Breisach am Rhein in alten Ansichten

Breisach am Rhein in alten Ansichten

Auteur
:   Gebhard Klein
Gemeente
:   Breisach am Rhein
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2823-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Breisach am Rhein in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Das Schicksal der Stadt Breisach ist weitgehend bestimmt von ihrer Lage auf einem Vulkanfelsen hoch über dem Rhein. Als Stadt am schiffbaren Strom war sie im Mittelalter eine bedeutende Handelsstadt und der einzige Stapelplatz zwischen Basel und Straßburg. Als Grenz- und Festungsstadt waren viele Epochen ihrer Geschichte unheilvolle Kriegsgeschichte. Über lange Zeiten hinweg war die Stadt der Zankapfel zwischen den Königen von Frankreich und dem Haus Habsburg von Österreich. Schon im Mittelalter galt die Festung Breisach als 'des Heiligen Rörnischen Reiches Ruhekissen', die französischen Könige aus dem Haus Bourbon betrachteten sie als 'die Brücke, das Tor und den Schlüssel zum Reich'. Die Habsburger nannten Breisach 'ein kostbares Kleinod', die Bourbonen 'ein prächtiges Juwel'. Dichter feierten die Sechsbergestadt als 'das deutsche Kapitol'.

Nach den bisherigen Funden ist der 'Breisachberg' seit 2000 vor Christus besiedelt. Von den Kelten hat Breisach seinen Namen erhalten, die Römer haben ihn übernommen und latinisiert. Auf dem 'Mons Brisiacus', dem Berg des Brisios, haben sie ein Kastell errichtet. Vom 'Breisachberg' aus hat Kaiser Valentinian I. am 30. August 369 ein Edikt erlassen. Wenige Jahrzehnte später haben die Alemannen das ganze Gebiet am Oberrhein bis hin zu den Vogesen in Besitz genommen. Die Annahme des Christentums durch den Merowingerkönig Chlodwig und seine Franken um 500 führte rasch zur Christianisierung des gesamten Landes.

Im 10. Jahrhundert setzt die geschichtliche Bedeutung Breisachs von neuem ein. Die Herzöge von

Schwaben, die Bischöfe von Basel, die Staufer, die Zähringer, die Habsburger, Herzog Karl der Kühne von Burgund und die Könige von Frankreich waren Herren der Stadt. Sie erbauten Mauern und Gräben, Türme und Tore, Schanzen und Bastionen. Eine große Zahl von Rittern ließ sich in Breisach als Burghüter nieder. Mehrere Klöster wurden gegründet, zahlreiche Regelhäuser und Bruderschaften sind entstanden. Das Münster wurde ausgebaut und Künstler kamen, um das Gotteshaus auszuschmücken, Die Stadt konnte sich ein Territorium aufbauen und mehrere Dörfer diesseits und jenseits des Rheins in ihren Besitz bringen. Breisach hatte das ganze Mittelalter hindurch nicht nur militärische und strategische Bedeutung, die Stadt war auch ein wirtschaftlicher, kultureller und religiöser Mittelpunkt für den Breisgau und weite Teile des Elsasses.

Unter König Rudolf von Habsburg wurde Breisach 1273 'Freie Reichsstadt' und erhielt 1275 ein neues Stadtrecht. In der Zeit der burgundischen Herrschaft unter Karl dem Kühnen von 1469 bis 1474 führte sein Landvogt Peter von Hagenbach ein Schreckensregiment in Breisach. Von einem Sondergericht wurde er zum Tode verurteilt und vor dem Kupfertor hingerichtet. Unter Kaiser Maximilian 1. begann Anfang des 16. Jahrhunderts der Ausbau der befestigten Kaufmarins- und Gewerbestadt zu einer der stärksten Festungen in Europa. Im Dreißigjährigen Krieg hat Herzog Bernhard von Weimar im Jahre 1638 das von den Kaiserlichen verteidigte Breisach nach monatelanger Belagerung eingenommen. In der Zeit der französischen Herrschaft von 1648 bis 1697 hat

König Ludwig XIV. die Festungsanlagen mit hohem Geldaufwand aus- und umgebaut.

Mehrfach wechselte die Stadt in den folgenden J ahrzehnten zwischen österreichischer und französischer Herrschaft. 1741 ließ Kaiserin Maria Theresia die Festung schleifen, um den Zankapfel zwischen Frankreich und Österreich zu beseitigen. Mit der fünftägigen Beschießung und der nahezu völligen Zerstörung der Stadt durch die französischen Revolutionstruppen im September 1793 ging die Größe und die Bedeutung der Stadt zu Ende. Die Oberstadt wurde nur noch schwach besiedelt. Wo einst Kaufleute wohnten und Patrizierhäuser standen, wurden Gärten angelegt und Reben gepflanzt. Nur die Behörden blieben auf dem Berg. Das Rathaus, das Schulhaus und das Pfarrhaus wurden wieder aufgebaut, neu karn das Bezirksamt mit Amtsgericht und Gefängnis hinzu. Das Leben spielte sich fortan in der Unterstadt ab, hier entstanden aus den Ruinen armselige Häuser. Handel und Gewerbe blühten erst wieder auf, als 1871 die Grenzen zum Elsaß gefallen waren. Nach dern verlorenen Ersten Weltkrieg wurde Breisach wieder Grenzstadt und der kaum begonnene wirtschaftliche Aufschwung stagnierte von neuern. 1924 verlor Breisach das Bezirksamt und andere staatliche Behörden. In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt noch einmal fast völlig zerstört. Alle öffentlichen Gebäude waren Ruinen, das Münster und die evangelische Stadtkirche, die Türme und die Tore der alten Festung lagen in Trümmern. Beim Wiederaufbau wurden das historisch gewachsene

Stadtbild und der reizvoll kleinbürgerliche Charakter des alten Breisach erhalten.

Nach vielen Jahrhunderten Kriegs- und Festungsgeschichte, nach Zerstörungen und wirtschaftlichem Niedergang sind Breisach neue Aufgaben zugefallen: ein wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt für das Kaiserstuhl- und Tuniberggebiet sowie eine Brücke der Verständigung mit Frankreich zu sein. Für die Bemühungen um die Verbesserung der deutschfranzösischen Beziehungen hat der Europarat in Straßburg der Stadt Breisach im Jahre 1963 die Europafahne verliehen.

Es war nicht leicht, in Breisach selbst alte Ansichten zu beschaffen. Die meisten Darstellungen stammen aus Sammlungen, die auf Auktionen erworben wurden. Zu besonderem Dank bin ich der Stadtverwaltung Breisach, dem Kloster St. Ursula, den Herren Josef Gasser, Alois Hau, Paul Schnebelt und Fritz Wagner aus Breisach, Gerhard Riebe aus Bickensohl, Edmund Zapf aus Eschbach und Dr. Willmar Hager aus Usingen für die Überlassung der Ansichten verpflichtet. Bürgermeister im Ruhestand Fritz Schanno, Paul Schnebelt, Fritz Wagner und KarlHeinz Hecklinger danke ich für die vielen Hinweise bei der Textgestaltung, ebenso Gerhard Henninger aus Königschaffhausen und Fräulein Dorle Klein für fotografische Arbeiten.

Das Fotohaus Mühlbauer aus Breisach, Inhaber Claus Clorer, hat mir eine große Anzahl von Aufnahmen aus Archiv überlassen.

Breisadi a. Rh.

1. Die Zeichnung zeigt die Unterstadt von Breisach um 1900 aus der Vogelperspektive, wie sie nach der Zerstörung von 1793 wieder aufgebaut worden ist, Im Jahre 1858 wurde die Tapetenfabrik Erismann & Cie vom Rheintor in die neuerrichteten Gebäude in der Altgasse verlegt. Nach 1880 wurden die Häuser zwischen Neutorplatz und Bahnhof gebaut. Nach Osten dehnte sie sich erst in den zwanziger Jahren aus, Beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg blieben das Stadtbild und die einzelnen Straßenzüge im wesentlichen erhalten.

2. Die Aufnahme aus dem Jahre 1893 zeigt den Bliek vom Eekartsberg auf das Münster und ist eine der häufigsten Darstellungen der Stadt. Im Vordergrund liegt der Marktplatz oder Werd. Am linken Bildrand sieht man den Rhein, unterhalb des Münsters steht das Hagenbach- oder Windbruchtor, auch Bürgerturm genannt. Das die ganze Stadt überragende Münster mit seinen Kunstschätzen ist das Wahrzeichen der Stadt Breisach,

3. Von der hochgelegenen Münsterterrasse hat man nach Süden und Westen hin einen prächtigen Rundbliek über die Unterstadt, den Eckartsberg, die fruchtbare Rheinebene, die vielen Dörfer diesseits und jenseits des Rheins und auf die Vogesen von den Guebwiler Bergen bis hin zur Hohkönigsburg. Nach Osten geht der Bliek über die Breisgaulandschaft, den südwestlichen Kaiserstuhl mit seinen Rebanlagen, den Tuniberg, die Freiburger Bucht und den Schwarzwald vom Kandel bis zum Blauen. Vor dem Bau des Rheinseitenkanals floß unten der Rheinstrom majestätisch dahin, schwer dampften ehemals die Schiffe stromaufwärts.

4. Die Aufnahme zeigt das Innere des Münsters mit reicher Ornamentmalerei aus dem Jahre 1885. Die Breisacher erbauten im 12. Jahrhundert das St. Stephansmünster auf den vorhandenen Fundamenten des alten Römerkastells als dreischiffige Pfeilerbasilika in romanischem Stil. Um 1300 haben sie den unfertigen Südturm in gotischem Stil vollendet und den Chor nach Osten vergrößert. Um 1330 begannen sie, das Langhaus um ein Joch zu erweitern und zu einer gotischen Hallenkirche umzubauen. Nach einer längeren Unterbrechung wurden die Arbeiten im Westbau und in der Sakristei 1494 beendet. Nun wurden Künstler geholt, um das Münster auszuschmücken.

5. Der ganz aus Lindenholz geschnitzte Hochaltar ist eines der bedeutendsten Kunstwerke deutscher Bildschnitzerei. Er wurde von dem Meister H.L. in der Zeit von 1523 bis 1526 geschaffen. In der Predella sind die vier Evangelisten dargestellt, nach Lebensalter gestuft und von ihren Attributen begleitet. Der Mittelschrein dieses formen- und figurenreichen Altars stellt die Krönung Mariens durch Gottvater und Christus dar. Der linke Altart1ügel zeigt die beiden Kirchenpatrone Stephanus und Laurentius, der rechte die beiden Stadtpatrone Gervasius und Protasius, Das feingesponnene Filigran des Gesprenges endet in einer nach vorne gerollten Fiale und macht den Altar 139 Zentimeter höher als das Innere der Kirche.

6. Der Lettner wurde um 1495 geschaffen und ist einer der wenigen, die es noch in Deutschland gibt. Er trennte ehemals den Chor, der den Geistlichen zum Chorgebet vorbehalten war, vom Langhaus des Münsters, dem Laienschiff. Der Lettner ist in Sandstein gehauen und ist ein Meisterwerk spätgotischer Steinmetzkunst. Zum Langschiff hin öffnet er sich in fünf spitzbogigen Arkaden mit zierlich gearbeitetem Maßwerk und prachtvollen Figuren auf den Pfeilern. Über dem Netzgewölbe des Innenraums liegt eine Plattform, die über zwei Treppen vom Chor aus zugänglich war. Einst standen drei Altäre auf dem Lettner und drei Altäre darunter. Bei der Beschießung der Stadt im Jahre 1793 brannte die Orgel auf dem Lettner aus,

7. Silberschrein. Für die Gebeine der Breisacher Stadtpatrone Gervasius und Protasius fertigte im Jahre 1496 der Straßburger Silberschmied Petrus Berlin aus Wimpfen einen silbergetriebenen und vergoldeten Reliquienschrein. Skulpturen, Reliefs und eine Fülle dekorativer Details machen ihn zu einem Kleinod des Kunsthandwerks am Oberrhein. Die Flachreliefs der Langseiten des Walmdaches zeigen die Legende der beiden Heiligen und die Auffindung ihrer Gebeine im Jahre 386 in Mailand. Die Schmalseite des einen Walmdaches stellt die legendäreUberführung der Reliquien im Jahre 1162 ins Breisacher Münster dar und hält die Ansicht der vieltürmigen Stadt vom Westen her aus der Zeit des ausgehenden 15. Jahrhunderts fest.

8. Stadtpatrozinium 1925. Am Tage des Patroziniums der Stadtpatrone Gervasius und Protasius im Juni eines jeden Jahres wird nach dem feierlichen Hochamt im Münster unter großer Beteiligung der Bevölkerung der Silberschrein in einer Prozession durch die Stadt mitgetragen. Am Stationsaltar auf dem Werd ist eine Gebetsfeier. Die Fischerzunft hatte früher das Vorrecht, den Silberschrein zu tragen und zu schützen. Nur am Festtag selbst und acht Tage später am Dankfest war der Schrein bis vor wenigen Jahren im Chor des Münsters aufgestellt. Zahlreiche Festbräuche sind bis in die heutige Zeit erhalten geblieben.

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