Bremerhaven in alten Ansichten

Bremerhaven in alten Ansichten

Auteur
:   H. Gabcke
Gemeente
:   Bremerhaven
Provincie
:   Bremen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0763-1
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bremerhaven in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Großstadt Bremerhaven mit über 140000 Einwohnern ist alt und jung zugleich. Die auf heutigem Stadtgebiet liegenden ehemaligen hannoverschen, später preußischen Gemeinden Geestendorf, Wulsdorf, Weddewarden und Lehe, die größte und wichtigste unter ihnen, sind viele Jahrhunderte alt. Weddewarden wurde schon 1091 urkundlich erwähnt. Der Versuch der Schweden im 17. Jahrhundert, eine große befestigte Handelsstadt an der Einmündung der Geeste in die Weser anzulegen, ist zwar gescheitert, er zeigt aber, daß man schon früh die günstige geographische Lage an der Wesermündung erkannt hatte. Von entscheidender Bedeutung für die Geschichte unserer Stadt wurde das Jahr 1827. Der weitschauende Bremer Bürgermeister Joharm Smidt (1773-1857) ließ an der Wesermündung, 60 Kilometer nördlich von Bremen, nach den Plänen des hochbefähigten niederländischen Wasserbauingenieurs Jacobus Johannes van Ronzelen (1800-1865), einen Hafen und den Ort Bremerhaven anlegen, nachdem Bremen das Gelände den Hannoveranern abgekauft hatte. Die Weser versandete zusehends, so daß am Anfang des letzten Jahrhunderts die größer werdenden Handelsschiffe Hafen und Stadt Bremen nicht mehr erreichen

konnten, die alte Hansestadt drohte zur Bedeutungslosigkeit abzusinken. Bürgermeister Smidt hat Bremen aus seiner verzweifelten Lage gerettet, indem er am seeschifftiefen Wasser einen neuen Hafen - eben Bremerhaven - für Bremen gründete.

Der neue Hafenort machte sich schnell einen guten Namen. Die altehrwürdigen Nachbarorte gerieten bald in den Sog dieser stürmischen Entwicklung. Die Einwohnerzahlen stiegen sprunghaft. Geestendorf und besonders Lehe wurden zu Arbeiterwohnorten Bremerhavens, das unter ständigem Raummangellitt. Die große Auswanderungsbewegung des letzten Jahrhunderts aus Europa nahm vorwiegend über Bremen und Bremerhaven ihren Weg. Früh übernahm Bremerhaven die Rolle der 'Brücke nach Amerika'. Mit der Ankunft des amerikanischen Raddampfers 'Washington' am 19. Juni 1847 in Bremerhaven setzte der regelmäßige Fahrgastlinienverkehr zwischen den USA und dem europäischen Festland ein. Diese Linie hat über 100 Jahre für die Entwicklung Bremerhavens entscheidende Bedeutung gehabt. Schon 1852 wurde der Neue Hafen eröffnet, 1876 begarm der Bau der Kaiserhäfen.

Mit der Gründung Bremerhavens entwickelte sich der

Schiffbau, ein Wirtschaftszweig, der noch heute das Leben unserer Stadt wesentlich mitbestimmt. Schon bald hatten die Werften von J ohann Lange, Friedrich Wencke und R.C. Rickmers einen guten Namen. Zur höchsten Blüte gelangte der Schiffbau in Geestemünde. Es war vor allem die Tecklenborgwerft, die unter Georg W. Claussens Leitung mit ihren hervorragenden Segel- und Dampfschiffen Weltruhm erwarb. Diedrich Georg Seebecks 1876 gegründete Schiffswerft, die seit 1928 zur AG 'Weser' gehört, ist heute der größte Industriebetrieb unserer Stadt.

Die günstige Entwicklung Bremerhavens spornte nun auch die Hannoveraner an. 1845 wurde am linken Geesteufer der Hafenort 'Geestemünde' gegründet. Nach Eröffnung des Handelshafens 1863 liefen große Schiffe auch Geestemünde an, das durch den Kaufmann Wilhelm Anton Riedemann (1832-1920) Weltgeltung erhielt. Er stellte hier den ersten Überseetankdampfer der Welt in Dienst und machte Geestemünde zeitweise zu einem der größten Petroleumhäfen.

Der Reeder Friedrich Busse schickte 1885 von Geestemünde aus den ersten deutschen Fischdampfer in See. Damit wurde die moderne deutsche Hochseefischerei begründet. Der 1896 eröffnete und 1925

durch eine Doppelschleuse tidenunabhängig gemachte Fischereihafen Geestemünde, seit 1924 Wesermünde, entwickelte sich zum größten Fischereihafen des europäischen Kontinents.

Der Konzeption dieser Buchreihe entsprechend werden in diesem Band Bilder aus dem alten Bremerhaven bis etwa 1935 gebracht. Diese Bilder und der erläuternde Text sollen einen Eindruck über das frühere Leben in unserer Stadt geben.

Die alten Fotos stammen zum großen Teil aus der StadtbildsteIle Bremerhaven. Ich danke den Brüdern Kirchheimer in New York, die frühe Aufnahmen aus ihrer Heimatstadt Bremerhaven in der Emigration treu aufbewahrt und gern zur Verfügung gestellt haben. Mein Dank gilt ebenfalls Herrn Hartmann Schumm, der mir bereitwillig die Fotosammlung seines verstorbenen Vaters, des Lehrers und früheren Wesermünder StadtbildsteIlenleiters Erwin Schumm, zur Verfügung stellte. Meinem Freund Herbert Körtge bin ich für gewissenhafte Durchsicht des Manuskripts besonders dankbar.

Harry Gabcke

1. Auf dieser Luftaufnahme aus dem Jahre 1925 ist der schachbrettartige Grundriß, nach dem Bremerhaven angelegt wurde, deutlich zu erkennen. Der Plan stammt von dem großen holländischen Wasserbauingenieur Jacobus Johannes van Ronzelen (1800-1865), der als bremischer Baurat die Häfen und auch den Grundriß der neuen Stadt Bremerhaven plante und verwirklichte. Am unteren Bildrand erscheint der Alte Hafen, oben der Geestebogen mit dem Ausrüstungshafen der Tecklenborgwerft, die zur Zeit dieser Aufnahme noch bestand. Dagegen war die Rickmerswerft (links oben), seit 1924 geschlossen. Die regelmäßigen Straßenzüge werden durch den Kirchenplatz mit der Großen Kirche wohltuend unterbrochen. Rechts neben der Kirche steht das alte Stadthaus an der Ecke 'Burger' und Kirchenstraße.

2. Der bedeutende Bremer Burgermeister Joharm Smidt (1773-1857) war der Gründer Bremerhavens. Zu seinen Ehren wurde am 1. Mai 1864 die Hauptstraße Alt-Bremerhavens, die Leher Straße, in BürgerrneisterSmidt-Straße umbenannt, die seitdem als 'Bürger' bekannt ist. Die dankbaren Bremerhavener Burger beschlossen, ihrem Stadtgründer ein Denkmal zu stiften. Am 12. September 1888 wurde auf dem Marktplatz Alt-Bremerhavens dieses Bürgermeister-Srnidt-Denkmal enthüllt, das von dem Leipziger Bildhauer Werner Stein stammt. Das Denkmal trägt die Inschrift: 'Dem Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen DI. Johann Smidt, dem Gründer Bremerhavens.' Die Figuren an den Seiten symbolisieren Seefahrt und HandeL

3. Gleichzeitig mit dem ersten Haten- und Schleusenbau des neuen Hafenortes Bremerhaven entstand das Amtshaus am Alten Hafen, das anfangs 'Bremisches Haus' genannt wurde. Der im klassizistischen Stil gehaltene Entwurf stammt von dem niederländischen Baumeister Van Limbeck. Im Herbst 1830 konnte dieses Haus als erstes in dem jungen Bremerhaven bezogen werden. Es ähnelt den fast gleichzeitig errichteten Tor- und Wachthäusern in Bremen. Das Amtshaus war der Sitz der bremischen Verwaltung für Bremerhaven unter der Leitung eines Amtmannes. Der erste bremische Amtmann in Bremerhaven war DI. Johann Heinrich Castendyk, ein Neffe Joharm Smidts, Sein Nachfolger (bis 1850) war Dr. Johann Daniel Thulesius.

4. Wirtschaftliche Not und politischer Druck zwangen im letzten Jahrhundert immer mehr Menschen, dem alten Europa den Rücken zu kehren und auszuwandern, besonders in die USA. Bremen und Bremerhaven boten sich als sichere und preiswürdige Auswandererhäfen an. Es war vor allem dem rührigen Spediteur Johann Georg Claussen zu danken, daß 1850 ein großes Auswandererhaus Iertiggestelltwurde. In Erinnerung an die vergebliche schwedische Stadtgründung an diesem Platz im 17. Jahrhundert wurde dieses Haus im Volksmund 'Karlsburg' genannt. Das Auswandererhaus konnte mehr als 2000 Personen aufnehmen und beköstigen. 1854 wanderten allein über Bremerhaven 76 000 Menschen nach Amerika aus. Unsere Stadt war zum größten Auswandererhafen Europas geworden.

5. Dieses frühe Foto unserer alten 'Burger' stammt aus dem Jahre 1882, aufgenommen vom Dach des Auswandererhauses (seit 1892 Brauerei Karlsburg). Die helle Hausfront rechts gehört zu dem bekannten Hotel Beermann (heute Naber). Die Querstraße links ist die Hafenstraße (heute Linzer Straße). An dieser Ecke lag das im schlichten klassizistischen Stil erbaute Geschäftshaus von W. und F. Ziegfeld. Das Haus gegenüber ist Löhrs Hotel, das später sein Aussehen erheblich änderte. Heute steht dort das große Kaufhaus Horten. Die Schienen der 1881 eröffneten Pferdebahn waren noch eingleisig. An dieser Stelle gab es eine Weiche, damit sich die Wagen der 'Peerbohn' begegnen konnten.

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6. Der Straßenbahnwagen vorn gehört zur Linie 1, die zum Kaiserhafen ftihrte. Die Aufnahme entstand im Jahre 1908, kurz nachdem die alte Pferdebahn elektrifiziert worden war. Unter den Bäumen am Rande des Marktplatzes rechts (heute Theodor-Heuß-Platz) stehen Kutschen, die zur damaligen Zeit den Taxendienst wahrnahmen. Vier Häuser auf der linken Seite wurden zwei Jahre nach dieser Aufnahme abgerissen, um Platz zu schaffen für den schönen Bau des Stadttheaters. Das Eckhaus 'Bürger' I Hafenstraße (heute Linzer Straße)wird zur Zeit dieser Aufnahme gerade umgebaut. Im September 1908 eröffneten hier die Gebrüder Schuster ein Warenhaus, später Heymann & Neumann. Heute steht an dieser Stelle das Warenhaus von Horten.

7. Am 1. Oktober 1911 wurde Bremerhavens Stadttheater mit einer Festaufführung von Shakespeares 'Sommernachtstraum' festlich eröffnet. Die Regie führte der unvergessene Gustav Burchard, der das Haus als Intendant von 1911 bis 1931 leitete. Unter der bedeutenden Persönlichkeit Burchards hat sich der gute Ruf der Bremerhavener Bühne gefestigt. Das Theatergebäude war nach einem Entwurf des Berliner Theaterbauarchitekten Oskar Kaufmann entstanden. Mit seinen großartigen künstlerischen Leistungen war das Bremerhavener Stadttheater unbestritten der kulturelle Mittelpunkt der Unterweserorte. Der Krieg ließ von dem schönen Haus nur eine traurige Ruine übrig. 1952 konnte das Stadttheater nach dem Wiederaufbau neu eröffnet werden.

8. Dieser Brunnen war eine Stiftung des Hamburger Kaufmanns Ludwig Krüder, der damit an seinen Vater, den früheren Bremerhavener Stadtrat Ludwig Krüder, erinnern wollte. Für die gespendeten 10000 Goldmark schuf der Berliner Bildhauer H.J. PageIs, von dem auch der Klabautermannbrunnen auf dem Schulhof der Pestalozzischule stammte, einen 7 Meter langen und bis zu 3,20 Meter hohen Brunnen aus fränkischem Muschelkalk. In der Mitte über dem Wasserbecken war die vergoldete Bronzeplastik eines Knaben aufgestellt, der in jeder Hand einen Fisch trug. Der Brunnen fand seinen Platz neben dem Stadttheater und wurde am 10. Juli 1914 der Öffentlichkeit übergeben. Beim Wiederaufbau des Theaters im Jahre 1952 mußte der Ludwig-Krüder-Brunnen entfernt werden.

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