Brandenburg an der Havel in alten Ansichten

Brandenburg an der Havel in alten Ansichten

Auteur
:   Katharina Kreschel und Heike Köhler
Gemeente
:   Brandenburg an der Havel
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6202-9
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Brandenburg an der Havel in alten Ansichten'

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Einleitung

Die Stadt Brandenburg, an der schönen Havel gelegen, ist von ausgedehnten Wiesen und Wäldern und vor allem von herrlichen Seen umgeben. Mit rund 90 000 Einwohnern nimmt sie den Rang der drittgrößten Stadt im Land Brandenburg ein. Sie ist die Stadt, nach der einst die Mark, nunmehr in den neuen Bundesländern das Land Brandenburg, benannt wurde. Ihre verkehrsmäßig günstige Lage hatte schon seit dem frühen Mittelalter eine große Bedeutung für die ökonomische Entwicklung der Stadt. Heute liegt sie an der Bundesstraße 1 und 102 mit demAnschluß an die Autobahn Magdeburg-Berlin. Die

Stadt Brandenburg ist ein Schiffahrtsknotenpunkt. Die Havel, der Elbe-Havel-Kanal und der Oder-Havel-Kanal sind Verbindungswege zu den wichtigen Hafenstädten in Ost und West und vor allem nach Berlin. Seit 1846 verfügt sie über den wichtigen Anschluß an die Eisenbahnstrecke Berlin-Potsdam-Magdeburg. Brandenburg wird vielfältig in der Geschichtsliteratur und im Volksmund charakterisiert: als Domstadt, Bischofsstadt, Hansestadt, markgräf1iche bzw. burggräf1iche Stadt, Industriestadt, Provinzstadt, Garnisonsstadt, Fahrradstadt, Spielzeugstadt, Touristenstadt, Sportstadt, Bollmannstadt, die Stadt der Brücken, die Stadt des Stahls, die Stadt mit historischen Denkmälern im Grünen ... Diese Charakteristik weist auf die über 1 OOOjährige vielseitige und interessante Geschichte der ostdeutschen Stadt im Havelland hin.

Als eine der ältesten deutschen Städte erlebte sie Höhen und Tiefen, wirtschaftlichenAufschwung, Stagnation und Niedergang, Kriegszerstörungen und Wiederaufbau.

Auf der Dominsel begann die Geschichte der Burg und des Bistums Brandenburg. 928/29 drang der deutsche König Heinrich 1. mit seinem Heer in das slawische Gebiet zwischen Elbe und Oder ein und eroberte Brandenburg, den Fürstensitz der Heveller, durch 'Hunger, Schwert und Kälte'. In der Folgezeit gab es erbitterte Kämpfe zwischen Slawen und Deutschen bis die Burg nach mehreren Besitzwechseln Mitte des 12. [ahrhunderts in deutsche Herrschaft überging. Schon 948 wurde auf der Burginsel das Bistum Brandenburg gegründet.

Im Schutze der Burg entwickelten sich im 12. [ahrhundert die Altstadt und die Neustadt Brandenburg als zwei autonome Städte. Die Altstadt wurde 1170 und die Neustadt 1196 erstmalig erwähnt. Beide Städte, ausgestattet mit vielfältigen Privilegien und Freiheiten, hatten im Mittelalter zeitweilig eine große wirtschafiltche und landespolitische Bedeutung. Dennoch entwickelten sich die Doppelstädte sehr unterschiedlich. Der wirtschaftliche Reichtum war in der Neustadt als Kaufmanns- und Handwerkerstadt größer als in der Altstadt, die eineAckerbürgerstadt war. Das führte zu innerstädtischenAuseinandersetzungen, die einige Jahrhunderte das Nebeneinander beider Städte bestimmte. Eingriffe in die städtische Selbstverwaltung

durch die Landesherrschaft waren die Folge.

Verschiedene Herrschergeschlechter wechselten sich ab: die Askanier, die Wittelsbacher, die Luxemburger und die Hohenzollern. 1486 wurde Berlin -Cólln offiziell zur Residenzstadt des Kurfürsten. Damit büßten die Städte Brandenburg-Neustadt und -Altstadt ihre dominierende Stellung ein. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts traten beide Städte dem norddeutschen Kaufmannsbund, der Hanse, bei. Brandenburger Kaufleute exportierten vor allem Tuche, Holz, Getreide und Wein. Durch die beiden Städte und über die Dominsel führten wichtige Fernhandelsstraßen, die von Köln über Magdeburg nach Berlin, Spandau, Frankfurt/Oder, nach Stettin oder nach Posen gingen. Vom wirtschaftlichenAufschwung und Reichtum des mirtelalterlichen Brandenburg zeugen noch heute Meisterwerke der gotischen Backsteinkunst in den historischen Stadtkernen.

Erst 1715 wurden die Schwesternstädte an der Havel aus finanziellen Gründen zu einer Gesamtstadt vereinigt. Geblieben ist der Ehrenname 'Chur- und Hauptstadt Brandenburg' . Im Industriezeitalter am Ende des 19. Iahrhunderts nahm die wirtschaftliche Entwicklung wieder einen enormen Aufschwung. Von der Tuchmacherstadt entwickelte sich Brandenburg zu einer beachtenswerten Industriestadt mit vielfältigen Industriezweigen. Für die Wahl des Industriestandortes waren preiswerte Grundstücke, freie Arbeitskräfte und die günstige Verkehrslage

zu Wasser, auf der Straße und auf der Schiene ausschlaggebend. Wichtig für den Absatz der Produkte war die Nähe der Metropole Berlin.

Was stellte die Brandenburger Industrie nicht alles nach 1900 für den einheimischen und ausländischen Markt her: Korbwaren, Hüte, Goldleisten, Leder, Kammgarne, Stärke und Lebensmittel. Aber weit bekarmter wurden Kinderwagen, Fahrräder, Motorräder, Automobile, Schiffe und Spielzeug. Noch heute sind Brennabor-Fahrräder und -Kinderwagen sowie LehrnannSpielzeug ein Begriff. Schon vor dem Ersten Weltkrieg entstand hier ein Stahlwerk, das den zukünftigen Stahlstandort Brandenburg begründete.

Seit Beginn des Industriezeitalters änderte sich in der Stadt die Sozialstruktur grundlegend. Die Einwohnerzahl stieg von [ahr zu [ahr: 1867 zählte die Stadt rund 23 500 Einwohner, 1900 schon rund 43 500 und 1912 bereits rund 54 100. Außerhalb der historischen Stadtkerne entstanden ab Ende des 19. [ahrhunderts neue Stadtteile wie die Wilhelmsdorfer, die Neuendorfer und die Bahnhofsvorstadt. Die industrielle Entwicklung seit der Gründerzeit änderte aber auch enorm die architektonische Stadtstruktur.

Neben den schon genannten neuen Wohnbereichen prägten bald Fabrikanlagen mit überdimensional hohen Schornsteinen, Fabrikantenvillen, Arbeiterwohnsiedlungen, Kasernen und ver-

schiedene Geschäfts-, Vereins-, Kultur- und Gaststättenbauten die Stadtsilhouette. Im Innenstadtbereich sind bis heute die Konturen der Stadt und des Straßennetzes des Mittelalters sowie der Neuzeit noch relativ deutlich nachzuzeichnen und daran stadt- und baugeschichtliche Entwicklungsabschnitte abzulesen.

Die hier veröffentlichten Postkarten können zur weiteren Erschließung der einstigen städtebaulichen Struktur beitragen. Sie gewinnen vor allem dann an Wert, wenn sich die Situation vollkommen durch Abriß oder Zerstörung verändert hat. Diese historischen Ansichtskarten geben Auskunft über Etappen der Baugeschichte, der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung und beim genauen Betrachten sogar über Alltagssituationen der Menschen.

Um den Einheimischen und Touristen eine topographische Orientierung zu geben, sind die Postkarten wie folgt gegliedert: die Altstadt mit dem historischen Kern und ihre nähere Umgebung; die Neustadt mit dem historischen Kern und ihre nähere Umgebung; die Dominsel und der Dom; Exkurs: Ausflugsziele. In diesem Buch werden ausschließlich Postkarten vorgestellt. Sie stammen aus der umfangreichen Postkartensammlung des Museums im Frey-Haus der Stadt Brandenburg. Klassische Brandenburg-Ansichten wiederholten sich von Iahrzehnt zu [ahrzehnt. Fotografen undVerleger wählten meist als Motiv nur at-

traktive und bekannte Sehenswürdigkeiten, die gut aufPostkarten absetzbar waren. EineAuswahl aus der Zeit um 1900 bis in die 193 Oer [ahre ist abgedruckt. Nicht immer war eine konkrete Datierung möglich. Einheimische werden manches Bauwerk oder fotogene Straßenzüge vermissen. Die Seitenzahl dieses Buches setzte hier Grenzen. Außerdem sind einige Postkartenmotive inder Sammlung nicht vertreten. Unser Hauptziel war es außerdem, nur die historische Innenstadt und ihre engere Umgebung zu zeigen.

Erfreuen wir uns nun an den alten und schónen ' Ansichtskarten zu allen Gelegenheiten', wie sie in zeitgenössischen Werbungen angeboten werden. Diese Auswahl von Postkarten der ehrwürdigen Havelstadt Brandenburg soll zum Betrachten und Verglei chen, zur Erinnerung und Rückbesinnung anregen, aber auch zum heutigen Entdecken der Stadt beitragen. Brandenburg war und ist eine Reise wert!

DIE ALTSTADT BRANDENBURG

Der historische Kern

1 'Gruß aus Brandenburg a.H. Altstadt', um 1900

Im Panorama der Altstadt mit der Dominsel ragt die St.-Gotthardt-Kirche und der Dom St. Peter und Paul heraus. Die Havel und ihre Nebenarme, inmitten saftigerWiesen, grüner Park- und Gartenanlagen weisen aufdie charakteristische Lage der Stadt hin. Sehenswertes ist dazu abgebildet: das Kriegerdenkmal, der Humboldt-Hain mit dem PlauerTorturm, die Rathenower Straße mit dem RathenowerTorturm und der Dom mit einem Havelkahn.

2 Bliek auf die Altstadt Brandenburg, Luftaufnahme um 1930

Deutlich ist der Grundriß der mittelalterlichen historischen Altstadt zu erkennen. Sie wird bereits 1 1 70 erstmalig in einer Urkunde erwähnt.

Die ]ahrtausendbrücke über die Havel verbindet die beiden Stadtteile Altstadt und Neustadt. Links der Brücke erhebt sich die ]ohanniskirche. Die Kirche im Hintergrund ist die Gotthardtkirche.

3 Blick auf die Altstadt

Die St.-Gotthardt-Kirche (12.-15.Jahrhundert) ragt dominierend über die sich scheinbar 'duckenden Häuser' der Umgebung hinaus. Welchen imposanten Eindruck muB das Gotteshaus auf die Bevölkerung erst im Mittelalter gemacht haben, die in noch kleineren Wohngebäuden lebten!

Im Hintergrund erstreckt sich der Beetzsee. Der Straßenzug

Parduin geht in die MühlentorstraBe in Richtung Dominsel über. Auf der Fassade wirbt Franz Flegel für sein Eisenwarengeschäft in der BäckerstraBe.

4 'Saldria mit johanniskirche', ll1ll1880

Malerisch am Salzhofufer der Havel gelegen bietet die Johanniskirche mit der 'Saldria' seit Mittedes 19. [ahrhunderts ein unverwechselbares

Bild am Eingang zur Altstadt. Das Salzhofufer diente schon im Mittelalter als Niederlagsund Umschlagplatz von HandeIsgütern, vorrangig von Salz. Seit Ende des 19. [ahrhunderts legten hier Ausflugsdampfer an.

Vom 13. bis dem 15 .Iahrhundert entstand die einschiffige [ohanniskirche, wozu auch das [ohanniskloster der Franziskaner gehörte. Anstelle des alten Klostergebäudes er-

hielt 1865 die 'Saldern'sche Realschule' ihre neuerbaute Wirkungsstätte. Die 'Saldria' wurde 1945 völlig zerstört, die Johanniskirehe stark beschädigt.

" ..

5 Lange Brücke, vor 1911 Die Brücke stellte schon im Mittelalter eine wichtige Verbindung über die Havel zwischen Alt- und Neustadt dar. Diese Eisenklappbrücke löste eine Holzbrücke aus der Zeit von 1860 bis 1892 ab. Die Lange Brücke mußte, als Klappbrücke ausgebaut, 1892 und 1 91 0 verstärkt werden, um die Durchfahrt von Fracht-und Personenschiffen zu ermöglichen.

1928/29 wurde hier die Jahrtausendbrücke als feste Brücke errichtet. Die Schüler der 'Saldria' konnten für ihr Zuspätkommen nicht mehr die Ausrede 'Die Brücke war gerade hochgeklappt' benutzen.

Der Bliek ist vom Salzhofufer

aus auf die neustädtische Seite gerichtet. Gleich an der Brükke steht noch das ehemalige Frey-Haus aus dem 18. [ahrhundert.

6 'Partie an der Langenbrück, Brandenburg a.d, Havel'

Vom Spittaufer (heute Heinrich-Heine-Ufer) aus ist die mit einer Klappkonstruktion ausgelegte Lange Brücke in Funktion zu erleben.

Das links zu sehende Haus am Salzhofufer mußte im Zuge des Neubaus der Brücke (1928/29) und der damit erforderlichen Verbreiterung der Straße genauso weichen wieauch das Frey-Haus an der Langen Brücke auf neustädtischer Seite. Links im Hintergrund erhebt sich das mehrfach umgebaute Haus Ritterstraße 1, das schon

1853 um 7,68 m zur Erwei-

terung der Straßenflucht der Ritterstraße zurückgesetzt werden mußte.

der bangetlb~üèk,'Brande1Jbut'[ «: ~r tl.Vel.

7 jahrtausendbrûcke, Poststempel der Karte 1 93 1 Die [ahrtausendbrûcke entstand 1929 nach einem Entwurf von Karl Erbs und Ludwig Schlegel und wurde anläßlich der Jahrtausendfeier Brandenburgs feierlich eingeweiht. Sie ersetzte die ehemalige Lange Brücke, die durch ihre Auslegung als Klappbrükke den innerstädtischen Verkehr, besonders den Straßenbahnverkehr, behinderte. 1945 stark beschädigt, bis 1947 instandgesetzt, mußte sie wegen des desolaten Bauzustandes 1994/95 abgerissen werden. Eine neue Brücke soll bald wieder die Alt-und Neustadt miteinander verbinden.

8 Partie an der Langen Brücke,vor1928/29

Blick von der Langen Brücke auf die Altstadt mit St.-Gotthardt-Kirche. In der Kommunikation sind sichtbar: eine Lederfabrik, ganz links ist die Gaststätte 'Havelterrasse' und ein Bootsverleih. Gerade schleppt ein Dampfer einen Havelkahn in Richtung Beetzsee.

fJrandenburg

Pattie an der bangebrücke

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