Braunsbedra in alten Ansichten

Braunsbedra in alten Ansichten

Auteur
:   Lieselotte Böhme
Gemeente
:   Braunsbedra
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5922-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Braunsbedra in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Mit diesem Bildband soll dem mittleren Geiseltal, dem Gebiet, das heute auf keiner Landkarte mehr zu finden ist, ein bescheidenes Denkmal gesetzt werden. Es wurde durch den Abbau hochwertiger Braunkohle weit über die Landesgrenze bekannt. Vom ursprünglich fruchtbaren Bauernland entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert ein Bergbaugebiet, das in nächster Nachbarschaft der Chemiegiganten Leuna und Buna gelegen, ein wichtiger Rohstofflieferant wurde. Heute sind alle zwölf Tagebaue des ganzen GeiseItales ausgekohlt und die Brikettfabriken seit Jahren stillgelegt oder abgerissen. Diese Tatsache ist ein Grund, mit dem insbesondere unserem mittleren Geiseltal mit seiner jungen Stadt Braunsbedra als zentralen Punkt, ein Album lieber Erinnerungen zu schaffen.

Es wird keinesfalls eine umfassende Dokumentation sein, sondern es wird unseren älteren Braunsbedraer Einwohnern und ihren Nachkommen ihre alten Dörfer, viele Begebenheiten und Vertrautes unvergessen werden lassen. Und all denen, die unser mittleres Geiseltal erst später kennenlernten, soll es ein freundlicher Hinweis auf Gewesenes sein. Diese kleine Sammlung alter Fotos, von unseren Bürgern gern bereitgestellt, sind es wert, der Nachwelt erhalten zu bleiben.

Braunsbedra erhielt am 5. Juli 1993, anläßlich der 1150Jahrfeier, der Erstbenennung seiner eingemeindeten Dörfer, das Stadtrecht. Im Hersfelder Zehntverzeichnis wurden Braunsdorf = Brunesdorpf, Bedra = Ubbedere, Schortau = Zcirduuuna, erstmalig urkundlich genannt. Daß aber unser Siedlungsgebiet weitaus älter ist, geht aus den Gräberfunden und archäologischen Ausgrabungen hervor, die im Geiseltal-Museum der Stadt Halle/Saale und im Historischen Museum unserer Kreisstadt Merseburg aufbewahrt werden.

Die Christianisierung, der Dreißigjährige Krieg, Herrschaft verschiedener Obrigkeiten und nicht zuletzt die Industrialisierung formten die Lebensart der Menschen in unserer Umgebung. Früher waren sie Bauern und Handwerker. Der gute Lößboden nährte sie ausreichend. Durch die heranwachsende Industrie mußten gegen Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts viele Bauern Haus und Hof aufgeben. Immer mehr wurden unsere Bauerndörfer zu Industriedörfern. Der Braunkohleabbau forderte gegen Mitte des 20. Jahrhunderts gar die Aufgabe ganzer Dörfer im mittleren Geiseltal. Umsiedlungen wurden notwendig. Der Bombenterror des Zweiten Weltkrieges hatte diese Entwicklung beschleunigt. Die Bewohner dieser Dörfer fanden in den Neubaugebieten der Kreisstadt Merseburg und in der Parksiedlung der nunmehrigen Graßgemeinde Braunsbedra eine neue Heimat. Viele von ihnen verließen ihre angestammte Heimat, um in der Fremde Arbeit und Brat zu finden.

In den Jahren 1944 bis 1955 wurden die Dörfer, im ehemals anmutigen Tal der Geisel gelegen, Naundorf, Körbisdorf, Wernsdorf, Zütschdorf, Benndorf, Gräfendorf, das alte Dorf Neumark und Geiselröhlitz von der Landkarte gestrichen. Ihr Territorium gehört heute der Stadt Braunsbedra. Weil diese Dörfer nun nicht mehr existieren, hängt die Liebe vieler älterer Menschen jetzt besonders an ihnen. Sie waren es auch, die nun liebgewordene Fotos aus ihrem 'Erinnerungskarton' zur Verfügung stellten mit dem Wunsch, daß möglichst viele Menschen erfahren sollten, wie schön und liebenswert unser altes Geiseltal war.

Im Juli 1994

Lieselotte Böhme

Mein Geiseltal

Meine Heimat ist das Geiseltal. Meine Heimat grüß: ich tausendmal. 'Meine Heimat' ist ein schönes Wort. Meine Heimat lieb' ich immerfort!

Braunsbedra an dem Flüßchen liegt,

welches seinen Namen uns'rer Landschaft gibt. Es ist noch eine junge Stadt,

die aber große Zukunft hat.

Seine Menschen, ernst wie [roh, findet man nicht irgendwo.

Sie ertrugen Fron und Knechterei, sie wurden aus sich selber frei.

Sie banden Garben auf den Feldern hier, schürften Kohle im örtlichen Revier, werkten fleißig früh bis spät

und dankten Gott für alles, was zu Ende geht

Wand'rer, du solltest nicht vorüber geh 'n, solltest unser Städtchen näher seh 'n.

Es wird wachsen und im Grünen sein.

Ja, dies' alles, das ist wirklich mein!

Meine Heimat ist das Geiseltal. Meine Heimat grûß' ich tausendmal. 'Meine Heimat' ist ein liebes Wort. Meine Heimat bleibst du immerfort!

1. Diese Luftaufnahme vermittelt einen Bliek über den östlichen Teil der jungen Stadt Braunsbedra. Im Vordergrund ist die Parksiedlung zu sehen, deren Bau 1951 begann. Den Bewohnern des mittleren Geiseltales, das dem Braunkohleabbau weichen mußte, wurde diese Siedlung eine neue Heimat. Rechts im Bild liegt das alte DorfBedra mit dem Gutspark und dem Stadion. Der ürtsteil Braunsdorf, mit seiner ehemaligen Brikettfabrik, schließt sich nach oben hin der Parksiedlung an. Dahinter erkennt man den in den Jahren 1950 bis 1952 aufgeschütteten Darnm, der nun die beiden Tagebaurestlöcher Großkayna und Braunsdorf trennt. Mit diesem Dammbau wurde ein Verbindungsweg zur Nachbargemeinde Frankleben geschaffen. Zugleich verläuft auf ihrn nun die neue Eisenbahnverbindung Merseburg-Querfurt. Der zu Anfang provisorische Verbindungsweg wurde 1990 zu einer modernen Hauptverkehrsstraße durch das Geiseltal.

2. Am 5. Juli 1993 überreichte der Innenminister des Landes Sachsen-Anhalt Hartrnut Perschau der Großgemeinde Braunsbedra die Stadtrechte. Während der Festveranstaltung überreicht der Minister dem derzeitigen Bürgermeister Harry Weber die Urkunde, die das Dorf Braunsbedra zur jüngsten Stadt im Lande Sachsen-Anhalt erhebt. Seit diesem Tag hat die neue Stadt nun auch ein Stadtwappen. Es zeigt zwei Symbole aus dem Leben und Schaffen Braunsbedraer Menschen: Das Rad steht als Zeichen für das erste hölzerne Laufrad, das um 1700 von dem Braunsdorfer Stellmacher Michael Kaßler erfunden und gebaut wurde. Der Pflug symbolisiert die Arbeit des Bedraer Dorfschmiedes Eduard Dörge, der den ersten eisernen Wendepflug konstruiert und in seiner Schmiede gebaut hat. Seinem Erfindergeist ist es zu danken, daß den Bauern seiner Zeit die Feldarbeit durch diesen Pflug und mehrere anderer Geräte aus seiner Eigenentwicklung die Feldarbeit erleichtert worden ist. Seine Geräte wurden über die Landesgrenzen hinweg bekannt und von zuständigen Ämtern mit Ehrungen bedacht.

3. Braunsbedra freierte 1993 die Erstbenennung seiner Ortsteile, die früher selbständigen Bauerndörfer waren und im Hersfelder Zehntverzeichnis unter dem Namen Brunesdorpf (Braunsdorf), Ubbedere (Bedra), Zcirduuua (Schortau) aufgezeichnet sind. Das DorfNeumark gehörte zum Burgward Merseburg und wurde dortzinspflichtig. Alle vier Dörfer und die 1951 gebaute Parksiedlungsind heute die junge Stadt Braunsbedra. Daß diese Dörfer aber weitaus älter sind, beweisen Ausgrabungsfunde, die beim Abriß der Territorien im mittleren Geiseltal und beim Aufschluß für das Baugebiet der Parksiedlung gemacht worden sind. Letztere kann man heute im Kulturhistorischen Museum der Kreisstadt Merseburg bewundern und noch weiraus mehr sind im Geiseltalmuseum Halle aufbewahrt. Der historische Umzug zu den Festtagen zeigt die Entwicklung unserer Stadt in großen Zügen, Auf diesem Foto nimmt man, mit Hinweisschildern, an der Lessing-Schule Aufstellung. Voller Stolz tragen die am Umzug Beteiligten historische Kostüme und erleben auf diese Weise Braunsbedraer Geschichte.

4. Ein Teil des Festumzuges zeigte Handwerk und Gewerbe in der örtlichen Entwicklung. Diese beiden Wagen, die gerade am alten Bedraer Schulhaus vorüberfahren, zeigen Michael Kaßler und sein hölzernes Laufrad (um 1700) und den Schmied Eduard Dörge mit seinem eisernen Wendepflug (um 1870). Beide Geräte sind Nachbauten und wurden aus Museen ausgeliehen. Das alte Schulhaus in Bedra wurde 1856 erworben und vorerst mit 'viel zu kleinem Hof genutzt. Um 1880 wurde ein Schulanbau nötig und zugleich ein größerer Hof mit 'einem Gebalk' für Turnübungen eingerichtet. Heute dient dieses Haus der Stadt zu Wohnzwecken. Zwei große und moderne Schulen sind in der Parksiedlung gebaut worden.

5. Zu den Festtagen anläßlich der 1150-Jahrfeier wurde im Stadtteil Braunsdorf zum Andenken an den Erfinder und Erbauer des ersten hölzernen Laufrades, Michael Kaßler, ein Findling mit einer Gedenktafel gesetzt. Unter der alten, naturgeschützten Eiche hinter der Kirche enthüllen Stadtrat Klein und die Vorsitzende des Braunsdorfer Heimatvereins, Frau Willmy, das kleine Denkmal. Hier auf diesem Platz - es war zu Kaßlers Zeiten der Dorfanger und später der Schulplatz - soll Michael Kaßler als Kind gespielt haben. Sein Elternhaus stand am Nordrand des Angers. Als Kaßler Jahre später seine Werkstatt mit Können und Umsicht betrieb, ließ er über der Hoftür einen Schlußstein einbauen, auf dessen kleiner Tafel in deutlich lesbaren Buchstaben 'Michael Kaßler 1724' zu lesen war. Ein Nachkomme Kaßlers hat diese Inschrift in Goldbuchstaben nacharbeiten lassen. Die Vergoldung ist nicht mehr, Wind und Wetter nahmen sie mit, aber die Inschrift kann man noch heute erkennen.

6. Nur wenige Stunden später gedachte man des anderen großen Sohnes der Stadt Braunsbedra im Stadtteil Bedra. An der Außenwand der ehemaligen Schmiede des Eduard Dörge enthüllte der Stadtrat Steger im Beisein von Verwandten des Meisters und vielen anderen Gästen die GedenktafeL Hier auf diesem Grundstück stand bis 1968 das Dörge-Haus. Es ist nur noch der alte Schmiedebau geblieben, den man saniert hat und nun als umgebautes Objekt der Polizei als Unterkunft dient.

7. Im östlichen Teil Braunsbedras steht im Stadtteil Braunsdorf die im 11. Jahrhundert erbaute Kirche mit ihrer weithin sichtbaren Turmhaube. Ursprünglich war sie im romanischen Stil erbaut worden, doch die Beschädigungen, vor allem die des Dreißigjährigen Krieges, brachten Veränderungen durch Reparaturen mit sich. Meist spielten mangelnde Finanzmittel in der Kirch- oder Gemeindekasse eine wichtige Rolle. Als es im 18. Jahrhundert zu einer größeren Renovierung kam, erhielt die Kirche einen Anbau und ihr heutiges Aussehen. Aber das Kirchenschiff wurde dennoch immer baufälliger, besonders in unserem Jahrhundert wurde wenig für den Erhalt des ehrwürdigen Baues getan. Lediglich am Turm wurden einige Erhaltungsarbeiten vorgenommen. 1992 konnte mit Unterstützung staatlicher Mittel die arg vernachlässigte Turmhaube erneuert werden. Da die Kirche nicht mehr als Gotteshaus dienen kann, hatte es der Kirchenvorstand sehr schwer die Erneuerungskosten zu beschaffen. Mit hoher Einsatzbereitschaft und persönlichem Handanlegen junger Mitglieder des Kirchenvorstandes war es möglich, die Turmhaube und Kugel samt Wetterfahne in ihrer alten Schönheit erstehen zu lassen. Heute grüßt dieser Turm, weithin sichtbar, alle die ihn sehen wollen.

8. Das Pfarrhaus zu der Braunsdorfer Kirche brannte mehrmals ab. Im Dreißigjährigen Krieg wurde es so arg mitgenommen, daß es dem Pfarrer nicht mehr möglich war, darin zu wohnen. Der Wiederaufbau nach den Kriegswirren war äußerst schwierig, denn es war kein Geld in der Kirchenkasse. 1663 kam es zu großen Problemen, denn der Pfarrer war unter ganz schlechten Bedingungen mit seiner Familie untergebracht und forderte mit Nachdruck eine menschenwürdige Wohnung, deshalb sah sich die Kirchenbehörde veranlaßt, Außenstände einzutreiben und Fronleistungen zu fordern. Nach vielen Streitereien wurde das Pfarrhaus endlich neu gebaut und der Pfarrer konnte seinen 'stall' verlassen. Das Pfarrhaus hatte 1757 einen sehr hohen Gast beherbergt. Der Preußenkönig Friedrich der Il. hielt am 4. November, während der Schlacht bei Roßbach vom Kirchturm aus Umschau und sondierte das Schlachtengelände. Zur N acht ruhte er in der Oberstube des Pfarrhauses aus, um am zeitigen Morgenzu seiner Armee zu reiten. Da das Gotteshaus nicht mehr genutzt werden konnte, war der Gemeindesaal im Pfarrhaus den Gläubigen des Dorfes bis zur Gegenwart der Ort ihrer Sonntagsstunden.

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