Brandenburg an der Havel Band 2

Brandenburg an der Havel Band 2

Auteur
:   Katharina Kreschel und Heike Köhler
Gemeente
:   Brandenburg an der Havel
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6754-3
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Brandenburg an der Havel Band 2'

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58 Lindenstraße 4. Um 1926/27

Abseits der Hauptgeschäftsstraßen fanden sich unzählige Kleinunternehmen und Handwerksmeister, die ihre Werkstätten in ihren Wohnhäusern und Höfen untergebracht hatten.

Bis 1914 gehörte der Schlosser Anton Brebeck mit seiner AltEisen & Metall-Handlung dazu. Zum Zeitpunkt der Aufnahme prangte noch seine Firmenbezeichnung über die gesamte Hausbreite der Lindenstraße 4, obwohlAnton Brebeck damals nicht mehr lebte. Vor dem Haus steht ein pferdefuhrwerk mit dem jungen Franz Brebeck auf dem Kutschbock, der auf dem Nachbargrundstück Nr. 3 eine Fasshandlung und ein Fuhr-

unternehmen betrieb. Das Haus steht heute ungenutzt.

S9 Lindenstraße 1. Um 1900

Die Fleischerzunft gehörte im Spätmittelalter zu den bedeutenden 'Viergewerken' in der Stadt Brandenburg. Sie trugen zur Versorgung der Bevölkerung bei.

DieserTradition folgend führte im Haus Lindenstraße 1 zunächst Fleischermeister Haselhorst seinen Laden, bis 1899 RudolfWeißer die Nachfolge antrat. Bis 1907 konnte er hier seine Rindund Schweineschlächterei betreiben. Dann wurde das Gebäude von der Stadt angekauft, um es kurze Zeit später im Zusammenhang mit der Schaffung des Durchbruchs in der Packhofstraße und zur Verlängerung der Großen Münzenstraße abreißen zu lassen.

Heute befindet sich hier ein neu erbautes Geschäftshaus.

60 Wollenweberstraße 3. Um 1892

Das im Kern aus dem 18. ]h. stammende Wohn- und Geschäftshaus fällt durch die schmiedeeisernen Zunftausleger verschiedener Handwerker-Gesellenvereine auf. Hier befand sich eine Gaststätte und Herberge für wandernde Handwerksburschen, die als Fremde nach Brandenburg kamen und eine Arbeit entsprechend dem gelernten Handwerk zugewiesen bekamen. Von 1884 bis 1892 war Louis Schmidt der Gastwirt und Herbergshalter. Sein Name findet sich auf dem Holzkarren am Straßenrand. Das vordere Herbergsschild, das sich als Ausstellungsstück im Stadtmuseum befindet, wies Zeug- und Garnwebergesellen auf diese Absteige-

möglichkeit hin. Der Blick geht von hier in die Hauptstraße. Anfang des 20. ]h. befand sich hier auch das 'besteingerichtete kinematographische Theater' , dessen Inhaber 1. Horowitz war und stets die 'neusten Bilder' vorführte. Gegenwärtig wird das Gebäude saniert und zu Wohnzwecken umgebaut.

61 Wollenweberstraße 62. 1906

Ein Platzregen hatte am 13. Juni 1906 die Wollenweberstraße fast vollständig überflutet. Ein Fotograf hielt dieses außergewöhnliche Ereignis sofort im Bild fest. Die Anwohner wurden durch die Anwesenheit der Kamera angelockt. Deutlich markiert der geschwungene Häuserund Straßenverlauf auch den Verlauf der Stadtmauer hinter der Häuserzeile.

Links im Bild ist eine weitere Gesellenherberge in der Wollenweberstraße 62 an den Gewerksschildern und der Hausbeschriftung erkennbar. Sie wurde zwischen 1903 und 1923 vom Gastwirt Carl Priebe bewirtschaftet. Das hintere der drei Eisenschilder,

für die TuchmachergesellenHauptbruderschaft, ist erhalten geblieben und wird im Stadtmuseum aufbewahrt. Das Haus selbst steht nicht mehr.

62 Kurstraße 7, Druckerei J.Wiesike. 1930er jahre

In dem Barockhaus, das der Ratskämmerer [ohann Christoph Bätcke im [ahre 1 730 erbauen ließ, wohnten zahlreiche bekannte Personen. 1789 erwarb es Schornsteinfegermeister [ohann Christoph Bröse, der es im [ahre 1800 an den Buchdrucker Andreas Friedrich Leich veräußerte. Damit begann die Geschichte des Hauses als Druckereigebäude. Nach mehreren Eigentümerwechseln kam das Grundstück 1816 in den Besitz von [acob Iustus Wiesike, ältester Sohn des Weingroßhändlers Wiesike. Schon 1809 war die Zeitung 'Brandenbur ger Anzeiger' gegründet worden, die als Tageszeitung erschien.

In der Wiesike-Druckerei entstanden unzählige Brandenburg-Bücher und Heimatromane. In dem Haus wohnte zeitweilig auch General Friedrich von Hirschfeld. Das Wohn- und Bürohaus gehört

nach wie vor zu den architektonischen Besonderheiten in der Havelstadt.

63 Kurstraße 12. 1920er Jahre

Das Eckhaus Kurstraße 12/ Gorrenberg 1, ein Hofraum mit Wohnhaus und Lokal, gehörte seit 1921 dem Brauereibesitzer Ottmar Dirr, der in der Bergstraße eine Brauerei betrieb. Diese Brauerei führte ab 1913 den Namen AdlerBrauerei. Das zum Unternehmen gehörende Lokal erhielt bald den Namen 'Adlcr Bräu'. Noch heute nennt sich die Gaststätte so. Das Haus wechselte in den 1990er [ahren aber seinen Besitzer. Der über dem Hauseingang zu sehende Name Wilhelm Neumann weist auf einen der Pächter des Lokals zwischen den Weltkriegen hin.

Das dem 'Adler-Bràu' gegenüberliegende Wohn- und Ge-

schäftshaus Gorrenberg 18, mit einem Seitenflügel zur Kurstraße (Nr.13) gerichtet, wurde 1910 von Hermann Schulze mit einer Jugendstilfassade errichtet. Dort betrieb er ein Materialwarengeschäft.

64 Kurstraße. Um 1910

Die Kurstraße stellte einen direkten Verbindungsweg zwischen dem neustädtischen Steintor und der Hauptstraße dar. Ursprünglich wurde sie als Kuhstraße bezeichnet, da hier entlang die Kuhherden der Ackerbürger zur Stadtheide vor den Toren der Neustadt geführt wurden. Seit dem 18. Jahrhundert führt die Straße den Namen Kurstraße. Die Häuser der Kurstraße stammen meist aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die Bürstenfabrik von]. Lichtenstein, der die harten Piassava-Fasern der südamerikanischen Palmen zu Bürsten verarbeitete, war von 1897 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges in der Hausnummer 26 ansässig. Das angeschnit-

tene rechte Haus gehörte dem Fleischermeister Paul Meidel. Gegenüberliegend in der Kurstraße 52 betrieb seit 1900 der Fotograf Paul Paetzold sein Atelier.

6S St. Annenstraße 39/40. 1909

Zu den renommierten Geschäftshäusern in Brandenburg gehörte bis Ende der 193 Oer [ahre das Doppelhaus des Schneidermeisters M. Schrepffer bzw. dessen Nachfolger. Sie fertigten Uniformen und 'vornehme Herren- und Damenkleidung' . Der viergeschossige Neubau aus dem frühen 20. Jahrhundert brillierte durch seine sparsamen J ug endstil-Schmuckelemente auf verputztem Grund. Rechts steht ein imposanter Ziegelbau, der 1896 für den Brandenburger Vorschussverein, ab 1897 als Bankverein bezeichnet, errichtet worden war. Gleichzeitig hatte in dem Gebäude W Loewenthal sein Tuchmanufaktur- und Darnen-

konfektionsgeschäft. Zwischen den beiden Mehrgeschossern wirkt das Haus mit dem Friseurladen von Richard Rost wie eingeklemmt.

Alle Wohn- und Geschäftshäuser der Ausfallstraße nach Potsdam existieren heute nicht mehr. Sie wurden in den letzten Kriegstagen 1945 zerstört.

66 St. Annenstraße 19/20. 1913

Die Buchhandlung von Otto Sidow und Co. warb in ihrem Schaufenster mit dem Slogan 'Herstellung moderner Drucksachen zu zivilen Preisen' und nahm auch Zeitungsannoncen an. Seit 1896 war Otto Sidow (1857 - 1927) vor allem Geschäftsführer der Firma Druck und Verlag Otto Sidow; die die 'Brandenburger Zeitung' ab 1891 als SPD-Presseorgan herausgab. Der SPD-Funktionär Otto Sidow engagierte sich seit 1 898 in der Stadtpolitik und hatte von 19191924und 1926-1927 den Vorsitz des Stadtparlaments inne. 192 2 erhielt er die Ehrenbürgerschaft verliehen. 1933 wurde die Arbeiterzeitung verboten. Das neue

Verlags- und Druckhaus entstand 191 1/12 und fungierte bis Anfang der 1990er [ahre als Druckereigebäude. Die zu DDR-Zeiten dort ansässige Druckerei 'Wilhelm Bahms' gehörte damals zu den wenigen Druckereien in der Stadt. Das Gebäude wurde 2003 abgerissen.

67 St. Annenstraße 43, Dampfwäscherei 'Rolandia' . 1920er jahre

In der 2. Hälfte des 19. Jh. entwickelte sich Brandenburg zu einer bedeutenden Industriestadt. Das führte auch zur Gründung von unterschiedlichsten Dienstleistungsunternehmen. Das Unternehmen der Dampfwäscherei und Plätterei 'Rolandia' arbeitete seit 1923 bis Ende der 193 Oer [ahre in Brandenburg und hatte seine Geschäftsräume in der St. Annenstraße 43, zwischen Abtstraße und der Straße Am Temnitz. Als Geschäftsfahrzeug diente ein PlanenPferdegespann. Hier war das Gespann im Theaterpark, auf der Brücke über den Pump ergraben, unterwegs. Eine Zweigstelle befand sich auch

in Rathenow, wie es der Planenaufschrift zu entnehmen ist.

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