung eines Hauses der Begegnungen in der ]acobstraße.

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51 Hauptstraße 62. Um 1911

Das Eckhaus zur Wollenweberstraße ist ein Bau aus dem [ahre 1800, das für [ohann Christian Bröse errichtet worden war. An der Stelle stand 1724 das Magistratshaus am Neuen Tor, ein ehemaliges mittelalterliches Eingangstor in die Neustadt von der Langen Brücke (seit 1929 [ahrtausendbrücke) aus. Seit 1854 betrieb der Kaufmann Ernst W Krüger eine Kolonialwarenund Delikatessenhandlung mit Restaurant. Spätestens

1 894 bis mindestens 1939 führte Robert Blume als Nachfolger den Ernst W KrügerLaden. Eine umfassende Sanierung des Hauses erfolgte in den [ahren 1982-1983. Als 'Sûße Ecke' bezeichnet, lockte

in den 1980er [ahren das Konfekt - und Süßwarengeschäft viele Kunden an. Nachdem eine Bankfiliale nach der "Wende" ihren Sitz in dem Gebäude hatte, wurde inzwischen eine Kundendienstzentrale hier eröffnet.

52 Hauptstraße 53 und 54. Um 1936

Die Staatliche Lotto-AnnahmeStelle befand sich in dem aus dem späten 18. [ahrhundert stammenden Gebäude. Das Gebiet, in dem es stand, wurde als 'Venedig' bezeichnet. Bauliche Veränderungen erfolgten im 19. Jahrhundert und sicherlich auch später. Die beiden Gauben existieren heute nicht mehr. Der Namenszug 'Otto Hannemann' über dem linken Geschäft (Nr. 54) weist auf einen der letzten in Brandenburg tätigen Tuchfabrikanten hin, der Stoffe noch auf einem Handwebstuhl herstellte. Seit mindestens 1885 führte er gleichzeitig eine Tuchhandlung, die vermutlich nach dem Tod Otto Hannemanns 1936 des-

sen Sohn Friedrich übernahm. Das Tuchgewerbe war vom Mittelalter bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts ein Haupterwerbszweig in Brandenburg.

53 Hauptstraße B/Ecke Packhofstraße. Um 1914/15

In dem im 18. Jahrhundert errichteten Gebäude betrieb Elisabeth Gienow von 191 1 bis 1920 eine Seifenhandlung. Es ist ein geschichtsträchtiges Grundstück. An dieser Stelle befand sich die einstige Akzisekasse und nach der preußischen Städteordnung das Hauptsteueramt. An Stelle der Akzise, eine 1669 eingeführte Verbrauchssteuer, wurde 1820 die Mahl- und Schlachtsteuer eingeführt. 1883/84 zog das Steueramt in die St. Annenstraße um. Nach 1700 fungierte das Haus auch als Tagungsort der Schöffen, die bis dahin im 'Schop penhaus' mitten in der Havel neben der Jahrtausendbrücke über Rechtsstreitigkeiten und

Verbrechen zu urteilen hatten. Das Haus wurde Mitte der 1980er [ahre rekonstruiert. Heute befindet sich hier ein Fotogeschäft.

S4 Packhofstraße 1-2, Radfahrerverein 'All Heil'. I 890er jahre

Der Radfahrerverein 'All Heil' wurde von 1896-1899 vom Kaufmann und Fahrradfabrikanten Hermann Nitsche (auf dem Foto Dritter von rechts) geleitet, der sich selbst aktiv an den Kunst- und Reigenfahrten bei Saalsportveranstaltungen beteiligte. Hermann Nitsche führte gemeinsam mit Paul Kausmann seit 1896 die Roland-Fahrradfabrik und Nähmaschinenhandlung in der St. Annenstraße, ab 1899 die Minerva- und ColibriFahrrad-Werke in der Hauptstraße 33 sowie am Packhof 1 und 2. Aber schon im [ahre 1900 hatte die Firma Konkurs anmelden müssen und existierte ab August des gleichen [ahres nicht mehr.

SS Packhofstraße, Wiemannwerft. Um 1937

Das Fahrgast-Motorschiff 'Dornbusch' wurde 1937 für die Genossenschaftsreederei Hiddensee in Vitte auf der Schiffswerft der Gebr. Wiemann gebaut. Die Werft ging aus einer 1867 gegründeten Schlosserei und Schmiede hervor, die seit 1886 am Packhof angesiedelt war. Wurden anfangs noch Maschinen für die märkische Ziegelindustrie produziert und in der eigenen Eisengießerei unterschiedlichste Eisenteile und -geräte hergestellt, entstanden ab 1901 auf dem Werftgelände mitten in der Stadt Dampfer und motorgetriebene Schiffe für Binnen- und Küstengewässer. Daneben wurden Reparaturleistungen an Schiffen

erbracht. 1963 musste der Betrieb eingestellt werden. Nur noch wenige Passagierdampfer, wie der 'Nordstern", hier erbaut 1902, erinnern heute an das einstige Unternehmen.

S6 Hauptstraße 28. Um 1936

Auf dem Eckgrundstück zur Lindenstraße stand seit dem Mittelalter der Ehebrecherturm als Teil des ehemaligen Stadtbefestigungsringes.

1805 wurde er abgerissen und ein Wohnhaus errichtet, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts umgebaut wurde. Im Erdgeschoß wechselten verschiedene Geschäfte mit unterschiedlichstem Warenangebot. Der Frisörsalon Ramm bot seine Frisörleistungen schon seit 1911 in Brandenburg an. Seit 1928/29 residierte er in diesem Haus bis mindestens Ende der 193 Oer [ahre. Er warb für sich als 'Spezialist für Bubentopfschnitte, Dauerwelle und Haarfönen' . Auch in der DDR-Zeit boten

hier Friseure ihre Dienstleistungen an. Die Filiale gehörte zur PGH 'Neue Linie'.

Der bekannteste Hausbewohner war van 1894 bis 1915 RudolfHammer, Oberbürgermeister van Brandenburg zwischen 1897 und 1905. Seit 1993 handelt im Eckgeschäft ein Optikerunternehmen mit Brillen.

57 Große Miinzenstraße 3. Um 1900

Eines der ältesten Fotografengeschäfte gehörte dem 'akademisehen Maler und Photographen' Gustav Müller, der seit 1872 das für diese Zeit recht junge Metier der Fotografie in Brandenburg ausübte. In dem zweigeschossigen Haus führte er fast 30 [ahre lang, von 1891 bis 1920, sein Fotoatelier. Vorbesitzer war der Kaufmann Franz Kelm. Das imposante Gebäude stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jh.

1 877 bis 1887 befanden sich auf dem Grundstück die Schlosserei und Maschinenbauanstalt der Brüder Karl und Wilhelm Wiemann. Hier entstanden die ersten Produkte der Firma, Maschinen und Geräte für Ziegeleien, bevor

die beiden Brüder arn Packhof eine Werft errichteten und Schiffe bauten. Seit Ende der 1920er [ahre war das Elektrophysikalische Institut der Brandenburger Ärztevereinigung auf dem Gelände untergebracht. Heute steht das Haus leer.

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